Der Schleier der Welt

    • Eigenkreation
    • Mystery
    • Hallo @Thrawn. Danke für deinen Kommentar.

      Zu deinen Überlegungen werde ich im Einzelnen nicht besonders viel sagen.
      Dies hat einen einfachen Grund:

      Bei einigen deiner Überlegungen bist du so unglaublich nah an der Wahrheit drann, dass man meinen könnte, du hättest dich in unsere Rechner eingehackt und unsere Notizen gelesen!

      Ich versuche trotzdem ein paar andere Sachen zu beantworten:

      Thrawn schrieb:

      Wobei mir die Verbrecher ein wenig ... naja, blöd vorkommen? Ich meine jetzt nur, wenn sie damit beschäftigt waren, die Beute zu finden, die sie selbst dort versteckt haben - das sollte doch nicht so lange dauern, sofern man sich gemerkt oder notiert hat, unter welchem Brett das war.

      Ja, ich fürchte das braucht ein wenig mehr Kontext. Der Gedanke war, dass es eine 3 Personen Gruppe gewesen ist, aber der eine, der die Beute versteckt hat im Gefängnis gestorben ist.
      Seine beiden Kumpanen wussten zwar, in welchem Gebäude er die Beute versteckt hatte, aber leider nicht viel mehr.

      Diese Details sind jedoch Kyra so nicht bewusst, weswegen sie sie auch nicht erwähnt.

      Thrawn schrieb:

      Jedenfalls - bei Jason ist also schlechte Wundheilung; nun kann man wieder mal vermuten, dass der Grund dafür etwas Übernatürliches ist. Dann aber wieder kann es für so etwas auch andere, vollkommen natürliche Gründe geben und doch - der Wolf hatte damals ja offenbar doch ungewöhnlich tief gehende Klauen und muss insofern selbst als ungewöhnlich gelten, also ist es vielleicht nicht zu weit hergeholt, da eine Verbindung zu vermuten, auch wenn es wohl voreilig wäre, sich darauf festzulegen, eben weil es ganz normale Gründe gibt, die es natürlich auch dann geben würde, wenn der Wolf kein gewöhnlicher Wolf war.
      Ich denke es ist nicht unsinnig zu vermuten, dass ungewöhnliche Wundheilung von ungewöhnlichen Wunden, die von ungewöhnlichen Tieren geschlagen wurden, nicht gewöhnlich ist. ;-)


      Thrawn schrieb:

      Und somit stehen wir wieder am Anfang, was ja zumindest besser als ein Rückschritt ist.
      Dieser Spruch war genial. Danke dafür! :thumbsup:


      Thrawn schrieb:

      Das erste war eigentlich diese auffällig unauffällige Nebenbemerkung, dass noch nicht mal Halloween gewesen war. Natürlich weiß ich nicht, ob ihr das irgendwie in die Geschichte eingebunden habt und mir selbst sind die Ursprünge von Halloween jetzt auch nicht ganz so bekannt, aber ich meine doch, dass da wie bei vielem Anderen auch ein gewisser Ursprung in heidnischen und/oder keltischen Gebräuchen liegt?
      Du meinst das heidnische Fest der Herbst-Tag und Nacht-Gleiche, bei der die Welt der Lebenden und der Geister einannder näher rückt, sodass die Geister problemlos in die Welt der Lebenden einwandern können? Eine der magischsten Nächte im Jahr?
      Hat mit der Geschichte absolut nichts zu tun. :P

      Thrawn schrieb:

      "Wir unterbrechen das Programm für eine wichtige Durchsage. Wie wir soeben erfahren haben, ist Andrew Sterling, Professor für gälische Kultur an der hiesigen Universität, heute tot in seiner Wohnung aufgefunden/in einen schweren Unfall verwickelt/whatever worden."
      Jetzt wo das neue Kapitel raus ist kann ich dir ja sagen: Das ist (noch) nicht passiert. :)


      Thrawn schrieb:

      Ehehe, ja. Ich hatte mal irgendwann überlegt, eine Reihe namens "Verschwörungstheorien, die sich nicht durchgesetzt haben" zu starten. Irgendwie ist das hier schon ziemlich ein Kandidat dafür.
      Klingt interessant deine Idee. Ich würde es lesen.

      Thrawn schrieb:

      Ach ja, ich finde es hier eigentlich auch wieder schön zu sehen, wie Kyra und Jason ja doch einen freundlichen Umgang pflegen. Es gibt ein paar Neckereien, aber am Ende sieht Kyra davon ab, einen Streit mit ihm zu suchen und Jason ist ein wenig besorgt, als sie weggeht. Finde es immer schön, diese kleinen Momente zu sehen.
      Ja. Alaiya und ich finden es schade, dass in den meisten Geschichten Mann und Frau nicht befreundet sein können, ohne am Ende ein Paar zu werden.
      Auch wir werden sich entwickelnde und zerbrechende Paare haben, aber nicht jede Mann-Frau Freundschaft muss automatisch zu einer Beziehung führen.

      Thrawn schrieb:

      Ach, ich mag Waffen nicht und jetzt ist es ja noch schlimmer, weil die Illegalität weiter zunimmt.

      Thrawn schrieb:

      Gut, natürlich war sie aber auch schon in einer Situation, in der sie ihre Waffe wirklich zu brauchen schien, also kann ich ja zumindest nachvollziehen, dass sie wieder eine haben will und doch ... Naja, mir gefällt diese Situation nicht.

      Tja, unsere liebe Kyra ist halt doch nicht ganz so gesetzestreu wie man es von einem POV Charakter in dieser Art Geschichte erwarten könnte.
      Gebrauchen kann sie die Waffe sicherlich (und sei es nur für die Nerven), aber ob sie ihr auch tatsächlich helfen kann bleibt abzuwarten.

      Thrawn schrieb:

      Davon abgesehen natürlich: Es ist also Sean Wright. Das konnte man wohl erwarten, da er ja den Eintrag auf Einbruchsdiebstahl hatte, wenn ich nicht irre - wenn also jemand von diesen Leuten einbricht, dann wohl am ehesten er.
      Du irrst dich nicht. ;)


      Thrawn schrieb:

      Nun aber was ganz anderes ... Also, ich wollte nur mal sagen, dass es sein kann, dass ich zum nächsten Kapitel nicht antworten werde, sofern ich morgen oder übermorgen nicht dazu komme.

      Alles klar. Genieß deinen Urlaub. :)
    • Ach was soll's ... Habe ja noch ein bisschen Zeit, die ich sowieso totschlagen muss. Wird schon hinhauen. Aber ich hatte jetzt natürlich nicht viel Zeit, um über alles nachzudenken.

      Spoiler anzeigen

      Alaiya schrieb:

      Kyra hörte eine andere Stimme im Hintergrund – vielleicht einer von Mollys Kollegen? – und offenbar senkte Molly kurz ihr Handy, um zu Antworten.
      Muss man kleinschreiben.

      Alaiya schrieb:

      „Ich bin heute Abend verabredet und habe Morgen nach dem Dienst noch Karate.
      Muss man in dem Fall auch kleinschreiben, glaube ich. Und Karate. Okay. I'm scared.

      Alaiya schrieb:

      Zwei Stunden später hatte Kyra zwar mit Mrs. Morrs und Jason gesprochen, war jedoch weder nicht bei der Polizei gewesen, noch hatte sie sich auf den Weg dahin gemacht.
      Wenn da schon "weder" steht, kann das weg.

      Alaiya schrieb:

      Wenn Sie keine Zeit haben, kann ich Ihnen die Übersetzung auch Mailen.
      Muss kleingeschrieben werden.

      Alaiya schrieb:

      „Ich bin zwar beschäftigt, aber in meinem Büro. Sie können also vorbei kommen.“
      Zusammen.

      Alaiya schrieb:

      „Danke, dass Sie sich Zeit dafür nehmen“, erwiderte sie und setzte sich dann, auf eine Geste von ihm hin, auf dem Stuhl ihm gegenüber.
      den

      Alaiya schrieb:

      Sie erkannte aber auch eine Reihe von Bildbändern über verschiedene Europäische Landstriche in einem niedriger gelegenen Fach.
      Bildbänden (also ohne das "r")

      Alaiya schrieb:

      Soweit sie es beurteilen konnte, schien er sich Mühe gegeben zu haben, den Wortlaut und eine gewisse Melodie wieder zu geben.
      Zusammen.

      Alaiya schrieb:

      „Die Innenschrift scheint übrigens ein solcher Tatenname zu sein.“
      Inschrift ist korrekter, denke ich.

      Alaiya schrieb:

      Wie sie schon sagten …“
      Muss großgeschrieben werden

      Alaiya schrieb:

      „Gibt es sonst noch etwas, das sie mit über diesen Friedhof sagen könnten?
      1. Siehe oben.
      2. mir

      Alaiya schrieb:

      Zumindest dachte sie das, bis eine Viertelstunde später den Wagen im Hinterhof abstellte.
      bis sie eine

      Okay, es nimmt wieder mal ziemlich Fahrt auf. Zunächst einmal ist da natürlich wieder Molly - aber hier kommt sie mir fast schon wieder weniger verdächtig vor, hm. Das heißt, ganz frei von jedem Verdacht ist sie nicht und gerade diese Bitte, die Sache doch auf sich beruhen zu lassen ... Nun, da kann man schon misstrauisch werden. Aber es wirkt hier ein bisschen wahrscheinlicher, dass sie vielleicht wirklich nur besorgt ist - zumindest scheint mir das hier durchaus ein plausibler Grund zu sein, warum sie vorschlägt, die Sache auf sich beruhen zu lassen ("Verstrick dich nicht tiefer in etwas Gefährliches, wo du am Ende auch vielleicht noch selbst Probleme mit dem Gesetz bekommst, siehe Revolver"), während mir da die direkte Frage nach den Beweisen an früherer Stelle ein wenig verdächtiger vorkam. Aber so oder so habe ich nicht den Eindruck, dass Molly wirklich "böse" sein könnte - vielleicht in ein paar Sachen verstrickt, aber wenn Kyra ja an einer Stelle gesagt hat, dass Molly für Gerechtigkeit und so eintritt und ich davon ausgehe, dass dahinter auch etwas steckt, dann würde ich nicht meinen, dass sie wirklich etwas ganz Fieses vorhaben kann. Das schließt aber wie gesagt nicht unbedingt aus, dass sie trotzdem in etwas verwickelt ist und Kyra vielleicht auch mit ein paar nicht ganz fairen Methoden aus allem heraushalten will; aber ich würde eben meinen, dass einerseits diese Sache dann nichts allzu Schlimmes wäre, das sie eigentlich ablehnen müsste und andererseits würde ich auch meinen, dass sie irgendwo eine Grenze hätte, was die zu wählenden Methoden angeht, um jemanden davon abzuhalten, da weiter nachzuforschen - sofern sie halt überhaupt mit so etwas was zu tun hat.
      Allerdings - wenn sie mit Wright und den anderen etwas zu tun hätte, dann wäre ich mir nicht sicher, ob sie Kyra dann schließlich doch relativ eindringlich nahelegen würde, zur Polizei zu gehen und das eben auch schnell - denn man würde vielleicht versuchen, noch Zeit zu gewinnen, um entweder die Beweise wieder zu klauen (gut, ob man da seine Erfolgschancen als groß einschätzt, ist nicht so ganz klar, aber versuchen würde man es vielleicht trotzdem wieder, zumal Molly das vielleicht sogar unauffälliger hinkriegen könnte) oder aber um generell Kyras Aussage ein bisschen unglaubwürdiger zu machen, weil sie zu lange gewartet hat. Naja ...
      Dafür ist mir Sterling jetzt wieder verflucht suspekt. Tatsächlich hat mich das Kapitel jetzt ein wenig auf einen neuen Gedanken gebracht - okay, ich hatte vielleicht so etwas Ähnliches irgendwann mal erwähnt - aber es stellt sich auch das Problem, dass man streng genommen Sterling allgemein nicht ganz trauen kann, wenn erst einmal jeder verdächtig ist. Nun ja, einerseits sind da natürlich seine Narben, die in der Tat sehr ungewöhnlich wirken. Diese können natürlich auch einen relativ harmlosen Ursprung haben (also nichts Übernatürliches), aber vielleicht hat Kyra ja gar nicht so unrecht - nur war es eventuell dann halt kein Krieg, sondern eine Auseinandersetzung mit etwas Magischem. Das ist natürlich reine Spekulation. Ich hatte auch früher den Gedankengang, dass man ihn vielleicht verletzt hat, um ihm nahezulegen, sich von gewissen Sachen fernzuhalten - das würde dann jetzt vielleicht wieder voraussetzen, dass genau das bei ihm keine Wirkung gezeigt hat, denn er scheint sich ja doch für diese ungewöhnliche Sache zu interessieren, während jemand, der sich aus solchen Dingen raushalten will, wahrscheinlich eher verschreckt reagiert hätte. Es könnte aber nun vielleicht neben seiner Professorentätigkeit vielleicht auch sein (geheimer) Nebenberuf sein, solche Dinge zu untersuchen und sich dabei diese Narben zuzuziehen, wäre ja prinzipiell möglich. Und natürlich muss man auch wieder überlegen, dass er Watson zunächst sehr suspekt war, aber dann - wie von Zauberhand - ihn besänftigen konnte. Tja ... Jedenfalls, dass er wiederum mit Bishop und Wright etwas zu tun hat, würde ich eher ausschließen - selbst wenn man die Möglichkeit bedenkt, dass er Kyra vielleicht hier nur falsche Informationen gibt, scheint es doch in dem Fall immer noch nicht sinnvoll, sie quasi dazu zu motivieren, noch einmal (und dann vielleicht mit ihm) die Stelle im Wald aufzusuchen, auch wenn er da etwas zurückhaltend wirkt. Tatsache ist, dass er durchaus da hingehen will - sonst würde er ja nicht nach dem Ort fragen - aber wenn Kyra anbietet, mitzukommen, verhält er sich eher zurückhaltend. Das erweckt den Eindruck, dass er sie einfach nicht dabeihaben will, sofern es sich nicht als nötig erweist, um die Stelle zu finden. Und da wiederum drängt sich mir so ein bisschen die Theorie auf, dass er vielleicht zu einer dritten Partei gehört, die solche Dinge untersucht - vielleicht auch im Auftrag der Regierung - die aber auch jemanden wie Kyra, die über so etwas mehr oder weniger gestolpert ist, zwar nach allen verwertbaren Informationen fragt, aber dann natürlich auch möglichst aus der Sache heraushalten will. In der Hinsicht hätte Kyra jetzt vielleicht die ganze Gruppe um Bishop in ernsthafte Bedrängnis gebracht. Und zu denen muss man jetzt wohl auch wieder etwas sagen. Nimmt man mal an, dass die Informationen von Sterling korrekt sind, dann scheint hier Einiges wieder eine neue Dimension zu gewinnen. Oh, nebenbei: Solide Arbeit mit dem Gedicht! Ach ja, und alles Gute nachträglich zum Geburtstag! Okay, aber weiter: Äh, ja, die Informationen, bei denen mir jetzt leider auch die Zeit fehlt, mich abseits der Geschichte noch mit der Thematik zu beschäftigen. Also, so mit der ganzen Geschichte, dass man einen Riesen bekämpft und so - plötzlich könnte man fast meinen, dass Bishop und Co. eigentlich die Guten sind, wenn man das Ganze mal nicht als Spinnerei oder so abtut. Vielleicht beschützen sie ja in Wirklichkeit immer noch die Leute (und natürlich ganz besonders die Wanderer in der Gegend) vor etwas wirklich Üblem, wer weiß. Und dabei könnte eben Tina gestorben sein (und Alicia vielleicht auch, wer weiß). Und natürlich hätte man dann aber Kyra schlecht sagen können, wie das genau passiert ist. Nichtsdestoweniger hätten die alle ja immer noch ein Interesse daran, möglichst nicht aufzufallen bzw. Leute abzuschrecken und insofern würde es auch immer noch Sinn ergeben, Kyras Beweise zu klauen. Aber wie früher auch schon vermutet, ist es vielleicht dann eben eine selbstständig agierende Gruppe ohne große Geheimorganisation dahinter. Wobei natürlich auch das nicht auszuschließen ist. Und doch würde ich halt fast schon eher Sterling zu so einer rechnen. Insgesamt gehe ich mittlerweile eher von mehreren Parteien aus - ich kann es natürlich nicht beweisen. Dann kam mir noch ein Gedanke, als Sterling von einer metaphorischen Interpretation sprach, die den Geist als schlechte Gedanken interpretierte: Es ist jetzt ein totaler Schuss ins Blaue, aber vielleicht ist es ja irgendwie so, dass sich in der Tat schlechte Gedanken oder Ängste oder bestimmte Vorstellungen manifestieren. In der Hinsicht wäre es eine denkbar schlechte Idee gewesen, Jason dorthin mitzubringen, weil er natürlich das ganze Zeug um Monster und Werwölfe im Kopf hat. Aber gut, ich weiß ja noch nicht, wie genau die Magie hier funktioniert.
      Tja, dann - die Sache mit dem Chip; habe ich da irgendwas nicht mitgekriegt? Er ist also weg. Okay, vielleicht hat sie ihn wirklich vergessen. Wenn nicht, würde ich mir jetzt Sorgen machen. Die einzige Person, mit der sie da jetzt wirklich Kontakt hatte, nachdem sie die Daten auf den Chip gezogen hatte, war ja Sterling, aber er schien mir ihr jetzt nie nahe genug gekommen zu sein, um ihr den Chip zu klauen. Zumal er, um das überhaupt zu versuchen, auch von dessen Existenz hätte wissen müssen. Und das ist eigentlich unmöglich, weil Kyra von diesem Chip selbst noch niemandem erzählt hat. Sie hat Molly von den Beweisen erzählt, aber da hatte sie ja noch nicht alles auf einen Chip gezogen. Also wusste auch Molly nichts davon. Natürlich aber könnte sich Molly denken, dass Kyra zur Polizei gehen würde, dafür die Daten vermutlich auf einen Chip ziehen wird und so weiter. Sie hätte dann Sterling informieren können - sofern sie mit ihm in Verbindung steht. Und dann müsste er sich gedacht haben, dass er jetzt auf diesen bloßen Verdacht ihr den Chip aus der Tasche zaubert, ohne ihr nahe zu kommen. Allerdings hätte niemand wissen können, dass Kyra erst zu Sterling fährt und daher erscheint mir das alles nicht ganz so plausibel ... Und wenn Sterling nicht mit Molly in Verbindung stehen würde, woher hätte er dann genau wissen sollen, dass sie den Chip dabeihatte? Ich hatte jetzt noch überlegt, dass man vielleicht auch bei dem ersten Einbruch vielleicht noch etwas in Kyras Wohnung hätte installieren können - ein Abhörgerät zum Beispiel. Dann wiederum hätte jemand, der vielleicht ihre Gespräche mit Sterling und Molly mitgehört hat und auch mitgekriegt hat, was sie zu Watson gesagt hat ("Erst zu dem Mann mit dem komischen Vogel, dann zur Polizei") auch bezüglich des Chips und dem Kamerabild vielleicht Eins und Eins zusammenzählen können. Und dann hätte man auch wieder Sterling informieren können. Gesetzt dem Fall nun, dass es beim ersten Einbruch auch Wright war und so etwas auch installiert hätte, wüsste er natürlich Bescheid. Dann müsste er wohl auch mit der einzigen Person in Verbindung stehen, mit der Kyra Kontakt hatte, während sie den Chip bei sich führte, also Sterling. Dass es in beiden Fällen der selbe Einbrecher war, könnte man vielleicht auch als wahrscheinlicher ansehen, wenn man bedenkt, dass bei beiden Fällen keine Einbruchsspuren an der Tür zurückgeblieben sind, was zumindest in einer begrenzten Weise auf die gleiche Methode schließen lässt. Aber ganz sicher ist auch das nicht. Nun ja ... Aber das größte Problem, das sich mir gerade stellt, ist halt immer noch die Frage, wie jemand wie Sterling - und jemand anderes scheint ja erst einmal nicht in Frage zu kommen, weil Kyra eben mit niemandem sonst Kontakt hatte - ihr den Chip abgenommen haben soll. Es will mir nicht in den Kopf, wie das möglich ist, es sei denn, ich bedenke Magie ... Also, ich würde eigentlich vorsichtig davon ausgehen, dass sie ihn einfach vergessen hat, und doch ... Tja. Und dann am Ende diese Andeutung, die mir gar nicht gefällt. Uff.
      Eigentlich wäre noch ein langer Abschnitt über mögliche Interpretationen und Implikationen des Gedichts notwendig, aber um darüber nachzudenken brauche ich eine ruhige Minute, die ich jetzt - sieht auf die Uhr - die ich jetzt nicht habe.
      Aber gut, ich habe das Kapitel jedenfalls mal wieder sehr gerne gelesen und es scheinen sich ja so langsam auch wieder ein paar mehr Dinge zu ergeben. Und das nächste Kapitel soll ja auch sehr interessant werden, wie ich hörte. :P


