Carmina Fatalia (Umbau 36/63)

    • Profi
    • Gedichte
    • Carmina Fatalia (Umbau 36/63)

      Hallo allerseits. Seit 2012 ist hier offensichtlich nicht mehr viel passiert, aber wer weiß, vielleicht kommt ja wirklich meine sogenannte Kreativität dieses Jahr mal wieder zurück. Anfangen werd ich einfach mal damit, die gehenkten Formatierungen zu beheben (oder auch, so manch alten Tabmenüwahnsinn zu drosseln *hust*) und bei der Gelegenheit vielleicht auch mal die eine oder andere Erklärung sowie überhaupt mein eigenes Bewusstsein auffrischen. Ich hab die ganze Sache die letzten Jahre so hart ignoriert, dass ich mich teils gar nicht mehr an meine eigenen Gedichte erinnern kann (dann können sie ja auch nicht immer so gut gewesen sein, oder? Psiaugon), von daher "here goes nothing"...

      Über mich und diese Sammlung
      Die Geschichte der Sammlung beginnt damit, dass ich im Frühling 2010, wenn ich mich recht erinner, dass zweite Gedicht überhaupt in meinem Leben geschrieben hab, und das einfach mal spaßeshalber veröffentlicht. (Erinnert sich hier eigentlich noch irgendwer daran? Mich würd im Moment mal interessieren, wie der Titel des Themas überhaupt war, hab ihn echt vergessen… War es wirklich der jetzige oder kam der erst nach ein paar Wochen?) Das Feedback dazu ist nicht schlecht ausgefallen und dann hatte ich auch ausreichend Motivation, um mit diesen Wortspielereien, die sich Gedichte schimpfen, weiterzumachen und meine zugehörigen Fähigkeiten weiterzuentwickeln (klingt bescheuert, ist aber so).

      Bleibt noch die Frage, was sind das eigentlich für Gedichte, die ich schreibe? Zunächst mal bevorzuge ich zu sagen, dass ich mich nicht auf einen Stil oder ein Thema beschränken will, sprich, hier könnte theoretisch alles Mögliche irgendwann mal auftauchen. Wenn ich aber darüber spreche, was ich so am häufigsten und am liebsten schreibe, dann sind das Geschichten von der wohl gleichzeitig genialsten und widerlichsten Ausgeburt der Schöpfung – dem Mensch. Manche nennen es pessimistische Amateurphilosophie; ich nenn es ungeschönten Realismus. Und weil es Gedichte sind, kommt das Ganze entsprechend auch verpackt in vielleicht so halbwegs interessanten Wortbildern, wär ja langweilig sonst, oder? Abschließend dazu zitier ich einfach mal noch einen Teil aus einem ganz alten Startpost, weil der einfach kaum besser zu formulieren ist:

      Ich glaube, dass wahre Kunst durch Leiden geschaffen wird, und was meine Lieblingsgedichte, -lieder, -filme, -bilder usw. betrifft, kommen die auch kaum ohne irgendwelche Tragödien aus. Ich finde, dass man in diesen Katastrophen einfach erkennt, wie gut es einem selbst doch geht, da man nicht die Tragik der gescheiterten Helden durchmachen muss, wohingegen man bei typischen guten Enden ja doch immer wieder das zu sehen neigt, was man gerade nicht hat. Aus diesem Grund bin ich einfach kein guter Freund der allzu „heilen Welt“ in der Kunst; sehr wohl würde ich sie mir aber außerhalb der Kunst wünschen! Nichtsdestotrotz kann ich aber auch ergänzend sagen, dass meine Poesie, obwohl sie die trostlosesten Elemente der menschlichen Existenz darzustellen vermag, immer den gewissen Funken Hoffnung mit sich trägt, der nur darauf wartet, gefunden und zu einem hellen Feuer mitten im weiten Eis entfesselt zu werden. Denn ich denke auch, dass nur wer fallen kann, jemals aufstehen und vielleicht sogar das Fliegen erlernen wird.

      Alle Gedichte
      Alphabetisch geordnet, und bei der mittlerweile doch recht langen Existenz der Sammlung nun definitiv sinnigerweise auch mit Jahreszahlen dabei. Unter der alphabetischen Liste gibt es dann auch noch ein paar speziellere Rubriken ggf. mit zusätzlichen Informationen, aber alle Gedichte von dort sind hier oben ebenfalls dabei.

      * Gedichte mit Sternchen sind dank das ersten Umbaus zwar nun wieder ganz normal lesbar ohne zu große Kopfschmerzen, aber es gibt noch einen weiteren Umbau. Durch den wird stellenweise nicht nur die Optik, sondern auch der ergänzende Inhalt geändert. Aus diesem Grunde empfehle ich, erstmal bevorzugt diejenigen ohne Sternchen zu lesen, sofern keine Mehrfachlektüre ausdrücklich erwünscht ist.

      A
      * Am Abgrund (2011)
      Allein / Einsam (2014)
      Allein zu zweit (2010)

      B
      * Wenn Blicke töten könnten (2010)
      * Das Buch (2011)
      * Das Blut an unseren Händen (2011)

      C
      * Calamitas (2010; siehe auch Carmina Fatalia (Serie))
      * Capti Saeculorum (2011; siehe auch Carmina Fatalia (Serie))

      D
      Damnatio (2010; siehe auch Carmina Fatalia (Serie))
      * Deine Maske (2011)
      Desolat (2014)
      * Dinodora (2012)

      E
      * Ein einziges Wort (2011)

      F
      Der Fleisch gewordene Traum (2010)
      * Furcht (2012)

      G
      * Das Gewicht der Schuld (2011)
      Glas (2016)

      H
      * Halbmond (2011)

      K
      * Kalter Wind (2010)

      L
      Lethe (2010)
      * „Liebe“ (2011)
      Luftikus (2010)

      M
      Mein Wunschzettel (oder so) (2005)
      * Mondscheinsonett (2014)

      N
      * Nachtschwärmerei (2010)
      * Novembersnacht (Von Schatten und Licht) (2010)

      O
      Offenbarungseid (2016)

      S
      * Schätze (2011)
      * Schutzengel (2010)
      * Stellungnahme eines Beteiligten zur hiesigen Wettbewerbskultur (2014)
      * Im Strudel der Schuld (2010)
      * Sündenforst (2010)

      U
      * Unter der Sonne aus Blut (De Bello Iusto) (2014)

      V
      * Verloren im Nebel (2011)
      Versäumnis (2016)

      W
      * Welt der Zahlen (2011)

      Z
      * Zähne (2011)
      10 Worte (2010)
      * Zerfall (2010)
      Zwei Rosen (2014)

      Carmina Fatalia
      Carmina Fatalia als Bezeichner für die gesamte Sammlung, das war ursprünglich nur eine scherzhafte Anspielung auf eine deutlich bekanntere Liedersammlung aus dem Mittelalter. Eines schönen Tages hab ich mich allerdings entschieden, eine tatsächliche, zusammenhängende Serie von Gedichten unter dem gleichen Namen anzufangen. Die ist nun sozusagen schon lang vor ihrer Vollendung zum Herzstück der Sammlung geworden, und deshalb bekommt sie einen eigenen Abschnitt hier und eine chronologische/semantische Ordnung. Die Teile nehmen offensichtlich starken Bezug aufeinander, und daher wird die Lektüre in der gegebenen Reihenfolge auch klar empfohlen.

      I. Damnatio (2010)
      II. Calamitas (2010)
      __i. Umarmung des Todes
      __ii. Stille
      __iii. Hektik
      __iv. Hoffnung
      __v. Morgengrauen
      __vi. Letzte Hoffnung
      __vii. Weiß
      __viii. Würgegriff des Lebens
      III. Capti Saeculorum (2011)
      IV. ??? (2014?)

      Sonette
      Sonette sind doof. Zu schreiben zumindest. Ich glaube nicht, dass meine Sonette irgendwie besonders toll sind oder so, aber ich habe es versucht. Die Rubrik existiert eigentlich nur, weil Leute von Sonetten aus mir unerklärlichen Gründen besonders fasziniert zu sein scheinen, und denen ermögliche ich damit einfach eine einfachere Suche. Angeordnet sind sie hier streng chronologisch nach Entstehungszeitpunkt – angenommen ich schreib überhaupt jemals wieder welche, denn es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass ich mich überhaupt so lange drum drücken konnte… Bleibt mir nur noch zu sagen: Wenn Ihr einen guten Eindruck davon haben wollt, was ich so mache, bitte lest bevorzugt nicht (nur) die Sonette, weil wie gesagt: doof.

      ??? (2014)
      Unter der Sonne aus Blut (De Bello Iusto) (2014)
      Stellungnahme eines Beteiligten zur hiesigen Wettbewerbskultur (2014)
      Mondscheinsonett (2014)
      ??? (2014)
      ??? (2014)
      Allein / Einsam (2014)

      Sonstiges
      Veröffentlichung meiner Werke an anderen Orten…
      …ist allen Personen außer mir selbst dem Urheberrecht folgend streng verboten. Meine Gedichte werden nur hier und beschränkt auch auf FF.de unter meinem Profil (wann auch immer ich es mal wieder aktualisiere *hust*) veröffentlicht.

      Kommentare und Bedankungen
      Ich freue mich über jeden Kommentar, egal ob erfahrener Literaturkritiker, Hobbydichter, Lesemuffel oder sonstwas. Die einzige Voraussetzung ist, dass man sich unter dem, worüber man schreibt, ausreichend etwas vorstellen kann, um sich berechtigt eine Meinung darüber bilden zu können. Erwünscht sind dann Kritik zum Schreibstil, persönliche Interpretationen und was auch immer es sonst noch zu sagen gibt. Gebrauch ich mal bekannte Floskel: Ich beiße nicht. Außer bei schwer überzogenem Lob, sowas kann ich gar nicht ab.
      Gemäß der aktuellen Forentechnologie könnt Ihr Euch auch für Beiträge bedanken, was mir wohl im weitesten Sinne suggerieren sollte, dass ich irgendwas richtig gemacht hab. Trotzdem ist und bleibt meine Meinung dazu, dass ich Kommentare allemal bevorzuge, denn am Ende des Tages ist ein Klick eben einfach nur ein Klick – ein Kommentar andererseits bewirkt Interaktion, und wir wollen Interaktion!

      Fanwork…
      …ist unter Angabe der Quelle grundsätzlich erlaubt und erwünscht, ich würde nur gern darüber informiert werden. Fanwork, das mir gefällt, würde ich auch gerne in meinen Beiträgen hier verwenden, ebenso mit den entsprechenden Credits. Viel gibt es davon im Moment zwar nicht und ich erwarte auch nicht, dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird, aber es gibt welches und deshalb dieser Absatz.

      Das wäre es dann so weit für die Einführung. Viel Spaß!
      Twitter | Blog (XY) | Blog (BW und früher) | Nugget Bridge | Tauschbasar | Geschreibsel | Proto-Groudon #RotFürFeuer
      gg = virtueller Handschlag get good Alola-Vulnona

      Dieser Beitrag wurde bereits 35 mal editiert, zuletzt von Dreykopff ()

    • Ursprünglich stand hier mal 10 Worte, wurde jetzt aber aus technischen Gründen ein Stück weiter nach unten verschoben.

      Dieser Beitrag bleibt vorerst als Platzhalter bestehen.
      Twitter | Blog (XY) | Blog (BW und früher) | Nugget Bridge | Tauschbasar | Geschreibsel | Proto-Groudon #RotFürFeuer
      gg = virtueller Handschlag get good Alola-Vulnona

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dreykopff ()

    • Moin Lateinfreak, ich war wirklich sehr überrascht, dass du hier ein Topic eröffnet hast. Niemals hätte ich mir vorstellen können, dass du auch selbst Gedichte schreibst.^^ Aber jo, andere Gedichte lesen kann einen schon inspirieren. Nagut, ich werde dein Gedicht natürlich "kritisieren", aber bitte nimm darauf Rücksicht, dass dies das erste Gedicht ist, was ich bewerte *hust* Nagut, dann zeig ich dir mal meine Sichtweise deines Gedichtes. Hab das mal in einen Spoiler gepackt. Achja, und stell dein Talent im Startpost bitte nicht in Frage, hihi.
      x)
      10 Worte

      Ich kannte einen edlen Menschen,
      der wollte hoch und höher hinaus,
      dem Höchsten strebte er entgegen,
      zu kreuzen sich mit Gottes Wegen,
      doch kam er niemals zurück nach Haus.
      Den Himmel hielt er in Händen,
      war frei von sämtlichen Wänden,
      so frei, so gänzlich ohne Halt,
      fand er sein Ende allzu bald.

      Ich kannte einen weisen Menschen,
      der kannte keine Laster der Welt
      und führte ein gesundes Leben,
      gedanklich auch niemals daneben
      und sparte für das Alter sein Geld.

      Verloren bald der große Wert,
      das Glück so plötzlich umgekehrt,
      kam ihm der Krankheit Höllenqual,
      blieb ihm zum Ende keine Wahl.


      Ich kannte einen starken Menschen
      ,
      der zog fürs Vaterland in den Krieg,
      erhoffte sich Ruhm und reichen Lohn
      zugesprochen von des Herrschers Thron,
      war bestens eingestimmt auf den Sieg.

