.: Tropfsteinhöhle :.

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      Es hallt ein Tropfen in der Tropfsteinhöhle.


      Willkommen ...

      ... in der Welt meiner Gedanken. Hier findest du Gedichte und kurze Erzählungen, die aus meiner Hand stammen. Ich schreibe über Dinge, die mich bewegen und mich beschäftigen. Dabei kann es um meine Umwelt handeln oder mein Innenleben. Ich stehe hinter meinen geschriebenen Worten. Sie sind mein Herz und meine Seele.

      Wenn in einer Tropfsteinhöhle ein Wassertropfen auf den Boden fällt, dann hallt sein Echo noch weit hinaus. Es wird dich niemals in der Intensität erreichen, mit der der Tropfen gen Boden geflogen ist und doch wirst du es hören.

      Inhaltsverzeichnis: Gedichte
      15.08.2010 .: (Ohne Titel) :.
      15.08.2010 .: Schlafen :.
      15.08.2010 .: Schweigen :.
      19.08.2010 .: Mensch :.
      20.08.2010 .: In der Vorlesung :.
      12.12.2010 .: Ein Ratschlag :.
      15.12.2010 .: Spielablauf :.
      04.01.2011 .: Stehst alleine :.
      13.02.2011 .: Little pet :.
      16.02.2011 .: Wieso erwecktest du Schatten? :.
      29.03.2011 .: Ich wünscht... :.
      22.06.2011 .: Nichts :.
      18.09.2011 .: Dunkle Seite :.
      11.11.2011 .: Gedanken :.
      12.04.2013 .: Ohne Musik wär ich verloren :.
      05.07.2013 .: Einfach so :.
      18.08.2013 .: Abgelaufen :.
      24.09.2014 .: Seele :.
      19.10.2014 .: Mutterliebe :.
      07.11.2014 .: Grün im Schnee :.
      11.11.2015 .: Implosion :.

      Inhaltsverzeichnis: Erzählungen
      17.08.2010 .: Vergessen :.
      02.12.2010 .: Träume süß :.
      20.12.2010 .: Weihnachtsgeschichten :.
      16.03.2012 .: Paradies :.
      20.10.2012 .: Glühwürmchen der Stille :.
      05.11.2013 .: Entscheidungen :.
      24.06.2014 .: Kommunikation :.
      03.01.2016 .: Konsequenzen :.

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    • Verfasst am:
      09. August 2009
      Beweggründe: Meine Freundin war deprimiert wegen des schlechten Wetters und den andauernden Regenfällen. Während meiner Pause in der Arbeit, habe ich ihr dann dieses Gedicht gesimst. Dementsprechend hat es keinen Titel.



      Sanft wie ein Blütenblatt,
      rein wie der Wind,
      streichelt der Regen die Sorgen dir weg.

      Denk an die Tage an denen du warst ein Kind
      und die Tränen des Himmels nahmen dir den Kummer geschwind.

      Lausche dem Klang und wasche dich rein,
      dann wirst du nicht missen der Sonne Schein.


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    • Verfasst am: Juli 2009
      Beweggründe:Kennst du das Gefühl, wenn man unendlich müde ist? Völlig erschöpft von all den Menschen um dich herum und ihren Erwartungen. Ich war einfach müde zu diesem Zeitpunkt.



      Schlafen

      Sich hinlegen und schlafen ...
      Und nie wieder erwachen.

      Die Augen schließen und träumen ...
      Und nie wieder erwachen.

      Ich möchte nicht sterben.
      Nur ewig schlafen ...


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    • Verfasst am: 10. Februar 2009
      Beweggründe: Es ist mir wieder einmal bewusst geworden, wie gerne sich Menschen aus den problemen anderer raushalten, solang es ihnen selber gut geht. Zivilcourage ist nur noch ein Wort im Duden.



      Schweigen

      Reden ist Silber, schweigen ist Gold.
      Wenn Schatten die Welt ergreifen,
      Und die Sonne blutrot über den Himmel rollt,
      Dann möchte der Mensch nichts mehr begreifen.

      Das Schicksal, der Zufall, Gott- dir bleibt die Wahl
      Beschenkte den Menschen und gab ihm ein Leben.
      Auch Gaben, die war'n der Gerechtigkeit Schall:
      Zu hören, zu sehen, zu reden und Liebe zu geben.

      Doch du schweigst, obwohl du siehst!
      Leugnest eine dieser Gaben.
      's wundert mich, dass du unter dieser Last nicht kriechst,
      Musst doch 'ne Menge Gold bei dir haben.

      Wenn du schweigst, dann hör auch nicht!
      Lass das Handeln und das Sehen!
      Nimmst ja nur das, wo du siehst Licht,
      Willst das Leben nicht verstehen.

      Alle Gaben oder keine!
      Ohne sie ist es so leicht.
      Oh Mensch, siehst du wie ich weine?
      Bleibt Gerechtigkeit denn unerreicht?

      Die Welt versinkt, es kommt der Tod,
      Was bleibt sind nur noch kalte Scherben.
      Die kantig sind, gefährlich und rot,
      Denn zu schweigen bedeutet zu sterben.

      Wenn Schatten die Welt ergreifen,
      Und die Sonne blutrot über den Himmel rollt,
      Dann möchte der Mensch nichts mehr begreifen.
      Denn reden ist Silber, schweigen ist Gold.


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    • So, dann werd ich Dir mal den ersten Kommentar reinwürgengeben zu später Stund...

      Die Verssammlung ohne Namen (hau halt noch nachträglich einen rein?)

      Ok, so ein Ding jemandem direkt from scratch zu smsen (und ich dachte immer, SMSs seien für sowas nicht geeignet), hat Klasse. Was Durchschnittsleute so hinbringen, wenn sie versuchen, sich was zusammenzureimen, muss ich Dir ja sicher nicht erzählen. Bleibt mir nur übrig, noch absolut kleinkarrierte Kritik aufzufahren, wie ich es am besten kann (lol) ;D:
      Sanft wie ein Blütenblatt,
      rein wie der Wind,
      streichelt der Regen die Sorgen dir weg.
      Reinheit hat man sicher schon mit Vielem assoziiert, aber den Wind find ich da exotisch... Vielleicht erklärst Du's mir ja eines Tages mal, was den Wind rein macht, aber im Moment wirkt es nicht auf mich. Wollte schon fast "Reim Dich oder ich fress Dich" erwähnen, aber ist es eigentlich nicht mal, weil so oder so niemand nach diesem Reim (mit Kind/geschwind) geschrien hat... Ach Mist, jetz hab ich's trotzdem erwähnt, haha. Na ja, seitdem mich einer deswegen auseinandergenommen hat (ich bin ihm sehr dankbar) bin ich auch gezeichnet davon. ;D In dem Sinne: Steh gerade auf'm Schlauch...
      Denk an die Tage an denen du warst ein Kind
      und die Tränen des Himmels nahmen dir den Kummer geschwind.

      Lausche dem Klang und wasche dich rein,
      dann wirst du nicht missen der Sonne Schein.
      Mir gefällt das "und" in der zweiten Zeile des Zitats hier nicht, würd's nur widerwillig damit lesen. ;D (Ein Füllwort, das überhaupt nichts beiträgt außer den Rest der Zeile zu entschärfen halt, obwohl der eigentlich stark sein könnte/sollte/whatever.)

      So, nun hab ich den so hart attackiert, wie es geht. Trotzdem sag ich: super Ding, ich will Dich öfter lesen! Mit seiner Bildhaftigkeit und Aussage hat der mich sofort begeistert. Eigentlich bin ich ja nicht zu sehr naturverbunden und mit meinem Leben in der Großstadt (mehr oder weniger) glücklich, aber der Regen... Jo, irgendwie hat er eine reinwaschende Wirkung. (Aber ich hasse die Sonne bzw. hohe Temperaturen lal, mich plagt die Hitze und der Winter erfrischt mich.) Ich hoffe, der Adressatin hat es auch gefallen - es muss einfach Balsam auf der Seele sein, sowas geschrieben zu bekommen. Dem Thema hat das direkt mal fünf Sterne von mir eingebracht und nun gibt es ja noch mehr...


      Schlafen

      Etwas aus der depressiv-resignativen Abteilung also... Allgemein bin ich ja kein Fan dieses Stils (weil man eben einfach nichts dadurch verbessert, dass man alles hinschmeißt), aber ich glaub, mit dem Versuch hier kann ich mich anfreuden. Nochmal kurz, prägnant (oder schwanger) und gut erschließlich (und damit ideal für so eine Uhrzeit, um's nochmal zu erwähnen lal). Und was es noch schlimmer macht, ich seh mich selbst dadrin, obwohl ich...ja wie gesagt, lol. Das ganze letzte Dreivierteljahr nur geknüppelt mit Weihnachten als einziger kurzer Pause (und die auch stressig wegen dieser Feste, die bei uns ganz sicher mehr Kommerz und Heuchelei als Liebe und Familie sind). Ist gerade mal anderthalb Stunden her, dass ich endlich meine wohlverdienten Ferien mit offenen Armen begrüßen durfte... Immer wieder kamen diese Momente der Sorte: "Ach, was denn noch alles, wird jemals wieder Ruhe sein?" Verpflichtungen über Verpflichtungen und Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten und immer wieder laufen Sachen nicht nach Plan und das macht alles nur noch härter, weil dann irgendwann auch mal die Gelassenheit flöten geht - bis dahin, dass man den Kram einfach nicht mehr sehen kann, also Gelassenheit sich in Hektik verwandelt und bei längerer Dauer schließlich in Lethargie mündet. Und dann steht man vor der kritischen Wahl, ob man wegschmeißt oder seine letzte Kraft aufwendet, um sich wenigstens hinterher zur Erholung im Reich der Träume zu verlieren, bis man die Realität endlich wieder ungenervt sehen kann. Ich hoffe, Du hast Dich für den richtigen Weg entschieden, welcher auch immer es war...
      Ok, um nochmal auf den Text zurück zu kommen, der da nun wirklich steht: dieses böse, böse "nie wieder" und "ewig"... Sag niemals nie sagt es sich eben immer so leicht, bekannte Sache. Ich sag Leuten auch immer, dass sie niemals nie sagen sollen, wenn sie es vergleichbar selbstbemitleidend übertreiben wie der Protagonist hier, aber ja, was hilft's? Es ist halt nur so, dass man in seiner Verzweiflung einfach dazu neigt, irgendwelchen Scheiß zu sagen und vielleicht auch zu denken. Ob der Held sich dann jetzt wirklich für immer, wie er sagt, abkehrt, oder ob er nach dem temporären Moment der Müdigkeit wieder zurück zum Wesentlichen findet, bleibt dann hier offen. Ich hoff es für ihn, denn alles andere wär Schwachsinn... Meine Meinung.


      Auf einen Kommentar zu Nummer 3 will ich für diese Nacht verzichten... Hab jedenfalls bereits hohe Erwartungen, nachdem ich die Einleitung gelesen hab (ich mag's halt gern gesellschaftskritisch und wie gesagt hat's gut angefangen). Wenn Du irgendwann mal so einen Abo-Service, den andere Leute hier auch haben, einrichten solltest, hau mich bitte auf die Liste.
      Ansonsten noch zum Schluss für jetzt die böse Schleichwerbung, da ich leider unter Kommentarmangel leide: Klick mal in meiner Signatur auf "Carmina Fatalia". ;) Ich halte uns für stilistisch nicht weit auseinander und es wär cool, wenn Du mit meinem Geschreibsel was anfangen könntest. Ich lass mich auch zerpflücken, weil dadurch lernt man eh am besten...

      Man liest sich(?).
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      gg = virtueller Handschlag get good Alola-Vulnona

    • Verfasst am: Winter 2008
      Beweggründe: Zu dieser Geschichte wurde ich von einem russischen Lied inspiriert. Das Lied heißt übersetzt "Puppe Mascha weine nicht" (von "Ivanuschki"). Ich habe einige Zeilen frei übersetzt und sie mit in den Text eingebaut. Jedoch sind sie nicht als Teil des textes zu sehen, sondern eher als "Hintergrundmusik" der Geschichte. Besagte Textstellen sind in [...] geschrieben.



      .: Vergessen :.