    • Ich ziehe heute mal wieder die Antwort ein wenig vorweg, da ich morgen an einen nicht existenten Ort fahren werde und das schon relativ früh und daher nicht so viel Zeit haben werde :P

      Wie immer vielen lieben Dank @Sunaki & @Thrawn <3

      Ich antworte auch - wie versprochen - noch auf den letzten Beitrag von Thrawn mit.

      Thrawn schrieb:

      Wobei das mit der Beule natürlich weniger schön ist, autsch! Wobei mir die Verbrecher ein wenig ... naja, blöd vorkommen?
      Wie @Yasha Wolf Seki schon gesagt hat: Die Täter hatten halt so ein kleines Problem. Wie gesagt, wir hatten diesen Fall auch mal ausgeschrieben, aber er ist dann dem Schnitt zum Opfer gefallen, wenn man so will. Insofern, ja. Aber wir wollten es ja dennoch erwähnt lassen. Allein wegen der Beule schon.

      Thrawn schrieb:

      nun kann man wieder mal vermuten, dass der Grund dafür etwas Übernatürliches ist.
      Aha? Inwiefern?

      Thrawn schrieb:

      Natürlich weiß ich nicht, ob ihr das irgendwie in die Geschichte eingebunden habt und mir selbst sind die Ursprünge von Halloween jetzt auch nicht ganz so bekannt, aber ich meine doch, dass da wie bei vielem Anderen auch ein gewisser Ursprung in heidnischen und/oder keltischen Gebräuchen liegt?
      Samhain ist ja tatsächlich keltischen Ursprungs.

      Thrawn schrieb:

      Okay, er sagte in der Tat, er braucht etwas Zeit, aber so langsam ...
      Na ja, so ein Prof hat viel zu tun. Ich meine, als ich im Bachelor war, war ich im Prüfungsausschuss und musste Profs immer hinterher rennen, wenn sie a) mal wieder die Listen, wer zur Prüfung zugelassen war, auch zwei Wochen nach Frist nicht eingereicht hatten oder b) nach drei verdammten Monaten die Prüfungsauswertung noch nicht fertig hatten. *hüstel* Glaub mir, Profs sind gut im Zeitvertrödeln.

      Thrawn schrieb:

      Ich hatte mal irgendwann überlegt, eine Reihe namens "Verschwörungstheorien, die sich nicht durchgesetzt haben" zu starten.
      Ich würde die Reihe abonnieren! :3

      Thrawn schrieb:

      Ich wollte noch fragen, ob die Sache mit dem Vogel in geschlossenen Räumen nicht doch ein wenig, naja, ungewöhnlich ist?
      Ungewöhnlich? Ja. Verboten? Mit entsprechenden Lizenzen und Sondererlaubnissen nicht.

      Thrawn schrieb:

      sonsten, nette Idee, hier das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden und nicht eine Nacht in einer Wohnung zu verbringen, in die möglicherweise eingebrochen wird.
      Eben, eben.
      Ich sehe, du bist darüber, dass der Herr G - nun - ein Herr ist, nicht besonders schockiert. :P

      Thrawn schrieb:

      Abgesehen von Mr. G ... Wobei, der ist ja schon in der Nacht verschwunden. War alles ein großes Ablenkungsmanöver?!!
      ALLE SIND VERDÄCHTIG!!!! :ugly: KEK!

      Thrawn schrieb:

      Man könnte jetzt zu dem Schluss gelangen, dass es an der Zeit ist, auf "härtere" Methoden zurückzugreifen, sofern man nicht eben noch Alternativen hat, die ich jetzt übersehen habe und/oder von denen ich nicht wissen kann.
      Eine Alternative gibt es vielleicht noch. Aber... Nun, siehe das nächste Kapitel. Also das, was morgen kommt.

      Thrawn schrieb:

      *kriegt Benachrichtigung, dass wieder in diesem Thema gepostet wurde*
      Argh, so knapp.
      Dun, dun, duuuuuun.
      Aber hey, bei Kapitel 14 sehr gut geklappt. :D


      Sunaki schrieb:

      Wenn ich sehe wie ihr jedes mal sehnsüchtig auf Kommis wartet sollte ich mich vielleicht auch etwas rarer machen?
      NEEEEEIN! ;( Ich brauche dich! Du hälst meine/unsere Moral oben! Du darfst uns nicht verlassen! ;( ;( ;( ;(

      Sunaki schrieb:

      Das heutige Kapitel startet also nicht wo wir aufgehört haben. Da frage ich mich natürlich, was er getan hat.
      Nicht viel. Er ist rein, hat die Kamera bemerkt, ist wieder raus. :P

      Zitat:
      Die Person, die kurz in die Kamera sah und dann ohne etwas weiteres zu tun, so schnell es ihm offenbar möglich war, wieder aus dem Zimmer verschwand, war [...] niemand anderes als Sean Wright.


      Sunaki schrieb:

      Molly muss Kyra nun glauben und rät ihr sofort zur Polizei zu gehen. Insbesondere da es glaubhafter ist wenn sie sofort geht.
      Das sie das mit Nachdruck verlangt passt zu ihrem Charakter, der mich irgendwie an eine Sportlehrerin, oder Fitnesstrainerin erinnert.
      Ja, das trifft den Tonfall von Molly eigentlich ziemlich gut. So genervte Sportlehrerin - die der Meinung sind, die Schüler seien alle zu faul und würden sich auf das doofe Asthma nur rausreden.

      Sunaki schrieb:

      Und wenn sie das verdächtig macht, wo fährt sie hin?
      Wo könnte sie denn hinfahren? :) (Ich will Theorien hören!!!)

      Sunaki schrieb:

      Der Professor zeigt ihr also, was darauf steht. Hier bin ich nochmal überzeugt davon, dass er keinen privaten Kontakt zu den anderen Verdächtigen hat. Und auch wenn das was er übersetzt hatte auch glaubhaft klang, würde ich ihm nicht all zu sehr vertrauen.
      Auch hier einmal aus Interesse: Was glaubst du könnte er ihr bei der Übersetzung vorenthalten haben? 8o
      Oder allgemeiner gefragt: Was könnte er ihr vorenthalten? :whistling:

      Sunaki schrieb:

      Eine Theorie wäre: Möglicherweise wird der Riese ja versiegelt indem man ihn in einen Menschen verwandelt und der Professor ist durch Kyra auf der Spur nach dem Platz an dem er sich befreien kann? Sehr, sehr unwahrscheinlich.
      Der Professor machte einen guten Eindruck auf Watson und mit seiner Intelligenz bräuchte er Kyra nicht dazu um einen Platz zu finden an dem er einst beheimatet war.
      Wie so oft kommt hier eine Antwort, die ich schon öfter geschrieben habe: Da sind ein paar sehr gute Spekulationen im Abschnitt enthalten! 8o So auch für die längere, den Band übergreifende Story gesehen. :huh:

      Sunaki schrieb:

      Eine Story braucht bekanntlich einen mittleren und einen finalen dramaturgischen Höhepunkt. Wir haben eine sehr wahrscheinliche, einleuchtende Theorie wie Tina gestorben ist. Und selbst wenn Kyra noch nicht weiß was sei glauben soll, ist es für den Leser doch schon ein kleiner Aha Moment. Das wiederum bedeutet, selbst wenn Kyra noch herausfinden muss, dass es Magie gibt, braucht es noch ein Geheimnis das sie am Ende lüften kann, damit die Story zu einem guten Ende kommen kann.
      Der dramaturgische Höhepunkt geht natürlich auch meistens damit einher, dass die Stakes für die Charaktere höher werden. :rolleyes: Hehe. Also könnte da auch noch etwas drastischeres passieren. Aber ja, langsam kommen die Antworten für den Leser. Ihr habt ja lange genug gewartet. Und am Ende werde ich mich schlecht fühlen, weil natürlich nicht alle Mysteries in diesem Band geklärt werden und sich ein paar für eine Weile noch durchziehen werden. *seufz* SORRY! ;__;

      Sunaki schrieb:

      Da wäre noch die Stelle mit dem Chip. Ich hätte sie fast wieder vergessen.
      Wenn sie ihre Tasche im Auto gelassen hatte, kann ich mir gut vorstellen was passiert ist.
      Molly ist wirklich eingeweiht und hat den Professor angerufen und ihm gesagt das Kyra Beweise hat.
      Dieser rief sie deshalb an, um sie noch vor der Polizei sprechen zu können.
      Der Falke holt dann den Chip, weswegen er auch nicht im Gebäude war.
      Sogar der arme Merlin ist verdächtig?! Armer kleiner edler Vogel. <3

      Sunaki schrieb:

      Meine Theorie über den Professor müsste falsch sein. Entweder er war von Anfang an eingeweiht, oder er ist rein zufällig auch magisch und hatte nach dieser Begegnung angefangen Kontakt zu den anderen magischen Gruppen aufzunehmen.
      Jason wusste allerdings auch davon und es ist wahrscheinlicher, dass Sterling direkt nach Jason anruft, wenn Jason auch der Verräter war. Denn wenn er es von Molly gehört hätte, hätte er doch viel früher angerufen anstatt 2 Stunden zu warten? Jason hat auch mehr Verbindung zum Fall als der Professor.
      Es war ja eigentlich Maria, die Kyra den Tipp gegeben hat, Hilfe an der Uni zu finden. Jason ist da ja erst einmal nicht drauf gekommen. :saint:

      Sunaki schrieb:

      Bedauerlicherweise ist sie mehr ein Watson als ein Sherlock.
      Sag doch so etwas nicht! Ihr Selbstbewusstsein ist ohnehin schon angeknackst genug!
      Aber Recht hast du ja.

      Thrawn schrieb:

      Okay, es nimmt wieder mal ziemlich Fahrt auf. Zunächst einmal ist da natürlich wieder Molly - aber hier kommt sie mir fast schon wieder weniger verdächtig vor, hm. Das heißt, ganz frei von jedem Verdacht ist sie nicht und gerade diese Bitte, die Sache doch auf sich beruhen zu lassen ... Nun, da kann man schon misstrauisch werden. Aber es wirkt hier ein bisschen wahrscheinlicher, dass sie vielleicht wirklich nur besorgt ist - zumindest scheint mir das hier durchaus ein plausibler Grund zu sein, warum sie vorschlägt, die Sache auf sich beruhen zu lassen ("Verstrick dich nicht tiefer in etwas Gefährliches, wo du am Ende auch vielleicht noch selbst Probleme mit dem Gesetz bekommst, siehe Revolver"), während mir da die direkte Frage nach den Beweisen an früherer Stelle ein wenig verdächtiger vorkam.
      Ist an sich ja auch eine vernünftige Ansicht von Molly, oder? Auch wenn natürlich ihre Art, wie sie es zeigt, nicht die beste ist. Also um nicht zu sagen ihre Art es zu zeigen ist ziemlich beschissen. <.<

      Thrawn schrieb:

      Allerdings - wenn sie mit Wright und den anderen etwas zu tun hätte, dann wäre ich mir nicht sicher, ob sie Kyra dann schließlich doch relativ eindringlich nahelegen würde, zur Polizei zu gehen und das eben auch schnell
      Das ist ein guter Punkt, den du da anbringst. Und ja, wie du schon sagst, vielleicht gibt es hier mehr als zwei Parteien. :whistling:

      Thrawn schrieb:

      Nun ja, einerseits sind da natürlich seine Narben, die in der Tat sehr ungewöhnlich wirken.
      Vor allem die große Brandnarbe. Da ist natürlich ein Punkt woher die kommt. Denn ich denke mal nicht, dass der gute Andrew Sterling an einem Agni Kai beteiligt gewesen ist. xD (Spekulationen erwünscht.)

      Thrawn schrieb:

      nur war es eventuell dann halt kein Krieg, sondern eine Auseinandersetzung mit etwas Magischem
      Oder er war in einem magischen Krieg oder ist im Krieg auf etwas magisches getroffen. Immerhin sollen Dämonen ja von Blutvergießen angezogen werden. Oder er war als etwas magisches im Krieg. Oder selbst ein Dämon.

      Thrawn schrieb:

      Und natürlich muss man auch wieder überlegen, dass er Watson zunächst sehr suspekt war, aber dann - wie von Zauberhand - ihn besänftigen konnte.
      Vor allem wenn man bedenkt, wie Watson auf Wright reagiert hat... In Kapitel 4.

      Thrawn schrieb:

      edenfalls, dass er wiederum mit Bishop und Wright etwas zu tun hat, würde ich eher ausschließen - selbst wenn man die Möglichkeit bedenkt, dass er Kyra vielleicht hier nur falsche Informationen gibt, scheint es doch in dem Fall immer noch nicht sinnvoll, sie quasi dazu zu motivieren, noch einmal (und dann vielleicht mit ihm) die Stelle im Wald aufzusuchen, auch wenn er da etwas zurückhaltend wirkt.
      Das siehst du sehr richtig.
      Alles in allem hast du hier einige sehr gute Vermutungen zum Thema Andrew Sterling angestellt. :D Ich bin mal gespannt, was für Theorie du noch bezüglich dem guten Professor entwickelst.

      Ich bin ja echt beeindruckt, dass ihr sie immer noch auf dem Schirm habt.