      Stattdessen Schmerz und schwarzes Blut,
      so schnell zerstört der alte Mut,
      lag ich neben ihm und fragte,
      was kein Mensch zu sagen wagte:

      „Mein Freund, hast du denn noch Angst vor dem Tod?“


      Die rot markierten Verse, die gleichzeitig auch die ersten der jeweilgen Strophe sind, wirken auf mich wie eine Überschrift der jeweils betroffenen Strophe. Sie grenzen sich auch schon allein von der Strophe ab, da sie sich auf keinen weiteren Vers innerhalb der Strophe reimen. Ebenfalls wirken sie wie eine Überschrift auf mich, da in der Strophe alleine von dem edlen, weisen und starken Menschen gesprochen wird. Finde ich jedenfalls sehr interessant und auch gelungen.^^
      Die
      grün markierten Verse sind alle gleichmäßig gereimt und haben auch alle dieselbe Silbenanzahl. Mit der "Überschrift" haben die ersten fünf Verse immer 9 Silben und sind auch immer in einem Umarmungsreim gereimt. Vielleicht aus Absicht, da ein umarmender Reim eine schöne Atmosphäre hervorhebt? Die ersten Verse der Strophen sind ja auch für den jeweilgen Menschen zufriedenstellend. Sie haben keinen Kummer und eigentlich das, was sie haben wollen und sind somit zufriedengestellt. Die Menschen sind gerade dabei ihr Ziel vollkommen zu erreichen, bis der zweite Teil der Strophe kommt.
      In
      blau also der zweite Teil der Strophe. Hier kann man eine klare Trennung erkennen, eine Trennung zum ersten Teil. Alleine schon durch die Form, wie du sie geschrieben hast. Jetzt sind die Verse anders gereimt, in einem Paarreim. Wenn man dein Gedicht schnell spricht, dann wird durch den Paarreim eine Hektik ausgelöst, vielleicht auch Angst, was dann auch zu diesem Teil passt. Diesmal sind die Verse auch überall nur mit 8 Silben gefüllt, also auch anders, als der erste Teil. Für mich ist hier also eine klare Abtrennung von "Ich steige immer weiter auf" und "aber ich kann/werde tief fallen"
      Zusammenfassend ist also gesagt, dass das Gedicht aus drei gleichmäßigen, mit selben Reimen und Silbenanzahl bestehenden Versen, besteht, die Reime und Silben eine Abtrennung von Gut und Schlecht und die Reime auch zu der jeweilgen Atmosphäre passen. Wie ich finde wirklich sehr gut gemacht, hihi. Soweit zum Aufbau.
      Dann weiter zum Inhalt des Gedichtes, den ich schon ein wenig im Aufbau mit einbezogen habe. Ich verstehe das Gedicht wie folgt. Das Leben kann sich in Nullkommanichts komplett verändern. Dann ist man zwar hoch aufgestiegen, so wie es in allen der Strophen verschieden geschildert ist, doch dann kommt der, mit dem man nicht gerechnet hat – der Tod. Es ist egal, ob man fast im Reichtum versinkt oder kurz davor ist viel Geld zu bekommen oder gerade dabei ist hoch aufzusteigen. Es wird immer einen geben, der dein Ziel behindern oder auch zerstören kann. Und dieser "eine" ist der Tod. Er kann das Leben komplett verändern, ohne, dass man was dagegen tun kann. Der Tod ist unbezwingbar und keiner kann sagen, wann er oder sie davon betroffen sein wird. Keiner weiß, wann der Tod kommen wird. Ich finde, dass das aus deinem Gedicht wirklich sehr schön hervorgekommen ist und auch einfach toll geschrieben wurde.^^ Von wegen, du hättest kein Talent *hust* Achja, und es gibt hier das lyrische Ich. Passt gut zu dem Gedicht, besonders, weil das lyrische Ich die letzte Frage stellt..
      Der letzte Vers steht in Verbindung mit dem Titel, beide in
      grau. Als ich nur den Titel deines Gedichtes gelesen habe, habe ich mir da eigentlich nichts drunter vorstellen können, bis ich den letzten Vers gelesen habe. Er besteht nämlich genau aus 10 Worten, btw auch 10 Silben. Ich finde, dass du somit den Titel schön in Verbindung mit dem Gedicht gebracht hast. Hier bin ich mir ein bisschen unsicher, was er genau aussagen soll. Vielleicht, dass man selten von dem Tod spricht, da er schlecht ist und man weiß, dass man einen Menschen verlieren kann? Das man es deshalb kaum wagt, darüber zu sprechen, weil der Tod der Auslöser ist ein Leben komplett zu vernichten? Ich weiß es nicht genau. Jedenfalls stellt das lyrische Ich hier die Angst vom Tod in Frage. Es gibt viele Menschen, die Angst vor dem Tod haben, weil sie denken, dass sie vielleicht nie mehr das Licht der Welt sehen oder halt auch jemanden verlieren. Ist die Angst vom Tod wirklich nötig? Aber wie gesagt, der Tod ist unberechenbar, man weiß nicht, wann er kommt und man kann sich dementsprechend nicht darauf vorbereiten, also ist die Angst vielleicht unnötig? Man kann eh nichts gegen tun. Du bist hoch augesteigen, aber durch den Tod gefallen. Ändern kann man es trotzdem nicht.
      Dass du "viel zu viel insbesondere an Dichtung gelesen" hast, finde ich wirklich gut, denn dadurch ist ein wirklich gutes und tiefsinniges, mit relevanter Bedeutung am habendes Gedicht entstanden.^^ Ich würde mich auf mehr freuen.



      Beendet mit dem im Hintergrund laufenden falschen Heiland. ;D

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Corvus Corax ()

    • So, mein lieber Fatum, ich spare mir mal die Bezeichnung der Gedichtsfoorm, da das ja schon ausführlich erledigt wurde.
      Ich finde das Gedicht ein wenig schlicht, wenn ich ehrlich bin. Manche Gedichte lassen einen erst einmal einige Minuten nachdenken, bis sie einem eine mögliche Interpretation aufdrängen. An diesem Punkt mache ich gleich weiter, aber erstmal: du hast eine perfekte Form für das Gedicht, aber auch das wurde bereits erläutert. Nun wieder zurück zu der Interpretation: Mir persönlich kam sofort dieser "Alles-ist-vergänglich-und-letztendlich-umsonst-Gedanke", den ich selbst ja auch schon in ein paar Gedichten aufgegriffen habe. Anhand deines manchmal leicht zynischen Charakters lässt sich das schnell vermuten. Irgendwie beeinflusst es einen ja doch, wenn man etwas über den Autor durch das bloße Lesen seiner Beiträge erfährt, blah... Nunja, egal, was ein Mensch tut, egal, wie sehr jemand sich anstrengt -es kann stets zum Gegenteiligem kommen und alles zerstören, was man sich erhoffte.
      lag ich neben ihm und fragte,
      was kein Mensch zu sagen wagte:

      „Mein Freund, hast du denn noch Angst vor dem Tod?“

      Mein Lieber, hier denke ich an Folgendes: Person X, über die das lyrische Ich berichtet wollte viel erreichen in dem ach so kurzem Leben, um nicht umsnst zu sterben. X hatte regelrecht den Drang nicht zu sterben um noch Großes zu vollbringen. Das lyrische Ich hingegen -der Zyniker- weiß schon längst, dass es eh nichts bringt und hat sich mit dem Tod ohne Hinterlass schon arrangiert. Und nun ist es eine leicht provokante Frage: "Mein Freund, hast du denn noch Angst vor dem Tod?", die sozusagen überprüft, ob X es denn gelernt hat, was das lyrische Ich schon weiß.


      (Ich könnte auch gerade auf dem schmalem Pfad der Idiotie wandeln, allerdings... Naja)
      "Ich habe leider keine Zeit, um Versprechen zu machen... Denn ich bin schon damit beschäftigt, sie einzulösen!"
      (Charles Foster Kane, 'Citizen Kane' by Orson Welles)
    • Der „fleischgewordene Traum“ eines jeden Künstlers dürfte es sein, von seinen Werken leben zu können. Wenn ich mir aber überlege, diese Redewendung mal orthografisch auseinander zu reißen, dann öffnen sich mir noch ganz andere Türen…

      Der Fleisch gewordene Traum

      Ein heißer Tag ist heut:
      Die Buttersonne scheint
      aufs ölig brutzelnd Land,
      genüsslich schmilzt das Meer.

      Das Gras schon lang verdorrt,
      verschwunden all das Grün,
      ist alles Haut und Fleisch,
      gebraten durch und durch.

      Ein brauner Rücken hier,
      zwei leck're Keulen dort,
      die Flügel fast verbrannt
      am See aus Bratensaft.

      Es kocht der Kopf,
      es brät das Herz,
      es grillt der Sinn
      im Fleisch geword'nen Traum!

      Der letzte Fleck von Gras
      ist weiter weg zu seh'n,
      an einer Magenwand
      verblieben ganz allein.

      Erscheint ein Schaf am Platz,
      die Augen groß und heiß,
      gerichtet starr aufs Ziel,
      kein Blick fürs Drumherum.

      Bereit zum Biss ins Gras
      des Schafes Kiefer weit,
      befreit das Gras vom Biss
      des Wolfes Zahnwerk eng.

      Es kocht der Kopf,
      es brät das Herz,
      es grillt der Sinn so satt!
      Es stirbt das Schaf,
      es pfeift der Wolf,
      es lebt das Grün hinfort
      im Fleisch geword'nen Traum!

      (05.-09.04.2010)

      Original-Entstehungskommentar
      Ein Experiment. Ich wollte mal etwas möglichst Absurdes zusammenschreiben, wo aber irgendwo trotzdem noch ein gewisser Sinn dahinter stehen soll, weil ich nunmal keine Sachen ohne Sinn schreibe. In dem Fall ist es einfach die Fantasie einer verkehrten Welt, in der viele der uns bekannten ungeschriebenen Gesetze nicht mehr gelten. Eine miteingeflossene Idee war dann sicher auch die weit verbreitete eher ironisch gemeinte Lebensweisheit Veganer essen meinem Essen das Essen weg.
      Fleischgeworden vs. Fleisch geworden
      In den Kommentaren haben mehrere Leute mir den Titel durch unerwünschte Zusammenschreibung der beiden Wörter versaut. Inwiefern und auf welche Art tatsächlich darüber nachgedacht wurde, keine Ahnung, aber doch verärgert es mich ein wenig, dass sowas passiert. Selbstverständlich ist fleischgeworden ein Wort, wie es im Duden steht und genau die 100% deutsche Variante des lateinischen Fremdworts inkarniert ist, aber das hat in seiner üblichen Verwendung ja eher so eine übertragene Bedeutung. Mit dem Auseinanderreißen (oder wenn wir nochmal besonders gewitzt sein wollen: „auseinander Reißen“) dieses zusammengesetzten Worts habe ich also den Blick weg von irgendeiner Realität und hin zu dem wortwörtlich absoluten Fleisch lenken wollen.
      Twitter | Blog (XY) | Blog (BW und früher) | Nugget Bridge | Tauschbasar | Geschreibsel | Proto-Groudon #RotFürFeuer
      gg = virtueller Handschlag get good Alola-Vulnona

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Dreykopff ()

    • Ein Bild sagt zwar laut einem bekannten Sprichwort mehr als tausend Worte, aber dann gibt es auch wieder Situationen, da reichen deren zehn schon aus, oder sie reichen ganz und gar nicht aus, je nachdem wie man es eigentlich sieht. Wahrscheinlich hätten die drei Helden, die ich in dem Gedicht vorstelle, dazu auch ganz unterschiedliche Ideen.

      10 Worte

      Ich kannte einen edlen Menschen,
      der wollte hoch und höher hinaus.
      Dem Höchsten strebte er entgegen,
      zu kreuzen sich mit Gottes Wegen,
      doch kam er nie mehr zurück nach Haus.
      Den Himmel hielt er in Händen,
      war frei von sämtlichen Wänden.
      So frei, so gänzlich ohne Halt,
      fand er sein Ende allzu bald.

      Ich kannte einen weisen Menschen,
      der kannte keine Laster der Welt
      und führte ein gesundes Leben,
      gedanklich auch niemals daneben
      und sparte für das Alter sein Geld.
      Verloren bald der große Wert,
      das Glück so plötzlich umgekehrt,
      kam ihm der Krankheit Höllenqual,
      blieb ihm zum Ende keine Wahl.

      Ich kannte einen starken Menschen,
      der zog fürs Vaterland in den Krieg,
      erhoffte sich Ruhm und reichen Lohn
      zugesprochen von des Herrschers Thron,
      war bestens eingestimmt auf den Sieg.
      Stattdessen Schmerz und schwarzes Blut,
      so schnell zerstört der alte Mut,
      lag ich neben ihm und fragte,
      was kein Mensch zu sagen wagte:

      „Mein Freund, hast Du denn noch Angst vor dem Tod?“

      (25.-28.03.2010)

      Original-Entstehungskommentar
      Ich hab in den letzten Wochen für meine eher literaturfremden Verhältnisse viel zu viel insbesondere an Dichtung gelesen… Ich denk zwar immer noch, dass ich in keiner Form künstlerisch begabt bin, aber ich hatte eines Nachts das Gefühl, einfach mal etwas loswerden zu müssen. Und zwar wird ein Problem behandelt, das vielen von uns entweder bereits begegnet ist oder irgendwann noch begegnen wird, egal ob aktiv oder passiv.
      Retrospektiver Kommentar
      Zunächst mal hab ich eine Information nachzutragen, die aus dem Original-Entstehungskommentar nicht hervorgeht: Es handelt sich hierbei um mein im gesamten Leben wahrscheinlich nicht ganz zweites geschriebenes Gedicht, aber ganz sicher das zweite nicht verlorene. Und eben das eine, mit dem ich dieses Sammlung hier irgendwann mal nichts ahnend angefangen hab.