      Spoiler anzeigen
      Wasser. Wohin auch der Blick schweift. Tiefes endloses Türkis strahlt dem Himmel entgegen. Sanft, wie ein verlorenes Blatt im Wind, rauschen Klänge über die Wellen. Schon lange ist ihre Herkunft in Vergessenheit geraten und ziellos trägt der Wind sie hinaus, bis die endlosen Wellen sie verschlucken.
      Doch etwas stört das ewige Spiel der Wellen. Etwas, was nicht an diesen Ort gehört, verloren, mitten im Ozean. Bewegungslos treibt es auf der Oberfläche, völlig durchnässt und zerstört von dem Kampf von Wind und Wellen. Nur noch schwach erkennt man die vergangene Schönheit dieses seelenlosen Gegenstandes. Eine Puppe. Gewöhnlich, nicht wie diese modernen High-Tech- Puppen. Die Haare verblasst durch den grausamen Glanz der Sonne, das Kleid zerfetzt durch Fische und den Zorn der Wellen. Die Augen glasig, sie spiegeln nicht einmal den blauen Himmel wider ...
      Doch genau diese Augen erzählen eine Geschichte. Sie erzählen von der Vergangenheit einer Puppe. Einem seelenlosen Gegenstand, der keine Erinnerungen hat und doch existieren sie:

      [ Kleine Lotte weine nicht, kleine Käthe weine nicht, kleine Anna weine nicht, weine nicht, bitte weine nicht.]


      Sophie hatte rosa Bäckchen und eine süße Stupsnase. Nussbraune Locken umspielten das Gesicht. Sie hatte ein grünes Kleid an, verziert mit weißen Rüschen und Bändern. Sie saß gegenüber vom Fenster am Schrank und das Licht der Sonne reflektierte sich in ihren apfelgrünen Augen. Sophie, diesen Namen hatte sie von ihrer Besitzerin- damals einem 5- jährigen Mädchen. Marie war immer ein lebensfrohes Kind gewesen, offen für alles und etwas frech. Sie hatte genauso braune Haare wie Sophie, nur glatt und immer kurz geschnitten. An ihrem 5. Geburtstag bekam Marie Sophie geschenkt und seitdem waren sie unzertrennlich. Überall wurde Sophie mitgeschleppt. Zu Familienfeiern, am ersten Schultag, und einfach jedes Mal wenn Marie aus dem Haus ging. Nachts schlief sie mit ihr im Bett und damals, als Marie sich den Arm gebrochen hatte, hat ihr Sophie im Krankenhaus beigestanden und war immer da. Sophie war das, was jeder Erwachsene als Lieblingsspielzeug bezeichnen würde.
      Doch dann, dann blieb Sophie zu Hause. Marie nahm sie nicht mehr mit und schlief auch nicht mehr mit ihr in einem Bett. Schön und säuberlich wurde sie auf dem Regal platziert, zwischen den anderen Puppen. Seitdem starrte Sophie mit ihren Glasaugen immer nur ins Fenster gegenüber.
      Marie lag auf ihrem Bett und hörte Musik. Ihre braunen Haare lagen ausgebreitet auf dem Kissen und die dunkelgrauen Augen waren geschlossen. Plötzlich sprang sie auf und schaltete ihrem mp3-Player aus. „ Das war jetzt inspirierend. Jetzt weiß ich wie ich weitermache !“, schrie sie begeistert auf und sprang von ihrem Bett um gleich zu dem schwarzen Klavier zu laufen, das gegenüber in ihrem Zimmer stand. Schnell und geschickt bewegten sich ihre Hände über die Tasten des Klaviers und ließen eine Melodie erklingen. Eine ruhige, schöne Melodie, die doch auch etwas schwermütig war. Die Töne erzählten von der Welt, von dem Licht, der Freude und der Vergänglichkeit dieser Dinge. Von der Eigenschaft der Menschen alles zu vergessen.
      Marie war sehr begabt. Schon als kleines Kind hat sie oft Klavier gespielt. Eine Menge Preise schmückten ihr Regal. Doch nie ist Marie abgehoben. Sie war noch immer fröhlich, lebensfroh und offen. Ein Mensch, den alle liebten und respektierten.
      Doch noch hatte sie etwas der Musik zu verdanken. Bei einem Turnier vor einem Jahr traf sie ihn ...
      „Mike! Mike ist da!“, erklang Maries stimme und das Klavierspiel wurde unterbrochen. Marie hatte ihren Freund vom Fenster aus gesehen wie er gerade angekommen war und lief schnell aus dem Haus. „Hey meine Süße!“ sagte er und nahm sie sogleich in die Arme.“ Ich hab dir doch versprochen, dass ich heute komme. Schließlich ist es dein 20. Geburtstag!“, flüsterte er und küsste sie. Marie freute sich und fast schon stiegen ihr Tränen in die Augen. Mike wohnte in der Stadt und sie außerhalb. Eine Stunde lang dauerte die Fahrt und deswegen sahen sie sich nicht so oft. Doch das sollte sich bald ändern ...
      „Hast du mit deinen Eltern gesprochen“, fragte er nachdem sie sich sanft von seinen Lippen gelöst hatte.“ Ja“, lächelte sie,“ sie haben so verständnisvoll reagiert. Das hätte ich nie gedacht, aber Operation „ Umzug“ kann beginnen!“ Maries Gesicht strahlte bei dem Gedanken. Mike und sie zusammen, in einer Wohnung, keine langen Autofahrten mehr, nur sie zwei alleine.
      Marie verabschiedete sich kurz von ihren Eltern bevor sie mit Mike feiern ging. Kaum waren die zwei weg, tröpfelten die ersten Regentropfen gegen die Fensterscheiben. “Die Regenzeit beginnt schon bald“, meinte Maries Mutter zu ihrem Mann während sie das Geschirr abtrocknete. “Ja, hoffentlich erwischen wir am Umzugstag schönes Wetter. Nicht das die ganzen Möbel nass werden“, murmelte ihr Vater und paffte weiter an seiner Pfeife.

      [ Den ganzen Tag fallen schwere Regentropfen. Du sitzt hier und wartest auf sie, doch sie ist irgendwo draußen mit ihm. Die Regentropfen verdecken dir die Sicht, es ist schon dunkel und langsam gehen die Straßenlaternen an. Und sie? Sie ist noch immer nicht da und du wartest, wartest hier alleine ]


      Sämtliche Möbel waren schon in der neuen Wohnung. Seit Maries Geburtstag waren 2 Monate vergangen und es blieben nur noch Kleinigkeiten übrig. Marie summte vor sich hin während sie ihre Sachen in Kartons verstaute. „Willst du Sophie nicht mitnehmen?“, fragte ihre Mutter, die gerade reingekommen war. “Ach Mum, Sophie war zwar meine Lieblingspuppe aber in der neuen Wohnung habe ich nun wirklich keinen Platz für sie“, schüttelte Marie etwas gereizt den Kopf. Ihre Mutter seufzte und nahm Sophie vom Regal runter. Sanft strich sie ihr die feine Stauboberfläche vom Gesicht und betrachtete die Puppe. Das Apfelgrün ihrer Augen war mittlerweile nur noch ein blassgrün. Zu lange war sie der Sonne ausgesetzt gewesen. Die Mutter betrachtete ihre Tochter. Wie schnell Marie doch erwachsen geworden war. Eine junge talentierte Frau und doch schien sie ihre Kindheit endgültig hinter sich gelassen zu haben.

      [ Kleine Tanja, kleine Lola, kleine Hanna, die Kinder sind bloß größer geworden.
      Kleine Lulu, kleine Emma, kleine Maya ... wir sind ganz einfach nur alle erwachsen- also weine nicht]


      Nach 2 Stunden war alles erledigt. Marie verabschiedete sich von ihren Eltern. „Mama, jetzt wein doch nicht. Ich zieh nur um und gehe doch nicht für immer“, lachte Marie, doch auch sie hatte Tränen in den Augen. Ihr Vater konnte über so viel Gefühlsduselei nur den Kopf schütteln. „Schatz, bitte, nimm doch wenigstens Sophie mit“, bat ihre Mutter sie und drückte die Puppe in Maries Hände. Marie starrte ihre alte Freundin einen Augenblick lang an. “Na gut Mama, wenn es dich glücklich macht“, gab Marie nach. Sie gab ihren Eltern einen Kuss und ging- mit Sophie im Arm. „Nun Sophie, wollen wir ein letztes Mal noch durch die Wiesen spazieren gehen?“, schaute Marie fragend ihre Puppe an ... Sie schüttelte leicht den Kopf. “Jetzt red ich tatsächlich mit einer Puppe“, flüsterte sie und schaute etwas besorgt zum Himmel. Dicke schwarze Wolken bedeckten die Sonne und verwandelten den helllichten Tag zu einem trüben Grau.

      [ Den ganzen Tag fallen Regentropfen. Hinter dem Fenster ächzen die nassen Äste. Unaufhörlich tropft der Regen und du wirst weggegeben. Ohne zu fragen geben sie dich weg, ohne zu fragen trenne sie euch mit den eigenen Händen]


      Etwas ungestüm rauschte der Wind durch die Blätter und warnte die Waldbewohner vor dem sich nähernden Gewitter. Doch Marie fürchtete sich nicht. Langsam spazierte sie an dem Wald entlang in dem sie als Kind oft Verstecken gespielt hatte. Hier, nicht weit weg vom Waldrand, hatte ein kleiner Bach seinen Weg gefunden. Sanft zeichneten sich die ersten Regentropfen ab und bildeten kleine Wellen im fließenden Wasser. Marie ging auf die kleine Brücke, die ihr Vater dort mal gebaut hatte, damit sie nicht über den Bach springen musste. Gedankenverloren betrachtete sie ihr Spiegelbild als ein ihr bekanntes Gesicht neben ihrem auftauchte. “Mike? Nanu? Was machst du den hier? Ich dachte du arbeitest heute?“, fragte Marie verwundert, aber zugleich schmiegte sie sich an ihn. „Ich muss mit dir reden ... deswegen hab ich heut früher Schluss gemacht.“, sagte er nur. Marie fröstelte unwillkürlich und die plötzliche Kälte war nicht auf den immer stärker werdenden Regen zurückzuschließen. Mikes Stimme klang genauso düster wie der Himmel aussah. „Was ist den los? Mike, komm! Sag es mir! Ist irgendetwas passiert? „ Marie geriet in Panik und klammerte sich an Sophie, als Mike sie sanft aber beharrlich etwas von sich wegdrückte. „ Bitte Marie, hör mir zu. Ich.... ich wollte das nicht. Es ist kurz nach deinem Geburtstag passiert. Ich war nur im Baumarkt um die Tapete zu besorgen, die du wolltest. Bitte glaub mir, ich habe dagegen angekämpft, aber ... da war sie ... Emily ... eine Frau. Sie hat mir kurz geholfen die Tapete zu finden und wir kamen ins Gespräch. Glaub mir Marie, ich wollte nicht dass es passiert ... aber ich konnte meine Gefühle nicht aufhalten. Ich liebe sie ... ich liebe Emily. Marie es tut mir Leid, ich kann nicht mit dir zusammenziehen ... Verzeih mir ...“ Mike betrachtete das Mädchen vor ihm. Er war sich nicht sicher ob sie weinte, den der Regen war mittlerweile ein richtiger Wasserfall. “... eh ...“, flüsterte Marie etwas. “Was? Marie?“, fragte Mike vorsichtig nach und wollte Marie die nasse Strähne aus dem Gesicht wischen. Doch Marie klatschte seine Hand plötzlich weg und starrte ihn an: “GEH! Geh, geh geh!“ Sie fing an wild mit den Fäusten auf ihn einzuschlagen. Wütend und blind schlug sie mit Sophie auf ihn ein. Mike wich zurück. Er flüsterte noch etwas und ging. Maries Augen waren so schwarz wie der Himmel selber und sie waren gefüllt mit heißen Tränen. Sie konnte kaum noch stehen und hielt sich an dem Brückengeländer fest. Sophie hing schlaff runter und genauso wie bei ihrer Besitzerin, tropfte überall Wasser von ihr.