      Thrawn schrieb:

      Dann kam mir noch ein Gedanke, als Sterling von einer metaphorischen Interpretation sprach, die den Geist als schlechte Gedanken interpretierte: Es ist jetzt ein totaler Schuss ins Blaue, aber vielleicht ist es ja irgendwie so, dass sich in der Tat schlechte Gedanken oder Ängste oder bestimmte Vorstellungen manifestieren. In der Hinsicht wäre es eine denkbar schlechte Idee gewesen, Jason dorthin mitzubringen, weil er natürlich das ganze Zeug um Monster und Werwölfe im Kopf hat.
      8o :whistling: :saint:

      Thrawn schrieb:

      habe ich da irgendwas nicht mitgekriegt?
      Weiß ich nicht? o.o

      Thrawn schrieb:

      Und das ist eigentlich unmöglich, weil Kyra von diesem Chip selbst noch niemandem erzählt hat.
      Das ist sehr wohl wahr.

      Thrawn schrieb:

      ein Abhörgerät zum Beispiel.
      Aber es ist halt wirklich die Frage ob sie davon etwas von dem Chip erfahren hätten. Immerhin, wie du schon sagst, sie hat es niemanden gesagt und selbst wenn sie sich hergeleitet hätten, dass sie einen Chip hatte, woher habe nsie wissen sollen, ob und wo sie diesen bei sich trägt?

      Thrawn schrieb:

      Eigentlich wäre noch ein langer Abschnitt über mögliche Interpretationen und Implikationen des Gedichts notwendig, aber um darüber nachzudenken brauche ich eine ruhige Minute, die ich jetzt - sieht auf die Uhr - die ich jetzt nicht habe.
      Haha. Gut, kann ich verstehen *schaut auf die Uhr*

      Thrawn schrieb:

      Aber gut, ich habe das Kapitel jedenfalls mal wieder sehr gerne gelesen und es scheinen sich ja so langsam auch wieder ein paar mehr Dinge zu ergeben. Und das nächste Kapitel soll ja auch sehr interessant werden, wie ich hörte.
      Ja, das nächste Kapitel wird sehr interessant. :evil:
      ...

      .......


      ............

      Und zwar nicht so, wie du denkst xD

      Pieces [Kurzgeschichtensammlung]

      Pomaika'i ma ahi [Fantasy à la Hawai'i]


    • So. Da ist es. Das große. Na ja, gar nicht mal so große. Aber das Kapitel, bei dem Seki und ich uns schon seit Wochen fragen, wie ihr darauf reagieren werdet! Kek.

      Das Kapitel ist mehr oder minder der Wendepunkt der Geschichte. Wer die Reise des Helden betrachtet, sollte es problemlos einordnen können. Aber ja, es ist so ziemlich das zweitwichtigste Kapitel im ganzen Band, würde ich einmal behaupten (das wichtigste kommt allerdings noch) und ich hoffe, dass ein paar für euch unerwartete Dinge in diesem Kapitel passieren werden.

      Davon abgesehen bin ich sehr auf die Spekulationen gespannt, da es hier ein paar neue Informationen geben wird - und einen definitiven "Aha"-Moment. ;)

      Also ja, gerade hier würden wir uns extrem auf eure Kommentare und generellen Reaktionen freuen! @Sunaki, @Thrawn, @Sheogorath, @Aprikose ;( So wirklich wirklich! :bitte:

      Aber gut, dann laber ich mal nicht weiter, sondern poste!