      Wenn ich das heute so lese, sehe ich einen nicht immer verlustfreien Kampf um Reime und ein nicht gänzlich kaputtes, aber doch unregelmäßiges Versmaß. Es war jedenfalls überhaupt das erste selbstgeschriebene Gedicht im Leben, wo ich zumindest auf so eine mathematische Banalität wie die Silbenzahl geachtet habe, und zu mehr war ich mit meinem damaligen Wissen auch kaum in der Lage. Wie dem auch sei, offenbar war es ja dennoch gut genug, um bei ein paar Leuten hier anzukommen – hat es diese generisch nihilistische Botschaft doch jedem mitten ins Gesicht geklatscht, sodass es Verständnisprobleme eigentlich nur bei zu kompliziertem Denken geben konnte – und so hab ich mich später letztendlich selbst dazu gebracht, mich weiterzubilden.

      (05.06.2014)
      Von Worten und Wörtern
      Die deutsche Sprache ist nicht immer ganz einfach, und gerade meine Titelwahl für dieses Gedicht ließ mir nie so wirklich Ruhe, denn genau genommen haben wir es da mit einem mehr oder weniger offensichtlichen Rechtschreibfehler zu tun.

      „Das Wort“ sind nämlich zwei ganz verschiedene Wörter, die sich also verschieden deklinieren und verschiedene Bedeutungen haben. Wenn man von Wörtern spricht, meint man die lexikalischen Einheiten einer Sprache. Wenn man aber von Worten spricht, meint man etwas, das jemand oder auch etwas sagt/schreibt/usw. Dieses letztgenannte Wort wird sowohl in Ein- und Mehrzahl verwendet, aber es ist nicht direkt zählbar. Betrachtet man nun die populäre Redewendung Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, dann könnte man diese „Worte“ zum besseren Verständnis beispielsweise durch „Stimmen“ ersetzen und es funktioniert immer noch. Das geht mit meinem Titel nun leider nicht wirklich; er ist leider Gottes einfach falsch.
      Ein Minispiel: Schreibe eine weitere Strophe!
      Das Originalgedicht hat eine relativ klare Form und jede der drei Strophen handelt von einem anderen Charakter. Die Möglichkeiten für die Charaktere sind allerdings so ziemlich unendlich und ich hab nun nur eher zufällig genau diese drei genommen. Ich will hier nun also jeden, der Lust hat (auch blutigste Anfänger; ich hab ja schließlich selber hier angefangen!), dazu ermutigen, einfach mal eine weitere Strophe zu schreiben, die an beliebiger Stelle eingefügt werden könnte. Sollte was Nettes dabei herumkommen, würde ich das womöglich sogar unter das Gedicht selbst editieren, und bei besonderes großer/interessanter Resonanz ließe ich mich auch gerne dazu breitschlagen, zusammen mit Euch eine neue, verbesserte Version des Originalgedichts zu schreiben!
      Twitter | Blog (XY) | Blog (BW und früher) | Nugget Bridge | Tauschbasar | Geschreibsel | Proto-Groudon #RotFürFeuer
      gg = virtueller Handschlag get good Alola-Vulnona

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Dreykopff ()

    • Die Carmina Fatalia – eine in Versen geschriebene Geschichte von Tod und Leben, Leben und Tod.
      Im vorliegenden ersten Teil begleiten wir einen gut bekannten alten Mann bei der nächtlichen Ausführung seines fatalen Auftrags…


      CARMINA FATALIA
      I. Damnatio

      Ich fahr in meinem Boot in stiller Nacht,
      der schwarze Fluss ist rein und klar.
      Schon lang beherrscht mich eine starke Macht –
      hab früh vergessen, wer ich war.

      In meinem Buch geschrieben steh'n mit Blut
      die Namen derer, die er sucht.
      Schon bald erlischt auch ihre Lebensglut,
      sie sind zum jüngsten Tag verflucht.

      Dort hinten steht ein Haus im Mondenschein,
      im Garten brennt ein schwaches Licht,
      ein Mädchen sitzt noch spät am Rosenhain –
      Dein letzter Schlaf ist meine Pflicht.

      Die Sense hol ich aus zum Todesstoß
      und seh noch einmal Dein Gesicht:
      ein Anblick traumhaft schön bei diesem Los!
      Egal wie, sterben wirst Du nicht.

      (19.-30.04.2010)

      Retrospektiver Kommentar und Titel „Carmina Fatalia“
      Der Originalwortlaut zur Entstehung ist über die Jahre verloren gegangen. Sicher ist allerdings, dass dieses kleine Gedicht tatsächlich von Anfang an als Einleitung für eine zusammenhängende Serie vorgesehen war. Ganz schön mutige Entscheidung, wenn man sich mal vor Augen hält, dass ich dann immer noch ein blutiger Anfänger war und so oder so in keiner Form garantieren konnte, dass ich das überhaupt noch jemals nennenswert fortsetzen würde. Trotzdem waren die Reaktionen auf diesen Anfang hier ungeahnt positiv (danke dafür!) – einerseits die ideale Motivation zum Weitermachen, andererseits aber auch eine nicht ganz harmlose Erwartungshaltung. Und wie es dann weiter ging, wissen wir alle: große Unregelmäßigkeiten im Veröffentlichungsrhythmus der Fortsetzungen, teils mit jahrelangen Pausen. Vergessen hab ich das Projekt zwischendurch nie, jedoch erwarten auch meine eigenen perfektionistischen Ansprüche an mich selbst, dass ich, wenn ich es zuende führe, einen bleibenden Eindruck hinterlassen will.

      So, und dann hat der Titel noch seine eigene, etwas überraschende Geschichte. Es ist so, dass dieses komplette Forenthema vom ersten Tage an einfach Carmina Fatalia hieß, weil mir sonst nichts Besseres einfiel und zumindest von meiner Seite aus nichts gegen so eine Anspielung auf die Carmina Burana einzuwenden war. Der Name fürs Thema ist letztendlich aufgrund der wachsenden Bekanntheit und des bleibenden Mangels an besseren Ideen geblieben. So hat er dann auch endgültig den Konflikt mit dieser jungen Serie überlebt, die diesen Namen für sich allein beunsprucht hatte.

      (05.06.2014)
      Twitter | Blog (XY) | Blog (BW und früher) | Nugget Bridge | Tauschbasar | Geschreibsel | Proto-Groudon #RotFürFeuer
      gg = virtueller Handschlag get good Alola-Vulnona

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Dreykopff ()

    • Hallo… nagut, ich wollte eigentlich ein Sack bleiben, aber du solltest wirklich mal wieder einen Kommentar bekommen. Jedenfalls… mag ich deinen Startpost nicht so gern. x) Mach ihn doch neu und steck deinen „alten“ Startpost nicht in einen Spoiler. Würde optisch einfach besser sein und jah, vielleicht auch anziehender? Nunja, ich bewerte jetzt jedenfalls dein neuestes Gedicht und hoffe, dass du dann wieder Gedichte schreiben wirst weil… keine Kommentare können zu einer Null-Bock-Phase führen. Ok los geigt it. Wie immer im Spoiler, ok?
      x)
      Carmen Fatale I: Damnatio


      Ich fahr in meinem Boot in stiller Nacht,
      der schwarze Fluss ist rein und klar.
      Schon lang beherrscht mich eine starke Macht -
      hab früh vergessen, wer ich war.

      In meinem Buch geschrieben stehn mit Blut
      die Namen derer, die er sucht.
      Schon bald erlischt auch ihre Lebensglut,
      sie sind zum jüngsten Tag verflucht.

      Dort hinten steht ein Haus im Mondenschein,
      im Garten brennt ein schwaches Licht,
      ein Mädchen sitzt noch spät am Rosenhain -
      dein letzter Schlaf ist meine Pflicht.

      Die Sense hol ich aus zum Todesstoß
      und seh noch einmal dein Gesicht:
      ein Anblick traumhaft schön bei diesem Los.
      Egal wie, sterben wirst du nicht.



      Carmen Fatale I: Damnatio… so hast du es also genannt. Man kann jedenfalls davon ausgehen, dass es ein Mehrteiler wird. Nicht nur daher, dass du es gesagt hast, sondern wie du schon gesagt hast kann man es auch vom Titel ableiten… okay. Carmen Fatale I würde ich jetzt mal schätzen, dass es Fatales Gedicht I heißt, aufgrund deines Titels von dem ganzen Topic hier. Ok, Damnatio… ja, du hast mir gesagt, dass es Verdammnis heißt und ja, ich hätte auch selber drauf kommen können, weil man es von dem englischen Damnation ableiten kann aber ok, bin ich nicht drauf gekommen, jetzt weiß ich es aber. Also fatales Gedicht nr. 1… Verdammnis *ahahah* Was ich jedenfalls zum ersten Eindruck sagen kann ist eines: Verwirrung. Vielleicht ist diese aber auch gewollt, um den Leser nochmals Nachdenken zu lassen. Ich musste mehrere Male nachdenken um es annähernd zu verstehen und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich es jetzt verstanden habe oder nicht. Mehr dazu aber gleich zur Inhaltsinterpretation… x)
      Nagut, erwähnt hast du zwar schon, dass es einen 10/8/10/8-Kreuzreim-Jambus gibt. Habe ich mal mit
      blau und grün (fail) makiert, aber nicht für jede Strophe, da es ja überall eigentlich gleich ist. Zwar habe ich es im letzten Gedicht auch überall makiert, aber da hätte man nicht jede Zeile makieren müssen. ^^ Und warum verrätst du Dummi eigentlich schon alles. x) Jetzt hatte ich fast gar nichts zutun, was den Aufbau angeht, nur ob er sinnvoll genutzt wurde oder nicht. Den Jambus hast du aber gut gewählt, denn er drückt Hektik aus und ahmt sogar dem Herzschlag nach. Denn... der Person viel das alles bestimmt nicht leicht und aufgeregt, nervös, what ever war sie sicherlich auch.
      Meiner Meinung nach passt der Kreuzreim besonders in der zweiten und dritten Strophe sehr gut ins Bild. Bei der ersten Strophe zweifel ich ein bisschen. Ich würde nicht sagen, dass der Kreuzreim da falsch ist, jedoch bin ich am überlegen, ob ein umarmender Reim sinnvoller gewesen wäre? Die ersten Verse sind ziemlich… harmonisch, ruhig usw. bis dann die anderen BÄM Strophen kommen und die Atmosphäre verschlucken (die im Kreuzreim). Vielleicht hätte man diesen Punkt deutlicher machen können, wenn es ein umarmender Reim gewesen wäre. Aber gut, ist ja nur ein Vorschlag. Das Ende… passt eigentlich mit dem Kreuzreim, weil da immer noch Spannung ist. Soviel zum Aufbau des Ganzen. Jetzt kommen wir zum Inhalt, wo bei mir einige Verwirrungen aufgetaucht sind. Aber diese denken halt zum Nachdenken an. Wenn ich dich frage, ob du das absichtlich gemacht hast und du Nein sagen würdest, würde ich es trotzdem als passend ansehen. ^^ Okay, dann fang ich mal an.
      Strophe eins ist für mich eigentlich ziemlich klar. Er fährt da also in einem Boot, ruhige einsame Atmosphäre, da er alleine ist und noch dazu in stiller Nacht auf einem stillen Fluss fährt. Boah ich stell mir das richtig geil vor, ein schwarzer Fluss der klar ist. Habe ich noch nie im wirklichen Leben gesehen. Nagut, die Person, um die es sich handelt hat also sein Wahres Ich vergessen? So interpretier ich das einfach mal. Eine Macht beherrscht ihn also schon lange. Da will man als Leser sofort weiterlesen in der Hoffnung, was für eine Macht das denn ist. Dort habe ich bis auf den Aufbau, was eigentlich auch nur ein Vorschlag ist, nichts dran zu meckern, die ist sauber und schön. Aber was dann kommt ist für mich nicht so klar D;
      Dann also zu Strophe zwei. In seinem Buch stehen also mit Blut geschrieben die Namen derer, die er sucht. Ich habe da sofort gedacht, dass das Buch er selbst ist… eigentlich ist ja jeder ein Buch, wo viel drin geschrieben ist, sein es Erinnerungen oder irgendwas. Mit Blut geschrieben dann also in seinem Buch… die Eltern. Ich habe sofort gedacht die Eltern. Das die DNA der Eltern halt im Blut ist und er sie vielleicht nie gekannt hat? Das würde dann auch eine gute Verbindung zu Strophe eins bringen, denn er hat ja früh vergessen, wer er war. Er vergaß es schon seitdem er seine Eltern nicht hat, und das muss wohl ein früher Moment gewesen sein. Denn die Eltern sind ja am Entwicklungs – und Bildungsprozess der Kinder beteiligt, und wenn sie nicht da sind… vergisst mein sein Wahres Ich. So habe ich das verstanden, und die Eltern sucht er jetzt. Natürlich ist er sauer und will sie umbringen(?). Jedenfalls will er was am Leben dieser… ändern oder so. Sie sind ja auch verflucht, er muss also ungeheuerlich sauer sein und einen großen Hass auf sie verspüren. Zum jüngsten Tag sind sie verflucht passt auch wieder zu meinem oben genannten. Der jüngste Tag war vielleicht die Geburt der Person, um die es geht, und vielleicht verschwanden die Eltern dann? Für diese Zeit sind sie vielleicht verflucht? Ich weiß es nicht, aber so verstand ich es. Doch was mich hier echt hart verwirrt ist dieses Wörtchen „er“. Die Person spricht doch die ganze Zeit aus der Ich-Perspektive. Wieso taucht dann auf einmal dieses er auf? Ist er eine andere Person? Ansonsten hätte ich noch gedacht, dass sich das „er“ auf die Macht bezieht, aber dann müsste es ja „sie“ heißen. Also das habe ich überhaupt nicht verstanden, Erklärung bitte. xD
      Ok dann mal weiter zu der dritten Strophe. Er ist also einem Ziel angekommen, er ist zu einem Ort angekommen, wo er eine Person findet, die in seinem Buch stehen. Aber huh, das schlägt meine ganze Interpretation den Bach hinunter. Ein Mädchen? Schade, habe eigentlich auf die Mutter oder den Vater gehofft, aber niemals mit einem Mädchen gerechnet. Aber ok, vielleicht ist es ja die ältere Schwester? xD Why not, die müsste dann ja auch in seinem Blut stehen. Ok, und dieses Mädchen bezieht sich denke ich mal auch stark auf den Titel. Das ist also das fatale Werk Nummer 1. Sie ist die Person, die es zuerst „erwischt“. Also nr.1. Wobei sich Verdammnis eigentlich eher auf die ganzen Namen bezieht… vielleicht behältst du den Titel Namen ja und ersetzt einfach nur die Zahlen, ich weiß es nicht, aber hoffentlich werde ich es bald erfahren. Nun denn, seine „Pflicht“ ist also sie zu töten. Letzter Schlaf ist ganz klar ein Euphemismus für den Tod – ein schöner Euphemismus (haha Wortspiel). Ansonsten find ich diese Strophe wie alle anderen auch sehr schön, nur ich frage mich, wer dieses Mädchen ist, da ich eigentlich mit etwas komplett anderem gerechnet habe.
      Ok schade, schon bei der letzten Strophe. Die Sense uhhahaha, ein Sensenmann? Oder nur ein Mann mit einer Sense? Vielleicht hast du tatsächlich die ganze Zeit über einen verdammten Sensenmann geschrieben wtf!!! Vielleicht… vielleicht haben Sensenmänner Bücher wo drinnen steht, welche sie töten müssen, und das mit Blut!!! Ja, und dieses Töten ist ja dann die Pflicht eines Sensenmanns! Ey, das könnte sogar alles sein, und dieser Sensenmann verliebt sich in das Mädchen und bringt sie deshalb(!) nicht um! Verdammt, wenn das wirklich so ist ne… dann war oben ja alles falsch, scheiße. Das klingt sogar mit dem Sensenmann alles sehr logisch, der weiß nämlich bestimmt auch nicht, wer er war und außerdem ist der doch auch nur nachts aktiv! Damnatio! Verdammt. Haha, ich muss gerade lachen, warum fällt mir das erst jetzt wegen deiner Bewertung auf. Vielleicht liege ich aber auch mit dem Sensenmann komplett im falschen Fass, aber ok. Wenn es jedenfalls doch nicht der Sensenmann ist, dann hat sich die Person bei ihrem Anblick… ehm verzaubern lassen oder so, wollte ihr vielleicht nur Angst machen und ihr klar machen, dass er die ganze Zeit im Leben alleine war und diese, genau diese Angst besaß. Sterben wird sie dann am Ende aber nicht.
      Scheiße, wie du siehst herrscht bei mir Verwirrung, aber das ist lustig und auch interessant. Dieses Gedicht ist wirklich nicht schlecht (Litotes). Ich mag es. Haha, wirst du mir verraten, was richtig ist, ob überhaupt was richtig ist, oder so? Du musst es ja nicht hier machen, per PN oder so, denn das beschäftigt mich jetzt echt. Alles in einem finde ich, dass es wirklich gut gelungen ist. Hach, der Beitrag hat mir gerade irgendwie Spaß gemacht. Bis dann.