      [ Es regnet den ganzen Tag und du sitzt in der Ecke. Du warst ihre beste Freundin und jetzt sitzt du hier in der Ecke. Bitte, vergesst eure seelenlosen Kinderfreunde nicht! Und sie sitzt da und zwei Tränen glitzern in ihren Augen]

      Marie zitterte am ganzen Körper. Ein Spinnennetz aus Blitzen erhellte den Himmel, gefolgt von einem lauten Donnergrollen. Doch das Gewitter kümmerte Marie nicht. Sie spürte die Nässe des Regens nicht. In Marie herrschte eine andere Kälte, sie hörte ihr Herz schnell schlagen, doch sie konnte nichts fühlen. Nur die Kälte ...
      Zitternd brach sie zusammen. Jetzt wo sie alleine war, konnte sie ihren Tränen freien Lauf lassen. Laut schluchzend sank sie auf ihre Knie und stützte sich mit de Händen ab. „Warum!?“, schrie sie durch den Regen. Doch ihre Stimme brach und auch ihre Hände konnten sie nicht mehr stützen. Marie brach vollkommen auf der Brücke zusammen, dabei rutschte Sophie über den Rand der Brücke. Marie hatte nicht mehr genug Kraft um ihre Puppe fest zu halten. Sie dachte nicht daran Sophie fester mit der Hand zu umschließen. Es war ihr egal, sie lag weinend auf der Brücke und bemerkte nicht einmal wie die Puppe vom Bach weggetragen wurde. Weit weg von ihr ... weit weg von ihrem zu Hause. Und obwohl sich Marie in diesem Moment wünschte, wieder 5 Jahre alt zu sein und glücklich mit ihrer Puppe im warmen Bett zu liegen, trug das Wasser Sophie davon ... ohne Rücksicht und ohne Zögern.

      [ Kleine Lena weine nicht, kleine Lisa weine nicht, kleine Alina weine nicht, weine nicht, bitte weine nicht.]

      Langsam füllt sich ihr Körper mit Wasser und sie wird immer schwerer. Die seelenlose Puppe ohne Erinnerung, sie versinkt, versinkt in den Tiefen des Ozeans. Verschluckt von der Fülle des Lebens, genau wie die Melodie, die einst ihre Besitzerin verfasst hatte. Vergessen für immer.

      [ Kleine Sophie weine nicht, bitte weine nicht]



      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Cassandra ()

    • Die Verssammlung ohne Namen (hau halt noch nachträglich einen rein?)
      Ich ändere ungern irgendwas im nachhinein. Und der Titel eines Gedichts ist ja auch schon ein wichtiger Bestandteil. Ich würde das ganze verfälschen. In meinem Gedichtbuch steht das allerdings unter dem Titel „SMS“ (wie originell!)

      Reinheit hat man sicher schon mit vielem assoziiert, aber den Wind find ich da exotisch... vielleicht erklärst Du's mir ja eines Tages mal, was den Wind rein macht, aber im Moment wirkt es nicht auf mich.
      Wirklich? Dabei ist es für mich fast schon eine Selbstverständlichkeit XD Also, folge mir bitte in meine Gedankenwelt. Du stehst also auf einer weiten Wiese, weit weg von irgendwelchen Städten und der Moderne. Du breitest die Arme aus und das einzige was du spürst, ist der Wind, der dich umweht und umarmt. Es ist als ob er alles von dir wegfegen würde. Jeden Schmutzpartikel, jede Sorge. Er wäscht/weht dich rein.
      Abgesehen davon ist der Wind frei. Keine Ketten, keine Pflichten, nichts hält ihn. Er ist frei von derartigen Einflüssen- für mich heißt es, der Wind ist rein.

      Mir gefällt das "und" in der zweiten Zeile des Zitats hier nicht, würd's nur widerwillig damit lesen. (Ein Füllwort, das überhaupt nichts beiträgt außer den Rest der Zeile zu entschärfen halt, obwohl der eigentlich stark sein könnte/sollte/whatever.)
      Hmm.. in der Tat wirkt das fast schon störend. Ich hab mich aber so dran gewöhnt... Wie gesagt, ich ändere im nachhinein ungern etwas an meinen Gedichten. Dieses hier habe ich nun mal in aller Eile getippt. Musste in meiner pause ja auch noch was essen XD

      (Aber ich hasse die Sonne bzw. hohe Temperaturen lal, mich plagt die Hitze und der Winter erfrischt mich.)

      Da haben wir ja was gemeinsam. Ich ertrage weder Hitze noch zu viel Licht. Im Winter fühl ich mich einfach wohl.



      Schlafen


      Nochmal kurz, prägnant (oder schwanger) und gut erschließlich
      Da erinnerst du mich an was! Während meiner Abiturprüfung in Englisch, wollte ich schreiben „Dies ist sehr prägend“ und schreib tatsächlich hin „This is very pregnant“. Erst beim dritten Durchlesen ist es mir aufgefallen. Ich musste mir die Faust in den Mund stopfen um nicht loszulachen. Mich hat es vielleicht geschüttelt vor Lachen.


      Zu deiner Meinung zu dem Gedicht: Für mich waren die letzten 8-6 Jahre (du meine Güte, wie die Zeit verfliegt...) eine totale Katastrophe. Die Vorstellung, sich mal hinzulegen und einfach wirklich ewig schlafen können, ist unglaublich beruhigend. Allerdings bin ich Anti-„Scheiß-Leben-ich-schmeiß-es-hin“. Für mich gehört es zu den erbärmlichsten Dingen aufzugeben, egal wie schlimm es im Leben aussieht. Das Gedicht diente lediglich dazu diese „Erschöpftheit“ etwas auszudrücken.
    • Wie's mir halt in den Fingern juckt, da jetzt zu antworten... Na ja, dann werd ich das einfach mal mit dem indirekt versprochenen Kommentar zu Schweigen verbinden. Und an die anderen Leute hier: Kommentiert gefälligst auch mal, Mann! ;D Wir können doch nicht die Hälfte der guten Autoren mit Inaktivität abstrafen...

      Cassandra schrieb:

      Ich ändere ungern irgendwas im nachhinein. Und der Titel eines Gedichts ist ja auch schon ein wichtiger Bestandteil. Ich würde das ganze verfälschen. In meinem Gedichtbuch steht das allerdings unter dem Titel „SMS“ (wie originell!)
      Ok, is'n Argument und lässt sich nichts machen. Für den Rest siehe ein Stück weiter unten. ;D

      Cassandra schrieb:

      Wirklich? Dabei ist es für mich fast schon eine Selbstverständlichkeit XD Also, folge mir bitte in meine Gedankenwelt. Du stehst also auf einer weiten Wiese, weit weg von irgendwelchen Städten und der Moderne. Du breitest die Arme aus und das einzige was du spürst, ist der Wind, der dich umweht und umarmt. Es ist als ob er alles von dir wegfegen würde. Jeden Schmutzpartikel, jede Sorge. Er wäscht/weht dich rein.
      Abgesehen davon ist der Wind frei. Keine Ketten, keine Pflichten, nichts hält ihn. Er ist frei von derartigen Einflüssen- für mich heißt es, der Wind ist rein.
      Ah ok, danke, das erklärt so Einiges. Keine Ahnung, ob ich mit viel blühender Fantasie irgendwann mal dahin gekommen wäre, aber war halt eh 'ne lustige Zeit. Dafür hast Du die wirklich ersten, unverfärbten Gedanken gekriegt - das ist doch auch was. :P
      Hätte nach der Erklärung lediglich noch das Bein zu stellen, dass der Wind sinnigerweise dann nur rein macht, aber Freiheit IST nicht Reinheit. :P Aber ne, das ist nur meine typische Klugscheißerei, lal. In Wirklichkeit frag ich mich nur gerade, wie man das Stilmittel für diesen Kunstgriff nennt, hm... Ablehnen tu ich das garantiert nicht, wenn was bei rumkommt wie hier. Vielleicht hätt ich nur was etwas Naheliegenderes wie "frisch" oder so genommen, aber ne, das Thema ist durch. ;D

      Cassandra schrieb:

      Hmm.. in der Tat wirkt das fast schon störend. Ich hab mich aber so dran gewöhnt... Wie gesagt, ich ändere im nachhinein ungern etwas an meinen Gedichten. Dieses hier habe ich nun mal in aller Eile getippt. Musste in meiner pause ja auch noch was essen XD
      1.) Pro Essen am Arbeitsplatz, man kriegt da eh nur schmierige Tastaturen gestellt. 8)
      2.) Wie war das, Ausnahmen bestätigen die...lal

      Cassandra schrieb:

      Da haben wir ja was gemeinsam. Ich ertrage weder Hitze noch zu viel Licht. Im Winter fühl ich mich einfach wohl.
      Och, Licht geht ja noch, solang nicht irgendein Spinner einen blendet. Aber ja, ein Hoch auf den Winter... So langweilig wie die Natur hier ist, ist neuer Schnee einfach das schönste Bild, was man kostenlos haben kann - im Gegensatz zum Dasein als triefender Sack von Schweiß im Sommer (da mein bescheidenes Zimmer auch noch auf der Sonnenseite liegt...).

      Cassandra schrieb:

      Da erinnerst du mich an was! Während meiner Abiturprüfung in Englisch, wollte ich schreiben „Dies ist sehr prägend“ und schreib tatsächlich hin „This is very pregnant“. Erst beim dritten Durchlesen ist es mir aufgefallen. Ich musste mir die Faust in den Mund stopfen um nicht loszulachen. Mich hat es vielleicht geschüttelt vor Lachen.
      Haha, episch. Und jetzt erinnerst Du mich auch woran, ebenfalls Englisch-Abi: Der Text, den ich da bearbeitet hab, war der absolute Börner. Da hat so ein Typ sich ziemlich sarkastisch gefärbt und mit gutem Slang über die jüngste Haushalts- und Lebensmitteltechnik lustig gemacht (bspw. DVD im Auto für den FAHRER, selbstwärmenden Kaffee und intelligente Katzenroboter, die alles machen, außer sich, wie geschrieben, einem ans Bein zu schmiegen lol). Zum Glück saßen Leute zig Meter auseinander, sonst hätte ich vielleicht noch jemanden belästigt und wär mit 0 Punkten nach Hause gewandert. Ich hab den Namen leider vergessen, sonst hätt ich den jetzt gegooglet, lol. Und das Ende vom Lied ist, dass ich die Option hab, in Zukunft solchen Scheiß selbst beruflich zu entwickeln, lol. Tjo, die Maschine ist jetzt der beste Freund des Menschen; tschüß Köter, war nett mit Dir, der Chinese von nebenan ist jetzt Dein neues Zuhause usw. ;D jk

      Cassandra schrieb:

      Zu deiner Meinung zu dem Gedicht: Für mich waren die letzten 8-6 Jahre (du meine Güte, wie die Zeit verfliegt...) eine totale Katastrophe. Die Vorstellung, sich mal hinzulegen und einfach wirklich ewig schlafen können, ist unglaublich beruhigend. Allerdings bin ich Anti-„Scheiß-Leben-ich-schmeiß-es-hin“. Für mich gehört es zu den erbärmlichsten Dingen aufzugeben, egal wie schlimm es im Leben aussieht. Das Gedicht diente lediglich dazu diese „Erschöpftheit“ etwas auszudrücken.
      "Wheel of time, it keeps on spinning"... Was vor 6 Jahren so genau abging, ist meine Erinnerung zwar längst schon wieder im Detail los, aber ja, man wird ein alter Sack und schon wieder ist ein Jahr ins Land gegangen, lol. War gestern Weihnachten oder doch Ostern?
      Aber ansonsten +1 bezüglich Hinschmeißmeinung. Ich seh's vollkommen genau so - darauf wollt ich ja hinaus. Es gibt nur leider viele Leute, die eher nicht die Nerven haben, nach Niederlagen wieder aufzustehen (und insbesondere stärker aufzustehen), das ist dann halt einfach schade. Aber letztendlich halte ich mich immer an jene mehr oder weniger frei interpretierbaren Worte, und reiche diese so auch gern weiter: "Tu das Richtige." ;D

      So, das war der Smalltalk, wtf. So gute Dialoge hab ich zumindest nicht oft hier im WWW, wo man sich ja sonst, wenn man schon mal ins direkte Gespräch kommt statt nur egoistisch seinen Punkt in den Wind (;D) zu pusten, ständig nur daran ist, sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen, bis ein Dritter von höherer Macht den Strich unter einem offenen Argument ritzt. Aber na ja, irgendwie wär es auch langweilig ohne den Scheiß. Und Frieden ist Krieg. ;D Nun also zu dem ersten längeren Gedicht, das mir, vorweg gesagt, wirklich sehr viel Spaß macht.