      Bereits als Kyra den Wagen parkte, wusste sie, dass irgendetwas nicht stimmte. Nun, viel eher war es Watson, der dies bemerkte, denn er legte, als sie auf den Hinterhof fuhren, die Ohren an und zeigte seine Zähne. Ein leises Knurren entrann seiner Kehle, während er seinen Körper deutlich anspannte.
      Ohne die Paranoia der letzten Tage wäre Kyra wohl davon ausgegangen, das eine von Mrs. Morrs Katzen ausgebrochen war und hier herumschlich – die Katzen und Watson führten nun schon seit drei Jahren eine Fehde – doch nun merkte sie, wie auch sie angespannt wurde.
      „Was ist denn los, Junge?“, fragte sie mit sanfter Stimme, als sie den Wagen geparkt hatte.
      Watson hatte seinen Blick auf die Gasse, die zur Vorderseite des Hauses führte, gerichtet. Er ließ ein kurzes, warnendes Bellen hören.
      ‚Was soll es schon sein?‘, sagte sich Kyra in einem Versuch sich selbst zu beruhigen. Es war noch Tag und sie waren mitten in Edinburgh. Hier konnte ihr nichts passieren.
      Dennoch wünschte sie sich nun wirklich eine Waffe.
      Was sollte sie nun tun? Sie versuchte zur Gasse zu spähen, sah aber nichts. Vielleicht war es ja wirklich nur eine Katze.
      Sie holte ein paar Mal tief Luft, um sich zu beruhigen und öffnete dann die Wagentür, um auszusteigen. Die Augen weiterhin auf die Gasse gerichtet, klappte sie den Fahrersitz vor, damit Watson herausspringen konnte. Er sah sie nur an, als wolle er fragen: „Das kann nicht dein Ernst sein, oder?“
      „Komm“, sagte sie, wobei sie in ihrer Anspannung leise sprach.
      Watson Kopf zuckte erneut zur Gasse und dann wieder zu ihr zurück, ehe er aus dem Wagen sprang, um diesen herum lief und sich hinstellte, um die Gasse anzubellen.
      Kyra schluckte und schlug die Tür zu. Sie ließ den Wagen unabgeschlossen – immerhin wollte sie nur den Chip holen und dann zurück und wenn hier wirklich jemand war, der ihr auflauerte, war es vielleicht ganz gut, mit dem Wagen fliehen zu können. Ja, als ob das funktionieren würde. Der Wagen würde wahrscheinlich nicht anspringen, so widerspenstig, wie der Motor in letzter Zeit war.
      „Okay, Kyra, alles in Ordnung“, redete sie sich selbst ein, als sie in die vielleicht einen Meter breite Gasse spähte und nichts sah; nicht einmal eine Katze.
      „Was hast du?“, meinte sie dann zu Watson, der noch immer wie wild bellte und knurrte. „Ist doch alles gut, Junge.“ Sie kraulte ihn, was er geschehen ließ, jedoch ohne mit dem Bellen aufzuhören.
      Kyra seufzte, richtete sich dann aber und ging voran, während der Berner Sennenhund wieder dazu überging, sich an ihre Beine zu pressen. Großer Held.
      Auch wenn es keine große Verteidigung bieten würde, hielt ihre Hand in der Jackentasche ihr Taschenmesser fest umschlossen. Es hatte ihr zumindest schon einmal geholfen.
      Gleichzeitig strafte sie sich jedoch für ihre Paranoia. Was sollte schon auf sie lauern? Es war helllichter Tag und sie waren Mitten in der Stadt.
      Erneut bellte Watson, als Kyra beinahe das Ende der kurzen Gasse erreicht hatte. Vorsichtig schaute sie um die Ecke, sich immer wieder einredend, dass Watson nur zu nervös war – nur um direkt danach eines Besseren belehrt zu werden.
      „Ms. Hare?“, fragte eine Stimme, als eine der zwei Personen, die vor dem Haus warteten, sich ihr zuwandte.
      Es war Thia Bishop, offenbar in Begleitung von Sean Wright, der noch immer an der Hauswand lehnte, ohne sich zu bemühen, seinen Missmut zu verbergen.
      Verflucht! Was zur Hölle taten die beiden hier?
      Kyra sah sich um. Sie waren zumindest nicht allein auf der Straße. Dahinten lief eine junge Frau mit einem Kinderwagen, etwas weiter hinten ein älteres Ehepaar. Okay, man würde sie kaum entführen können, oder?
      Nicht panisch werden, sagte sie sich, fasste das Taschenmesser jedoch noch fester. „Was zur Hölle macht ihr hier?“, fragte sie und wich vorsichtshalber vor ihr zurück, während Watson – helftenhaft – sich hinter ihr versteckte und sie damit fast zum Fallen brachte.
      Bishop verzog kurz das Gesicht, bemühte sich aber um ein Lächeln. „Wir wollten mit Ihnen reden.“
      „Aha“, machte Kyra nur entgeistert und sah zwischen den beiden hin und her.
      „Bitte, Ms. Hare, hören Sie uns erst einmal zu“, meinte Bishop und schien sich zu bemühen sanft zu sprechen.
      Sollte sie vielleicht besser weglaufen? Doch sie hatte im Wald gesehen, dass Bishop auf Dauer schneller sein würde als sie. Eigentlich musste Kyra es jedoch nur bis zu ihrem Wagen schaffen …
      Fuck, sie wurde ja doch panisch.
      ‚Beruhige dich‘, sagte sie sich. ‚Die beiden scheinen nicht bewaffnet zu sein. Wenn sie dir etwas tun wollten, hätten sie das schon getan.‘
      Ja, sicher …
      „Worüber?“, fragte sie vorsichtig. „Worüber wollt ihr reden?“
      „Über …“ Bishop zögerte. „Über die ganze Sache.“
      „Aha“, war erneut die einzige Antwort, die Kyra einfiel, während sie noch einen Schritt nach hinten machte.
      „Bitte, erlauben Sie mir zu erklären“, meinte Bishop und sah sich um, ehe sie die Stimme senkte. „Nur möglichst nicht ganz so öffentlich.“
      Bemühte sie sich eigentlich, wie ein Serienmörder in einem Splatterfilm zu klingen? Der Gedanke schaffte es zumindest Kyras Zunge zu lösen. „Ja, sicher. Und das Nächste, was ich weiß, ist, wie Mr. Schmollmund hier mir die Kehle durchschneidet! Sicher nicht!“
      „Bitte, glauben Sie uns!“ Beschwichtigend hob Bishop die Hände. „Wir sind nicht hier um Ihnen zu schaden. Im Gegenteil.“
      „Ja, und deswegen seid ihr Arschlöcher in meine Wohnung eingebrochen?“, erwiderte Kyra nur kühl. „Sicher. Total vertrauenserregend, echt!“ Ihre Stimme tropfte nur so vor Sarkasmus. Zurecht, wie sie befand.
      „Bitte“, begann Bishop erneut, mit – wie Kyra meinte – einer Spur Verzweiflung in der Stimme. „Hören Sie mir nur eine Weile zu. Ms. Hare, Kyra … Darf ich dich Kyra nennen?“
      „Nein“, erwiderte Kyra nur kühl. Soweit kam es noch.
      „Vergiss es, Thia“, grummelte Wright nun und stieß sich von der Wand ab. „Mit der kleinen Möchtegern-Detektivin ist nicht zu reden.“
      Bishop fuhr zu ihm herum und Watson, der die ganze Zeit weiter gebellt und geknurrt hatte, schreckte zurück und stoppte. Stattdessen wimmerte er leise
      „Sei ruhig, Sean!“ Bishops Stimme war ruhig, doch eine unausgesprochene Drohung schwang in ihr mit.
      Es war zu diesem Zeitpunkt, dass Kyra eine neue Narbe in Wrights Gesicht auffiel. Auf der linken Seite seines Gesichts, von der Seite seiner Nase über die halbe Wange verlief was aussah wie ein Schnitt. Wahrscheinlich von irgendeiner Barprügelei, schloss Kyra. Vielleicht hatte ihm jemand eine leere Flasche über den Kopf gezogen. Vielleicht war es auch ein Messerschnitt. Wie auch immer: Sie konnte es der Person nachfühlen. Sein Umgangston war furchtbar! Das einzige, was sie überraschte war, dass die Wunde dafür, dass sie eine Narbe hinterlassen hatte, bereits gut verheilt war. Sie hatte ihn das letzte Mal vor knapp drei Wochen gesehen und zu dem Zeitpunkt – da war sie sich sicher – hatte er die Narbe nicht gehabt.
      Die beiden starrten einander an, doch schließlich wandte Wright sich ab.
      Mit einem tiefen Atemzug, sah Bishop schließlich wieder zu Kyra. Sie leckte sich kurz unsicher über die Lippen, ehe sie erneut ansetzte. „Bitte, Kyra“, meinte sie – Kyras Antwort von zuvor offenbar ignorierend – „gib' mir fünf Minuten.“ Da war es wieder. Etwas Flehendes in ihrer Stimme. Etwas seltsam im Zusammenhang mit diesem offensichtlichen Einschüchterungsversuch.
      Kyra musterte sie und dann – mit, wie sie hoffte, Verachtung im Blick – auch Wright. Sie biss sich auf die Unterlippe und sah zu Watson, der nun einfach nur mit unterwürfig angelehnten Ohren und eingezogenem Schwanz hinter ihr stand. Dann seufzte sie. „Fünf Minuten“, sagte sie. „Aber wir bleiben draußen.“
      „In Ordnung“, erwiderte Bishop. „Hast du etwas dagegen, ein bisschen zu laufen?“
      Unsicher sah Kyra sich um. „Unter zwei Bedingungen: Wir bleiben, wo andere Leute sind, und der da“ – sie zeigte auf Wright – „läuft vor uns.“ Sie hatte keine Lust, dass er sie von hinten erstach.
      „Was?“, erwiderte Wright und funkelte sie an.
      Bishop jedoch warf ihm nur einen weiteren Blick zu. „In Ordnung“, sagte sie mit Nachdruck und gestikulierte dann ihrem „Freund“ vorzugehen.
      Ganz wohl war Kyra bei der ganzen Sache dennoch nicht. Das ganze konnte ja nur schief gehen, dachte sie sich. Doch zugegebener Maßen war sie neugierig genug, um zumindest kurz zuzuhören. Ja, ja, wie sagte man? „Neugierde ist der Katze Tod.“ Oder in ihrem Fall wohl eher „des Hasen Tod“.
      Sie seufzte und folgte dann, mit einer Hand auf Watsons Hals, Wright, den Blick jedoch weiterhin Bishop zugewandt. „Na dann“, meinte sie nur kühl, „rede.“
      „In Ordnung.“ Bishop seufzte kurz. „Ich kann dir garantieren, dass wir an keinem Verbrechen beteiligt waren.“
      „Du meinst, bis auf den Einbruch in meine Wohnung“, erwiderte Kyra zynisch. „Und den versuchten Mord, na ja, oder vielleicht auch nur Totschlag von mir und meinem Mitbewohner? Also angenommen, ihr habt diese Wölfe nicht zum Morden dressiert.“
      Erneut merkte sie, wie Bishop tief Luft holte und ihre Augen kurz schloss. „Die Wölfe sollen eigentlich nur Neugierige abschrecken, die uns zu Nahe kommen.“ Sie sprach mit gesenkter Stimme, beinahe als würde sie fürchten, dass jemand etwas von „Wölfen“ hörte und es direkt melden würde.
      „Und wieso?“ Kyra blickte sie an. Watson zitterte neben ihr. „Weil ihr einen illegalen Friedhof führt, auf dem ihr Leute verscharrt, die vermeintlich fortgezogen sind? Wer sind die anderen, die da begraben sind? Hmm?“
      Sie sah deutlich, wie Wright sich vor ihr anspannte und bereitete sich innerlich darauf vor, dass er jeden Moment sich zu ihr umdrehen könnte, im Versuch ihr einen Kinnhaken zu verpassen oder sie gar zu erwürgen, doch auch Bishop wirkte weiterhin unruhig.
      Erneut holte die junge Frau Luft. „Es ist nicht, wie du denkst“, sagte sie leise. „Wir haben Tina nicht getötet.“
      „Sie ist einfach nur ausgerutscht und hat sich das Genickt gebrochen?“ Kyra wusste, dass sie sich hier eventuell um Kopf und Kragen redete, doch sie konnte nicht anders: Die beiden machten sie wütend. Sie schienen doch zu wissen, dass das, was sie taten, illegal war. Also warum taten sie es überhaupt? Und was wollten sie nun von ihr?
      Wright blieb stehen und sah sich mit einem gefährlichen Blick in den Augen zu ihr um. „Red' nicht von Dingen, von denen du keine Ahnung hast!“
      Instinktiv schreckte Kyra etwas zurück, doch für den Moment siegte ihr Dickschädel über ihre Angst. „Ich habe Ahnung vom Gesetz und von Respekt vor den Toten und das was ihr da macht …“
      Mit zwei Schritten war Bishop zwischen ihnen. „Stop.“ Erneut sah sie Wright an, der selbst einen Schritt auf Kyra zugemacht hatte, als diese sprach, nun aber inne hielt. Für einen Moment meine Kyra ein Glimmen in seinen Augen zu sehen, doch Bishop wich keinen Schritt zurück. „Lass mich kurz allein mit ihr sprechen“, forderte sie dann.
      „Du hast gesagt, ich soll mitkommen“, zischte Wright mit leiser, tiefer Stimme und schien kurz davor Bishop anzugreifen.
      „Und jetzt sage ich, du sollst uns kurz allein lassen“, erwiderte Bishop kühl, den Tonfall offenbar nur mit Mühe ruhig haltend. „Also lass uns allein! Du hast auch ohne einen Vorfall schon genug Probleme.“
      Noch immer funkelten seine Augen, doch dann wandte er sich – ein paar Flüche unter seinem Atem murmelnd – ab und ging auf die andere Straßenseite.
      „Was zur Hölle ist sein Problem?“, murmelte Kyra und sah ihm misstrauisch hinterher.
      Ein dünnes, angestrengtes Lächeln umspielte Bishops Lippen, als sie sich ihr wieder zuwandte. „Er hat viel Temperament.“
      „Aha.“ Wieder fiel Kyra nicht mehr ein.
      Halb hatte sie damit gerechnet, dass Watson sich ein wenig beruhigen würde, sobald Wright etwas weiter entfernt war, doch noch immer drückte er sich zitternd an sie. Als er ihren Blick bemerkte, sah er mit bettelndem Hundeblick zu ihr auf und ließ ein leises Winseln hören, so als wolle er sagen: „Lass uns hier verschwinden, Frauchen.“
      Kyra vertraute ihrem Hund – zumindest wenn es darum ging, andere Leute einzuschätzen. Außerdem hatte sie mehr als genug Gründe, den beiden nicht zu vertrauen, Watson bestätigte sie nur. Sie kraulte ihn unter dem Halsband, halb um sich selbst zu beruhigen. Dann sah sie Bishop auffordernd an.
      Diese seufzte. „Schau … Ich weiß, dass du uns nicht glaubst, aber Tina ist unsere Freundin. Sie bedeutet uns viel.“
      „War“, korrigierte Kyra sie leise.
      Bishop ignorierte diesen Einwand und fuhr unbehelligt fort: „Ich weiß, dass du es nicht verstehst, aber ich kann dir nicht alles erklären. Glaub' mir nur so viel: Es war nie unsere Absicht, dich oder deinen Mitbewohner ernsthaft zu verletzen.“
      „Und auch nie eure Absicht, meine Unterlagen zu klauen?“, erwiderte Kyra, erneut voller Zynismus.
      Für einen Moment schloss die junge Frau die Augen. Wieder holte sie tief Luft, als müsse sie ihr eigenes Temperament unter Kontrolle halten. „Wir hatten gehofft, dass wir dich so davon abhalten können, zur Polizei zu gehen.“
      Ungläubig sah Kyra sie an. „Indem ihr ein Verbrechen begeht? Glorreiche Idee!“
      „Nun“, begann Bishop kurz. „Ich gebe dich zu, dass ich dich falsch eingeschätzt habe.“ Sie seufzte.
      „Und was? Habt ihr geglaubt, ihr würdet mich einschüchtern können?“, fragte Kyra. Die Frage war rein rhetorisch, denn die Antwort hatte sie schon lange herausgehört.
      Entsprechend störte es sie auch kaum, dass Bishop darauf nichts erwiderte.
      Kyra musterte sie kurz. Sie wurde aus der anderen Frau nicht klug. Auf der einen Seite hatte sie tatsächlich das Gefühl, dass sie ernsthaft verzweifelt war und das dies nicht mit der Aussicht zu tun hatte, unter Verdacht von der Polizei zu kommen, sowie, dass sie ihr nichts schlimmes wollte – anders als Wright – doch auf der anderen Seite war sie ohne Frage eine Verbrecherin und musste wissen, dass sie mit dem was sie dort im Wald taten nicht auf Dauer durchkommen konnten. „War das alles?“, fragte sie am Ende nur kurz.
      Bishop sah sie an. „Nein“, erwiderte sie. „Wir wollten dir ein Angebot machen.“
      Verächtlich hob Kyra eine Augenbraue. „Und was? Mich bestechen?“
      Sie meinte etwas Schuldbewusstsein in Bishops Blick zu sehen. „Ich weiß, dass du nur glauben wirst, wir wollen dich einschüchtern, wenn ich dir sage, dass du es bereuen wirst, wegen uns zur Polizei zu gehen. Ich will nicht, dass sie es deshalb auf dich anlegen“, sagte sie langsam und sah Kyra nun direkt an.
      „Sie?“ Kyra hob ihre Augenbraue noch höher. Wovon redete sie da?
      Bishop überging die Frage. „Deswegen will ich es anders versuchen. Ich weiß, dass du Sean letzte Nacht dabei aufgenommen hast, wie er in deiner Wohnung war. “ Sie sah kurz zu ihrem Freund, Kollegen oder was auch immer er war hinüber. „Ich gebe dir eintausend Pfund dafür nicht zur Polizei zu gehen und uns nicht weiter hinterher zu spionieren.“
      „Was?“, fragte Kyra ungläubig. Sie starrte sie an, sicher gerade nicht richtig gehört zu haben. Das konnte doch nicht Bishops Ernst sein.
      „Eintausend Pfund, sowie einhundert Pfund monatlich für ein Jahr“, antwortete Bishop mit gesenkter Stimme. „Das wären gesamt 2200 Pfund.“
      „Aber“, setzte Kyra an, brach dann jedoch ab. „Fuck“, murmelte sie dann leise. Sie blieb stehen.
      Sie war professionell. Sie war eine Detektivin. Keine besonders erfolgreiche Detektivin, zugegebener Maßen, aber eine echte Detektivin! Ihr Ziel war es irgendwann mit der Polizei zusammen zu arbeiten, da konnte sie sich nicht einfach bestechen lassen. Immerhin ging es hier nicht nur um sie, sondern auch um Tina Wallace und wer auch immer sonst auf diesem Friedhof begraben lag, während Freunde, vielleicht sogar auch Verwandte nach ihnen suchten. Es ging auch um diese Freunde und Verwandte. Verdammt noch einmal, sie konnte nicht einfach …
      Auf der anderen Seite, hatte ihr Wagen definitiv eine Generalüberholung nötig und das allein würde sie mehrere hundert Pfund kosten. Ohne Wagen könnte sie ihren Job nicht ausführen und ohne Job könnte sie ihre Miete nicht zahlen.
      Verdammt, sie hatte mehr Integrität als das! So leicht konnte sie sich nicht in Versuchung führen lassen.
      Dann aber wieder war da der Fakt, dass sie halb nicht davon ausging, dass man ihr bei der Polizei glauben würde. Oder Molly würde sich einschalten und alle davon überzeugen, dass sie paranoid war. Bestenfalls bekam man Wright für den Einbruch dran, aber Kyra würde nicht verwundert sein, wenn niemand auch nur in den Wald nachschauen ging. Ja, sie hatte vielleicht nicht den besten Eindruck von der Polizei, doch wer konnte ihr das schon nach den letzten Wochen verdenken? Niemand hatte der Sache nachgeforscht, selbst als Jason verletzt worden war …
      „Was sagst du?“, fragte Bishop, die wie Kyra stehen geblieben war und etwas nervös auf ihren Füßen vor und zurück wippte, die Hände tief in die Taschen ihres Mantels gesteckt.
      Kyra hasste sich dafür, als sie erwiderte: „Was ist mit meiner Festplatte?“
      „Die kriegst du unbeschädigt zurück“, erwiderte Bishop. „Und Sean entschuldigt sich bei dir für den Einbruch.“ Sie warf Wright, der auf der anderen Straßenseite mit verschränkten Armen gegen eine Hauswand lehnte und noch immer wütend zu ihnen hinüberstarrte, einen kühlen Blick zu.
      Kyra zögerte. Sie konnte das nicht einfach so machen! Verflucht noch einmal, sie wollte professionell sein und sich in diesem Job beweisen! Was würde man tun, wenn jemand davon erfuhr?
      Doch wer würde es glauben? Wer sollte von dem Friedhof im Wald erfahren? Sicher, da war Jason und Professor Sterling, aber keiner von den beiden schien ein großes Interesse daran zu haben, dass es an sich kriminell war Leichen einfach so zu verscharren.
      Und wenn es um den Einbruch und Diebstahl ging, war es ihre eigene Entscheidung, ob sie Anzeige erstatten würde oder nicht. Nun, technisch gesehen auch die ihrer Vermieterin.
      Jason wusste, dass es Wright gewesen war. Wie sollte sie es ihm erklären?
      Doch ansonsten … Sie hatte bereits Anzeige gegen Unbekannt aufgegeben. Sie konnte vorgeben, dass sie sich geirrt hatte, dass es nicht Wright war. Jason hatte ihn nie gesehen und das Bild war – wie bei solchen Überwachungskameras üblich – alles andere als gestochen scharf.
      „Bitte“, sagte Bishop schließlich und wieder lag ein verzweifeltes Flehen in ihrer Stimme.
      Oh verdammt.
      Verdammt …
      Kyra seufzte, biss auf die Innenseite ihrer Unterlippe, hob dann aber den Blick, um Bishop anzusehen. „Deal“, sagte sie leise.
      Bishop atmete – offenbar erleichtert – auf. „Danke“, hauchte sie.
      Darauf sagte Kyra nichts. Sie hasste es, nachgegeben zu haben, doch am Ende führte kein Weg dran vorbei: Sie brauchte Geld und gutes Gewissen hin oder her, konnte sie es nicht für die minimale Chance aufs Spiel setzen, dass die Polizei sie dieses Mal ernst nahm. Okay, nein, sie belog sich selbst. Sie wollte es nicht.
      Ja, sie war bisher nicht bei der Polizei an sich gewesen, hatte nur mit Molly geredet, aber was für einen Unterschied machte es am Ende?
      Vielleicht redete sie sich das nur ein, doch am Ende … Was sollte sie tun? Ablehnen, ja … Und dennoch tat sie es nicht.
      Sie war bestechlich.
      „Ich verspreche dir, dass wir keine Mörder sind“, sagte Bishop, offenbar da sie Kyras Zweifeln bemerkte.
      Kyra sah sie nur an, sagte aber noch immer nichts. Immerhin wäre das genau das, was die meisten kaltblütigen Mörder ebenso sagen würden.
      Für einen langen Moment herrschte Stille. Einzig Watson sah Kyra wimmernd an, ganz so als wisse er, was sie gerade getan hatte. Nun, oder vielleicht auch nur, weil er sich noch immer fürchtete.
      Schließlich nickte Bishop Wright zu, woraufhin dieser sich von der Wand abstieß und die Hände in den Taschen seiner Jeansjacke vergraben zu ihnen hinüber kam. Die beiden wechselten einen Blick, wobei Kyra dieses Mal Bishops Augen sehen konnte. Sie waren streng, erinnerten sie beinahe an eine Lehrerin, die einen aufmüpfigen Schüler rügte. Hätte sie sich nicht so schlecht gefühlt, hätte sie das vielleicht amüsiert.
      Bishop nickte schließlich erneut, woraufhin Wright eine Grimasse zog und sich schließlich Kyra zuwandte. Steif streckte er die Hand aus. „Es tut mir leid“, sagte er mit einem bitteren Nachdruck, der seine Worte lügen strafte, „dass ich bei dir eingebrochen bin und dich bestohlen habe.“
      Etwas zögerlich ergriff Kyra die Hand, noch immer halb damit rechnend, im nächsten Moment erstochen zu werden. Doch nichts dergleichen geschah. „Das hoffe ich“, grummelte sie zur Antwort.
      Sie beobachtete ihn und hatte den Eindruck, dass er den Kiefer zusammenpresste, so wie auch sie es tat, wenn sie etwas sagen musste, das sie nicht sagen wollte. Dann ließ er ihre Hand los und zog seine zurück, beinahe als hätte er sich verbrannt. Er wechselte einen weiteren Blick mit Bishop und wandte sich dann ab.
      Bishop sah sich kurz um, um sicher zu stellen, dass niemand in der Nähe war. Dann holte sie einen Briefumschlag hervor. Noch mehr Klischees!
      „Hier“, sagte sie gegen einen Wagen gelehnt und reichte Kyra den Umschlag.
      Kyra sagte nichts, verstaute den Umschlag aber in ihrer Innentasche, sich nun wünschend, sie wären doch in einer Seitengasse. Wenn sie jemand sah …
      „Wenn ich“, begann sie schließlich unsicher und setzte ein zweites Mal an. „Wenn ich bis morgen Mittag meine Festplatte nicht habe, dann kann es sein, das ich mir das ganze noch einmal überlege“, sagte sie.
      „Was?“ Wright fuhr zu ihr herum, doch Bishop hob eine Hand und sah ihn noch einmal wütend an.
      „Keine Sorge“, sagte Bishop ruhig.
      Kyra nickte. „War das alles?“
      Für einen Moment zögerte Bishop, leckte sich über die Lippen und sah zur anderen Straßenseite. „Dein Auftraggeber … Dein Auftraggeber war nicht zufälliger Weise eine alte Frau, oder?“
      Irritiert sah Kyra sie an. Fast schon hätte sie „Nein“ erwidert, besann sich dann aber eines besseren. Sie konnte sich zumindest ein wenig Professionalität bewahren: „Ich darf nicht über meine Auftraggeber sprechen, Ms. Bishop.“
      Sie erntete einen geknickten Blick, jedoch keine Antwort, weshalb Kyra ihre Frage von zuvor wiederholte:
      „War das alles?“
      „Ja“, erwiderte die andere Frau und nickte. „Schau … Wir müssen es nicht kompliziert machen, Kyra. Du lässt uns in Ruhe, bekommst dein Geld und wir lassen dich in Ruhe.“
      „Ja …“ Kyras Stimme war rau, doch sie wandte den Blick ab. Sie wollte sich gänzlich abwenden, als sie jedoch nicht widerstehen konnte, doch noch einmal nachzufragen: „Was ist wirklich mit Tina Wallace passiert?“
      Mit düsterem Ausdruck auf dem Gesicht sah Bishop sie an. „Sie ist zu ihrer Mutter nach Schweden gezogen“, sagte sie nur und wandte sich nun ihrerseits ab. „Das ist alles, was du wissen musst.“
      Kyra nickte. Sie wusste, dass Bishop log.
      Vorsichtig wandte sie sich ab, noch immer mit einer Attacke von Wright rechnend. Der Typ hatte etwas gefährliches an sich. Etwas, das sie so gar nicht mochte.
      Doch wieder geschah nichts. Als sie sich nach einigen Schritten umsah, bemerkte sie, wie er ihr noch immer mit grimmigem Blick nachsah, sich dann aber abwandte und Bishop folgte.
      Kyra seufzte. „Komm, Watson“, sagte sie leise und geknickt. „Lass uns nach Hause gehen.“
      Sie fühlte sich dreckig. So dreckig wie noch nie. Was überraschend war, nach all den Morgen nach einer durchgezechten Nacht, an denen sie in manch prekärer Situation aufgewacht war. Aber das hier war etwas anderes. Etwas anderes, als ein dummer Fehler im Alkoholrausch. Sie hatte sich bewusst entschieden, das Geld anzunehmen. Und dabei wusste sie nicht einmal, ob wirklich Geld in dem Umschlag war.
      Beinahe hoffte sie nicht. Denn wenn Thia Bishop gelogen hatte, gäbe es auch für sie keinen Grund, nicht doch noch zur Polizei zu gehen. Mit diesem wenig tröstlichen Gedanken schloss sie die Haustür auf und betrat schließlich das Treppenhaus, der Umschlag schwer in ihrer Jackentasche.





      Pieces [Kurzgeschichtensammlung]

      Pomaika'i ma ahi [Fantasy à la Hawai'i]
    • So, nehmen wir also alles was wir haben und machen das Beste draus.
      Die Handlung fängt damit an, das Kyras Hauptverdächtige mit ihr Verhandeln wollen.
      Geben sie ihren mystischen Hintergrund zu? Nein, nicht wirklich. Das ist auch logisch, denn auch wenn sie sehr gut weitergekommen ist, dürfte sie noch Meilen weit von der Lösung des Falls entfernt sein. Sie hätten keinen Grund dazu.
      Dafür erkennen wir eine Narbe in seinem Gesicht. Die Narbe bestätigt nahezu dass er ein Werwolf ist, dass er damals da war und sogar dass er über eine starke Wundheilung verfügt.
      Weiterhin scheint er angepisst zu sein, wegen der Narbe, das ist aber nicht so wichtig.
      Überraschenderweise wollen sie sie bestechen. Und noch überraschender ist, dass Kyra sich darauf eingelassen hat.
      Wichtig ist bei dem Gespräch zwischen Kyra und den beiden, dass sie wirklich nur einen Bestechungsversuch gemacht haben und ihr nichts erklärt haben. Das bedeutet als Leser muss man besonders achtsam sein.
      Aber nicht ganz. Sie haben zugegeben, dass Wight für die EinbrüchE zuständig ist, die Festplatte gestohlen hat und was für einen Sinn die Wölfe hatten.
      Mensch Kyra, ich an ihrer Stelle hätten den Moment genutzt und ihn weiter bearbeitet. Ich hätte eiskalt gefragt. "Nur damit wir uns richtig verstehen, wie oft sind sie bei mir eingebrochen? Und wie kamen sie durch die Tür?"
      Genau, wie kam er lautlos durch die Tür und war er wirklich der einzige der bei ihr eingebrochen war? Vielleicht weiß er sogar, dass er nicht der einzige war und hat den anderen nur gedeckt, damit sie nicht neugierig wird. Und, warum hat er sie mehrfach besucht?
      Er war mindestens 4 mal bei ihr. Damals als die Akte draußen lag, damals als die Festplatte gestohlen wurde, damals als sie meinte sie hätte das Gefühl das in der Zwischenzeit wieder jemand bei ihr war und zum Schluss als er von der Kamera erwischt wurde.
      Langsam habe ich das Gefühl er kommt auch aus ganz anderen Gründen zu ihr. ^^
      Kam eigentlich auch raus, was Bishop beruflich macht, denn so wenig hat sie ihr nicht angeboten. Storytechnisch kann ich mir auch vorstellen, dass nachdem alles raus ist, aus einer Bestechung eine Art Entschädigung wird. Das Kyra weil sie später eingeweiht wird ihren Beruf nicht mehr so ausführen kann wie früher und deshalb von ihr eine Unterstützung bekommt. Mal sehen.
      Gut, die Frage ist ob ich was überlesen habe.
      Gerade aus dem was jemand nicht sagt kann man meistens viel mehr herauslesen. Es lohnt sich sicher das Kapitel später nochmal durchzulesen.
      Der Lesefluss ist übrigens angenehm geworden. Man kommt gut durch das Kapitel.