      Beendet mit dem im Hintergrund laufenden Song Orestes. ;D

      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von Corvus Corax ()

    • Weil ich nicht kapiere, wie ich das in ´nem Spoiler ausdrücken soll (bzw. ich keine Lust habe, den Editor zu usen ;D), schreib ich das einfach so, sollte dir ja egal sein, bist ja schließlich froh über jede Bewertung. (Werd jetzt ja nicht schon wieder -ich zitiere- "zynisch"; ist meine erste Bewertung.) Den Sack nehm ich einfach mal als Kompliment lal. Übrigens: Ich habe zwar Latein, aber kann mir vielleicht einer sagen, was "Damnatio" heißt? Carmen heißt ja sowat wie Schauspiel, Gedicht (eher letzteres in diesem Fall), fatale kann man sich ja herleiten. Nja, ich kapier das so:
      Ein Typ schifft über einen Fluss und hat ein Buch des Todes, wo die Namen von Bald-Toten stehen (aber sehr fein ausgedrückt).
      Dann kommt ein Umschwung, man wechselt die Szene und kommt zu einem Haus. Da ist ein wunderschönes Mädchen, das der auch abmurxen soll, aber er verliebt sich in sie und beschützt sie mit seinem Leben (?). Dummerweise ist derjenige der Tod, die Andeutungen sind ja schon mehr als solche lol.
      Zu der Form:
      Einfach nur megahammermenowinfröhlichgeil! (Wobei der Inhalt weniger frühlich ist lol) Du bleibst konstant gleich und i.-wie passt es, kA, wieso. Das lyrische Ich war ebenfalls wieder dabei, ebenfalls wie rhetorische Stilmittel, also Metaphern (zusammengesetzte Wörter, die einen neuen Sinn ergeben, wie Lebensglut).
      Interpretation:
      Ich finde es schön, wie du den Tod interpretiert hast. Eine starke Macht, schwarzer Fluss, Vergessen, wer man früher war, ein Todesbuch (in sehr feiner Sprache ausgedrückt, obwohl das Buch mit Blut beschrieben wurde)...bei der Sense war dann war´s aber auch klar: Das ist der Tod.
      Ich freue mich schon auf den nächsten Teil.
      lG
      HG-Ho-Oh
    • Also dann, ich schreibe auch mal etwas. =)

      Interpretation! =O
      Die ersten beiden Verse habe ich gerade mir Paul Celans "Todesfuge" in Verbindung gebracht. Der klare, schwarze Fluss als Metapher für ein Dahintreiben in Dunkelheit, im Verstoßen sein, dennoch klar und durchsichtig: Als sei das Schicksal nicht bereits Strafe genug, die menschliche Fähigkeit zur Erkenntnis lässt all die Identitätskrise und die Abhängigkeit niemals aus dem Sinn gleiten. Abhängigkeit sowohl von der lenkenden Macht, als auch von den Wogen des Flusses, die das Boot durch die Nacht tragen, ohne Abzweigung: Es gibt nur einen Weg. Die Todesfuge erinnert rein thematisch an dein Gedicht, die oft zitierte "schwarze Milch der Frühe" ähnelt dem schwarzen, dennoch klaren Fluss. Es gibt allerdings einen signifikanten Unterschied: Bei Celan haben wir es mit dem zu tötenden zu tun, bei dir mit dem Vollstrecker. Dies wird jedoch erst in Strophe zwei klar. Die vier ersten Verse dienen anscheinend der Vorstellung des lyrischen Ichs, dem zwar sehr undetaillierten, aber dennoch sehr bildhaften Beschreiben der Situation und der Überbringung der düsteren Atmosphäre. Die überaus ruhige Struktur der Strophen tut hierbei ihr übriges. Alles wirkt routiniert, es gibt nichts neues für unser lyrisches Ich.

      Vers 5-8 lassen den Leser erkennen, dass er es hier mit mehr als einem Opfer einer unbekannten Macht zu tun hat. Zum Teil steht ein Vollstrecker vor uns. Hierbei ist die Stelle "die Namen, derer die er sucht." überaus essentiell. Die beiden folgenden Verse bedeuten nicht mehr und nicht weniger als "Ich bin ein Auftragskiller." Im Anfang dieser Strophe verstecken sich noch weitere, durchaus nicht unwichtige Facetten: Zum einen scheint die uns unbekannte Macht eine absolute zu sein. Es ist nur von den Namen der gesuchten die Rede. Weshalb sie getötet werden sollen, scheint unwichtig. Diese bloße Willkür wird nicht hinterfragt. Abermals kommt mir die Todesfuge in den Sinn, der absolute Mörder ("der Tod ist ein Meister aus Deutschland") befiehlt im Gedicht zu sterben und so geschieht es. Zudem werden einige Charakterzüge des lyrischen Ichs deutlich:
      • Wir haben es mit einem zerstörten Menschen zu tun, ohne Identität, ohne Alternativen und mit einer höchst unmoralischen Aufgabe betraut.
      • Dennoch ist dieser Mensch nicht charakterschwach, womöglich erkennt er sein Fehlen. Die verblümte, sehr metaphorische Sprache, vorallem im Bezug auf das Mordenlässt darauf schließen, dass er seine Taten nicht gutheißt und durch geflügelte Worte in seiner Erinnerung verschlüsselt und verklärt.
      Womöglich lässt sich ein religiöser Kontext erkennen. "sie sind zum jüngsten Gericht verflucht." Eine direkte Verbindung zur christlichen Mythologie?

      Die dritte Stophe erscheint mir gänzlich anders als die ersten beiden. Das erste Wörtchen "Dort", scheint den Leser ins Geschehen miteinzubinden. Als zeige das lyrische Ich auf die Hütte, der Leser ist Mittäter. Doch von dieser Schuld entbindet der zwölfte Vers. "Dein letzter Schlaf ist meine Pflicht." Es ist nur seine Pflicht. Diese Aussage lässt wieder auf die Absolutheit des Befehlshabers schließen. Es ist Pflicht, nicht Aufgabe, nicht Wollen. Die Beschreibung der Szenerie wirkt als krasser Gegensatz zu Strophe eins. Der Himmel, nicht der Untergrund wird erwähnt; dieser ist vom Mond erleuchtet, nicht schwarz. Der Rosenhain ist Sinnbild für die Schönheit des Mädchens, das es zu töten gilt. Eine relativ abgeschmackte Metapher, aber hey, Rosen sehen nunmal super aus. =D

      In der vierten Strophe geht es jetzt richtig zur Sache. Anstelle seine Pflicht zu erfüllen, handelt das gute lyrische Ich aus Neigung und wie unser guter Herr Kant schon wusste: Das wird nichts gutes bringen. Obwohl das Mädchen nicht getötet wurde, bleibt eine absolut düstere Grundstimmung erhalten.
      "Egal wie, sterben wirst du nicht." Es scheint so, als würde es schwer werden, die Schönheit, die so unbeschreiblich zu sein scheint, dass selbst eiskalte Routine ihr nicht trotzt, am Leben zu erhalten. Und hier zeigt sich die Stärke des Mörders: Trotz seiner Vergangenheit ist er ein selbstbestimmtes, autonomes Individuum, er ist sich dessen nur nicht bewusst. Er ist zu Liebe fähig und zu Mitgefühl. Ich bin wirklich sehr gespannt wie es weiter geht. =)

      Aber nun genug der Interpretation, du kriegst jetzt noch eine kurze Kritik.

      Es ist so: In seiner formellen Einfachheit glänzt das Gedicht. Keine extravaganten Verse, keine abgedrehten Reimschemata, metrisch aalglatt. Aber vielleicht liegt genau hier das Problem. Ich liebe die Gedichte der Romantik und Sonette sind etwas wundervolles, aber diese Formen wurden schon bis zum Gehtnichtmehr ausgereizt. Sich auf die Wurzeln zu besinnen ist ja etwas schönes, aber ohne modernen Einschlag nicht wirklich überwältigend. Ich muss sagen, dass mir die Glattheit des Metrums nicht als adäquates Kriterium zur Beurteilung eines Gedichts erscheint. Viel mehr die kontrollierte Abweichung als Ausdruck des Gefühls. Aber das ist absolut subjektiv.
      Manche Wörter und Wendungen gefallen mir nicht. Die erste Strophe ist in dieser Hinsicht makellos, ich genieße sie bei jedem Durchlesen mehr. In Strophe zwei hapert es. Das Kompositum "Lebensglut" will mir nicht so recht gefallen. Was ist Glut? Das letzte Glühen der Kohlen, nachdem die lodernden Flammen vergangen sind. Das passt nicht so recht zu dem jungen Mädchen am Ende. Außerdem mag ich den Begriff einfach nicht, er klingt ein wenig gezwungen. Im achten Vers stellt sich mir außerdem die Frage, wie man zum jüngsten Tag verflucht sein kann. Dieser - glaubt man an ihn - soll uns doch alle treffen. Hier scheinst du mir einfach auf Reime aus gewesen zu sein. Strophe drei ist wiederrum sehr schön. Äußerst atmosphärisch, so wie ich es mag. =P Und bei Strophe vier hat mich eine Gänsehaut gepackt, als ich sie das erste Mal las.

      Alles in allem mag ich das Gedicht, auch wenn die zweite Strophe etwas schwächelt und die Form mir zu klar und rein erscheint. =P
      Trenne nie "st", denn es tut den beiden weh. =O

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Semishigure ()

    • Tollpatschigkeit wird man nicht von heute auf morgen los – schon gar nicht, wenn man immer noch am liebsten Löcher in die Luft starrt. Wenn da überhaupt etwas helfen kann, dann ein Stückchen Selbstironie. ;)

      Luftikus

      So blick ich heut gen Himmel,
      seh die hellen Sterne:
      Das Ziel all meiner Träume,
      bracht' ich's doch in weite Ferne.

      Vergaß die dunkle Wolke,
      die ich selbst erschaffen –
      erblindet von dem Nebel
      sind verstummt all meine Waffen.

      Nun wart ich auf die Sonne,
      einen Tag im Lichte,
      auf dass das Schicksal milde
      über meine Dummheit richte.