      __________________________________________ (Hm, ist hier besagter "Strich"?)

      Cassandra schrieb:

      Schweigen

      Reden ist Silber, schweigen ist Gold.
      Wenn Schatten die Welt ergreifen,
      Und die Sonne blutrot über den Himmel rollt,
      Dann möchte der Mensch nichts mehr begreifen.
      Ein Einstieg zum Töten, nicht mehr und nicht weniger. Diese rollende Sonne hat mich sofort überrolltin ihren Bann gezogen und wird vom Kontext wunderbar begünstigt. Eine apokalyptische Atmosphäre und der Mensch versteht plötzlich die Welt nicht mehr - obwohl er daran nicht mal ganz unschuldig sein muss, aber so oder so einfach nicht die blutige Sonne augenzwinkernd begrüßen will. Es ist die Burg des Egoismus, die zugrunde geht, und wahr haben will er's nicht. Ich liebe es.
      Trotzdem kurz mal meckern: Schweigen groß, ist hier 'ne Substantivierung. :P

      Das Schicksal, der Zufall, Gott- dir bleibt die Wahl
      Beschenkte den Menschen und gab ihm ein Leben.
      Auch Gaben, die war'n der Gerechtigkeit Schall:
      Zu hören, zu sehen, zu reden und Liebe zu geben.
      Und wie es sich für ein gutes Gedicht gehört, ist nach einem solchen Anfang nicht Sense, sondern es geht munter weiter - auch diese Strophe begeistert mich seit erstem Lesen vollen Herzens! :) Besonderen Charme hatte diesmal natürlich die erste Zeile; man muss sich ja nur über meinem Namen im Klaren sein. ;D Ich bin das Schicksal, manche nennen mich lieber Zufall, um nur den Namen nicht zu sagen, und auch Gegner haben mich schon in den Gottesstand erhoben. </Trollscheiß> Spaß beiseite, auch unabhängig von dieser zufälligen/schicksalbedingten/gottgegebenen ;D Wortspielerei find ich das gut, weil es wirklich alle Leute unter einen Hut bringt: Christen, Juden, Atheisten, Fatalisten, ... Passt gut zu meiner Ansicht, dass grundsätzlich einfach jeder Mensch erstmal nur als Mensch zu betrachten ist, unabhängig davon, wo er so reingeboren und geprägt wurde. Jo, und dann mit den Gaben noch eine weitere Aufzählung, weil es so schön war lal. Ach, der Vierer rockt einfach, da verzeih ich diesen unreinen Reim natürlich auch ohne auch nur daran zu denken, den anzukreiden. Die Worte wirken auf mich und damit ist das Ding wie so oft durch. ;D

      Doch du schweigst, obwohl du siehst!
      Leugnest eine dieser Gaben.
      's wundert mich, dass du unter dieser Last nicht kriechst,
      Musst doch 'ne Menge Gold bei dir haben.
      Mich macht es allein fertig, hier zu kommentieren, verdammt! ;D Auch diese Strophe bereitet mir nicht weniger Freude, zu lesen. (Aber nicht, weil ich das, was angeprangert wird, toll finde, sondern weil ich's auch scheiße finde und mich einfach nur von einer sehr ansprechenden Wortwahl verstanden fühle, natürlich.) Ok, Schweigen ist Gold, er schweigt, also hat er Gold, das Gold ist knapp doppelt so schwer wie das Silber wäre (danke Wikipedia lal), aber er freut sich erstmal über diesen grenzenlosesten Reichtum. Irgendwann schwimmt er halt nur nicht mehr darin wie der gute Dagobert Duck, sondern ertrinkt drin, weil er einfach nicht dran denkt, sich auch nur einen Kilo davon "wegzureden", eh die ganzen falschen Freunde antanzen und auch vom Kuchen essen wollen, bevor er austrocknet und angammelt. (Ok, das wird jetzt langsam Spinnerei, die ich da nicht ernsthaft interpretiere, aber die auch iwie wahr ist, lal.) In dem Sinne: Noch kriecht er nicht, aber er wird sich spätestens in seinen Graben verkriechen, sobald die Sonne sich nähert...

      Wenn du schweigst, dann hör auch nicht!
      Lass das Handeln und das Sehen!
      Nimmst ja nur das, wo du siehst Licht,
      Willst das Leben nicht verstehen.
      Ok, Erholung. ;D Immer noch eine wirklich starke Strophe, aber fällt gegen die vorherigen drei ein Stückchen ab. Hoffe, das ist in Ordnung für Dich? ;D
      Das Licht nur aufzusaugen ohne es abzugeben... Passt gut. Ein erfülltes Leben besteht aus Geben und Nehmen und würd er sich daran halten, würd er auch nicht das jüngste Gericht (eher ohne religiösen Kontext gemeint bei mir, brennender Himmel ftw einfach lal) in Form der Sonne an der Türe stehen haben, weil eben nur das Unrecht derart bestraft wird und der Rest verschont bleibt (Mist, jetzt hab ich ja doch den religiösen Kontext...na ja, für Metaphern ist Religion nicht abzulehnen, sehen wir's ein). Na, wie wird er sich entscheiden?

      Alle Gaben oder keine!
      Ohne sie ist es so leicht.
      Oh Mensch, siehst du wie ich weine?
      Bleibt Gerechtigkeit denn unerreicht?
      Ok, ich hab das Gefühl, den Teil hab ich dadrüber schon unbewusst mitkommentiert.

      Die Welt versinkt, es kommt der Tod,
      Was bleibt sind nur noch kalte Scherben.
      Die kantig sind, gefährlich und rot,
      Denn zu schweigen bedeutet zu sterben.
      Eeks, hier wirklich ein erster Schönheitsfehler imho. :( Ein Reim auf Kosten einer klaren Abschwächung leider. Kantig nach gefährlich steigt an, fällt zu rot aber gehörig wieder ab, wie ich finde. Besser kann ich's im Moment leider nicht, aber das wird ja sicher auch in Ordnung sein, da eh nichts mehr geändert wird (und ich würd's diesmal auch nicht ändern wollen - zumindest nicht wenn's so teuer ist, wie ich denke).
      Und inhaltlich jo, das führt immer noch den Faden fort, den ich weiter oben gesponnen hab.

      Wenn Schatten die Welt ergreifen,
      Und die Sonne blutrot über den Himmel rollt,
      Dann möchte der Mensch nichts mehr begreifen.
      Denn reden ist Silber, schweigen ist Gold.
      Und so schließt sich der Kreis (oder anders, aber eigentlich nicht gemeint: "Die Sonne hat die Erde einmal umrundet und Kopernikus/Galilei sind idiotische Blasphemisten" </Kirche in Renaissance und Mittelalter>). Hat absolut Style, den Anfang nochmal zu referenzieren und dabei leicht abzuändern. Insbesondere, da ich den Anfang ja schon so gut fand. ;D Von daher perfekter Start, perfektes Ende.

      Fazit: Die beiden Kurzen fand ich ja bekanntlich auch schon sehr gut, aber das Lange hier...es ist echt einer meiner Lieblinge geworden, meinen nicht vorhandenen Hut gezogen (und weggeworfen, bäh) dafür. Bleibt mir dann nur noch zu sagen: Ich will mit meiner Begeisterung keine unnötige Schuld auf mich geladen haben. Ich werde Dich in Zukunft ganz sicher nicht daran messen. Ich nenn solche Leute, die Künstler stets an ihren besten Werken messen und den Rest diskriminieren ("Wozu einen kleinen Finger, wenn man die ganze Hand haben kann?"), einfach Nörgler und die begegnen einem immer wieder, wo man auch hinsieht, leider. Jedenfalls freu ich mich schon auf das Nächste, das kommt, was auch immer es sein wird. :) Und rufe außerdem hiermit die Leute nochmal auf, eben dieses ganze Drecksgold mal kurz beiseite zu legen, das sie am Ansammeln sind aufs Thema bezogen hier. ;D Kann doch nicht sein, dass nur ich das cool finde hier.

      /edit: Jawoll, wie ihm halt nachträglich nochwas einfällt, das auch nicht ganz uninteressant ist... Die Eitelkeit des Goldes. Ich liebe Eitelkeit in der Kunst. ;D
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    • Verfasst am: 20. März 2009
      Beweggründe: Ich rede nicht darüber. Gefühle, Liebe, Schmerz, Chaos. Wer schon mal sowas fühlte, wird es verstehen.



      Mensch

      Oh, sieh die Blümchen blüh'n!
      In aller Farben Pracht.
      Kannst du das Glück erfühl'n?

      Mein Herz es schlägt so schnell.
      Macht Bum Bum Bum Bum Bum.
      Ein Schrei bricht leis aus meiner Kehl’.

      Die Brust zerspringt, sie kann nicht mehr!
      Die Luft heraus, ich brech' zusammen.
      Mein’ Kopf hältst du ganz unter Wasser.

      Wo ist geblieben mein Gewissen?
      Verwirrt, ertrunken die Moral.
      Die Standhaftigkeit im Meer verschwunden.

      Ein Blick von dir reicht völlig aus.
      Schon lieg' ich aufm Boden.
      Der Kopf dumpf gegen kalten Stein.

      Schon kommt der Schmerz von allen Seiten,
      doch lang dauert's nicht, ich tapp im Nebel,
      Der Schmerz wird grau, wird zur Betäubung.

      Jetzt glaub' ich gar ich fühle Liebe!
      Der Trug verschleiert dicht vom Nebel.
      Ich bin entzückt, ich glaub ich schwebe.

      Schon hat mich dieses Glück erfasst,
      So süßlich, bitter hältst mich fest!
      Gesogen werd' ich in den Strudel.

      Die Kraft sie reißt mich hin und her.
      Geschleudert werd' ich gegen die Momente.
      Ich merke nichts, mein Kopf ist wirr.

      Verblute an zärtlichen Wunden.
      Zerstörte Seele, zu stark erschüttert.
      Die Liebe ist es wert zu sterben (?)

      Oh Scham erfasst mich, welch Verleumdung!
      Die Liebe ist doch ganz unschuldig.
      Es ist der Mensch, der doch nie standhält.

      Man liebt, man hasst, man wird verzweifelt.
      Man hofft, man traut, man will verletzen.
      Ich glaube gar ich bin ein Mensch.

      Kaputt, verschandelt und missbraucht.
      Verletzt, geliebt und oft verzweifelt.
      Ein Häufchen Elend bin ich - Mensch.

      Ich bin ein Mensch, der liebt.


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    • Verfasst am: November 2009
      Beweggründe: Dieses Gedicht ist wirklich aus purer Langweile entstanden. Meine Freundin und ich hatten gemeinsam eine Vorlesung besucht und die war... nun ja. Was erwartet man in einem Saal mit 500 Leuten? Meine Freundin also, hat sich einfach mal hingelegt und gedöst. Das hat mich "inspiriert".



      In der Vorlesung

      "Wenn alles schläft und einer spricht,
      dann nennt man sowas Unterricht!"
      Er spricht da vorne, deutlich, klar;
      Sie träumt hier hinten, bleibt gern ein Narr.
      Er holt kaum Luft, will alles sagen;
      Sie atmet ruhig, lässt sich von Wolken tragen.
      Er teilt sein Wissen, jetzt! Sofort!
      Sie will's gern missen, schwebt in Gedanken fort.
      Er macht kaum Pause, will so viel schaffen;
      Sie macht 'ne lange, würd eh nichts raffen.
      So läuft's die neunzig Minuten ab,
      Und der Prof macht gar nicht schlapp.
      Was soll man da auch großartig machen?
      So lasst die Studentin in der Vorlesung schlafen.


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    • [tabmenu][tab=ハイサイ]Guten Morgen… ich habe dein Gedichttopic schon eine Weile lang beobachtet. Fatum hat mich dann nochmal extra drauf angewiesen, aber gut. Einen Kommentar hätte ich eh geschrieben, jedoch komme ich heute nur zu einem Gedicht, verzeihe. Wenn du magst, kannst du beizeiten auch mal bei mir vorbeischauen. ^^ Einfach auf das Bild in meiner Signatur mit der Bezeichnung „My Poetry“ klicken und du wirst in meiner Sammlung landen. Würde mich freuen. (:
      [tab=解析]Schlafen

      Ein zweideutiger Titel lol, aber man weiß natürlich sofort, worauf du dich beziehst. Passend ist er, was soll ich anderes sagen huh…

      Sich hinlegen und schlafen...
      Und nie wieder erwachen.