      Wieder ein paar Zitate:
      Spoiler anzeigen


      Alaiya schrieb:

      Es war zu diesem Zeitpunkt, dass Kyra eine neue Narbe in Wrights Gesicht auffiel. Auf der linken Seite seines Gesichts, von der Seite seiner Nase über die halbe Wange verlief was aussah wie ein Schnitt.
      Der Angriff auf den Wolf mit dem Messer kam beim 1. Besuch zustande, oder? Es ist anzunehmen, dass es Die selbe ist.
      Das bestätigt das er dabei war und das Kapitel bestätigt, dass sie immer noch engen Kontakt zueinander haben.

      Alaiya schrieb:

      Auf der anderen Seite, hatte ihr Wagen definitiv eine Generalüberholung nötig
      Wow, wenn das nicht der Moment sein sollte auf den du angespielt hast, dann hättest du eine schlechte Menschenkenntnis.
      Das ist gewagt. Geht aber in eine sehr interessante Richtung. Ihre Geldsorgen wurde ja schon aufgebaut und es ist denke ich realistisch das ein Detektiv in der Lage anfängt so einen Fehler zu begehen, aber eigentlich befindet sie sich in einer besseren Periode momentan. Sie hatte gerade einen Auftrag beendet und ihr Langzeitauftraggeber ist zwar verstimmt, muss aber früher, oder später nachzahlen.

      Kyra war bisher sehr menschlich und sympathisch, aber hatte noch keinen großen Erfolg vorzuweisen, zumindest in der Haupthandlung.
      Deshalb hoffe ich, dass sie uns langsam zeigt was in ihr steckt und das sie das Mysterium auf eigene Faust löst.
      Der Deal bezieht sich glaube ich eh nur darauf nicht zur Polizei zu gehen.

      Alaiya schrieb:

      Für einen Moment zögerte Bishop, leckte sich über die Lippen und sah zur anderen Straßenseite. „Dein Auftraggeber … Dein Auftraggeber war nicht zufälliger Weise eine alte Frau, oder?“
      Ob diese Frau nun existiert? Oder sagte sie genau das Gegenteil, damit Kyra sie korrigiert?
      In Kriminalromanen wurde schon früher eine solche Technik vor. Das heißt, die alte Frau kann existieren, muss aber nicht.

      Alaiya schrieb:

      der Umschlag schwer in ihrer Jackentasche.
      Möglicherweise ist tatsächlich etwas anderes im Umschlag? Ich fürchte nicht, aber es wäre eine Methode ihr Dinge zu gestehen, ohne sie zu verängstigen.

      Alaiya schrieb:

      NEEEEEIN! Ich brauche dich! Du hälst meine/unsere Moral oben! Du darfst uns nicht verlassen!
      OK, überredet.

      Alaiya schrieb:

      Nicht viel. Er ist rein, hat die Kamera bemerkt, ist wieder raus.

      Zitat:
      Die Person, die kurz in die Kamera sah und dann ohne etwas weiteres zu tun, so schnell es ihm offenbar möglich war, wieder aus dem Zimmer verschwand, war [...] niemand anderes als Sean Wright.
      Ach damn, das habe ich überlesen. Wäre ein echt wichtiger Hinweis geworden.

      Alaiya schrieb:

      Wo könnte sie denn hinfahren? (Ich will Theorien hören!!!)
      Puh ich habe jetzt echt keine Ahnung mehr. Sean und Bishop scheinen sie ja davon abhalten zu wollen zur Polizei zu gehen.
      Molly hingegen würde sie doch immer wieder abfangen. Oder? Wenn Molly erkannt hat, dass sie Kyra nicht länger hinhalten kann, hat sie vielleicht den beiden bescheit gestoßen und mit ihnen ausgemacht dass sie Kyra bestechen.
      Molly wird wohl am besten wissen, dass das Aussicht auf Erfolg hat.

      Außerdem hat Jason eine homosexuelle Beziehung mit dem Falken. :D

      Alaiya schrieb:

      Auch hier einmal aus Interesse: Was glaubst du könnte er ihr bei der Übersetzung vorenthalten haben?
      Oder allgemeiner gefragt: Was könnte er ihr vorenthalten?
      Du behauptest also, dass der Hauptteil stimmt?
      In dem Fall würde ich sagen, dass er ihr vorenthalten hat, dass der Riese nicht sterben kann und immer wieder aufs neue wiederkommt. Oder ein Ei legt das irgendwann schlüpft, oder so was.
      Oder er hat ihr verschwiegen was mit denen passiert, die den Riesen töten. Es heißt zwar, sie sterben mit, aber stimmt das auch?

      Alaiya schrieb:

      Es war ja eigentlich Maria, die Kyra den Tipp gegeben hat, Hilfe an der Uni zu finden. Jason ist da ja erst einmal nicht drauf gekommen.
      Das schließe ich tatsächlich aus. Sie könnte zwar in Verbindung mit dem Professor stehen, wusste aber in dem Moment nichts davon, dass Kyra Beweismaterial bei sich trägt.
      Meine aktuelle Fanfiction Tres vicios nobles
    • Heyho,

      ich werd mich dann gleich mal eurem neuesten Kapitel widmen, für das ihr euch so sehr Feedback wünscht. Zuerst aber noch eine Anmerkung: Die Überschriftsbildchen sind mit einem dunklen Stil nicht gut zu lesen - vielleicht fällt euch ja noch eine anpassbare Lösung ein, z.B. ein Hintergrund?

      Quotes

      Alaiya schrieb:

      „Komm“, sagte sie, wobei sie in ihrer Anspannung leise sprach.
      Schönes Detail. Es ist wichtig, die Auswirkungen bestimmter Situationen auf die Verhaltensweisen zu bedenken - sowas würzt die Handlung gewissermaßen und verleiht ihr mehr Lebendigkeit.

      Alaiya schrieb:

      Kyra seufzte, richtete sich dann aber und ging voran
      *richtete sich dann aber auf
      War das gemeint?

      Alaiya schrieb:

      helftenhaft
      *heldenhaft

      Alaiya schrieb:

      sich hinter ihr versteckte und sie damit fast zum Fallen brachte.
      Haha, das finde ich sehr anschaulich und paradox-komisch. Vor allem kann ich mir dieses Verhalten sehr gut vorstellen!

      Alaiya schrieb:

      „Aha“, machte Kyra nur entgeistert und sah zwischen den beiden hin und her.
      'Entgeistert' ist hier finde ich nicht 100%ig das geeignete Wort ... es steht ja eher für Starre, ein wie-gelähmt-Sein, wozu das eher gedehnt klingende "aha" nicht so recht zu passen scheint. 'langsam', 'skeptisch' oder 'vorsichtig' würde hier vielleicht besser passen.

      Alaiya schrieb:

      „Bitte“, begann Bishop erneut, mit – wie Kyra meinte – einer Spur Verzweiflung in der Stimme.
      Interessant. Das Grüppchen scheint sich also in irgendeiner Form durch die Nachforschungen bedroht zu sehen. Das weist darauf hin, dass irgendetwas drängt ... vielleicht hat sich etwas verändert, weshalb die Gruppe das Problem Kyra schneller angehen muss als anfangs gedacht - zumindest scheint irgendetwas im Hintergrund vor sich zu gehen, weshalb das Vorgehen plötzlich geändert wird.

      Alaiya schrieb:

      Es war zu diesem Zeitpunkt, dass Kyra eine neue Narbe in Wrights Gesicht auffiel. Auf der linken Seite seines Gesichts, von der Seite seiner Nase über die halbe Wange verlief was aussah wie ein Schnitt.
      Ha ha, also doch Werwölfe. Ist jetzt finde ich ziemlich eindeutig, da es sich bei Sean um den Wolf zu handeln scheint, dem Kyra bei jener Verfolgungsjagd im nächtlichen Wald das Messer in die Schnauze gestochen hat - es wäre jedenfalls ein sehr komischer Zufall, wenn es nicht so wäre.
      Wenn es also so ist, würde ich aber dazu raten, das recht schnell 'offiziell' aufzulösen. Man neigt bei Geheimnissen ja dazu, sie möglichst lang hinauszuziehen, aber man muss aufpassen, dass man einen gewissen Punkt nicht überschreitet. Ich habe mal eine Geschichte gelesen, wo immer mal wieder aus der Perspektive eines namenlosen Feindes geschrieben wurde, man sich irgendwann aber denken konnte, dass es sich um einen der Protagonisten handelte. Das ist an sich echt cool, nur wurde es irgendwann (imo) zu offensichtlich, sodass die Geheimniskrämerei gegenüber dem Leser schon etwas gezwungen wirkte. Mein Rat also: Löst das für den Leser jetzt recht schnell auf oder streut plausible Verwirrung.

      Alaiya schrieb:

      Sie leckte sich kurz unsicher über die Lippen
      Wieder ein schönes Verhaltensdetail. Achtet da weiterhin so schön drauf!

      Alaiya schrieb:

      „Neugierde ist der Katze Tod.“ Oder in ihrem Fall wohl eher „des Hasen Tod“.
      ha ha - nettes Wortspiel

      Alaiya schrieb:

      Ich gebe dir eintausend Pfund dafür nicht zur Polizei zu gehen und uns nicht weiter hinterher zu spionieren.
      Das 'dir' ist hier zu viel, nicht?

      Alaiya schrieb:

      Kyra seufzte, biss auf die Innenseite ihrer Unterlippe, hob dann aber den Blick, um Bishop anzusehen. „Deal“, sagte sie leise.

      Alaiya schrieb:

      Und dabei wusste sie nicht einmal, ob wirklich Geld in dem Umschlag war.
      Beinahe hoffte sie nicht. Denn wenn Thia Bishop gelogen hatte, gäbe es auch für sie keinen Grund, nicht doch noch zur Polizei zu gehen. Mit diesem wenig tröstlichen Gedanken schloss sie die Haustür auf und betrat schließlich das Treppenhaus, der Umschlag schwer in ihrer Jackentasche.
      Ich vermute, das ist es, wozu ihr Meinungen hören wollt. Also ich hatte ja schon befürchtet, dass sie ganz heroisch ablehnt - dieses Schwanken und dann abwehrend mit der Hand wedeln hat man schon so oft gesehen, dass es oft gestellt wirkt. Es kommt natürlich auch auf den Charakter der jeweiligen Figur an, aber in diesem Kontext passt es finde ich ganz gut. Zumal später die Gewissensbisse kommen, die für Kyras Charakter schon obligatorisch sind.


      Ich seh schon, es wird immer interessanter hier mit euch. Man taucht ganz allmählich tiefer in die Geheimnisse ein und fragt sich, wie das wohl noch verlaufen wird. Ganz abgesehen davon, dass auch die Figuren tiefer werden und charakterliche Schwächen offenbaren, was sie plastischer und lebensnaher werden lässt. In Kyras Situation wären natürlich beide Varianten möglich gewesen (sowohl Annahme der Bestechung als auch Ablehnung), aber vom Aufbau her war es so, wie ihr das gemacht habt, eindeutig die bessere Wahl. Hättet ihr Kyra ablehnen lassen wollen, hätte sie nicht so sehr abwägen dürfen, das wäre zu gestellt gewesen, dafür hätte sie dann hinterher nochmal in Gedanken wälzen können, ob das richtig war. Aber ist gut so!

      Wir sehen uns beim nächsten Mal!

      ~ Sheo
    • Oh, da bin ich wieder. Ich hab einiges „verpasst“, sozusagen. Natürlich nicht wirklich verpasst, weil ich jedes Kapitel immer brav sofort gelesen habe, als es rauskam, ich hatte nur eben nicht die Zeit, auch ein Kommentar zu schreiben. Rip.

      Also gut, in diesem Kapitel ist viel passiert. Zunächst mal erfahren wir, dass Thia Bishop ein miserables Gedächtnis hat. Kyra natürlich auch, aber das wussten wir ja eh schon xP

      Ausführliche, lückenlose und umfassende Beweisführung

      Kapitel 2 schrieb:

      „Ich wurde von Thomas Rowe angeheuert.“ Sie war nur dankbar, dass er ihr erlaubt hatte, offen über ihn als Auftragsgeber zu sprechen – doch dann wiederum gab es hier wohl keinen Grund es zu verbieten.

      Kapitel 6 schrieb:

      „Wer hat dich beauftragt?“, fragte Bishop.
      Kyra presste ihre Kiefer zusammen. „Ein ehemaliger Klassenkamerad von ihr. Nicht, dass es dich etwas angeht!“
      Ein seltsamer Ausdruck legte sich über Bishops Gesicht, während sie Kyra ansah. War es Reue? „Geh zu ihm. Sag ihm, sie ist bei ihrer Mutter. Sie ist fortgezogen.“
      […]
      „Dann solltet ihr es verflucht noch mal verstehen!“, rief Kyra beinahe von Panik übermannt aus. „Der Mann, der mich angeheuert hat, ist auch ein Freund von Tina gewesen! Er macht sich Sorgen um sie. Auch die Frau, deren Wagen ihr verflucht noch mal aufgebrochen hat! Sie macht sich Sorgen. Sie waren auch Freunde von Tina. Wie ihr! Sie wollen nur wissen, was mit ihr passiert ist! Bitte! Verdienen sie nicht, die Wahrheit zu erfahren?“
      Der Wolf zu Kyras Linken drückte seinen Vorderkörper zu Boden, als wolle er sich zum Sprung bereit machen, doch Bishop wandte sich ihm zu. „Hör auf!“

      Kapitel 15 schrieb:

      Für einen Moment zögerte Bishop, leckte sich über die Lippen und sah zur anderen Straßenseite. „Dein Auftraggeber … Dein Auftraggeber war nicht zufälliger Weise eine alte Frau, oder?“
      Irritiert sah Kyra sie an. Fast schon hätte sie „Nein“ erwidert, besann sich dann aber eines besseren. Sie konnte sich zumindest ein wenig Professionalität bewahren: „Ich darf nicht über meine Auftraggeber sprechen, Ms. Bishop.“

      Smh!


      Aber uff. Es ist echt so viel passiert. Kyra ist mit Jason zusammen nochmal zu diesem Grab gefahren und sie haben dort nen Live-Werwolf gesehen. In dem Kapitel wurde Jason auch von nem Wolf verletzt. Ob er jetzt auch zu nem Werwolf wird? :O
      Letztendlich wissen wir bisher ja weder, wer wirklich alles Werwolf ist (außer Sean, bei dem es recht safe wirkt), noch, wie diese Krankheit - wenn es denn eine ist - übertragen wird. Vielleicht durch einen Biss eines anderen Werwolfs? Oder bekommen Werwölfe einfach kleine Werwolfkinder? Zwischen Rowe und Tina lief ja allem Anschein nach damals eine Romanze (wieso sonst hätte er Teile der Briefe schwärzen sollen?). Möglicherweise haben sie verhütet. Aber vielleicht überträgt sich das ganze ja auch durch Küsse oder Geschlechtsverkehr?

      Diesen Prof. Sterling hab ich ja auch komplett verpasst. Ich halte ihn für recht nett, aber er ist vermutlich auch ein Werwesen oder sowas. Ich frage mich ja rückblickend auch, wer diese Eule ist. Ich hätte ja gesagt es müsste Bishop sein, aber so wie Bishop sogar Leute wie Sean in ihre Schranken verweist vermute ich, dass sie wirklich ein Werwolf ist. Sie hat ja auch sowas bedrohliches an sich. Matt hingegen wurde damals als unscheinbar und normal beschrieben. Vllt passt das eher zu ner Eule? Auch wenn ich es echt cool finden würde, wenn Bishop die Eule ist, denn Eulen sind cool und Bishop auch. Jedenfalls wird die Eule entweder selbst ein Werwesen sein oder aber von jemandem kontrolliert. Sie wirkt einfach zu intelligent für eine Eule.

      Wo wir gerade bei Bishop sind: Bishop ist ja echt toll. Ich mochte sie schon bei ihrem ersten Auftreten, aber mittlerweile gefällt sie mir echt gut. Sie lässt echt darauf vermuten, dass es da anscheinend eine Community an Werwesen gibt, die in Trossachs leben und sie wirkt wie eine Anführerin. Sie scheint sich sehr an Menschlichkeit und Zivilisation gebunden zu fühlen, da sie Kyra nichts tun möchte. Dennoch drängt Kyra diese Community sehr in die Ecke. Immerhin hat sie ja sogar einen der Wölfe angeschossen - wenn das ein Werwolf war, dann rip. Kann Seans Wut ein wenig verstehen, der hat ja auch was abbekommen. Natürlich selbst schuld, sie haben ja angegriffen. Aber es verlangt schon einiges an Charakter ab, in so einer Situation dann so zu reagieren wie Bishop. Ganz offensichtlich wollen sie nichts Böses, aber sie fühlen sich mit dem Rücken an die Wand gedrängt. Jedenfalls vermute ich das über Bishop. Ich hoffe, dass irgendwann das alles auffliegt und Bishop zu einem der Hauptcharaktere wird.