      (30.06.2010)

      Original-Entstehungskommentar
      Direkt des Nachts nach der Abgabe meiner Bachelorarbeit in weniger als 90 Minuten entstanden und klar von der Unzufriedenheit mit dem, was ich da über Wochen fabriziert hab, gefärbt, weil ich mit meinen Forschungen einfach nicht mehr zum Ende gekommen bin und dann gezwungen war, sozusagen etwas „Halbgares“ abzugeben. Glücklicherweise war das in erster Linie allein mein eigenes Problem, denn am Ende kam entgegen meinen Befürchtungen eine wunderbare Note dabei raus. :) Die Inspiration für das Gedicht war also eine Summe von falschen Entscheidungen und die Hoffnung, die Sauerei noch irgendwie bereinigt zu bekommen.
      Twitter | Blog (XY) | Blog (BW und früher) | Nugget Bridge | Tauschbasar | Geschreibsel | Proto-Groudon #RotFürFeuer
      gg = virtueller Handschlag get good Alola-Vulnona

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Dreykopff ()

    • Hallo Fatum,
      ich weiß, ich hatte dir schon vor Monaten einen Kommentar versprochen, doch irgendwie bin ich bisher nie dazu gekommen (was teils an der starken Begrenzung meiner Zeit lag, teils aber auch an meiner Faulheit). Doch nun, da du ein neues Gedicht veröffentlicht hast, möchte ich dir natürlich auch meine Meinung dazu mitteilen und mich auch hier noch einmal herzlich für deinen Kommentar zu meinen schrecklichen Werken bedanken. Und ja, ich habe ihn natürlich nicht vergessen, genauso wenig wie ich dein Topic hier vergessen habe.
      Soviel dazu, jetzt bin ich hier und will dich nicht lange aufhalten, sondern loslegen (aber nicht wundern, ich bewerte nur dein neuestes Werk; ich denke, du hast dich inzwischen sicherlich auch verbessert und ich fände es daher einfach sinnlos, auf die alten Zeiten zurückzublicken).

      Luftikus
      Titel
      Die Überschrift finde ich sehr ansprechend, Luftikus ist ein Wort, das für mich etwas Leichtes und Freudiges ausdrückt, vielleicht auch den Rückblick in die Tage der Kindheit. Und damit also auch auf etwas traurigere Gefühle wie zum Beispiel Sehnsucht, wenngleich man sich aber trotzdem freut, dass das Leben nun anders ist - dass man also hin und her gerissen ist.
      Hier hatte ich mich wohl mit meiner Vermutung geirrt, aber dass Luftikus etwas mit dem Wind zu tun hat, ist auch nicht schlecht (war ja eigentlich klar, nur dachte ich, dass du dies nicht so sehr ausdrücken würdest; heißt, dass ich vermutet habe, dass du nur über zurück gewehte Gedanken schreibst). Um es ganz klar zu sagen - ich finde die Art und Weise, wie du Luftikus interpretiert hast, sehr ansprechend.
      Dein Titel ist in meinen Augen eine sehr gute Wahl und lässt auf ein lockeres Gedicht schließen.

      Reime
      Das Reimschema ist sehr interessant gewählt, wirklich.
      a-b-c-b
      d-e-f-e
      So etwas habe ich bisher, muss ich zugeben, noch nie gesehen. // Hast recht, fail. oO Diese Mischung aus sich reimenden Wörtern und jenen, die dies nicht tun, ist wunderbar. Gerade dadurch hast du es geschafft, dem Leser das Thema näher zu bringen, ohne dich bei jedem Wort an einen Reim zu halten. Letztendlich war das sicherlich eine gute Entscheidung, die sich von denen anderen Autoren abhebt.
      Die Reime selbst sind ebenfalls gut gewählt, alle von ihnen reimen sich mit einem anderen Wort. Unstimmigkeiten gibt es soweit nicht unter den Reimen.

      Inhalt
      Ja, auch der Inhalt spricht mich sehr an. Ich mag Gedichte, in denen es um etwas Negatives geht, mich persönlich ziehen sie einfach mehr an als fröhliche, ich mag Friede-Freude-Eierkuchen-Werke einfach nicht. Sie sind vom Inhalt meistens gleich, es ist fast durchgehend ruhig, nur manchmal passiert vielleicht ein bisschen was, dann war's das aber auch schon wieder.
      Wovon du in deinem Gedicht sprichst - wie du also deine eigenen Gedanken wiedergibst -, finde ich bemerkenswert. Du schreibst einige Dinge nieder und machst kleine Andeutungen, doch Klartext schreibst du nicht wirklich. Doch gerade das ist es, was mir so gefällt - diese kleinen Hinweise, welche jedoch nicht eindeutig sind und so zum Nachdenken anregen.
      Die Stimmung bei deinem Gedicht ist sehr locker, wenngleich dein Thema traurig und nachdenklich ist. Du hast keine ungewöhnlichen Wörter benutzt, keine ungebräuchlichen Satzstellungen benutzt; du bist einfach in der normalen deutschen Alltagssprache geblieben, wie wir es wahrscheinlich unter uns ausdrücken würden. Ich denke, das war eine gute Idee, denn dadurch regst du zwar nicht so sehr zum Nachdenken an und das Gedicht berührt den Leser auch nicht so sehr, aber dennoch wirkt es irgendwie angenehm. Sehr interessant, was da dadurch bewirkt hast - ich weiß nicht, wie die Stimmung bei anderen Lesern ist, aber bei mir ist sie so und das finde ich wundervoll.

      Fehler
      Rechtschreibung und Grammatik sind bei dir einwandfrei gewesen, ich habe keinen einzigen Fehler gesehen. Kommt zwar häufig vor bei Gedichten, freut mich aber dennoch, dass du deine Sprache scheinbar gut geherrscht.

      Startpost
      Und zu guter Letzt kommt das Markenzeichen einer jeden Story und eines jeden Gedichtethreads - der Startpost. Jener ist bei dir meiner Meinung nach sehr kurz geraten und wirkt ohne Farbe und ohne Bilder sehr lieblos. Das liegt aber auch an der eben erwähnten Kürze, da du auf eine Danksagung, eine Widmung und auch viele weitere Dinge verzichtet hast. Schade eigentlich, ich denke, das hätte viele Leser noch sehr interessiert.
      Andererseits war es vielleicht auch deine Absicht, nicht so viel zu schreiben, sondern es nur auf die Gedichte ankommen zu lassen. Ist dies der Fall, so ist dir das - auch dank des kleinen Inhaltsverzeichnisses - gut gelungen.

      Fazit
      Dein Gedicht selbst spricht mich sehr an, man merkt, dass du großes Talent hast. Auch deine Idee hat mich sehr überrascht und der Inhalt wurde gut wiedergegeben.
      Einzig der Startpost ist nicht ganz so, wie ich ihn mir vorgestellt hätte, doch da jener nicht zu deinem Talent selbst gehört, ist er wohl nicht halb so wichtig wie deine eigentlichen Werke. Trotzdem wäre sicherlich über eine Umgestaltung nachzudenken, denn dein alter Startpost hat mir mehr gefallen.

      Liebe Grüße,
      Schäfchen

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sheep ()

    • Häufig werden Menschen von Problemen geplagt, die sie allein nicht mehr lösen können. Der scheinbar einzige noch bleibende Weg ist, sich durch Ertränken im Fluss der Vergesslichkeit von den Sorgen rein zu waschen…

      Lethe

      Lass mich noch einmal trinken von Deinem Wasser!
      Teil Deinen süßen Balsam mit mir!
      Bade mich im Segen des Vergessens!
      Lethe!
      Oh, Lethe!

      Halte mich fest, bleib bei mir!
      Trage mich in die Sphären
      für einen Augenblick!
      Bitte lass mich nicht fallen, denn
      Du bist mein – Du bist mein Lethe!
      Mein Ein und Alles!

      Dein kristallklarer Geist soll durchströmen mein Herz,
      Deine cobaltblaue Seele lindern den Schmerz.
      Gib ihn mir, den absoluten Kick –
      nur Du bist mein Ruder und mein Strick!

      Küss mich, verführ mich, füll mich ab wie'n Fass –
      heute, morgen und immer wieder!
      Meine Hand bebt und zittert,
      ich verbrenn' vor Durst nach –

      Mit Dir in meinem Blut
      lösen sie sich auf, die Sorgen.
      Liebkost vom Segen des Vergessens
      fühle ich mich wie neugeboren,
      Lethe!
      Oh, Lethe!

      Halte mich fest, mein letzter Freund,
      wenn ich an Deinen Fingern ertrink,
      in Deiner Liebe versink!
      Du bist mein Leben, bist mein Fluch!
      Du bist mein – Du bist mein –

      Nimm mich mit und zeig mir Dein Reich,
      bring mich zum Ozean und nimm mir mein Leid
      und gib mir mein Leben zurück –
      ohne…

      Bring mich weg!
      Bitte bring mich weg

      von diesem scheiß Leben!

      (5.7.-7.7.2010)

      Hintergrund
      Dies ist kein komplettes Eigenwerk, sondern eine weitestgehend strukturerhaltende Übersetzung zu einem der besten Lieder, die je geschrieben wurden: Lethe von Dark Tranquillity (erschienen auf dem Album The Gallery, 1995, Musik: Martin Henriksson, Text: Niklas Sundin). Was meine Version wohl nicht so wirklich zu erhalten scheint, ist die Interpretationsvielfalt des Originals, weil bei mir ja doch recht deutlich durchscheint, welche der Interpretationen ich favorisiere… Es ist schon eine faszinierende Idee, die Volksdroge Alkohol mit einem Fluss der griechischen Mythologie zu vergleichen, oder?
      Retrospektiver Kommentar
      Diese Übersetzung war zweifellos eines meiner schwierigsten Gedichtprojekte überhaupt. Das schlägt sich letztendlich wohl auch in dem Ergebnis wieder, denn wenn man das neben das Original legt, sieht es einfach nur wie Blasphemie aus. Nun ja, so oder so ist es ungefähr unmöglich, Gedichte überhaupt zu „übersetzen“, so wie selbst bei formlosen Übertragungen zwischen Sprachen subtile Dinge gezwungenermaßen verloren gehen oder geändert werden, nur daran denke erstmal, wenn du dir was in den Kopf gesetzt hast! So, nachdem das raus ist… Wäre schon schön, wenn ich irgendwann mal eine Übersetzung von irgendwas habe und es dabei nicht versaut wird, aber schwierig, wirklich schwierig. Da kann man eigentlich schon fast nur was nehmen, das gar nicht mal so „toll“ ist, und dann ist man gezwungen, es möglicherweise selbst zu verbessern – aber Ehre sieht anders aus, oder?

      (08.06.2014)
      Twitter | Blog (XY) | Blog (BW und früher) | Nugget Bridge | Tauschbasar | Geschreibsel | Proto-Groudon #RotFürFeuer
      gg = virtueller Handschlag get good Alola-Vulnona

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Dreykopff ()

    • So, Herr Kollege.

      Ich schreibe selbst auch Gedichte, allerdings keine Deutschen und da du ja so gerne Kommentare möchtest (naja... welcher Schreiberling nicht?), tue ich dir den Gefallen. Ob mein Kommentar irgendwie hilfreich wird, steht in den Sternen.

      Erstmal finde ich deine verwendeten Tags sehr... naja, poetisch wäre wohl kaum das richtige Wort, aber amüsant. Sehr tiefgründig gewählt, wirklich. [/ironie] Aber du wirst wahrscheinlich deine Gründe haben, vielleicht aber auch nicht, weißt wohl nur du. Nun gut.

      Ein Name fehlt bei den Gästebuchbenachrichtigungen: Meiner. Hätte nämlich auch gerne eine, wenn es weitergeht und werde sicher noch öfter hier vorbeischauen, bei den ganz bösen, tödlichen Gedichten... Den Startpost finde ich interessant, ist vielleicht nicht super hübsch, aber dafür in diesem Q & A Stil gestaltet, was man hier sonst nirgendwo sieht, ausser eben bei dir desöfteren. Außerdem ist ein Startpost bei Fanstories wichtiger als in einem Gedichtetopic, denke ich. Und das Wichtigste steht ja drin.

      Die anderen Kommentare lese ich übrigens bewusst nicht, falls ich also etwas wiederhole, was schon gesagt wurde oder jemandem komplett widerspreche, keine Absicht. Dass deine Gedichte mich etwas an Subway to Sally erinnern, habe ich ja bereits erwähnt...

      10 Worte
      Nur ein kleines Detail, aber 'zehn' sieht einfach dekorativer aus, Zahlen sind in ausgeschrieben einfach viel ansehlicher...
      Gegen Ende des Gedichts hatte ich Gänsehaut, was bei mir selten vorkommt und ein gutes Zeichen ist, dass du eben DOCH Talent hast. Aber mich überrascht das nicht, immerhin kann sasu auch Zeichnen, CPler sind eben kreativ veranlagt, offensichtlich.