      Die Augen schließen und träumen...
      Und nie wieder erwachen.


      Ich steige mal direkt mit den beiden ein, weil ich da einen interessanten Bezug entdeckt habe. Okay, du fängst also direkt mit dem Geschehen an. Wenn man schlafen möchte, dann ist der erste Schritt meistens (Ich gehe jetzt nicht von irgendwelchen Besoffenen oder müden Schülern usw. aus) das Hinlegen. Danach hast du aber eine interessante… ich nenne es mal „Verdrehung“ in deinem Gedicht. Nach dem Hinlegen erzählst du also direkt schon vom „Schlafen“. Doch nach dem „Hinlegen“ müsste doch eigentlich zuerst das in Strophe zwei erwähnte „Augen schließen kommen“. Denn wenn man sich hinlegt und schon schläft, kann man normalerweise nicht nochmals die Augen schließen. Das „Schlafen“ und das „Augen schließen“ wurde hier also verdreht, denn meiner Meinung nach legt man sich zuerst hin, schließt dann die Augen, schläft danach ein und landet anschließend in einem schönen Traum. Zuerst fand ich die Verdrehung etwas unpraktisch, doch im Nachhinein ist diese Verdrehung vielleicht auch irgendwo sinnvoll. Einerseits würde mir da einfallen, dass wenn man müde ist man eh nicht mehr klar denken kann und somit Verwirrung gezeigt werden soll, andererseits vielleicht die Betonung sofort auf „schlafen“. Hm, weiß ich nicht. Ist jedenfalls eine sehr interessante Anwendung. Und nach den ersten Versen der jeweiligen Strophe sind also Auslassungspunkte zu sehen. Ein weiteres Indiz also für mein Gedachtes. Eine absichtliche Auslassung von irgendwas, was ebenfalls zum Nachdenken anregt, wiederrum passend mit der Verdrehung. Ansonsten natürlich noch die Anapher(?), welches das „nie mehr erwachen“ stark hervorhebt. Ja, sowas kenne ich übrigens. Wenn man einen schlimmen Tag hatte oder eine „Null-Bock-Phase“, so will man auch einfach nur schlafen und nicht mehr aufwachen, denn nur in den Träumen ist alles möglich und man kann auch meist nur dort die eigentliche Welt vergessen. Sterben will man aber nicht, was nun in der letzten Strophe angedeutet wird.

      Ich möchte nicht sterben.
      Nur ewig schlafen...


      Ja, wer will sein Leben schon beenden, wenn man schlafen kann? Denn wenn der Tod kommt, ist es nicht sicher, ob man träumen kann. Und ich denke dem Erzähler hier ist das Träumen beim Schlafen sehr wichtig. Vielleicht will er auch irgendwann wieder aufwachen, auch wenn er „ewig“ und „nie“ sagt. Sehr starke Worte, die aber oft von der Gesellschaft nicht eingehalten werden, wie wir alle wissen. Hier aber diesmal die Auslassungspunkte am Ende und nicht im praktisch ersten Vers. Klar, man fragt sich natürlich was folgt. Schläft der nun, oder nicht? Das ist wohl die Absicht darüber nachzudenken. Hm, viel mehr fällt mir auch gar nicht ein, entschuldige.

      Das Gedicht ist vom Aufbau her wirklich sehr interessant. Auch der Inhalt spricht mich selber an, weil ich auch oft einfach nur schlafen möchte, lange schlafen. (Ein Glück ist bald Wochenende). Vielleicht hätte man an der ein oder anderen Stelle noch mehr erläutern können, beispielsweise warum er schlafen möchte oder wovon er träumen mag, jedoch finde ich das auf den ersten Blick einfache Gedicht äußerst ansprechend.

      [tab=さいなら]Ich denke, ich werde öfters mal vorbeischauen und kommentieren. Vorbeischauen tu ich sowieso immer. Entschuldige meinen kurzen Kommentar, ich hoffe, er hat dich dennoch gefreut. Deine Gedichte sind allesamt auf ihre Art einzigartig, mal sehen, ob wir uns im Profi Bereich wieder sehen werden. (:

      ~ der Rabe

      [/tabmenu]

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    • Beitrag wurde über mehrere Tage (oder soll ich sagen Nächte) verteilt zusammengepanscht, daher irgendwelche unlogischen/widersprüchlichen Inhalte möglich. Wer Fehler findet, fehlet Finder. ;D Und was zum Geier, ich wollte den eigentlich früher posten als zu dieser irrwitzigen Zeit jetzt... Na ja, wurd mal wieder aufgehalten, nix zu machen. .-.


      =========================================================================


      Jo 'sandra ;D, hoffe Du hattest einen guten Urlaub. :P Hab leider keine Ahnung, was ich jetzt noch gegen die Faulheit der Leute machen soll, aber na ja, dann kommentier ich halt selbst mal wieder, hätt es sowieso irgendwann getan. Ohne meine Erlaubnis verhungerst Du hier nicht. :P ;D

      Mensch

      Wie ich da halt erstmal an den Grönemeyer denke, lol. Ach, wie ich den guten alten Sack bei sonem Matschbirnenscheiß wie Gaga, Ca$ha & Friends in den Charts echt vermisse... Damals konnte man wenigstens noch halbwegs Radio hören und der KNuschelrocker hat auch recht nette Texte am Start gehabt, wenn man sich mal dafür begeistern konnte, die zu verstehen. Ok, zurück zu Dir jetzt. ;D

      Hm, ich sehe, Du scheinst es auch zu bevorzugen, Dich stilistisch vielseitig auszutoben - find ich gut. :) Nachdem die ersten eher ernst rüberkamen, fand ich das hier eher lustig. ;D Hm, ich schau zwar so gut wie keine Animes, aber irgendwie hab ich so einen typischen gezeichneten Quatschkopp da als Sprecher im Sinn, lal, insbesondere da die ja so gern bei jeder Gelegenheit ihr Gesicht in abnormale Dimensionen verziehen oder eben Kopf meets Boden/Wand/Tisch/whatever. ;D Warum nicht?

      Dann hab ich auch mal das Versmaß angeschaut und bin so weit gekommen, dass bestimmte Regelmäßigkeiten wohl zufällig sein dürften, so ähnlich wie ich manchmal unreine Reime finde und manchmal eben keine. Ich folger draus: Fatum, Du blöder Depp, schau auf die Wortwahl, Mann! ;D

      Jo, und die Wortwahl find ich wieder sehr gut, da auch wieder sehr bildlich gehalten, bis hin zu so absurden Kompositionen wie "Der Trug verschleiert dicht vom Nebel" beispielsweise... Weiß gerade nicht, wie man das Stilmittel nochmal nennt, aber hat irgendwie so einen Hauch "doppelte Verneinung". Wir verschleiern den Trug, in anderen Worten den Schleier. Und was es noch lustiger macht, ist die Tatsache, dass ich im Moment glaube, das genau wie die (lateinische) doppelte Verneinung deuten zu können, nämlich aufhebend. Das nehm ich daher, dass der lustige Narr direkt ab der nächsten Strophe anfängt, sich glasklar zu erklären, was eigentlich los ist, nachdem er davor noch irgendwie seine sonstwo verstreuten Sinne in allen Ecken zusammensuchen musste. ;D Insbesondere nähert er sich dann auch so langsam jener ultimativen Folgerung der ganzen Geschichte. Von daher wie gesagt, ICH sage der Schleier wird durch den Schleier aufgehoben, so krank das auch klingt. Noch weiter kann ich's damit begründen, dass wir hier inhaltlich generell eine wilde, physikalisch nicht begründbare Reise durch die Welten haben, sprich, erst sind wir mit dem Kopf im Nass, dann gleich im Meer, bald im Nebel und dann direkt drüber, in der Luft, und für den letzten Teil in der nicht ganz so materialisierbaren Welt der Gefühle. ;) In dem Sinne: Wenn Du Dir das gar nicht so gedacht hast, wie ich's jetzt gesehen hab - es scheint trotzdem zu funktionieren, oder? ;D
      Könnte jetzt noch andere Stellen ausschlachten, aber na ja, wann werd ich dann fertig? :P Von daher entweder die faulen Säcke - sollten sie irgendwann mal aus ihrem Sommerschlaf erwachen, lal - oder privat. Ansonsten noch ein bisschen Rechtschreibung und Zeichensetzung... Reißen und stellenweise vermiss ich ein paar Kommas. ;)

      Ach stimmt, einen Punkt zum Meckern *hust* hab ich ja doch mal hier: Kann natürlich sein, dass das durch die Auswahl jetzt purer Zufall ist, aber die vier (bzw. drei) hatten jetzt alle nur jeweils ein Wort als Titel mit Bedeutungen, die schon sehr allgemein sind, also erstens auf den Inhalt des jeweiligen Gedichts so gut wie keinen Hinweis geben und zweitens eben weil sie so eigentlich triviale Wörter sind, auch nicht wirklich charakteristische Wörter/Worte (ja, geht beides hier) für die Gedichte sind, obwohl sie dennoch charakteristische Worter/Wörte (ups) für sie sind. ;D Was ich sagen will: Sie spielen ganz gewiss eine zentrale Rolle, aber sie sind nichts wirklich Typisches und könnten potenziell überall wieder auftauchen. Find ich ein bisschen schade, aber ist halt auch meine persönliche Meinung. Ich steh eben auf catchy Titel, also solche mit Widerhaken, die sich einem mal eben am Cortex festklammern. ;D Das schaffen diese sehr einfachen Titel leider nicht; die sind nach dem Lesen wieder weg. :( Ist aber wirklich nur ein geringfügiger Punkt und letztendlich musst Du's ja eh selbst wissen, was Dir am meisten zusagt. Dass Du hervorragende Gedichte schreiben kannst, hast Du mit dem Menschen einmal mehr bestätigt und ich kann mich nur damit wiederholen, dass ich großen Spaß dran hab, hier zu lesen und darüber zu reflektieren; es sind magische Worte. Weiter so! :)


      Ach halt, gibt ja wieder noch eins... Sama, reiß ich diesen total lahmen Witz neuerdings in jedem Beitrag? Das ist ungefähr so lustig wie Bart Simpson, der jeden Tag mehrfach die Tafel mit irgendeinem Mist, an den er sich sowieso nicht hält, vollkritzelt. Aber Ironischerweise bricht der Titel auch mit der gerade festgestellten "Tradition" - win. ;D


      In der Vorlesung

      Jo, wer zum Lachen in den Keller geht, muss halt hoffen, dass der seinige nicht überflutet ist, ne... Das ist ja ein ganz offensichtlicher Verarschungsreim. Ob Schüler oder "dumme" Erwachsene damit was anfangen können, kann ich leider nicht beurteilen, aber weil ich selbst Studi bin, versteh ich's natürlich, lal. (Wär echt schade, wenn's Nichtstudis nicht verstehen...lol.) Ich werd mich aber davor hüten, die Studizeit als beste Zeit des Lebens zu bezeichnen, lal... Hat nur superidiotische Klischees, aber manchmal vermiss ich echt die Schulzeit, weil da Gammeln ein bisschen leichter war. ;D Na gut, dann mal rein in die Massenschlägerei hier...