      Eine weitere interessante Äußerung ist natürlich, dass Bishop von Tina in der Gegenwart redet. Das bedeutet wohl, dass Tina ihr in irgendeiner Form noch präsent ist. Entweder sie lebt eben einfach noch, dann hat sich Kyra die ganze Zeit über so massiv geirrt wie es quasi überhaupt möglich ist, oder aber Tina ist tot und lebt fort, weil sie von irgendetwas besessen ist, oder eben sie ist als Geist zurückgekehrt. Es ist jedenfalls für mich einer der interessantesten Sätze des Kapitels gewesen, weil er eben darauf hindeutet, dass Tina möglicherweise tatsächlich irgendwann noch einmal auftreten könnte. Kann aber natürlich auch sein, dass Tina eben im Kampf gegen diesen Bergriesen verstorben ist oder etwas in der Art. Hatte ein Kommentar von Sunaki überflogen, wo er meinte, man könnte Tina möglicherweise als Vessel für einen Geist benutzt haben, um den zu bannen oder sowas, wenn ich mich richtig erinnere. Klingt in dem Kontext zwar sinnvoll, andererseits macht das nur begrenzt Sinn, dass man Tina vergraben hat, wenn sie noch lebt.

      Möglicherweise hat sie ja auch den Platz ihrer Mutter übernommen oder etwas in der Art. Die Mutter war nie das Thema zwischen Tina und ihren Freunden, es wirkte so, als sei sie nicht existent, steht ja nichtmal in der Geburtsurkunde. Erst nach ihrem Verschwinden wurde ihre Mutter Thema, und zwar in der Behauptung, sie sei zu ihrer Mutter gezogen. Also hat ihr Verschwinden möglicherweise wirklich etwas mit ihrer Mutter zu tun und daher war es der erste Gedanke, den man hatte, als man eine Coverstory brauchte. Der Vater wirkte am Telefon auch recht verbittert. Könnte ebenso darauf hindeuten, dass etwas in der Art passiert ist. Auf diesem Friedhof sind über 20 Gräber unterschiedlichen Alters. Vielleicht müssen regelmäßig Opfergaben gebracht werden, um irgendetwas aufrechtzuerhalten. Jedenfalls wird es auch nicht so gewesen sein, dass Tina plötzlich verschwunden ist. Wahrscheinlich wusste sie, dass etwas passieren würde, hat sich darauf vorbereitet oder ähnliches, oder ihr Kampf hat mehrere Monate lang angedauert. Tina soll ja laut Maria schon den Winter hindurch drei Jahre zuvor schlecht erreichbar gewesen sein, schon vor dem Sommer in dem sie letztendlich verschwand.

      Ansonsten komme ich natürlich nochmal auf Molly zu sprechen. Ich hoffe ja wirklich, dass sie mit irgendwem aus der Untergrundwelt in Verbindung steht, denn andernfalls wäre sie mir der unsympathischste Charakter der ganzen Geschichte :x Wie sie mit Kyra umgeht finde ich einfach nicht in Ordnung. Auf mich wirkt ihr Verhalten Kyra gegenüber schlicht wie Sabotage. Die ganze Zeit möchte Molly Beweise sehen, und kaum meint Kyra, dass sie welche hat, geht Molly sogar noch mehr auf Distanz. Fast schon, als wolle sie verhindern, dass letztendlich irgendwas getan wird. Und nein, dass sie Kyra damit abwimmelt, dass sie doch einfach zur Polizei gehen soll, hilft da kein bisschen. Wenn ihr ganzes Verhalten am Ende tatsächlich darauf zurückzuführen ist, dass sie Kyra einfach nicht ernst genommen hat, dann BITTE KYRA WENN DU MICH HÖREN KANNST, NIMM MARIA UND NICHT MOLLY

      Zumindest haben Mollys „Bemühungen“ ja im Prinzip dazu geführt, dass sich Kyra hat bestechen lassen. Ohne jetzt direkt die Schuld auf Molly abladen zu wollen, dazu gehört natürlich immer ein ganzes System und die Hauptschuldige ist selbstverständlich Kyra selbst. Aber well done Molly, du bist hiermit Enablerin. Wenn du tatsächlich immer nur gewollt hast, dass Kyra ihr Leben auf die Beine bekommt, dann hast du hiermit versagt! Schadespotar.
      Und wo wir bei der Bestechung schonmal sind: Ich hab ja schon von Anfang an gesagt, dass Kyra keine kompetente Detektivin ist!! Was mich sad macht ist aber, dass sie sich selber für eine hält, weshalb sie nun an ihren eigenen Prinzipien ziemlich aufschlägt, weil sie die nicht erfüllen konnte. Arme Kyra. Mir gefällt aber, wie ihr das über die Kapitel hinweg konstruiert habt, dass es zu diesem Augenblick kommen konnte. Das ist ziemlich gut gemacht. Ich hätte mir höchstens gewünscht, dass man vllt noch an einigen weiteren Stellen deutlich gemacht hätte, dass sie tatsächlich Geld braucht. Kyra wirkt auf mich nicht wie jemand, der Geld möchte oder anstrebt, denn wäre sie so jemand, hätte sie eine andere Laufbahn eingeschlagen oder würde sich über Fälle wie untreue Ehegatten deutlich mehr freuen. Letztendlich ist dieser Ablauf aber dennoch glaubwürdig.

      Nun weiß ich jedenfalls was du meintest, Alaiya, als du mich gebeten hast zu sagen, wie ich ihre zukünftige Entwicklung so finde. Ich vermute mal, du wolltest auf diesen Punkt hinaus. Ihr habt ja schon etwas vorgelegt, mit der Bar und wie sie sich Waffen gekauft hat und dann mit dem einen Typi schlief und Watson dabei eingesperrt hat. Es wirkt ein wenig so, als wolltet ihr sie in eine Grauzone schieben, und mir gefällt das total gut. Je mehr sie sich vom Gesetz und von Integrität entfernt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie am Ende Zugang zur Unterwelt findet. Denn wir alle wissen: Leute die wegen jeder Kleinigkeit zur Polizei oder zu nem Newspaper rennen würden, würden solche Welten eh nicht finden xP
      Schade finde ich aber dennoch, dass sie das Geld angenommen hat. Ich hätte mich echt gefreut, wenn sie etwas mehr gepresst hätte für den Deal, wenn sie verlangt hätte zu erfahren was los ist, bevor sie das Geld annimmt, damit sie wenigstens ihren Seelenfrieden hat. À la „Okay, wenn du wirklich nichts verbrochen hast, dann erzähl mir alles und ich denke über dein Angebot nach“. Ich kann verstehen, wieso sie in der Situation nicht so reagiert hat, aber ich will unbedingt wissen was passiert ist! Kyra, pls! Und deswegen finde ich es auch doof, dass sie das Geld angenommen hat, weil es sich so anfühlt als würde sich die Antwort auf alle Fragen nun etwas weiter von uns wegbewegen.

      Immerhin: Wenn Kyra so moralisch bankrott ist, dass sie Bestechungsgeld von Leuten annimmt, von deren Schuld an einem Verbrechen sie überzeugt ist, dann ist sie vielleicht auch moralisch bankrott genug, diese Zusage nicht einzuhalten und doch weiterzuspionieren. Wobei ich mir dann selbst bei Thia nicht sicher wäre, ob sie ihre Gutemiene behalten würde oder dann doch etwas zotteliger wird. Sie könnte natürlich auch einfach mit den 1000 Pfund zur Polizei gehen und den Bestechungsversuch bei der Anzeige gleich mit anbringen. Natürlich bezweifle ich, dass das so kommt, sonst hättet ihr dieses Kapitel ja nicht als Wendepunkt bezeichnet. Um ehrlich zu sein: Wenn Kyra jetzt tatsächlich zu bröckeln anfängt, etwas düsterer wird und vielleicht auch ein bisschen abrutscht, dann freue ich mich schon jetzt auf ihre Charakterentwicklung. Vielleicht sogar noch mehr, als auf die Antworten auf den Tina-Fall :x

      Bin jedenfalls gespannt, was ihr da weiter in Planung habt und ich freue mich auf das nächste Kapitel mit (vllt) ner kleinen Mini-Depression von Kyra. Bin auch mal etwas gespannt: Wenn sie sich jetzt dreckig fühlt, könnte das entweder bedeuten, dass sie sich wieder von Maria entfernt und sie weiter auf Distanz bringt, oder aber das Gegenteil, dass sie sich eben gerade jetzt nach Maria sehnt und sich mein OTP endlich erfüllt, yay! Ich hoffe aber mal, dass sich nach der Aktion Molly x Kyra endgültig erledigt hat, lel. Kyra wirkt auf mich nicht so als würde sie nach sowas das Gefühl haben, Molly noch groß unter die Augen treten zu wollen.

      Bis dann~
    • Okay, Urlaub vorbei. Mann, dieses Kapitel war echt ... interessant und tatsächlich auch ein wenig überraschend. Naja, zunächst:
      Dingsda

      Alaiya schrieb:

      Ohne die Paranoia der letzten Tage wäre Kyra wohl davon ausgegangen, das eine von Mrs. Morrs Katzen ausgebrochen war und hier herumschlich – die Katzen und Watson führten nun schon seit drei Jahren eine Fehde – doch nun merkte sie, wie auch sie angespannt wurde.
      dass

      Alaiya schrieb:

      Watson Kopf zuckte erneut zur Gasse und dann wieder zu ihr zurück, ehe er aus dem Wagen sprang, um diesen herum lief und sich hinstellte, um die Gasse anzubellen.
      Watsons

      Alaiya schrieb:

      Kyra seufzte, richtete sich dann aber und ging voran, während der Berner Sennenhund wieder dazu überging, sich an ihre Beine zu pressen.
      Klingt komisch. "richtete sich dann aber auf" vielleicht?

      Alaiya schrieb:

      Es war helllichter Tag und sie waren Mitten in der Stadt.
      mitten

      Alaiya schrieb:

      „Was zur Hölle macht ihr hier?“, fragte sie und wich vorsichtshalber vor ihr zurück, während Watson – helftenhaft – sich hinter ihr versteckte und sie damit fast zum Fallen brachte.
      heldenhaft

      Alaiya schrieb:

      Stattdessen wimmerte er leise
      Da fehlt ein Punkt am Ende.

      Alaiya schrieb:

      Doch zugegebener Maßen war sie neugierig genug, um zumindest kurz zuzuhören.
      zugegebenermaßen

      Alaiya schrieb:

      „Die Wölfe sollen eigentlich nur Neugierige abschrecken, die uns zu Nahe kommen.“
      nahe

      Alaiya schrieb:

      „Sie ist einfach nur ausgerutscht und hat sich das Genickt gebrochen?“
      Genick

      Alaiya schrieb:

      „Ich gebe dich zu, dass ich dich falsch eingeschätzt habe.“
      Kann wohl weg.

      Alaiya schrieb:

      Auf der einen Seite hatte sie tatsächlich das Gefühl, dass sie ernsthaft verzweifelt war und das dies nicht mit der Aussicht zu tun hatte, unter Verdacht von der Polizei zu kommen, sowie, dass sie ihr nichts schlimmes wollte – anders als Wright – doch auf der anderen Seite war sie ohne Frage eine Verbrecherin und musste wissen, dass sie mit dem was sie dort im Wald taten nicht auf Dauer durchkommen konnten.
      1. dass
      2. Muss man in Kommata setzen, glaube ich.

      Alaiya schrieb:

      Keine besonders erfolgreiche Detektivin, zugegebener Maßen, aber eine echte Detektivin!
      Siehe oben.

      Alaiya schrieb:

      „Es tut mir leid“, sagte er mit einem bitteren Nachdruck, der seine Worte lügen strafte, „dass ich bei dir eingebrochen bin und dich bestohlen habe.“
      Lügen

      Alaiya schrieb:

      „Wenn ich bis morgen Mittag meine Festplatte nicht habe, dann kann es sein, das ich mir das ganze noch einmal überlege“, sagte sie.
      1. dass
      2. Ganze

      Alaiya schrieb:

      „Dein Auftraggeber … Dein Auftraggeber war nicht zufälliger Weise eine alte Frau, oder?“
      zufälligerweise

      Alaiya schrieb:

      Der Typ hatte etwas gefährliches an sich.
      Gefährliches

      Ansonsten: Uff. Ach, Kyra ... Kyra, Kyra, Kyra. Ich bin enttäuscht - ich bin überaus enttäuscht. Okay, das hört sich vielleicht sehr negativ an; tatsächlich ist es ja sowieso erst einmal ein Zeichen dafür, dass die Autoren ihre Arbeit gut gemacht haben, wenn man auf die Art von einem ja eigentlich immer noch fiktiven Charakter enttäuscht sein kann. Mann, ich hatte gehofft, sie würde das Geld nicht annehmen, das heißt: Zumindest nicht so, ach ... Nun ja, tauchen wir erst einmal kurz ein in die grundsätzliche moralische Dimension. Da ist es ihr natürlich eigentlich verboten, das Geld anzunehmen, wobei die Nichtannahme nicht ausschließt, dass sie vielleicht trotzdem ihre Nachforschungen einstellt; sofern sie denn sich schlicht überreden lässt, dass das wirklich besser wäre. Nun ist ja aber leider das nicht der Fall und sie lässt sich wirklich bestechen. Tja ... Wobei man hier auch noch eine Qualität ausmachen kann, die Kyra ein wenig positiver dastehen lassen kann, nämlich die Tatsache, dass sie sich direkt Vorwürfe macht. Das macht natürlich ihre Handlung nicht besser, aber es lässt sie als moralische Akteurin zumindest besser dastehen als wenn es sie nicht gekümmert hätte. Ich glaube, es war unter anderem Bernard Williams, der auf die Wichtigkeit solcher Gefühle des Bereuens hingewiesen hat ... Naja, das führt wohl zu weit. Ironischerweise wäre die Annahme des Geldes vielleicht in anderer Hinsicht okay gewesen - wenn Bishop es zum Beispiel als eine Entschädigung für all das, was Kyra wegen ihr und Wright durchmachen musste, gezahlt hätte. Aber ja, wie gesagt: Es ist hier tatsächliche Bestechung und jeder der Beteiligten weiß, dass es das ist. In dem Sinne kann man leider nicht wegdiskutieren, dass Kyra sich hier nicht mit Ruhm bekleckert. Davon ab freilich ist es aus einer prudentiellen Sicht (erst einmal) natürlich sinnvoll, das Geld anzunehmen, ähem. Aber ebenso - nun, die "Lösung", mit der ich am zufriedensten gewesen wäre, wäre schlicht, dass man Kyra wirklich über alles reinen Wein einschenkt und sie dann selbstständig entscheiden kann, ob sie weitermacht - wenn Bishop und Wright eigentlich legitime Gründe für alles hatten, dann kann Kyra ja auch ein Einsehen haben; wobei sie natürlich immer noch in einer Konfliktsituation wäre insofern, dass eben Freunde und Verwandte von Tina vielleicht immer noch die Wahrheit verdient hätten - das wiederum könnte aber vielleicht in den Hintergrund treten, wenn man es als in Tinas Interesse betrachten könnte (ungeachtet, ob sie tot ist oder nicht), dass die Dinge im Dunklen bleiben. Nun gut, jedenfalls ... Eigentlich bin ich auch insofern ein bisschen enttäuscht, dass Kyra nicht versucht hat, mehr herauszuholen. Damit meine ich nicht Geld, sondern Informationen. Aber dann wiederum muss man wohl annehmen, dass Bishop ihr wohl nicht mehr gesagt hätte - wobei mich das direkt zu dem Punkt bringt, wie sie und Wright auf mich wirken. Wenn man mich jetzt so nach einer Einschätzung fragen würde, dann scheint sich bei Bishop mittlerweile bestätigt zu haben, dass sie eine Führungsrolle einnimmt - sie kann Wright herumkommandieren und scheint aber friedliche Lösungen zu suchen, wenn es möglich ist, also genau, wie ein guter Anführer es handhaben sollte; diese kann sie offenbar auch um- und sich damit eben auch gegen Wright durchsetzen, wenn sie will. Gleichzeitig ist sie offenbar auch besorgt um Kyra und man kann wohl ihren Worten entnehmen, dass es zumindest eine weitere Partei gibt, die Bishop selbst in gewisser Weise fürchten muss und von der schließlich auch eine Bedrohung für Kyra ausgehen würde. Ihr Bestechungsversuch scheint also nicht einfach dadurch motiviert zu sein, die eigene Haut zu retten, sondern auch dadurch, Kyra im Grunde einen Gefallen zu tun. Wright dagegen ... Er scheint ziemlich sauer zu sein, aber allgemein wirkt er im Vergleich zur offenbar eher besonnenen Bishop eben in der Tat wie der temperamentvolle "Rangniedrigere", der weniger auf Verhandlungen setzt und gerne ein wenig aggressiver vorgeht, was hier aber eben nicht zum Erfolg geführt hat. Aber auch er liest sich damit nicht wie ein "Böser", sondern eher wie jemand, der vielleicht durchaus nachvollziehbare Motive hat, aber eben fragwürdige(re) Handlungen benutzt, um ihnen zu entsprechen. Ansonsten sind natürlich wieder einige Dinge auffällig - Wright hat eine neue Narbe, soso ... Und von der Position her würde sie wohl auch ganz gut ins Konzept passen, hehe. Damit scheint es doch recht wahrscheinlich, dass er damals dieser Wolf war; natürlich besteht eine Restchance, dass das nur Zufall ist, aber selbst dann ist es eben immer noch merkwürdig, dass eine Wunde, die diese Narbe hinterlassen hat, so schnell verheilen konnte - da frage ich mich eigentlich nur noch, ob er als übernatürliches Wesen generell über erhöhte Regeneratiosfähigkeiten verfügt oder ob jemand (was wiederum aber auch er selbst sein kann, je nachdem) mit einer Form von Heilmagie nachhelfen musste, aber die Beantwortung dieser Frage ist recht unbedeutend, zumindest vorläufig. Ich finde ansonsten noch seine Reaktionen recht aufschlussreich - er rastet ein wenig an der Stelle aus, an der Kyra sarkastisch nachfragt, ob Tina einfach ausgerutscht sei und sich das Genick gebrochen habe; das scheint ihn da also besonders zu treffen, zumal er ihr sagt, dass sie nicht von Dingen reden soll, von denen sie keine Ahnung hat. Ist das nur darauf zurückzuführen, dass es jemanden generell verletzt, wenn über den Tod einer Freundin gespöttelt wird oder steckt vielleicht noch ein bisschen mehr dahinter, weil insbesondere dieser Tod eine besonders ernste Angelegenheit war (gut, das ist im Grunde jeder Tod, aber man versteht hoffentlich, was ich meine)? Wenn man bedenkt, dass Tinas Grab (sofern es denn wirklich ihr Grab ist) auf einem Friedhof für gefallene Krieger oder eben auch Helden liegen soll, dann könnte er gerade deswegen besonders wütend werden, weil ihr Tod wirklich "heldenhaft" war - über Tote spottet man nicht, aber über tote Helden noch weniger, oder so. Vielleicht aber hat Tina ihm auch aus irgendeinem Grund viel bedeutet. Oder aber er liest daraus eine Anschuldigung heraus, die ihm natürlich auch nicht gefallen würde, gerade wenn er ein Freund von Tina ist/war. Hm, na gut, das ist vielleicht auch nicht so wichtig.
      Dann aber auch ... Nun, Bishop fragt, ob der Auftraggeber eine alte Frau war. So, nun hat Kyra ja bei der Begegnung im Wald schon gesagt, dass es ein ehemaliger Klassenkamerad war. Das hat mich eigentlich ein bisschen verwirrt. Die langweiligeren Erklärungen bestehen darin, dass Bishop es schlicht vergessen oder es ihr schlicht nicht geglaubt hat. Immerhin sollte Bishop wissen, dass ein früherer Klassenkamerad keine alte Frau meinen kann, einerseits, weil halt keine Frau und andererseits, weil eben ein früherer Klassenkamerad von Tina sicher noch kein Alter erreicht hat, dass man ihn als alt bezeichnen könnte, würde ich meinen. Einen Moment hatte ich überlegt, ob Bishop aber tatsächlich die Formulierung "ein früherer Klassenkamerad" und ihren Glauben, es könnte sich vielleicht um eine alte Frau handeln, irgendwie vereinen könnte. Das würde dann natürlich voraussetzen, dass sie davon ausgeht, dass eine ganz bestimmte Person, die ein Klassenkamerad war, jetzt wie eine alte Frau aussehen könnte - sei es durch Verkleidung oder tatsächlichen Wechsel von Alter und Geschlecht. Aber so etwas ist nicht plausibel, schon deshalb nicht, weil Kyra ja eben von einem Mann gesprochen hat und somit Bishop davon ausgehen muss, dass Kyra ihren Auftraggeber auch so wahrgenommen hat - also wäre es sinnlos, sie nach einer Frau zu fragen. Den Gedanken habe ich also auch gleich wieder verworfen und somit komme ich nur wieder zurück zu den zwei Möglichkeiten von vorhin: Entweder hat sie die Bemerkung Kyras damals im Wald vergessen oder ihr aus irgendeinem Grund nicht geglaubt. Vielleicht übersehe ich auch eine Möglichkeit, hm ... Dann aber wieder: Wer ist die alte Frau, die Bishop als Auftraggeberin vermutet? Nun, zuerst kann man sich natürlich auch denken, dass das eine falsche Fährte ist, die Bishop da ganz bewusst legt. Das würde dann sogar in Kontinuität damit stehen, dass sie eigentlich wissen müsste, dass es keine alte Frau gewesen sein kann, aber ich sehe gerade nicht, wie das Bishop in irgendeiner Art weiterbringen könnte. Sie hat ihren Deal und alles, da scheint es nicht nötig, Kyra glauben zu machen, dass eine alte Frau in irgendeiner Verbindung zu allem stehen könnte. Das heißt ... Vielleicht wollte sie Kyra auf die Art auch einfach vor jemandem warnen ... Wenn man jedenfalls annimmt, dass tatsächlich eine alte Frau etwas mit der Sache zu tun hat ... Irgendjemand bisher, den wir als alte Frau ansehen könnten? Mrs. Hemmington wurde als ältere Dame bezeichnet und sie hat zumindest einen gewissen Bezug zu Tina, aber ansonsten ... Tja. Oh, wie alt ist eigentlich Mrs. Morrs? Sie hält sich Katzen und die sind auch oft genug magische Tiere. Ja, das ergibt Sinn, verhaftet sie. Weil sie sich Katzen hält, ein unverzeihliches Verbrechen. Also, wenn man nach Personen sucht, die eine alte Frau sein können und sich für Tina interessieren, dann könnte auch jemand von ihrer Schule damit gemeint sein - eine Lehrerin etwa. Und naja, wo ich gerade schon einmal darüber geredet habe, dass eine Person ihr Alter geändert haben könnte, wäre ja, sofern man das mal als Möglichkeit zulässt (weil Magie halt, fragt mich nicht) die ja auch verschwundene Alicia eine Option, aber wenn mal so weit geht, kann man eigentlich wieder jeden verdächtigen; gerade dann, wenn man auch noch die ebenfalls bereits erwähnte Möglichkeit eines Geschlechtswechsels miteinbezieht. Kurz gesagt: Wenn ich annehme, dass jeder nach Belieben sich verändern kann, kann es jeder sein. Aber das bringt einen ja nicht weiter und ich werde mal nicht davon ausgehen und daher schlicht vorerst bei den oben genannten Möglichkeiten bleiben; diesbezüglich kann man um Mrs. Hemmington noch eine weitere wunderbare Verschwörungstheorie spinnen: Vielleicht war das ja auch gar nicht Mrs. Hemmington, sondern jemand, der ihren Platz eingenommen hatte. Und ihr Mann war ja (angeblich?) auf Geschäftsreise. Es wäre zumindest nicht komplett unlogisch, dass jemand, der nach Tina sucht, den Ort observiert, an dem sie mal gelebt hat und die Hemmingtons schlicht irgendwie aus dem Weg geräumt hat, natürlich nicht ohne sich vorher Tinas Brief und alle weiteren Informationen zu sichern. Aber das erwähne ich jetzt alles auch mehr im Spaß, da das schon eine sehr aufwändige Aktion wäre und man den Ort sicher auch anders überwachen könnte.
      Tja, was noch ... Ach ja, da man nun einen gewissen Ursprung hinter Seans zweiter Narbe vermuten kann, wäre vielleicht auch noch darauf hinzuweisen, dass er ja noch eine hat und man könnte sich fragen, ob die nicht vielleicht auch einen nicht alltäglichen Ursprung hat, ganz ähnlich wie man sich das bei Sterling fragen kann, auch wenn das nicht ganz so wichtig scheint und zum derzeitigen Zeitpunkt ohnehin nicht zu beantworten ist.
      Dann noch: "Tina ist unsere Freundin" - wie Kyra bemerkt, müsste es eigentlich "war" heißen. Ist sie also vielleicht doch noch am Leben? Schließlich wurde ihr Tod nie eindeutig bewiesen. Allerdings ... Da dieser Brief ja damals nicht von ihr geschrieben worden zu sein scheint, müsste sie zumindest da in einer Situation gewesen sein, in der sie ihn nicht schreiben kann. Tot zu sein ist natürlich so eine Situation; wieder müsste man aber fragen, was, sofern sie nicht tot ist, die Aktion mit ihrem Verschwinden sollte? Sie müsste eigentlich in einer Situation gewesen sein, in der sie nicht nur den Brief nicht schreiben, sondern auch unmöglich ihre Wohnung und ihren Laden noch selbstständig auflösen kann. Wie gesagt ist so eine Situation das Totsein - jetzt könnte man annehmen, dass ihre Freunde trotzdem noch mit ihr in irgendeiner Form kommunizieren können, obwohl sie tot ist. Andere Möglichkeiten wäre so etwas wie ein Beispiel, was ich glaube ich schon einmal erwähnt hatte - dass sie vielleicht in einer Wolfsgestalt festgehalten wurde und sich dementsprechend um all das auch nicht hätte kümmern können. Das ist aber wie gesagt nur ein Beispiel, es gäbe noch andere Möglichkeiten.
      Im Weiteren dann würde ich es für sehr, wirklich sehr naiv von Kyra halten, wenn sie glaubt, dass die Sache jetzt erledigt ist. Ich meine, es ist einfach zu spät. Jason ist an der Sache dran, auch wenn er sich weniger für den Einbruch interessiert (und vergessen wir nicht Mr. Poole, der ebenfalls ein Interesse an der Story hat und da vielleicht auch noch sanften Druck auf Jason ausüben könnte - sofern ich den nicht auch irgendwie zur Liste der Verdächtigen zählen muss, lol) und dann ist ja auch Sterling offenbar nicht abgeneigt, dem Friedhof einen Besuch abzustatten. Hinzu kommt dann noch Maria. Und insbesondere muss man darauf verweisen, dass es durchaus auch jemandem komisch vorkommen kann, wenn Kyra bezüglich des Falls plötzlich entscheidet, nichts mehr zu unternehmen. Gerade Personen, die Kyra kennen, könnte das doch sehr auffallen und es könnte sie vielleicht davon überzeugen, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen ist und sie somit dazu veranlassen, selbst nachzuforschen. Wer das genau sein könnte, hm ... Also, Jason kennt sie ja gut und alles, aber er scheint sich ja mehr für den Wald und den Friedhof zu interessieren als für den Einbruch; somit müsste Kyra ihm vielleicht nicht einmal erklären, dass sie beim Einbruch nicht viel mehr unternehmen will (Betonung auf "vielleicht") oder ihn da einfach anlügen und sagen, der Polizei würde das Video als Beweis nicht ausreichen - ich könnte mir dann rein theoretisch vorstellen, dass er das nicht groß hinterfragen würde. Und dass sie nicht mehr in den Wald mitkommen will, kann sie auch anderweitig begründen, sofern Jason da wieder hinwill - allerdings wäre es eben nicht leicht, ihn selbst davon abzuhalten, dorthin zu gehen. Und die Übersetzung von Sterling will er ja wohl auch noch durchgehen, nehme ich an. Am Ende könnten die beiden sich fast noch zusammentun, lol. Sterling selbst nun wiederum würde es - wenn er denn Kyra doch fragen sollte, ob sie ihm die Stelle im Wald zeigt - vielleicht auch merkwürdig vorkommen, wenn sie ihre Meinung diesbezüglich plötzlich geändert hätte. Und wenn er vielleicht selbst zu Leuten gehört, die etwas mit Magie und dem ganzen Kram zu tun haben und möglicherweise von Vertuschungsaktionen wissen, dann wird er sich vielleicht sogar erst recht denken können, dass da etwas nicht stimmt. Maria andererseits ist ja auch recht clever und sie kennt Kyra wohl mittlerweile ein bisschen - da ist es generell nicht unplausibel, dass sie merken würde, dass etwas nicht in Ordnung mit Kyra ist, wenn vielleicht mal das Gespräch darauf kommen würde, ob Kyra in der Sache noch weiterermittelt. Ich könnte mir sogar fast vorstellen, dass wenn die beiden mal miteinander darüber reden, Kyra ihr am Ende die Bestechung gestehen würde. Und dann ist da ja auch noch Molly - sollte sie wirklich aus einem ganz konkreten Grund wollen, dass Kyra ihre Nachforschungen einstellt, wird sie vielleicht erleichtert sein. Und doch - es könnte auch ihr wiederum komisch vorkommen, wenn Kyra erst noch so wütend auf die Leute war und dann umschwenkt. Wenn sie freilich auch in alles oder zumindest irgendwas verwickelt ist, wird ihr das natürlich wie gesagt ganz recht sein, aber wenn nicht, dann könnte es eben doch dazu führen, dass sie noch einmal nachbohrt.
      Allerdings gibt es noch ein andere Dimension des ganzen Problems der Bestechung: Es macht Kyra in einiger Hinsicht wieder angreifbar, insbesondere wenn sie nicht sorgsam damit umgeht. Wenn man so eine fragwürdige Aktion durchführt, dann macht man sich für jeden verwundbar, der davon weiß. Das hat mir bereits bei dem geplanten Kauf mit der Waffe nicht so ganz gefallen. Und hier kommt wohl auch noch hinzu, dass es leichter herauszufinden ist - zum Beispiel wenn es jemandem auffällt, dass Kyra eine teure Autoreparatur durchführen lässt; man wird sich vielleicht je nachdem fragen können, wie sie denn an das Geld dafür gekommen ist. Und wenn Kyra mal irgendwie so unvorsichtig ist und jemandem sagt, dass es in letzter Zeit nicht ganz so viele lukrative Aufträge gab und zu einem anderen Zeitpunkt erwähnt, dass sie ihr Auto hat reparieren lassen, dann wird ein aufmerksamer Zuhörer vielleicht die Stirn runzeln und fragen, wie genau sie sich das denn leisten kann und ich bezweifle, dass Kyra dann in der Lage ist, sich da plausibel herauszureden - gerade weil sie das vielleicht auch gar nicht will, da sie ja weiß, dass die Aktion falsch war; jemand, der sich seiner Sache diesbezüglich nicht sicher ist, wird sicher nicht gut lügen können. Insgesamt also würde ich schon sagen, dass die Aktion weder moralisch gut noch aus einer Klugheitsperspektive wirklich zu rechtfertigen ist: Sie braucht zwar das Geld, aber es gibt sehr viele Möglichkeiten, wie sich das rächen kann. Und garantieren, dass andere Leute an ihrer statt weiter nachforschen, kann sie auch nicht. Das wiederum lässt mich aber gerade für diese Leute ein wenig fürchten: Wenn der gute (oder böse) Sterling weiter nachforscht, dann könnten sich eben Bishop und die anderen, insbesondere Sean Wright (verflucht, er wirkt einfach wie jemand, der unter Druck etwas ganz Hässliches anstellen könnte) in die Ecke gedrängt fühlen und dann ... Tja. Nun, ich habe aus ähnlichen Gründen mir ja schon vorher mal Sorgen um Kyra gemacht (und dabei gar nicht an die Möglichkeit der Bestechung gedacht, hm). Aber hier könnte es eben noch ein wenig schlimmer sein: Wenn Bishop jetzt erst einmal annimmt, die Sache sei erledigt (und erleichtert scheint sie ja zu sein), aber trotzdem noch andere Leute nachforschen, dann wird sich nun einmal bei ihr und auch bei Wright vielleicht das Gefühl einschleichen, dass man aus der Nummer mit Diplomatie nicht mehr herauskommt. Und auch dass sie Kyra vor anderen Leuten warnt: Vielleicht sind das auch Bishops Feinde, vielleicht sind es aber auch welche, die sozusagen noch über ihr stehen. In dem Fall hätte sie dann vielleicht die Erlaubnis bekommen, mit Kyra noch einmal zu verhandeln und es auf die sanfte Art lösen zu dürfen - aber wenn das nicht hinhaut, könnte so eine höhere Ebene sich direkt einschalten und noch weitaus gefährlicher sein.
      Aber ja, das bleibt wohl abzuwarten. Jedenfalls, wie gesagt, ich bin von Kyra ein wenig enttäuscht, dann wieder habe ich fast Mitleid mit ihr, weil sie das in weitere Schwierigkeiten bringen kann. Aber auch wenn es schade ist - es trägt doch zu ihrem Charakter bei. Sie hat ihre Fehler, das merkt man; aber auf eine gewisse Art macht sie das auch sympathisch, zumal sie wie gesagt ja auch weiß, dass die Aktion falsch ist. Was würde Sherlock Holmes wohl dazu sagen? Und ich meine, wir alle haben doch mal als Kind die Tüte Gummibärchen angenommen und dafür nicht verraten, dass der Nachbar im Garten einen Kopf ... einen Kopfsalat vergraben hat. Also sollte ich wohl nicht den ersten Stein werfen, wenn sie demnächst sagt: "Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts".
      Äh, ja, das fiel mir gerade plötzlich ein, lol. Jedenfalls bin ich jetzt eigentlich nur noch mehr gespannt darauf, wie es weitergeht - ich erwarte aber nicht, dass Kyra sich am Ende an das Versprechen halten kann, dass sie mit der Annahme des Geldes gegeben hat; okay, zum Teil hoffe ich es wohl einfach (auch wenn mir Bishop eigentlich auch bisher noch so weit sympathisch ist, dass ich sie nicht auf die Nase fallen sehen will). Aber das sieht man dann wohl (oder auch nicht).