      Der erste Absatz klingt nach jemandem, der das Abenteuer sucht. 'War frei von sämtlichen Wänden' weist darauf hin, und auch, dass er den Himmel in den Händen hielt. Vermutlich fühlte er sich zuhause eingesperrt (was mich wiederum an Franz Kafka 'der Aufbruch' erinnert) und wollte sein Glück woanders suchen, etwa wie Buddha... Okay, entschuldige meine seltsamen Vergleiche, aber ich will nicht nur den Inhalt wiedergeben, das bringt dir ja nichts. Außerdem bist du offen für Vergleiche und Sonstiges, also here goes. Was charakteristisch für dieses Gedicht ist, ist die Tatsache, dass du mit 'ich kannte...' beginnst. Das macht es persönlicher und weckt die Empathie, außerdem sind Wiederholungen gut für die Wiedererkennung. Der Mensch in Absatz eins scheint also aus seinem gewohnten Leben ausgebrochen zu sein, weil er da schon alles erreicht hatte, oder das jedenfalls glaubte. Er trennte sich von allem, das ihn fesselte und brach in die Welt auf... Doch ging das nicht gut, weil er keine Unterstützung und keinen Halt hat und so fand er schließlich ein unschönes Ende. Traurig, aber realistisch.
      Der zweite Absatz ist etwas ähnlich, wenn auch von einer anderen Thematik. Ein hemmungsloser Optimist, der seinen Körper wie einen Tempel behandelt und sich vollkommen vernünftig verhält - ironischerweise erwischt es diese Art Mensch oft früher. Interessant ist übrigens auch dieses Reimschema, das sich gar nicht so leicht entschlüsseln lässt. Finde es gut, dass du nicht einer von den 'Gedichte sind es nur, wenn sie sich durchgehend reimen' Typen bist, die kann ich nämlich auf den Tod nicht ausstehen. Meiner Meinung nach drücken Gedichte Gefühle aus, nicht unbedingt nur die Eigenen allerdings. Der dritte Absatz ist meiner Meinung nach der, der am meisten nahe an der Realität ist... Krieg ist schließlich jederzeit, wenn auch meist an verschiedenen Orten und diese Kriegshelden in spe gibt es auch oft genug, nur leider haben sie selten Glück. Der Abschluss ist auch Gänsehaut, allerdings auch ein wenig verwirrend, liegt wohl an mir...
      Der Erzähler liegt neben ihm, im Schützengraben? Vermutlich überall um sie herum die ermordeten Kameraden und auch für sie sieht es nicht gut aus, aber zu diesem Zeitpunkt wäre es auch gut möglich, dass sie so erkaltet sind, dass die Angst vollkommen weg ist. So gesehen, ergibt der Abschluss also auch wieder Sinn. Gut geschrieben, wirklich. Auch diese 'Trennung' zwischen Teil eins und zwei des Gedichtes und das sich wiederholende Schema der Überschrift... Das hat irgendwie Wiedererkennungswert, wie bereits erwähnt.

      Der fleischgewordene Traum
      Ha, ich habe es zusammen geschrieben, schockiert, mh? Mir war danach...
      Interessanter Text (ich brauche ein Synonym für 'interessant', vielleicht ansprechend? Aber das wäre auch nicht das Richtige... Nicht für mich Vegetarierin xp), hatte schon so eine Ahnung, dass es in diese Richtung gehen würde.
      Schreibt man 'brutzelnd' nicht mit tz, statt mit zz? Kann mich auch irren, kam mir nur komisch vor irgendwie. Buttersonne... Spielt das auf eine Pfanne an? Klingt so. Anfangs könnte man vermuten, es handele sich um eine Beschreibung des Sommers. Oberflächlich betrachtet jedenfalls. Liest man genauer, fallen einem die Beschreibungen auf, die auf Essen hindeuten, deine Wortwahl ist da auch sehr passend. 'Es kocht der Kopf, es brät das Herz' finde ich furchtbar eklig... Schaf und Wolf ist auch wieder etwas, das gerne verwendet wird. Generell ist der Text gut, aber unappetitlich, wenn man wie ich seit 12 Jahren kein Fleisch angerührt hat x_x Aber gut gemacht, deine Beschreibungen sind plastisch... Vielleicht ZU plastisch.

      Carmen Fatale I: Damnatio
      Vielleicht wäre es gut, wenn du für Lateindummchen wie mich noch eine Übersetzung dazu schreibst, muss aber natürlich nicht unbedingt sein. Die I ist mir sympathisch, das heißt, es kommt noch mehr davon, yeah.
      Latein ist schon irgendwie toll, von dem, was ich bisher kenne - das sind aber mehr so Angebersprüche à la Alea iacta est und Semper Sursum, aber immerhin. Google hilft.
      Ich lese deine Texte immer ein- zweimal durch, bevor ich sie durchdenke. Dieser hier hat mich ziemlich verwirrt. Du redest von Rettung.
      Der Erzähler ist jemand ohne Vergangenheit, oder zumindest erinnert er sich an keine, vielleicht will er das auch einfach nicht. Es ist Nacht, dunkel und ruhig...
      Dieses Buch, ist das das Buch des Tods? Möglich wäre es. Auch das Blut weist auf etwas in der Richtung hin. Zuerst dachte ich, der Mann (? wahrscheinlich jedenfalls) hat dem Tod das Buch gestohlen, um das Mädchen zu retten, aber dem Text nach bringt er sie um. Das verstehe ich nicht so ganz, was denn nun? Ist er vielleicht der Tod und etwas schizophren? Will er sie lieber selbst umbringen, als dass der Tod sie holt? Klingt etwas paranoid. Egal wie, ich werde nicht schlau aus dem Text. Wäre toll, wenn du mir etwas auf die (Gedanken-)sprünge helfen könntest, aber so oder so mochte ich es lieber als das Letzte, was aber am angenehmeren Inhalt lag. Schlecht ist es auf keinen Fall. Carmen ist auch ein Mädchenname, heißt so das Mädchen vielleicht? =/ *rätsel rät*

      Luftikus
      Oh, mal wieder etwas kürzeres. Nicht schlimm, das tut ab und zu gut.
      Mh, der Text klingt für mich nach jemandem, der eine Handlung (oder ein Ereignis, das er selbst herbeigeführt hat) bereut und nun in die Nacht starrt und darauf hofft, dass das Schicksal - sollte es soetwas denn geben - ihm hilft, oder dass er es rückgängig machen könnte. Ich schätze er hat einen Fehler begangen und ist nun weder verärgert noch traurig, sondern mehr... in Richtung Galgenhumor eingestellt, hat also eingesehen, dass er etwas Dummes getan hat und schöpft gerade etwas wie neue Hoffnung. Wahrscheinlich rede ich hier nur Schwachsinn zusammen, aber das ist auch mein zweiter Versuch, ein deutsches Gedicht zu analysieren (nach denen von Corvus Corax, der Deutschunterricht zählt nicht).

      Lethe

      Du wagst dich also an eine freie Übersetzung eines Metalsongs, mutig. Ich höre das Lied später an, im Moment geht das leider nicht, weil meine Katze mich sonst womöglich erdrosselt heute Nacht, denn sie hat extrem empfindliche Ohren, selbst für ein Samtpfötchen und schläft gerade. Also nehme ich mit deiner Version Vorlieb.
      Alkohol wird ja oft als Wundermittel angepriesen, um Dinge zu vergessen. Ob das stimmt, sei dahingestellt, aber dass er auch Balsam für die Seele sein kann, wird genauso oft erwähnt. Lethe ist übrigens irgendwie ein putziger Spitzname für etwas so gefährliches...
      Kristallklarer Geist, klingt etwas nach Bierwerbung, könnte man demnächst sicher hören. Ich mag den Vergleich zwischen Ruder und Strick, das klingt so, als ob der Alkohol den Erzähler sowohl antreibt, als auch umbringen könnte, und er das weiß. Was ihn nicht davon abbringt, von ihm abzulassen. Gegen Ende des Textes klingt es immer mehr nach einem erwünschten Selbstmord, zumindest für meine Ohren (und Augen). Der Erzähler weiß offensichtlich um die Gefahren des Alkohols, ist allerdings trotzdem bereits so verliebt (oder eben süchtig), dass er nicht mehr ablassen kann davon und lieber sein Leben aufs Spiel setzt, als dies zu tun. Viel mehr fällt mir zu diesem Text nicht ein, ausser, dass ich ihn gut finde - und mich damit wiederhole. Ich freue mich auf jeden Fall auf mehr von dir...

      Jeden der Texte fand ich auf seine Art toll, auch wenn 'der fleisch gewordene Traum' mich anwidert, aber dafür kannst du ja nichts; Lethe ist eine gelungene Übersetzung (habe das Lied mittlerweile gehört und den Text gelesen, war nur zu faul, zu editieren...) mit eigenen Ideen; Luftikus die perfekte Beschreibung eines Menschens, der etwas vergeigt hat; 10 Worte traurige Realität. Von Carmen erhoffe ich mir in II etwas Aufklärung, vielleicht ist das einfach nur nicht meine Art Gedicht, jedenfalls vom Verständnis her. Ich hoffe, ich konnte dir irgendwie weiterhelfen - und wenns nur deinem Ego als Dichter weitergeholfen hat, auch gut. xp Weiter so, du hast eine Begabung! Die solltest du ausbauen.

      Die nachtfarbene Samtpfote

    • So, bin ja letztens in den "regulären" Beiträgen weniger auf das Gesagte eingegangen, um es kurz genug zu halten und hab stattdessen notgedrungen Gästebücher benutzt... Schluss damit, meine Anmerkungen gibt's ab sofort direkt hier. So haben immerhin andere Leute auch was davon, die ähnlich denken und sich nur nicht trauen, mal das Maul aufzutun. ;D

      In Bezug auf CF1

      Corvus Corax schrieb:

      Den Jambus hast du aber gut gewählt, denn er drückt Hektik aus und ahmt sogar dem Herzschlag nach.
      1.) DEN Herzschlag bitte. ;D
      2.) Du hast eine blühende Fantasie. :P Was würd denn dann ein Trochäus nachahmen? Und Hektik... Hm ne, war eher nicht so vorgesehen, sondern einfach nur "melodisch" konsistent. Konnte mich hier nicht mit einer freieren Struktur anfreunden...

      Herzgold-Ho-Oh schrieb:

      megahammermenowinfröhlichgeil
      Ohne mich jetzt als Held feiern zu wollen, muss ich dazu trotzdem einfach nur sagen, dass dieser Emofail Traurich niemals einen derartigen Text zum Besten geben wird. Bist du hier richtig? ;D lal
      Ansonsten sind Metaphern nur Wortbilder, mit Zusammensetzungen haben die per se erstmal wenig zu tun...
      Danke jedenfalls.

      Vielen Dank für diesen Beitrag, wie auch immer ich den zurückzahlen soll. :/ (Hab gesehen, du hast ein eigenes Thema und einen Kommentar darin bin ich dir sicher auch schuldig, aber bitte schmiede keine Mordpläne, wenn er nicht ganz so gut wird.) Kann die Kritik bestätigen und in der Tat war ich sehr auf die Struktur fokussiert und hatte immer wieder Probleme, einen Reim zu finden, wodurch das so ziemlich die schwerste Geburt wurde hier... Aber wenigstens ist mein Ziel inhaltlich aufgegangen: Ihr seid verwirrt und wollt mehr. ;D

      Black Cat schrieb:

      Vielleicht wäre es gut, wenn du für Lateindummchen wie mich noch eine Übersetzung dazu schreibst, muss aber natürlich nicht unbedingt sein. [...] Du redest von Rettung.
      Wörterbücher erledigen das an meiner Stelle. Das Rätsel muss bleiben. ;D Aber Rettung? Ich hoffe, du meinst nicht den Titel; der ist eher ein Gegenteil davon. ;D

      Black Cat schrieb:

      das Buch gestohlen, um das Mädchen zu retten, aber dem Text nach bringt er sie um. Das verstehe ich nicht so ganz, was denn nun?
      Nö, sie ist noch am Leben. Warum sag ich nicht. :P

      Von daher, bezüglich der ganzen Verwirrung um den Inhalt: So verwirrend kam mir die Geschichte eigentlich gar nicht vor, aber liegt womöglich auch daran, dass sie halt auf meinen Mist gewachsen ist und daher eure Bilder benebelt, aber meine klar. ;D Ist aber gar nicht mal so schlecht, wenn so einige Sachen unklar sind, da die Fortsetzung schon in Aussicht gestellt worden ist, wo dann die Fragen nach und nach geklärt werden sollten. Das Grundlegendste werd ich aber trotzdem mal auflösen, bevor Teil 2 kommt: Der Protagonist ist der Tod, nicht mehr und nicht weniger. Auftragsmörder zwar gewissermaßen auch, aber er verstößt damit nicht gegen irgendwelche Gesetze und er hat auch nichts davon. :P

      In Bezug auf den Luftikus

      Mehrere Leute fanden den Titel einfach nur irgendwie lustig, aber wussten nicht so recht, was er genau bedeutet. Wahrscheinlich funktioniert das Gedicht auch ohne dieses Wissen (der Luftikus kriegt zusammen mit dem Himmelskörperzeug ja auch noch so einen wortspielerisch-metaphorischen Anstrich; genau deshalb hab ich ihn auch gewählt), aber ich will trotzdem betonen, dass er irgendwie schon wichtig dafür ist. Ein Luftikus ist jedenfalls ein leichtsinniger und unzuverlässiger Trottel. Sozusagen einer, der Flausen und Wolken im Kopf hat. :P Und meiner ist nebenbei noch ein Narr, aber das kam ja wenigstens gut durch, wie ich sehe.

      Atul schrieb:

      Das Reimschema ist sehr interessant gewählt, wirklich.
      a-b-c-b
      d-e-f-e
      So etwas habe ich bisher, muss ich zugeben, noch nie gesehen. Diese Mischung aus sich reimenden Wörtern und jenen, die dies nicht tun, ist wunderbar. Gerade dadurch hast du es geschafft, dem Leser das Thema näher zu bringen, ohne dich bei jedem Wort an einen Reim zu halten. Letztendlich war das sicherlich eine gute Entscheidung, die sich von denen anderen Autoren abhebt.
      Ein Stück Lob, das ich besser nicht annehmen sollte, um meine künstlerische Integrität, sofern vorhanden, zu bewahren. ;D Der a/b/c/b-Reim ist neben dem Paarreim einer der typischsten Reime der Welt; beide sind ja relativ einfach. Der große Unterschied ist lediglich, dass der a/b/c/b am häufigsten in vielen aktuellen Liedern zu finden ist, weniger in romantischer Dichtung oder solchen Sachen. Jetzt kommt nur der Trick, um eh alle zu verarschen: Man ziehe die Zeilen paarweise zusammen und schon kommt man auf den Paarreim. ;D
      Jedenfalls hab ich mich aus der Spontanität heraus für diese Form entschieden; ist von denen, die bisher hier zu lesen sind, das am schnellsten entstandene und war auch vollkommen beabsichtigt. Davor kam halt die Kritik, ich sei zu formvernarrt, von daher, wenn schon Form, brechen wir sie doch einfach mal so weit herunter, dass sie nicht all zu sehr einschränkt. Immerhin hat es mich meiner Meinung nach so weit gebracht, dass da keine gezwungenen Dinger mehr entstanden sind.