      Ersten beiden Verse rocken. Wär imo auch 'ne Überlegung wert gewesen, die wahlweise ans Ende zu verlegen oder auch zu wiederholen, weil die halt catchy sind (und gerade am Ende ist's immer gut, etwas zu haben, das in den Köpfen bleibt). Aber jo, am Anfang ist's eigentlich auch nicht schlechter. So hat man sich zumindest direkt die Aufmerksamkeit des Lesers erschlichenverdient. ;D

      Ok, was mich seit dem ersten Lesen schon etwas stört, ist der Narr in Vers 4, wenn auch nur minimal. Ein Narr ist wahlweise ein königlicher Clown im Mittelalter mit Meinungsfreiheit (hier eher auszuschließen) oder ein Trottel. Magst Du einfach nur Deine Freundin nicht oder ist direkt mal ein Großteil der Studentenschaft ein Volk von Pennern und welche wie Du immer wach? ;D Ding is nur, was sind die Leute, die gar nicht erst zur Vorlesung hingehen dann? Entweder sind die nach dieser Logik extrem dumm oder sie sind zu schlau um wahr zu sein - ist aus dem Gedicht nicht herzuleiten, was nun davon. Ich find halt nur, dass es alles Kwatch mit calter Sauke ist. ;D Es gibt halt Leute, denen sind die Vorlesungen in der Tat sowas von latte und trotzdem schreiben die teils am Ende 'ne glatte 1, wenn die halt so gut sind - und andere, die kaum mal einpennen und sich jeden Scheiß dazu auch noch mitschreiben, sind vielleicht mit ihrer 2.3 zufrieden oder so, wer weiß. Na ja, ne, was mach ich hier eigentlich. Regel Nummer 1: Autor ungleich Sprecher. Du findest Deine Freundin wahrscheinlich nicht doof, aber ich darf den Narren trotzdem doof finden. ;D (Wer ein Wortspiel findet, soll auch den beigelegten Keks mit rosa Schleifchen suchen.)
      Ich schließ das Thema mal mit einer Anekdote aus meinem persönlichen Leben ab: Ich hatte bereits in der Grundschule das Laster, gern mal in "eigene Welten" zu verschwinden und mein Mathelehrer hat dann immer mit dem Meterlineal auf den Tisch geschlagen, wenn er's gemerkt hat. Das hat sich bis in dieses Abschlussbildergeschichtenbuchdingens gehalten - ich war der Klassenträumer...lal. Und ja, ich hatte brauchbare Noten (jawoll, lasst uns den Menschen doch über Zahlen definieren...jk, ganz anderes Thema), sonst würd ich nich in den jungen 20ern studieren können - studieren in schläfriger Gesellschaft, haha. ;D ;D ;D Ach so, in der Mittelstufe haben dann andere langsam auch geträumt, wär ja schlimm sonst lal. Teils haben die sogar offen ihren Kopf auf den Tisch gelegt oder laut gegähnt, haha. Manchmal hätt ich mir das auch gern erlaubt, aber ja, diese scheiß Lehrer haben mir halt eingebläut, mich zu quälen, diese Widerlinge! ;D ;D ;D

      Jo, wieder cool danach. Die Wolkenträgerei ist auch einfach eine perfekte Metapher hier, hättste besser nicht bringen können. ;D Wissen vs. missen kommt in dieser parallelisierten Form auch sehr gut, ist mal was anderes als immer nur die Versenden lal. Ein kleiner Liebling ist mir dann auch noch der raffen-Vers geworden. Oberflächlich betrachtet könnte man den zwar genauso "offensiv" wie den Narren verstehen, aber ne, auf Oberflächlichkeiten lässt sich Perfektionist Fatum nicht reduzieren. ;D Steckt ganz klar Wahrheit drin in der Sache und der Gedichtverlauf gibt genau genommen auch selbst schon einen guten Tipp: Manchmal geht es in Vorlesungen wirklich so schnell, dass man da als (ehemaliger) Zuhörer den Faden verliert und dann ist es auch nicht notwendigerweise so einfach, ihn wieder zu finden. Ist mir immer wieder passiert, immer und immer wieder und...ja. Übrigens soll es überhaupt wissenschaftlich nachgewiesen sein, dass ein durchschnittlicher Mensch es einfach nicht schafft, sich da 90 Minuten lang auf Teufel-bleib-nicht-drinnen zu konzentrieren. Um's noch bis zum bitter(süß)en Ende fortzusetzen: Die Mehrheit, die bei irgendeiner langwierigen Ansprache (haha, wie das Wort irgendwie echt idealistischer Natur ist) den Faden verliert, soll dann angeblich an Sex denken, lol. Da sind wir zufällig sogar wieder bei den Wolken angekommen, insbesondere bei den siebten oder neunten je nach Sprache... War jedenfalls eine echt geniale freiwillige Vorlesung, in der ich das und andere kuriose Sachen gelernt hab. X)

      Vorletztes Paar ist dann schon teils zusammenfassend inhaltlich und jo, passt auch. Danach kommt dann eben das böse letzte Paar... Das ist von der Semantik her nun definitiv eine Schlussfolgerung - sie wär halt nur imho besser, würd sie sich auch nochmal reimen. Dann würd das auch besser hängen bleiben und Enden sollten halt auch besser hängen bleiben... Paarreime sind für so "leichtere Kost" halt ideal und von daher über den weitesten Teil auch genau richtig gewählt, nur warum Du am Ende doch noch damit brichst, wird mir nicht so klar. :( Hm, ich spinn einfach mal ein bisschen rum, auch wenn ich eh jetzt schon weiß, wieviel Du davon letztendlich übernehmen wirst. ;D
      Fatales Update

      Was soll man da auch großartig machen
      außer (zu) versuchen, nicht zu lachen?

      So lasst die Studentin in der Vorlesung schlafen,
      (und) lasst sie spielen mit {weißen und schwarzen/schwarzen und weißen} Schafen!
      oder irgendwas mit (be-)strafen/Strafen, keine Ahnung mehr
      Na ja, mich selbst überzeugen tut das Update jetzt auch nicht gerade, aber war halt einfach mal kurz zwei Minuten frei Schnauze/Tastatur - konstruktive statt destruktive Kritik mal wortwörtlich genommen halt. ;D So darf man mir zumindest nicht vorwerfen, ich würd nur meckern ohne es...ach scheiße. ;D

      Ein gutes Gedicht ist es trotzdem, hab mich gut amüsiert ;D - andernfalls wär es für mich gar nicht in Frage gekommen, quasi einen halben Abend damit zu verbraten (so schätz ichs zumindest dann noch Ablenkungen nebenbei...najo), dazu was zu schreiben. Eine Wertung in Zahlen werd ich aber nach wie vor nicht vergeben. Mein persönlicher Liebling nach den beiden neuen ist immer noch Schweigen, aber das hat nichts mit der Qualität zu tun, sondern mit den Gefühlen. Jedes Gedicht hier ist auf seine Weise eine wirklich schöne Sache und daher würd's mir nicht im Traum einfallen, die zu vergleichen. Hoff mal, das ist in Deinem Interesse, dass ich das so sehe? :P


      Dann war da ja noch eine Kurzgeschichte...

      Jo, wie Du aus der PM (glaub ich) schon weißt, hab ich die dank Sympathiebonus auch gelesen. Du hast doch auch irgendwo mal behauptet, Deine KGs kämen Dir lang vor, oder? Ich sag's mal so: Den ganzen Maximal-10-Sätze-Quatschköppen hier würd's wie ein Roman vorkommen, das ist klar, aber ich wurd schon mit längeren KGs als dieser hier gequält, jk. Für mich hat sie sich gut gelesen (von den Tippungeschicklichkeiten mal abgesehen; ich denk mir an solchen Stellen halt einfach das Richtige und weiter geht's) und wie Du ebenfalls schon weißt, mag ich sie auch. Der detaillierte Kommentar von meiner Wenigkeit wird hier mangels Wissens/Erfahrung/whatever nur leider ausbleiben. Kurzgeschichtengurus da draußen, hier habt Ihr Leckerli. Ran mit Euch!




      Bleibt noch zu sagen, dass ich Dir für den Profi Deppen Leer Zeichen Bereich beide Daumen drücke... Das Thema muss da einfach rein, wenn selbst meins es (meines Wissens einstimmig?) mit einer an den Fingern abzählbaren Erfahrung da rein geschafft hat, und es wär unverzeihlich, wenn nicht, imho. Bei der andauernden Kommentarflaute hier würd ich Dir auch empfehlen, selbst zuzustimmen, weil alles, was bisher kam, entweder ich war oder jemand, dem ich Dich empfohlen hab, muh. Scheint eine schwarze Zeit zu sein gerade hier und da wär die Verschiebung allemal den bloßen Versuch nach mehr Aufmerksamkeit wert... Aber alles, was ich jetzt noch tun kann, ist, weiter Dein aktiver Stammleser zu bleiben. Ach so, ich wünsch mir bitte (hab ich das nicht schonmal geschrieben?) auch die GB-Benachrichtigung. Wenn's Semester wieder läuft, kann's passieren, dass ich die Bereiche hier nur noch sporadisch checke (meine moderativen Verantwortlichkeiten liegen eben ganz woanders als im Fanwork - das hier ist quasi nur ein "Hobby vom Hobby"), aber verpassen will ich Dich, wenn's geht, nicht. - Und unabhängig davon hab ich's jetzt schon mit drei Kommentaren (womit ganz sicher nicht Ende ist, hoffe ich) "zurückgezahlt", das soll Klein-Atul mir erstmal nachmachen. ;D Danke und man liest sich dann sicher bald wieder. :)

      Ach ja, doch noch was: OP mit Inhaltsverzeichnis bitte. Wenn der schon aufwändige Bilder hat, wird eine einfache Linksammlung sicher nicht das Problem sein. :P

      /edit: Smileys sind Krieg. Bäh.
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    • [tabmenu][tab=ハイサイ]Hallo Cassandra, ich bin es nochmal. Deiner Signatur nach zu urteilen bist du wieder vom Urlaub zurück gekehrt… hoffentlich war er schön und erholsam. Diesmal beziehe ich mich auf das erste Gedicht, was du in deinem Topic gepostet hast. Wollte eigentlich sowieso chronologisch vorgehen, aber ich habe ja schon „Schlafen“ kommentiert. Dann gehe ich eben ab jetzt chronologisch vor. ^^
      [tab=解析]Oh, ein Gedicht ohne Titel. Sieht man selten, aber ich kenne doch einige, die keinen haben. Das kann natürlich verschiedene Gründe haben, besonders bezüglich deines Themas. Eine Freundin war also von dem Regen genervt? Nun, ich liebe Regen, und hier ist es auch schon: Das verschiedene Denken über ein Thema, in diesem Falle Regen, sodass man ihn nicht genau beschreiben kann, weil eben jeder eine andere Meinung darüber hat und sich ein eigenes Bild machen kann… und das geht immer besser ohne Titel, von daher: recht gute Wahl.

      Sanft wie ein Blütenblatt,
      rein wie der Wind,
      streichelt der Regen die Sorgen dir weg.


      Okay, du steigst nicht direkt mit dem Regen ein, sondern mit gleich zwei Vergleichen, die den Regen beschreiben sollen. Interessant… sanft wie ein Blütenblatt? Ein netter, vielleicht sogar paradoxer Vergleich, denn Regen ist immer stärker als ein Blütenblatt. Der Regen zerstört, wenn er fällt, ein Blütenblatt bleibt liegen. Der Regen könnte sogar Blütenblätter zerstören. Wie gesagt, „könnte“. Vielleicht sprichst du hier auch vom leichten Nieselregen oder Ähnliches. Da könnte ich mir schon eher vorstellen, dass er die Sorgen wegstreichelt. Ich war ebenso überrascht wie Fatum bei der Assoziation von rein mit Wind. Auf jeden Fall interessant… aber auch ich frage mich, was rein an dem Wind ist. Sauerstoff und so würde mir einfallen, aber auch er bringt viel Ungesundes mit sich, trotzdem nette Vergleiche. (Ach, ich lese gerade deine Erklärung bzgl. der Reinheit, alles klar) In Vers 3 erwähnst du ein gefühlvolles Verb, ein sachtes, nämlich „streicheln“. Eine schöne Vorstellung, wie der Regen einem die Sorgen „[weg] streichelt“. Kein Reim, aber nicht falsch. Alles in einem ein sehr schöner Anfang. ^^

      Denk an die Tage an denen du warst ein Kind
      und die Tränen des Himmels nahmen dir den Kummer geschwind.


      Oh ich erblicke einen Paarreim. <3 Diesmal also ein Bezug in die Vergangenheit von einem selber. Anscheinend hat die Person damals also mit dem Regen eher positive Erfahrungen gesammelt und soll deshalb an die Vergangenheit knüpfen? Zumindest, was den Regen betrifft? Vielleicht… ich finde, dass das „und“ hier einfach weggelassen werden kann. Es klingt so… gezwungen, dabei ohne die Konjunktion noch viel besser. Von daher kannst du es eigentlich streichen, was meine Meinung betrifft. Irgendwie hat die Strophe etwas Schönes an sich, aber gleichzeitig auch melancholisches. Der Bezug in die Vergangenheit ist eigentlich(!) positiv, doch ebenfalls wird die Person daran erinnert, dass sie auch in der Vergangenheit Kummer hatte… er wurde zwar vom Regen entfernt, aber er war dennoch da. Deshalb ist es so eine leicht melancholische Beziehung hier, aber auch sehr gut.

      Lausche dem Klang und wasche dich rein,
      dann wirst du nicht missen der Sonne Schein.