      In Bezug auf die 9+1-2+2 Worte

      Black Cat schrieb:

      Nur ein kleines Detail, aber 'zehn' sieht einfach dekorativer aus, Zahlen sind in ausgeschrieben einfach viel ansehlicher...
      Seh ich ganz klar andersrum, insbesondere wenn die Zahlen größer werden. Über die 10/zehn kann man sich da wohl noch streiten, aber hab mich dann für die 10 entschieden, um den Eyecatcher und auch den (minimalen) mathematischen Bezug zu haben. ;D Zahlen sind halt noch ein bisschen mehr als nur Wörter und die Zahl spielt hier zusätzlich eine mehr oder weniger relevante Rolle.

      Black Cat schrieb:

      Interessant ist übrigens auch dieses Reimschema, das sich gar nicht so leicht entschlüsseln lässt.
      Da du deine Eindrücke ja nun losgeworden bist, wäre es nicht mehr verwerflich, auch andere Kommentare zu lesen. Einer von denen hat das Reimschema aufgeschlüsselt. ;) ;D
      Übrigens sind das bitte keine Absätze sondern Strophen oder wenigstens Abschnitte/Teile/whatever, ist doch keine Epik hier (aber vielleicht ist's zumindest episch haha). ;D

      In Bezug auf jenen fleischigen Traum

      Black Cat schrieb:

      Der fleischgewordene Traum
      Ha, ich habe es zusammen geschrieben, schockiert, mh? Mir war danach...
      Ja, schockiert bin ich wohl. ;D In der Regel schreibt man's auch zusammen - das hab ich schon damals herausgefunden -, aber darauf hab ich hier verzichtet, weil ich nicht das blöde Sprichwort haben wollte, sondern seine nackte lexikalische Bedeutung, wie man in den Versen dann hoffentlich begreifen wird.

      Ansonsten sag ich vielleicht jetzt doch nochmal was dazu, wenn ich jemals einen ausführlicheren Kommentar dazu haben will, weil das Ding irgendwie den Leuten wohl Rätsel aufgegeben hat... Sollte es zwar, dazu steh ich, aber hat sich als Resonanzbremse herausgestellt.

      Dass man es als Vegetarier furchtbar findet, überrascht mich aber nicht. ;D Mein Grundgedanke bei der Entwicklung waren in der Tat die Vegetarier - oder besser gesagt eine gewisse Ideologie mancher Vegetarier, die ich für eher leer halte und, wie ich finde, nicht ernst zu nehmen ist, also parodiert werden darf. Nämlich wird dadurch, dass man das gute Schwein da im Regal liegen lässt, trotzdem kein Tier der Welt gerettet, sondern es werden einfach nur irgendwann mal weniger Tiere mit diesem programmierten Lebenssinn "produziert" und was bringt das? Antwort: Nichts. Außer vielleicht noch mehr Gammelfleischskandale. ;D Ich hab ja nichts gegen Tierfreunde und ich hab auch nichts gegen Leute, die nur aus dem Geschmack heraus ohne Fleisch leben, aber ich hab was dagegen, wenn das auf beschriebene Art und Weise zur Berufung und Religion gemacht wird. In dem Sinne dürfen die Leute von der PETA auch gern weiter gegen Tierquälerei demonstrieren, aber was mit dem Material auf unseren Tellern stattgefunden hat, ist ganz sicher noch weit weniger brutal als das, was bei den Tieren untereinander so geschieht, wenn die Hunger haben. Von daher, lasst uns doch mal träumen, was passieren würde, wenn die ganze Welt sich plötzlich dieser grün(feindlich)en Religion anschließen würde... :)

      Nun habt ihr den Originalinterpretationsansatz, jetzt könnt ihr das Geschreibsel endlich zerpflücken. ;D
      Ach ja, noch so ein Gedanke, der mir gerade kommt, find ich witzig: Wenn wir uns nur noch von Grünzeug ernähren würden, dann ist der Siegeszug der Gentomaten und Konsorten garantiert nicht mehr abzuwenden... Weiß ja nicht, wie die Vegetarier das sehen, aber ich will solches Reagenzglasgemüse wenn's geht lieber nicht ständig essen. :( Vielleicht hab ich deshalb in meinem Traum auch keins gezüchtet. ;D

      In Bezug auf den Lethe, wenn auch ziemlich...inhaltslos?

      Black Cat schrieb:

      Kristallklarer Geist, klingt etwas nach Bierwerbung, könnte man demnächst sicher hören.
      Von mir aus, aber den Oscar kriegt erst die Brauerei, die ihr Bier mit dem Lethe vergleicht. Wie soll man auch schöner in den Hades gebracht werden als mit einem guten Bier? ;D </Sarkasmus> Bezüglich des "Putzigen" noch: Hab bei meinen Recherchen herausgefunden, dass der Bert Brecht in einem seiner Theaterstücke auch mal einen Protagnisten hatte, der seinen Schnaps hingebungsvoll Lethe genannt hat. ;D

      Sonstiges

      Atul schrieb:

      dass du deine Sprache scheinbar gut geherrscht.
      Ich dachte bis vor Kurzem noch, du würdest eher "anscheinend" meinen, aber das scheinbar falsch benutzte "scheinbar" ist nun nicht anscheinend, sondern ganz offensichtlich doch richtig gewesen, wo mir hier jemand einen Rechtschreibfehler gefunden hat, lal...

      Black Cat schrieb:

      Erstmal finde ich deine verwendeten Tags sehr... naja, poetisch wäre wohl kaum das richtige Wort, aber amüsant. Sehr tiefgründig gewählt, wirklich. [/ironie] Aber du wirst wahrscheinlich deine Gründe haben, vielleicht aber auch nicht, weißt wohl nur du. Nun gut.
      Sag's doch, klassische Trolltags. :P Beispielsweise steht Twilight da drin, damit diese Vampire vielleicht mal in ihrer Sucht nach jenem Zeug auf mich stoßen (und, wenn es noch besser läuft, ihre Vampirromane verbrennen und nur noch mich lesen jk). Ansonsten schmeckt Bier sicher gut dazu etc. pp.

      Black Cat schrieb:

      CPler sind eben kreativ veranlagt, offensichtlich.
      Nix da. :P Wenn das wirklich alle wären, würden nicht so viele von ihnen immer dasselbe Langweilerteam spielen, nur weil's erwiesenermaßen gut funktioniert. ;D

      Black Cat schrieb:

      Ich höre das Lied später an, im Moment geht das leider nicht, weil meine Katze mich sonst womöglich erdrosselt heute Nacht, denn sie hat extrem empfindliche Ohren, selbst für ein Samtpfötchen und schläft gerade.
      Wach wird sie halt getriggert und dann spritzt das Blut aus allen Öffnungen. ;D Aber jedenfalls hab ich ja schon angedeutet, sollte man da sowieso nur reinhören, wenn man weiß, was extremer Metal ist. Auf 100 Lady-Gaga-Fans kommt vielleicht ein Schwedentodhörer und bei Tieren fang ich besser gar nicht erst an, wenn die schon bei Kiss (im negativen Sinne) durchdrehen. ;D
      (habe das Lied mittlerweile gehört und den Text gelesen, war nur zu faul, zu editieren...)
      ...und hast es trotzdem getan. :P Najo, hoffe, es wurde niemand getriggert, lal.

      Black Cat schrieb:

      Weiter so, du hast eine Begabung! Die solltest du ausbauen.
      Hab erst "abusen" gelesen. ;D




      Wann es hier mit was Neuem weiter geht, kann ich im Moment noch nicht sagen. Carmen, wie's genannt wurde, steht natürlich sowieso auf dem Plan, aber etwas auf Verlangen schreiben geht halt nicht. Das und was anderes wird schon noch kommen, aber kann nicht sagen, wann, wie, warum etc. Bis dahin ist bereits genug zum Kommentieren vorhanden, meine Guten. :P
      Twitter | Blog (XY) | Blog (BW und früher) | Nugget Bridge | Tauschbasar | Geschreibsel | Proto-Groudon #RotFürFeuer
      gg = virtueller Handschlag get good Alola-Vulnona
    • Des Nachts ruhelos? Mit perfekter Sinnes(un)schärfe? Oder einfach nur wahnsinnig? Die Lösung? Wenn die mal so einfach wäre bei einem nicht greifbaren Peiniger…

      Allein zu zweit

      Noch ahnst Du's nicht:
      Du bist allein zu zweit.
      Der Wahnsinn, der bald spricht,
      er schwebt im Raum, von Dir nicht weit.

      Verschwend nur einen Augenblick,
      verlier nur kurz die Achtsamkeit!
      Versagen wird Dir Dein Geschick
      in all der ganzen Eitelkeit.

      Komm such mich, wirst mich bloß nicht finden –
      die ganze Nacht werd ich Dich binden!

      Ich öffne Dir die Augen,
      ich bin der Unmut, der Dich tränkt,
      ich dreh an allen Schrauben,
      wenn Furcht und Zweifel Dich bedrängt.

      Im Dunkeln gewinnst Du nicht,
      im Licht hast Du schon verloren.
      Es ist der Wahnsinn, der spricht,
      im Herzen schleichend geboren.

      Der Wechsel zwischen Ruh und Lärm,
      er raubt Dir Deine letzte Kraft.
      Bin jetzt ganz nah, gleich wieder fern
      und Dein Verstand dahin gerafft.

      Komm such mich, wirst mich bloß nicht finden –
      bis morgen früh werd ich Dich schinden!

      Ich öffne Dir die Augen
      und trotzdem bleibst Du kriegesblind.
      Nichts sehend, alles glaubend
      Dein Schicksal Dich ereilt geschwind.

      Im Dunkeln gewinnst Du nicht,
      im Licht hast Du schon verloren.
      Es ist der Wahnsinn, der spricht,
      wenn Deine Sinne rumoren.

      Wenn Furcht und Zweifel Dich bedrängt,
      dann weißt Du, wer an Deinen Nerven hängt.
      Nacht für Nacht und immer weiter
      bleib ich stets Dein Wegbegleiter
      beim Aufstieg auf des Irrsinns Leiter
      und trotzdem bleibst Du kriegesblind,
      bis Dein Schicksal Dich ereilt geschwind!

      (22.-23.7.2010)

      Original-Entstehungskommentar
      Ich hatte eines Nachts ein olles scheues, flatterndes Ungeziefer in meinem Zimmer, das sich einfach nicht beseitigen ließ, weil es sich immer versteckt hat, wenn ich es gejagt hab und wieder rauskam, wenn ich's aufgegeben hab, und mir dann fast im Gesicht war. Natürlich bin ich (hoffe ich) nicht zu wahnsinnig oder sowas, aber das Drecksvieh hat mir über zwei oder drei Nächte den Nerv geraubt und daraus ist dann die Idee erwachsen, aus der Sicht von so einem „Folterknecht“ zu schreiben. Die ganzen Verswiederholungen im Text sind übrigens wohlgewollt, denn in jenen Nächten hat sich auch so Einiges blöderweise wiederholt…
      Retrospektiver Kommentar
      So von Idee und Konzept her ist es ein potenziell sehr interessantes Gedicht, wie ich finde – woran es hakt, das mag dann wohl die Umsetzung sein. Ich war etwa immer noch gar nicht mal bei mindestens zehn geschriebenen Sachen und da glaubte der Anfänger in mir aus welchem Grund auch immer, es solle sich alles reimen. Na ja. Würd ich das gleiche Gedicht heute nochmal schreiben, würd ich es damit vielleicht lockerer sehen und dann würden auch manche Formulierungen wegfallen, die mehr konstruiert oder veralbernd als bedrohlich zu wirken scheinen. Vielleicht roll ich das Ding sogar irgendwann einfach so nochmal von vorne auf, um genau das zu zeigen, aber im Moment hab ich ganz andere Pläne.