      Und noch ein Paarreim. Ja, der Klang des Regens ist in jedem Falle ein sehr schöner. Ich liebe es, wenn der Regen an mein Fenster klopft oder auf die Straßen prasselt, wirklich schön, man kann gut nachdenken und er ist auch irgendwo beruhigend. Deshalb mag ich ihn auch so gerne. Reinwaschen in den Regen? Schwierig, ich verstehe es so, dass man sich in den Regen stellen soll und sich von ihm übergießen zu lassen. Das mache ich oft, sofern ich nicht noch irgendwo hin muss - danach geht’s einem wirklich besser… und die Sonne vermisse ich eh nie in diesem Zeitpunkt. Schöner Abschluss!

      Insgesamt mal wieder ein sehr schönes Gedicht, ich denke, die Person, der du es geschickt hast, hat sich sehr darüber gefreut. Was hat sie eigentlich dazu gesagt? Sicherlich was Gutes. Schönes Gedicht ohne Titel.

      [tab=さいなら]Das war’s auch schon wieder von mir… nun kannst du drei Kommentare lesen, die sich bei deiner Abwesenheit gebildet haben. Hoffentlich freust du dich darüber… meine Kommentare sind komischerweise immer so Nichts aussagend. Egal… ich würde sagen: Bis bald.

      ~ der Rabe

      [/tabmenu]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Orestes ()

    • Oh, da ist man zehn Tage weg und wenn man wiederkommt... Ich sollte öfters verreisen :)
      Ersteinmal vielen lieben Dank, dass man mich vorgeschlagen und angenommen hat für den Profi-Bereich. Ich fühl mich grad ganz klein und hoffe ich ich werde niemanden enttäuschen. Das ganze motiviert einen ungemein sich noch mehr Mühe zu geben. Am meisten freut es mich, dass meine Werke von leuten gemocht werden, die -in meinen Augen- weitaus bessere/interessantere/genialere Werke presäntieren können. Ich mag zwar meine Arbeiten, aber sobald ich sie vergleiche mit denen von anderen, komme ich mir ganz schäbig vor. Umso mehr macht mir diese "Beförderung" Freude.
      *sich verbeug*

      Ihr beiden, danke für eure Kommentare. Aufgrund von Zeitmangel kann ich gerade nicht näher darauf eingehen, aber ich habe sie mir alle gründlich durchgelesen. Sobald die Möglichkeit besteht, werde ich sie kommentieren.

      Im übrigen Dohlen/Raben/Krähen gehören zu meinen Lieblingsvögeln. Ich finde sie wirklich anmutig, wunderschön und interessant. Vor allem die vielen Geschichten und Mythen, die sich um sie ranken. Bei mir zu Hause in Kasachstan, existiert der Brauch Süßigkeiten am Grabstein zu hinterlassen als "Geschenk" für die Raben. Diese gelten als Wächter der Toten und werden für ihre Arbeit dadurch entlohnt. Ist mir nur grad so eingefallen. Ich fand den Brauch immer so schön.

    • Verfasst am: März 2009
      Beweggründe: Diese Kurzgeschichte ist so gesehen die große Schwester von meinem Gedicht "Schlafen". Dahinter liegt die gleiche Inspiration.



      .: Träume süß :.

      Spoiler anzeigen

      Schwere schwarze Wolken wurden kurz erleuchtet, ehe ein tiefes Donnern den Regenschauer einleitete. Fluchend durchforschte sie ihre Handtasche nur um festzustellen, dass sie sowohl ihr Handy als auch ihren Regenschirm zu Hause vergessen hatte. Es blitze erneut. Seufzend musste sie resignieren und sich schutzlos auf den Heimweg begeben. Die kalten Tropfen durchdrangen ihre Kleidung und verwischten ihr Make-Up. Die Menschen eilten alle in Richtung eines Zieles, verdeckt durch große Regenschirme und beachteten sie nicht. Einige allerdings schienen dieses nasse Wetter durchaus zu genießen. Ein junges Pärchen schlenderte an ihr vorbei- einen Regenschirm teilend- lächelnd und eng umschlungen. Ihr zuvor finsterer Blick wurde nass. Jetzt achtete sie nicht mehr auf die Passanten um sie herum, sondern richtete ihren Blick starr auf den grauen Boden.

      Völlig durchnässt erreichte sie schließlich die Wohnung. Sie wollte diesen Tag schnellstmöglich enden lassen, also begab sie sich erst unter die Dusche um sich dann gleich danach aufs Bett fallen zu lassen.
      „Mutter, ich geh schlafen“, teilte sie der in der Küche stehenden Frau mit.
      Dann vergrub sie ihr Gesicht im Kissen und seufzte. Das war ein herrliches Gefühl. Hier in ihrem Bett, weit weg von den ganzen Müll, aus dem sich momentan ihr Leben zusammensetzte. Noch im wachen Zustand begann sie zu träumen, in der Hoffnung ihre Tagträume würden im Schlaf dann fortgeführt werden, damit sie etwas Energie für den nächsten Morgen tanken konnte. Es dauerte nicht lange bis sie in die sanfte Welt ihrer Träume hinab glitt.
      „Schatz? Schläfst du immer noch?“. Ihre Mutter schaute kurz ins Zimmer. Tatsächlich konnte sie ein gleichmäßiges Atmen hören und entschied sich die Tochter nicht für das Abendessen zu wecken. Leise lächelnd wünschte sie ihr eine gute Nacht und verließ das Zimmer.

      Es war unglaublich. Die Sonne erhellte alles! Keine einzige Wolke verschmutzte den Himmel und kein Schatten verdunkelte die Pracht, die sich vor ihren Augen eröffnete. Eine wunderschöne Wiese lag vor ihr, bedeckt mit einer Blumendecke, die im Sonnenlicht funkelte. Da war sie. Kaum über einem Meter groß in einem roten Shirt und kurzen Jeans. Zwischen all den Blumen kaum auszumachen. Sie quiekte vergnügt, als sie sich unter dem Blumenmeer vor ihrem Vater versteckte. Natürlich fand er sie sofort und laut lachend setzte sie ihm den selbst gemachten Blumenkranz auf. Dann suchte sie weitere Blumen. Die Wiese war ja auch groß genug. Der Wind streichelte das grüne Gras während ihre einzige Sorge darin bestand, genug blaue Blüten zu finden.

      Die Tür ging auf, als die ersten Sonnenstrahlen das Zimmer erhellten. „Schatz, Zeit zum aufstehen!“ Die Mutter sammelte die auf dem Boden liegende Kleidung auf und seufzte über den Ordnungssinn ihrer Tochter.“Schatz?“ Vorsichtig rüttelte sie ihre Schulter. „Aufstehen!“ Ein Lächeln schmückte das schlafende Gesicht und so beschloss ihre Mutter, dass sie heute die Schule einmal ausfallen lassen könnte. Es war so stressig in letzter Zeit gewesen.

      Plötzlich wurden alle Blumen blau. Dann, in dem Moment in dem sie blinzelte, wurde aus der Wiese ein rauschendes Meer. Die Sonne verminderte ihre Leuchtkraft; alles versank in einem sanften Goldton. Als der Wind ihre Beine streichelte, merkte sie, dass sie ein weißen Kleid trug. Keine kurzen mit Grasflecken bedeckte jeans mehr. Nein, sie war kein Kind, sie war eine junge Frau. Zwei starke Arme drückten sie an einen vertrauten warmen Körper. Er war bei ihr. Etwas drückte er ihr in die Hand. Verwundert betrachtete sie die gewundene Figur in ihrer Hand. Es war eine Muschel. Sie lehnte ihren Kopf gegen seine starke Brust, schloss die Augen und lauschte dem Klang der Muschel. Der Klang der Wellen ließ sie schweben, genauso wie seine Nähe. Mit ihm war sie glücklich, hier im Lichte des Sonnenuntergangs.

      „Nein, seit gestern Abend schläft sie“, flüsterte ihre Mutter. Der Mann neben ihr nickte und betrachtete das schlafende Mädchen. „Herr Doktor ... was ist denn mit ihr? Ist sie krank?“ Der Arzt setzte sich neben dm Bett hin und holte einige Untersuchungsinstrumente aus dem schwarzen Koffer. „Das finden wir gleich heraus ... oh, sehen sie mal. Sie scheint einen schönen Traum zu haben!“ Sie lächelte im Schlaf.

      Plötzlich erhob sich das Meer und bedeckte die Sonne. Das Licht verschwand und dort wo die letzten Sonnenstrahlen zuvor noch zu sehen waren, entstanden kleine leuchtende Punkte - Sterne. Es war Nacht. Als sie sich umblickte, merkte sie, dass sie nicht alleine waren. Ein Lagerfeuer brannte und hüllte die umstehenden Personen in ein warmes Licht ein. Ihre Eltern waren da und ihre Geschwister. Sie lachten. Warum, wusste sie nicht mehr. Doch das spielte auch keine Rolle. Sie waren alle zusammen hier. Weit weg von all den Sorgen zu Hause. Unter dem Himmelszelt erzählten sie sich Geschichten. Erinnerungen, Zukunftspläne oder einfach nur Dinge ohne Sinn. Doch je belangloser ihr Gespräch, desto mehr an Bedeutung gewann die Erinnerung daran.

      Verlegen kratzte er sich am Kopf. Er konnte es sich nicht erklären. Das Mädchen war kerngesund. Sie lächelte wieder. Er schüttelte den Kopf als ihn der fragende Blick der Mutter traf. „Tut mir leid“. Besorgt betrachteten sie das schlafende Mädchen.

      Die Sterne verschwanden. Das Feuer erlosch. Doch sie war glücklich, als sie in das tiefe Nichts ihrer Träume fiel. Es war so schön hier. Sie schloss die Augen und lächelte. So schön.

      Er hatte alles versucht, doch er konnte ihr Herz nicht mehr zum Schlagen bringen. Die Mutter brach weinend zusammen als sie seine Worte vernahm: „Zeitpunkt des Todes ...“. Als er sich die Uhrzeit notierte verstand er die Welt nicht. Sie hatte bloß geschlafen ...

      Und hat vergessen aufzuwachen.



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    • Oh, herrje. Wenn man auf Kommentare nicht gleich antwortet, verliert man so leicht die Übersicht. Ich werde mich mal auf die wichtigsten Punkte beschränken, sonst sitz ich noch morgen hier und schließlich muss ich arbeiten.

      @ Fatum
      Ach stimmt, einen Punkt zum Meckern *hust* hab ich ja doch mal hier: Kann natürlich sein, dass das durch die Auswahl jetzt purer Zufall ist, aber die vier (bzw. drei) hatten jetzt alle nur jeweils ein Wort als Titel mit Bedeutungen, die schon sehr allgemein sind, also erstens auf den Inhalt des jeweiligen Gedichts so gut wie keinen Hinweis geben und zweitens eben weil sie so eigentlich triviale Wörter sind, auch nicht wirklich charakteristische Wörter/Worte (ja, geht beides hier) für die Gedichte sind, obwohl sie dennoch charakteristische Worter/Wörte (ups) für sie sind. Was ich sagen will: Sie spielen ganz gewiss eine zentrale Rolle, aber sie sind nichts wirklich Typisches und könnten potenziell überall wieder auftauchen. Find ich ein bisschen schade, aber ist halt auch meine persönliche Meinung. Ich steh eben auf catchy Titel, also solche mit Widerhaken, die sich einem mal eben am Cortex festklammern. Das schaffen diese sehr einfachen Titel leider nicht; die sind nach dem Lesen wieder weg. Ist aber wirklich nur ein geringfügiger Punkt und letztendlich musst Du's ja eh selbst wissen, was Dir am meisten zusagt.