      (08.06.2014)
      Twitter | Blog (XY) | Blog (BW und früher) | Nugget Bridge | Tauschbasar | Geschreibsel | Proto-Groudon #RotFürFeuer
      gg = virtueller Handschlag get good Alola-Vulnona

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Dreykopff ()

    • Heyho,

      da dein Topic so ruhig ist, ändere ich das doch direkt mal. Erstmal zu deinem Kommentar-Kommentar. Ein Lateinwörterbuch hole ich mir nicht, wäre sinnlos weil ich das sowieso nie im Unterricht hatte oder haben werde, aber dann google ich eben demnächst. Zu dem Vegetarierthema, ich bin das seit ich 8 Jahre alt bin und keine von diesen „igitt, Fleisch!“ oder so, Jeder wie er mag, aber ich mag es nunmal nicht. Esse generell nichts tierisches, Milch nur selten, Ei nur wenn es nicht roh ist, finde das eklig. Kenne aber genug von diesen Vegetariern, die damit aufhören, sobald es zu uncool ist und hasse sie.
      Gentechnisch verändertes Gemüse würde ich aber auch nicht wollen, igitt.
      Zu den Trolltags: Word. Und okay, zumindest du und sasu seid kreativ veranlagt, andere Cpler wohl eher nicht, aber kann ja nicht jedem liegen.
      Musik kann für mich gar nicht zu laut oder zu metallastig sein, keine Sorge. Da bin ich abgehärtet und auch schon desöfteren bei Accept eingeschlafen, die ja auch etwas härter sind. Und auf dem Konzert meiner Mutter, was sie nicht so berauschend fand...
      Wenn du übrigens „abusen“ liest, obwohl es da nicht steht, solltest du dir Gedanken machen, mein Lieber. *hust*

      „Allein zu zweit“
      Bevor ich irgendetwas lese, mache ich mir gerne Gedanken zum Titel. Man ist doch nicht mehr so verliebt und wenn man zu zweit ist, fühlt man sich alleine oder wäre es zumindest gerne – eine Möglichkeit. Oder aber die romantischere Version, man ist zu zweit und sonst ist niemand in der Nähe. Da mir sonst nichts mehr einfällt, lese ich nun.
      Der Text klingt etwas nach jemandem, der dem Wahnsinn verfällt oder schizophren ist oder auch beides. Darauf komme ich weil der Sprecher sagt, man wird ihn sowieso nicht finden, auch wenn man ihn suchte, und Ähnliches. Der erste Absatz klingt auch so danach. Noch ist alles soweit in Ordnung, aber das wird sich bald ändern, unbemerkt schleicht sich der Wahnsinn ein...
      Ist ein etwas deprimierendes Gedicht, aber gut geschrieben (wie immer). Schick es mal an Bodenski, ich würde das gerne demnächst von Eric Fish gesungen hören. Das Reimschema ist ja soweit ganz normal, oder? Jedenfalls kam es mir so vor, ist wieder ein Fall von „es reimt sich nur, wenn es auch passt“, was ich ja sowieso positiv finde, wie gesagt. Keiner der Reime klingt erzwungen und der Text ist stimmig und von Subway to Sally musikalisch unterlegt wäre es absolut perfekt. ~ Könnte man aber wohl mit den meisten deiner Texte machen, und auch mit denen von Corvus Corax, am besten tut euch zusammen und bringt einen Gedichtband raus, ich würde ihn kaufen (oder geschenkt haben wollen). Mehr fällt mir im Moment nicht ein, vermutlich ist der Kommentar also für dich nutzlos, aber dein Ego freut sich wohl.

      Lasse dir Grüße da.

      Nachtkatze

    • Ich hab jetzt mal die Kommentare der anderen nicht gelesen. Ich fürchte sie könnten mich in meiner Aussage beeinflussen.

      10 Worte
      Ich denke, ich habe dieses Gedicht jetzt 5-7 mal gelesen zu verschiedenen Zeitpunkten. Und bis jetzt ist mir jedes Mal immer der gleiche Spruch in den Sinn gekommen "Sterben müssen wir alle".Die Aussage für mich ist, dass diese Menschen Ziele im Leben hatten, die sie auch ehrgeizig verfolgten. Womöglich so ehrgeizig, dass sie daneben alles andere vergaßen.Es sind so ziemlich verschiedene Ziele: materielle, immanente, bedeutende... Und eigentlich auch immer in positiven Sinne gemeint. Ziele, die lobenswert sind.
      Die Frage am Ende ist wirklich interessant. Sicher kann man sie so interpretieren, ob man schon bereit für den Tod sei, obwohl man noch nicht am Ende seiner Ziele angekommen ist. Andererseits, sehe ich die Frage auch ein wenig "spöttisch". Soll sie diesem zielstrebigen Menschen klar machen, dass er seine Zeit verschwendet hat und jetzt ist es schon zu spät? Oder will das lyrische Ich wirklich nur wissen ob man Angst hat vor dem Ende.Für mich bleibt diese Frage offen und ich denke, dass muss man doch für sich selber beantworten.Ich finde die innere Ordnung, die in dem Gedicht herrscht, sehr schön. Die drei Strophen haben den gleichen Inhalt und erzählen doch von völlig verschiedenen Menschen. Deine Wortwahl ist nicht klischeehaltig, sondern originell, jedoch auch klar. Ich persönlich bevorzuge mehr groteske Metaphern, aber das ist Geschmackssache.Der Titel lässt alles offen, macht dadurch aber auch neugierig, da man sich fragt worum es jetzt geht. Und der Rahmen, der durch den Abschluss entsteht, finde ich wirklich gelungen! Während des Gedichtes, weiß man nicht wirklich wohin es führt. Willst du uns nur zeigen, dass trotz erstrebenswerten Zielen alles schief gehen kann und man sein Leben auch leben sollte? Oder kommt am Ende ein großes Happy End?Obwohl das Ende dauernd erwähnt wird während den ersten drei Strophen, trifft einen die Frage am Ende doch überraschend und regt dadurch zum Nachdenken an.
      Okay, mir lässt dieses "Was kein Mensch zu fragen wagte" einfach keine Ruhe XD Also spreche ich es noch an. Sind die Menschen blind was den Tod angeht? Streben sie nach Zielen ohne daran zu denken, dass es irgendwannmal zu Ende ist? Vergessen sie womöglich das Leben und verleugnen dadurch den Tod? Wieso wagte es bis jetzt keiner darüber zu reden?Kritisierst du damit diese absurden Zielsetzungen, die uns völlig einvernehmen, die kleinen Dinge des Lebens vergessen lassen und auch die Fristigkeit des Lebens?
      Während des Schreibens komme ich zu dem Schluss, dass ich die Frage am Ende als "Spott" auffasse. Als ein "Was hast du nun davon, so hohe Ziele gesetzt zu haben? Sterben musst du trotzdem". Und ich glaube diese Sichtweise gefällt einem Zyniker wie mir sehr gut.

      Der Fleisch gewordene Traum
      Oh, als ich den Titel las, erhoffte ich mir ein Gedicht a la Gottfried Benn. Bisschen enttäuscht, aber hab mich schnell eingekriegt.
      Ich muss sagen, dieses Gedicht spricht mich recht wenig an. Zum Teil wird mir schlecht, denn ich vertrage den Geruch beim Braten nicht. Vielleicht ist es auch einfach nicht mein Gebiet. Nichtsdestotrotz kann ich meinen sehr guten Senf ( :D ) ja zu der äußerlichen Form und dem Stil abgeben.Es ist wirklich amüsant, wie du einen verwirrst am Anfang. Ich war auf dem besten Weg zum Strand und zu einer Anti-UV-Strahlen-Interpretation XD Die Wortwahl ist einfach vorzüglich. Die metaphorischen Elemente so auszunutzen! Vielleicht ist gerade das, das bemerkenswerte am Gedicht. Nicht die inhaltliche Aussage, sondern die Warnung, nicht jedes Wort für bare Münze zu nehmen. Vor allem nicht in Gedichten.

      Carmen Fatale I: Damnatio
      Ich habe mich verliebt! Der Tod gehört zu meinen absoluten Lieblingssymbolen.Die Sense ist mir so vertraut.
      Der schwarze Fluss, das kleine Boot sind mir zu Hause.
      Die Pflicht, die dem Tode gleich ein Fluch,verehre und vergött're ich!Nein, ich bin kein Satanist, jedoch war ich immer schon begeistert von solchen Geschichten/Gedichten/Symbolen. Der Tod, der immer als so negativ angesehen wird und diese Pflicht zu enden...Aber zurück zu deinem Gedicht ^^"Ich finde die Atmosphäre, die Worte, die Beschreibungen richtig malerisch. Deine Wortwahl bleibt beim Thema, also eher dunkle Wörter, die eine gewisse Stille beschreiben, Grausamkeit und den Tod.Auch das Mädchen stört das Bild nicht. Es verschmilzt durch das schwache Licht (obwohl es ja antithetisch wirkt) mit dem Rest der Szene.Was mir sehr gefällt ist, dass abgesehen vom Licht, auch noch der Rosenhain erwähnt wird. Da es doch Pflanzen sind und für Leben stehen, ebenso der Garten.Es werden zwei Welten erzeugt, die gegensätzlich sind und sich doch berühren. Das Ende ist sehr überraschend. Man kann ja vieles erwarten, dass ein "Held" kommt, der sie beschützen will oder das Mädchen selber um ihr Leben fleht. Vom Tod selber erwartet man so was natürlich nicht.
      Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung! Bis jetzt gehört es zu meinen Lieblingsgedichten von dir.

      Ich werde natürlich auch noch zu deinen anderen Gedichten etwas schreiben. Aber ich krieg gleich Kopfschmerzen von so viele Gedanken (hab ja noch nebenbei meine eigenen gedanken rumschwirren XD)
      [Überraschung] Immer mal was Neues zu entdecken!
      Ei[Empfehlung] Entdecke Außergewöhnliches!
      Driftlon@Jim Moriarty ist putzig!|Avatar von @Mad Max
    • Theologen streiten sich darüber, ob es in ihren Weltbildern Schutzengel gibt oder nicht. Ich sage: Es gibt sie wirklich, und zwar ganz unabhängig davon, welchen surrealen Geschichten man Glauben schenkt.



      Ein Wesen so rein, so wunderbar,
      seit ich denken kann und länger
      bist Du Kind des Himmels für mich da.

      Du hältst in Deiner starken Hand
      ein breites Schwert aus purem Gold,
      dessen Heft hinaus weist aus jedem Sturm,
      dessen Klinge die finst'ren Schatten bannt.

      Und kommt die Gefahr von allen Seiten,
      erstreckst Du Deine schützenden Schwingen
      wie einen großen Schild über meinem Körper
      und trägst mich hinfort in ruhigere Zeiten.

      Nun steh ich wieder unten auf dem Schlachtenfeld,
      Deinen weisen Rat im Herzen, brauche ich Deine Hand nicht mehr,
      aber was gäbe ich nicht alles her für Deine Wiederkehr,
      ein letztes Mal in Deinem Lichte zu erblicken diese Welt.

      So denn gehabe Dich wohl.

      (28.07., 17.-18.08.2010)



      Das merkwürdig aussehende Entstehungsdatum ist wie folgt zu erklären: Die Idee, ein derartiges Gedicht zu schreiben, hatte ich schon länger und hab am ersten dort lesbaren Tag einfach nur ein paar Formulierungen notiert und die am zweiten deutlich später noch etwas erweitert, aber an ein Ergebnis war dabei noch nicht wirklich zu denken. Die zündenden Ideen, wie ich das nun alles am besten zusammenpacke, kamen dann genau am dritten Tag; da kam dann, wenn man so will, die ganze Struktur auf einen Schlag. Ist mal wieder eine vergleichsweise freie Struktur trotzdem, aber das Wichtigste sind sowieso die Worte.

      /edit 2014: Und die Worte sind für das, was das Gedicht sein soll, perfekt. Nehme es keinem übel, wenn er das Gedicht langweilig oder generisch findet, und kitschig ist es sowieso. Jedenfalls: Ehrt die wenigen Freunde im Leben, die für einen da sind, wenn man sie braucht.
      Twitter | Blog (XY) | Blog (BW und früher) | Nugget Bridge | Tauschbasar | Geschreibsel | Proto-Groudon #RotFürFeuer
      gg = virtueller Handschlag get good Alola-Vulnona

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dreykopff ()

    • Und weiter geht’s :) Verzeih, dass es dauert, aber ich nehme mir gerne viel Zeit, wenn ich mir Gedanken zu etwas mache.

      Luftikus
      Der Titel weckt in mir die Vorstellung, dass gleich etwas witziges und einfaches kommt. Leichte lyrische Kost, so gesehen. Ich habe da einen Schmetterling im Kopf, der völlig ziellos, aber freudig, durch die Gegend flattert. Soll heißen, der Titel lädt zum Lesen ein.
      Das Gedicht wiederum ist nicht unbedingt als leichte Kost abzustempeln.
      Ich weiß nicht ob es nur mir beim Lesen so geht, aber ich finde der zweite Vers jeder Strophe, unterbricht ein wenig den Lesefluss. Das ist jetzt keinesfalls eine negative Kritik, denn dieser „Bruch“ erinnert mich an erschöpftes Atmen. Es passt super zur Thematik, da das lyrische Ich grad nach einer harten Zeit zur Ruhe kommt. Noch atmet es schwer, aber muss sich nicht mehr hetzen.
      Ich habe jetzt die ganze Zeit das Bild eines Menschen im Kopf, der einen Hügel hochgelaufen ist und nun oben steht und auf den Sonnenaufgang wartet- als eine Art „Belohnung“. Und hier wäre ich wieder beim Titel angelangt, denn das Ziel erreichen hat etwas befreiendes, erleichterndes. Man könnte wie ein Schmetterling freudig in der Gegend rumflattern :)
      Ich liebe die Wahl der versabschließenden Worte in der ersten Strophe. Sie drücken alle etwas nicht greifbares, etwas formloses aus. Man spürt die Sehnsucht des lyrischen Ich, die Hoffnung auf etwas positives.
      Die zweite Strophe dann geht in eine innere Ruhe über. Es herrscht eine gewisse Selbsteinsicht und auch der Stress (die Waffen) wird beiseite gelegt. Man wirkt mehr „besonnen“.
      Und schließlich dann die letzte Strophe. Ich mag die letzten zwei Verse. Als ob man dasteht und sich selbst belächelt, wie viel unnötigen Stress man doch sich selber bereitet hat. Das ist für mich ein absolutes Bild der Harmonie, sobald man selber so im Einklang wieder mit sich ist.

      Hab auch schon die anderen drei gelesen, werde zu Lethe bald schon etwas schreiben und zu Schutzengel möchte ich mir noch etwas Gedanken machen. Das andere Gedicht werde ich mal überspringen.
      Jetzt wollt ich mal fragen, was dir für eine Art Kritik am liebsten ist? Hörst du dir gerne Interpretationen an, soll man den Aufbau analysieren oder einfach die eigenen Eindrücke loswerden?
      [Überraschung] Immer mal was Neues zu entdecken!
      Ei[Empfehlung] Entdecke Außergewöhnliches!
      Driftlon@Jim Moriarty ist putzig!|Avatar von @Mad Max
    • Benutzer online 1

      1 Besucher