      Es ist keinesfalls ein Zufall. Ich mache mir immer viele Gedanken zum Titel und suche ein Wort aus, dass meine Gedanken und die Gedankenwelten, die ich während des Gedichts durchquert habe, am besten widerspiegelt. Für mich bedeutet ein Wort mehr als ein Satz. Sätze schränken Wortbedeutungen ein, stecken etwas, dass eigentlich unendlich viele Dimensionen hat, in einen Kontext und lassen gerade mal 1-2 Dimensionen zu.
      Bevor man meine Gedichte liest, sollte man sich kurz Bilder durch den Kopf laufen lassen, die irgendwas damit zu tun haben könnten, oder auch nicht. Man öffnet sich so ziemlich für alles, ist auf alles gefasst und gleichzeitig völlig unvorbereitet, dem gegenüber was einen im Gedicht selber erwartet. Man stelle es sich so vor: Dir wird gesagt, dass du eine Prüfung bestehen muss. Es heißt lediglich in einem Fach, das du mal in der Schule hattest. Du willst natürlich die Prüfung bestehen und lernst alles, vielleicht nicht intensiv genug, aber du verschaffst dir einen Überblick. Und plötzlich liegt die Prüfung vor dir und das einzige was du hättest lernen sollen, war Geschichte. Egal. Du hast dich trotzdem kurzzeitig mit allem auseinander gesetzt. Vielleicht schaffst du die Prüfung nicht mit einer 1. Aber ich habe dich trotzdem dazu gebracht dir vorläufig mehrdimensionale Gedanken zu machen. Ein Wort ist für mich wie ein Blick in ein Kaleidoskop.

      Paarreime sind für so "leichtere Kost" halt ideal und von daher über den weitesten Teil auch genau richtig gewählt, nur warum Du am Ende doch noch damit brichst, wird mir nicht so klar.

      Das hat tatsächlich einen Sinn, wieso ich plötzlich mein Reimschema durchbreche. Ich hab mir das Ende so gedacht, dass „die Studentin“ letztendlich von dannen schwebt, völlig den Bezug zur Vorlesung verliert. Deswegen sollte das Ende etwas „verwischt“ klingen. Als ob du schlaftrunken noch einen Satz versuchst zu beenden, aber dann doch gerade noch etwas flüsterst, was vielleicht gar keinen Sinn ergibt.
      OMG, ich hoffe, das ist jetzt einigermaßen verständlich.


      @ Orestes
      Dieses Gedicht habe ich stark mit Bildern verknüpft. So ist die zweite Strophe dadurch entstanden, dass ich einfach das Bild eines glücklichen Kindes, das im regen spielt, im Kopf hatte. Es wirkte so sorgenfrei in meinen Gedanken... Ein Erwachsener hätte wohl gesagt „Nimm einen Regenschirm, sonst wirst du krank “- so negativ. Das Kind hingegen lachte in meinem Kopf.

      ich finde, dass das „und“ hier einfach weggelassen werden kann

      Die Version gab es tatsächlich, aber ich konnte mich einfach nicht damit anfreunden. Es klang zu abgeschnitten in meinem Kopf, deswegen hab ich ein „und“ mit eingebaut. Höchstwahrscheinlich lesen wir alle mit eigenem Rhythmus Gedichte :/ das ist etwas schade, denn manch eine Bedeutung wird erst durch Betonung klar.

      Reinwaschen in den Regen? Schwierig, ich verstehe es so, dass man sich in den Regen stellen soll und sich von ihm übergießen zu lassen. Das mache ich oft, sofern ich nicht noch irgendwo hin muss - danach geht’s einem wirklich besser… und die Sonne vermisse ich eh nie in diesem Zeitpunkt.

      Wasser hat für mich im Allgemeinem eine „reinwaschende „ Wirkung. Und Wasser, das vom Himmel fällt... ich mag nicht sonderlich gläubig sein, aber ich verwende gerne solche Bilder. Man fühlt sich ja auch oft nach der Dusche etwas erleichtert, reiner... Das herabfließende Wasser wirkt beruhigend. Man fühlt sich leichter danach, kann besser durchatmen. Als hätte das Wasser dir eine Tonne Dreck von den Schultern gespült.

      ich denke, die Person, der du es geschickt hast, hat sich sehr darüber gefreut. Was hat sie eigentlich dazu gesagt?


      Sie war leicht verwundert, dass ich das so schnell hingekriegt habe XD Und ja, gefreut hat sie sich. Konnte sie auf jeden Fall etwas vom Regenwetter ablenken ^^

    • Verfasst am: 12. Dezember 2010
      Beweggründe: Die Idee ist mir heute spontan gekommen, als ich kopfüber vor der Badewanne stand und mir die Haare gewaschen habe ... Das bedeutet, wem es nicht gefällt, der kann es auf zu viel Blut im Kopf schieben.



      Ein Ratschlag

      Du Freund, halte still!
      - denn du musst laufen.
      Oh Freund, höre zu!
      - denn du musst reden.
      Mein Freund, wache auf!
      - denn du musst träumen.
      Ach Freund, gehe langsam!
      - denn die Zeit läuft weg.


      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cassandra ()


    • Verfasst am: 15. Dezember 2010
      Beweggründe: Emotionaler Mist. Und ich sagte noch zu mir "Nein, du postest jetzt nicht zu diesem Thema". Aber wann hör ich je auf mich. Dafür könnt ihr euch an einem weiteren Gedicht austoben ^^ (falls das überhaupt einer machen will). Aber die Thematik ist diesmal ja gar nicht so schwer.



      Spielablauf

      Fühl mich einsam, will jetzt nicht allein sein.
      Möchte dich bitten: "Bleib ein wenig hier - bei mir".
      Doch statt zu reden, fallen Tropfen auf dieses Papier.

      Ich beherrsche nur Schweigen
      Und während die Seele bricht,
      Kann ich bezaubernd lächeln,
      So wie es euren Wünschen entspricht.

      Ich bin die Beste in diesem Spiel;
      Ich hab es mein Leben lang gelernt.
      Es gibt hier nur ein perverses Ziel:
      Sorge dafür, dass dich keiner enttarnt.


      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cassandra ()

    • Hab gerade beim BB-Durchstöbern dein Topic hier gefunden, und bin an deinem Gedicht "Spielablauf" hängen geblieben. Ich kenn mich nicht so ganz aus im Kommentieren, aber ich geb mal mein Bestes.

      Cassandra schrieb:

      Fühl mich einsam, will jetzt nicht allein sein.
      Möchte dich bitten: "Bleib ein wenig hier - bei mir".
      Doch statt zu reden, fallen Tropfen auf dieses Papier.

      In der Strophe erfährt man, wie sich das lyrische Ich fühlt. Es fühlt sich allein und hätte gerne jemanden bei sich. Im zweiten Vers erfährt man dann, dass es nicht nur irgendjemand bei sich haben möchte, sondern eine ganz bestimmte Person. Doch diese Person ist nicht da, bzw geht weg.

      Cassandra schrieb:

      Ich beherrsche nur Schweigen
      Und während die Seele bricht,
      Kann ich bezaubernd lächeln,
      So wie es euren Wünschen entspricht.


      Und hier beginnt dann der Teil, der mich so gefesselt hat grade. Kommt evtl daher, dass ich die beschriebene Situation nur allzu gut kenne. Das lyrische Ich sitzt/steht//whatever da, lächelt, so wie es alle Menschen in seiner Umgebung von ihm erwarten. Dabei fühlt es sich gerade gar nicht zum Lachen und ihm "bricht die Seele". Durch das Wort "Kann" am Anfang der dritten Zeile, erfährt man meiner Meinung nach schon, dass das lyrische Ich dies nicht zum ersten Man so handhabt, und schon Übung darin hat, dass es ihm aber trotzdem nicht leicht fällt. Beim letzten Vers stellt man sich die Frage, wer dort angesprochen wird (Eltern? Die Gesellschaft? Freunde?) Spannend jedenfalls. Es gibt also durchaus Menschen, die sich für das lry. Ich interessieren, wenn auch vielleicht nur oberflächlich. (Kann natürlich sein, dass ich da zu viel hineininterpretiere, aber das sind eben die Gedanken, die mir spontan beim Lesen kamen.)

      Cassandra schrieb:

      Ich bin die Beste in diesem Spiel;
      Ich hab es mein Leben lang gelernt.
      Es gibt hier nur ein perverses Ziel:
      Sorge dafür, dass dich keiner enttarnt.


      Hier bestätigt sich das, was in der zweiten Strophe schon angedeutet wird. Das lyrische Ich kann seine wahren Gefühle hinter einer Maske bzw hinter einem strahelnden Lächeln verstecken, und zwar so gut, wie kein anderer Mensch. Im zweiten Vers erfährt man auch, warum, nämlich, dass es das sein ganzes Leben lang geübt hat. Also lässt sich daraus schließen, dass die Vergangenheit des lyrischen Ichs nicht gerade rosig aussah, und es als "Schutz" irgendwann diese Maske aufsetzte. In der zweiten Strophe hat es (noch) den Anschein, als dass das lyrische Ich dieses Lächeln aufsetzt, weil die Menschen in seinem Umfeld dies verlangen und keine Schwächen dulden. Aber in den letzten zwei Versen zeigt sich (meiner Meinung nach), dass auch diese Person selbst keine Schwäche zeigen möchte bzw kann. Das Wort "Pervers" zeigt ganz deutlich, dass dieser Weg nicht der richtige ist, mit Rüchschlägen umzugehen.

      Alles in allem - wie anfangs schon gesagt - ein schönes Gedicht, dass mich berührt hat, und mit dem ich mich sehr gut identifizieren kann. Es gibt viele Umstände, die einen dazu bringen, keinem Menschen zu zeigen, wie es in einem aussieht. Z.B. eben der Druck von außen, aber auch dieses "Keine Schwäche zeigen wollen" dass viele Menschen einfach in sich tragen. Das alles hast du sehr gut beschrieben und rübergebracht.
    • Oh, ein Kommentar ^__^ Ich freue mich da jedes Mal wie verrückt :D

      Im zweiten Vers erfährt man dann, dass es nicht nur irgendjemand bei sich haben möchte, sondern eine ganz bestimmte Person. Doch diese Person ist nicht da, bzw geht weg.
      So kann man es natürlich auch sehen, aber es kann auch nicht "an eine bestimmte" Person gerichtet sein, sondern an jede Person, die da sein kann und eine gewisse Rolle im Leben vom lyrischen Ich spielt. Ich denke, das hängt aber vom Leser selber ab. Wer sich mit der Situation identifizieren kann, wird womöglich eine bestimmte Person im Kopf haben. In der Tat hatte ich sogar an jemanden gedacht, als mir die Idee zu dieser Verszeile kam.

      Es gibt also durchaus Menschen, die sich für das lry. Ich interessieren, wenn auch vielleicht nur oberflächlich.
      Oh, das hast du sehr schön erkannt. Mir geht es wirklich darum zu zeigen, dass es nicht stimmt, wenn man sagt, dass es niemanden gibt, der sich für einen interessiert. So etwas gibt es nicht. Aber es kann sein, dass sich die Menschen um uns herum nicht genug interessieren oder es falsch zeigen. Vor allem dieses "lächeln" resultiert oft aus Situationen in denen diese Menschen einem nicht richtig zugehört haben bzw. sogar etwas genervt waren von deinen Problemen. Dann denkt man sich "Okay, ihnen ist es lieber, wenn ich so tue als ob alles in bester Ordnung wäre". Oder im Freundeskreis merkt man manchmal, dass mehr Leute sich mit dir abgeben wollen, wenn du gute Laune hast. Wer möchte schon seine Schulter zum Ausweinen leihen und sich die Laune vermiesen lassen. Also einfach brav lächeln.


      Aber in den letzten zwei Versen zeigt sich (meiner Meinung nach), dass auch diese Person selbst keine Schwäche zeigen möchte bzw kann. Das Wort "Pervers" zeigt ganz deutlich, dass dieser Weg nicht der richtige ist, mit Rüchschlägen umzugehen.
      Das ist schon ziemlich gut. Ich würde gerne näher darauf eingehen, aber ich hoffe doch noch auf ein paar Kommentare zu diesem Gedicht (die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt), deswegen möchte ich keine Interpretationen vorwegnehmen.

      Alles in allem - wie anfangs schon gesagt - ein schönes Gedicht, dass mich berührt hat, und mit dem ich mich sehr gut identifizieren kann. Es gibt viele Umstände, die einen dazu bringen, keinem Menschen zu zeigen, wie es in einem aussieht. Z.B. eben der Druck von außen, aber auch dieses "Keine Schwäche zeigen wollen" dass viele Menschen einfach in sich tragen. Das alles hast du sehr gut beschrieben und rübergebracht.
      Danke ^^ Vor allem bedanke ich mich für das Kommentieren. Es macht wirklich Spaß zu lesen, was sich andere bei meinen Werken denken, wo doch so viele Gedanken in jedem Wort stecken. Vor allem ist es schön zu wissen, dass sich andere darin wiederfinden.