    • @Sunaki, @Sheogorath, @Aprikose, @Thrawn

      Danke wieder für die lieben Kommentare. :love: :heart:

      Ich möchte eine Sache hier in der Antwort erwähnen, ohne sie konkret worauf zu beziehen, und schauen, ob jemand daraus Schlüsse zieht. Diese Erwähnung sieht so aus: Wolves hate Mind Magic.

      Da.

      Tada. xD"

      Äh, ja, die einzelnen Antworten.

      @Sunaki

      Sunaki schrieb:

      Geben sie ihren mystischen Hintergrund zu? Nein, nicht wirklich. Das ist auch logisch, denn auch wenn sie sehr gut weitergekommen ist, dürfte sie noch Meilen weit von der Lösung des Falls entfernt sein. Sie hätten keinen Grund dazu.
      Tja, hätten sie das nur mal. Das hätte einige Sachen für sie wahrscheinlich deutlich einfacher gemacht auf Dauer. *nick* *nick* *arme verschränkt* Aber ja, sie können ja nichts dafür. Die Armen...

      Sunaki schrieb:

      Weiterhin scheint er angepisst zu sein, wegen der Narbe, das ist aber nicht so wichtig.
      SEAN: "Meine Gefühle sind also nicht wichtig?! :cursing: "

      Sorry, den konnte ich mir nicht verkneifen xD

      Sunaki schrieb:

      wir uns richtig verstehen, wie oft sind sie bei mir eingebrochen? Und wie kamen sie durch die Tür?"
      Tja, hätte, hätte, Fahrradkette. :( Dafür hätte Kyra in dem Moment geistesgegenwärtiger sein müssen. Aber die beiden haben es durchaus gut geschafft, sie aus dem Gleichgewicht zu bringen.

      Sunaki schrieb:

      Langsam habe ich das Gefühl er kommt auch aus ganz anderen Gründen zu ihr. ^^
      SEAN: "WAS SOLL DAS DENN BITTE HEIßEN? :cursing: DU WILLST MIR DOCH NICHT UNTERSTELLE, DASS ICH MIT EINER KLEINEN MÖCHTEGERN ..."

      Never mind him. He has some anger management issues. <3

      Sunaki schrieb:

      Kam eigentlich auch raus, was Bishop beruflich macht, denn so wenig hat sie ihr nicht angeboten.
      Kyra hatte soweit nur Infos, dass sie mal angefangen hatte zu studieren, gefunden.

      Sunaki schrieb:

      Gerade aus dem was jemand nicht sagt kann man meistens viel mehr herauslesen. Es lohnt sich sicher das Kapitel später nochmal durchzulesen.
      Oh ja. Das macht durchaus immer mal wieder Spaß. Ist auch einer der Gründe, warum es wahrscheinlich das mit am meisten überarbeitete Kapitel bisher ist. *hüstel* Weil wir mehrfach wegen diversen Sachen da noch dran rumgedoktort haben.


      @Sheogorath

      Sheogorath schrieb:

      Die Überschriftsbildchen sind mit einem dunklen Stil nicht gut zu lesen - vielleicht fällt euch ja noch eine anpassbare Lösung ein, z.B. ein Hintergrund?
      Das ist halt die Frage. Ich mag es halt sie so durchscheinend wirken zu lassen. Was für einen Hintergrundton hat denn das dunkle Design?

      Sheogorath schrieb:

      *richtete sich dann aber auf
      War das gemeint?
      Jap. Danke ^^

      Sheogorath schrieb:

      Interessant. Das Grüppchen scheint sich also in irgendeiner Form durch die Nachforschungen bedroht zu sehen. Das weist darauf hin, dass irgendetwas drängt ... vielleicht hat sich etwas verändert, weshalb die Gruppe das Problem Kyra schneller angehen muss als anfangs gedacht - zumindest scheint irgendetwas im Hintergrund vor sich zu gehen, weshalb das Vorgehen plötzlich geändert wird.
      Ja, das scheint so zu seien. Die Frage ist halt, was da genau vor sich geht und wer da noch seine Finger mit im Spiel hat.
      Denn ja, so viel kann ich bestätigen. Thia steht gerade mit dem Rücken zur Wand - oder vielleicht eher zwischen Hammer und Amboss. (Gibt es die Redewendung so eigentlich im Deutschen?)

      Sheogorath schrieb:

      Wenn es also so ist, würde ich aber dazu raten, das recht schnell 'offiziell' aufzulösen. Man neigt bei Geheimnissen ja dazu, sie möglichst lang hinauszuziehen, aber man muss aufpassen, dass man einen gewissen Punkt nicht überschreitet.
      Es ist auch nicht mehr viel, bis es offiziell aufgelöst wird. So viel kann ich sagen. Kek. Und ich liebe die Szene, in der es aufgelöst wird. Hihi.

      Sheogorath schrieb:

      Ich vermute, das ist es, wozu ihr Meinungen hören wollt. Also ich hatte ja schon befürchtet, dass sie ganz heroisch ablehnt - dieses Schwanken und dann abwehrend mit der Hand wedeln hat man schon so oft gesehen, dass es oft gestellt wirkt. Es kommt natürlich auch auf den Charakter der jeweiligen Figur an, aber in diesem Kontext passt es finde ich ganz gut. Zumal später die Gewissensbisse kommen, die für Kyras Charakter schon obligatorisch sind.
      Genau. Das war einer der Punkte. :) Zusammen mit den Spekulationssachen.

      Aber ich bin ja froh, dass es nicht ganz so dramatisch ist - mit dem Geld annehmen - wie ich befürchtet habe. Und ja, es war sogar eigentlich geplant, dass sie es ablehnt, aber als wir dann mit dem Dialogschreiben zu der Szene kamen saß ich da und dachte mir: Hmm, ja, nein, das macht irgendwie keinen Sinn für sie es abzulehnen. Vor allem nicht mit Mollys Reaktion soweit.

      Sheogorath schrieb:

      In Kyras Situation wären natürlich beide Varianten möglich gewesen (sowohl Annahme der Bestechung als auch Ablehnung), aber vom Aufbau her war es so, wie ihr das gemacht habt, eindeutig die bessere Wahl.
      Puh. ^o^


      @Aprikose

      Aprikose schrieb:

      Oh, da bin ich wieder. Ich hab einiges „verpasst“, sozusagen. Natürlich nicht wirklich verpasst, weil ich jedes Kapitel immer brav sofort gelesen habe, als es rauskam, ich hatte nur eben nicht die Zeit, auch ein Kommentar zu schreiben. Rip.
      Real life suuuuuuucks~ *hüstel*
      Äh, ja. Sorry. Das musste gerade raus!!!

      Aprikose schrieb:

      Vielleicht durch einen Biss eines anderen Werwolfs? Oder bekommen Werwölfe einfach kleine Werwolfkinder?
      Ich werde die Frage (selbst wenn es an sich kein so großes Mystery ist) erst mal noch nicht beantworten, sondern nur so viel sagen: Würden Werwölfe sich - als Art der Werwölfe - nicht auf die Art und Weise "vermehren", wie sie es tun, hätte die Truppe hier weit weniger Probleme, als sie es haben.

      Aprikose schrieb:

      Aber vielleicht überträgt sich das ganze ja auch durch Küsse oder Geschlechtsverkehr?
      Lieber Doktor Sommer, kann ich durch Küssen schwanger werden ein Werwolf werden? :saint:

      Sorry :P Ich konnte es mir nicht verkneifen.

      Aprikose schrieb:

      Sie lässt echt darauf vermuten, dass es da anscheinend eine Community an Werwesen gibt, die in Trossachs leben und sie wirkt wie eine Anführerin.
      Ich finde den Begriff Community gut gewählt. Hihi. Aus einem bestimmten Grund.

      Ja, Bishop ist definitiv eine Anführerpersönlichkeit. Und viel zu besonnen. Viel zu sehr. Also, wenn man andere fragt.

      Aber wie die Werwölfe zu anderen magischen Wesen stehen, ist eh noch so eine interessante Sache.

      Aprikose schrieb:

      Kann Seans Wut ein wenig verstehen, der hat ja auch was abbekommen. Natürlich selbst schuld, sie haben ja angegriffen
      Und wie du damals schon richtig festgestellt hast, von wegen Wolfsanatomie... Das hätte dem Werwolf sicher ziemlich weh getan, da das Messer reingerammt zu bekommen.

      Aprikose schrieb:

      Die Mutter war nie das Thema zwischen Tina und ihren Freunden, es wirkte so, als sei sie nicht existent, steht ja nichtmal in der Geburtsurkunde.
      Ja, das mit Tinas Mutter ist auch noch eine Sache, die auf lange Sicht gesehen interessant ist.

      Aprikose schrieb:

      Tina soll ja laut Maria schon den Winter hindurch drei Jahre zuvor schlecht erreichbar gewesen sein, schon vor dem Sommer in dem sie letztendlich verschwand.
      In dem Winter ist auf jeden Fall irgendetwas aus Tinas Sicht passiert. Nur was? (Ich bin hier, was Spekulationen angeht, durchaus gespannt)

      Aprikose schrieb:

      Auf mich wirkt ihr Verhalten Kyra gegenüber schlicht wie Sabotage.
      Ist es so gesehen ja auch. Und in diesem Kapitel geht's ja eigentlich damit weiter...

      Aprikose schrieb:

      Wenn ihr ganzes Verhalten am Ende tatsächlich darauf zurückzuführen ist, dass sie Kyra einfach nicht ernst genommen hat, dann BITTE KYRA WENN DU MICH HÖREN KANNST, NIMM MARIA UND NICHT MOLLY
      :grin: Ich mag Shippings.

      Aprikose schrieb:

      Das ist ziemlich gut gemacht. Ich hätte mir höchstens gewünscht, dass man vllt noch an einigen weiteren Stellen deutlich gemacht hätte, dass sie tatsächlich Geld braucht. Kyra wirkt auf mich nicht wie jemand, der Geld möchte oder anstrebt, denn wäre sie so jemand, hätte sie eine andere Laufbahn eingeschlagen oder würde sich über Fälle wie untreue Ehegatten deutlich mehr freuen.
      Ich habe tatsächlich das Gefühl, ich werde hier bei dem ersten Kapiteln das ganze ein wenig deutlicher machen müssen. Die Idee ist an sich, dass Kyra sehr effizient im Verdrängen ist - sobald irgendwo das Wort Miete in ihrem Geist nur auftaucht, packt sie es ganz schnell in eine imaginäre Kiste und schiebt die unter ein imaginäres altes Bett auf einem imaginären Dachboden. Und dann schaut sie sich süße Videos mit Tieren auf YouTube an.

      Aprikose schrieb:

      Nun weiß ich jedenfalls was du meintest, Alaiya, als du mich gebeten hast zu sagen, wie ich ihre zukünftige Entwicklung so finde. Ich vermute mal, du wolltest auf diesen Punkt hinaus.
      Jap, wollte ich :3

      Aprikose schrieb:

      Wobei ich mir dann selbst bei Thia nicht sicher wäre, ob sie ihre Gutemiene behalten würde oder dann doch etwas zotteliger wird.
      Oder allgemein felliger.

      Aprikose schrieb:

      Ich hoffe aber mal, dass sich nach der Aktion Molly x Kyra endgültig erledigt hat, lel.
      Tja. Zumindest kommt Kyra ja aktuell ein wenig zur Vernunft *nach unten aufs Kapitel schau*


      @Thrawn

      Puh. Und weiter im Text.

      Thrawn schrieb:

      Kyra, Kyra, Kyra. Ich bin enttäuscht - ich bin überaus enttäuscht. Okay, das hört sich vielleicht sehr negativ an; tatsächlich ist es ja sowieso erst einmal ein Zeichen dafür, dass die Autoren ihre Arbeit gut gemacht haben, wenn man auf die Art von einem ja eigentlich immer noch fiktiven Charakter enttäuscht sein kann
      Dann sehe ich das einfach mal als Kompliment ^^""" Aber ja, Kyra Integrität...

      Thrawn schrieb:

      Wobei man hier auch noch eine Qualität ausmachen kann, die Kyra ein wenig positiver dastehen lassen kann, nämlich die Tatsache, dass sie sich direkt Vorwürfe macht.
      Sie hat ja durchaus so etwas wie Moralvorstellungen. Allerdings ist sie aktuell halt auch von der Welt enttäuscht, in der ihr kaum wer zu glauben scheint...

      Thrawn schrieb:

      Wenn man mich jetzt so nach einer Einschätzung fragen würde, dann scheint sich bei Bishop mittlerweile bestätigt zu haben, dass sie eine Führungsrolle einnimmt - sie kann Wright herumkommandieren und scheint aber friedliche Lösungen zu suchen, wenn es möglich ist, also genau, wie ein guter Anführer es handhaben sollte; diese kann sie offenbar auch um- und sich damit eben auch gegen Wright durchsetzen, wenn sie will.
      Ja, du schätzt sie damit sehr, sehr gut ein. So viel sage ich schon mal. Sie ist halt, wie ich oben schon schrieb, gerade nur in einer echt beschissenen Lage

      Thrawn schrieb:

      leichzeitig ist sie offenbar auch besorgt um Kyra und man kann wohl ihren Worten entnehmen, dass es zumindest eine weitere Partei gibt, die Bishop selbst in gewisser Weise fürchten muss und von der schließlich auch eine Bedrohung für Kyra ausgehen würde
      Frage ist eben, wer diese Partei ist. :) Wer könnte das sein und wie stehen Bishop und Wright zu ihnen?

      Thrawn schrieb:

      Er scheint ziemlich sauer zu sein, aber allgemein wirkt er im Vergleich zur offenbar eher besonnenen Bishop eben in der Tat wie der temperamentvolle "Rangniedrigere", der weniger auf Verhandlungen setzt und gerne ein wenig aggressiver vorgeht, was hier aber eben nicht zum Erfolg geführt hat.
      Oh ja, da liegst du auch alles in allem recht korrekt. Aber er hat wirklich ein zeimliches Problem ... Ehrlich

      Thrawn schrieb:

      Wenn man bedenkt, dass Tinas Grab (sofern es denn wirklich ihr Grab ist) auf einem Friedhof für gefallene Krieger oder eben auch Helden liegen soll, dann könnte er gerade deswegen besonders wütend werden, weil ihr Tod wirklich "heldenhaft" war - über Tote spottet man nicht, aber über tote Helden noch weniger, oder so.
      Huh ... !

      Thrawn schrieb:

      Hm, na gut, das ist vielleicht auch nicht so wichtig.
      SEAN: "Noch jemand der meint, dass meine Gefühle nicht wichtig sind. :hmmmm: "

      Thrawn schrieb:

      Oh, wie alt ist eigentlich Mrs. Morrs? Sie hält sich Katzen und die sind auch oft genug magische Tiere. Ja, das ergibt Sinn, verhaftet sie. Weil sie sich Katzen hält, ein unverzeihliches Verbrechen.
      BEWARE THE OLD CAT LADYS! THEY ARE EVIL! THEY PLAN SOMETHING! BEWARE!!!

      Thrawn schrieb:

      Tot zu sein ist natürlich so eine Situation;
      Kek!
      Das ist für mich noch immer DER Satz in diesem Kommentar. :cool:
      Tot zu sein ist wirklich eine Situation. Eine ungünstige, könnte man sagen. 8|

      Thrawn schrieb:

      Im Weiteren dann würde ich es für sehr, wirklich sehr naiv von Kyra halten, wenn sie glaubt, dass die Sache jetzt erledigt ist. Ich meine, es ist einfach zu spät.
      Da könntest du eventuell recht haben............

      Thrawn schrieb:

      vergessen wir nicht Mr. Poole
      Sag mal, machst du dir irgendwo Notizen, dass du Charaktere, die ein Mal erwähnt wurden, noch namentlich benennen kannst?! O.o Ich bin beeindruckt. Und du machst mir Angst. :S

      Thrawn schrieb:

      Sterling selbst nun wiederum würde es - wenn er denn Kyra doch fragen sollte, ob sie ihm die Stelle im Wald zeigt - vielleicht auch merkwürdig vorkommen, wenn sie ihre Meinung diesbezüglich plötzlich geändert hätte.
      Tja. Was macht Andrew eigentlich in der Zwischenzeit?

      Thrawn schrieb:

      wird sicher nicht gut lügen können
      Vor allem nicht vor bestimmten Personen.

      Thrawn schrieb:

      das in weitere Schwierigkeiten bringen kann. Aber auch wenn es schade ist - es trägt doch zu ihrem Charakter bei. Sie hat ihre Fehler, das merkt man; aber auf eine gewisse Art macht sie das auch sympathisch, zumal sie wie gesagt ja auch weiß, dass die Aktion falsch ist.
      Dann bin ich an der Stelle ja einfach erst mal beruhigt. Und ja ... Schwierigkeiten ... Schwierigkeiten ...

      Thrawn schrieb:

      Was würde Sherlock Holmes wohl dazu sagen?
      "Feen sind real!"
      (Wenn du weißt, worauf ich damit anspiele, dann Congratz!)






      Puh. Wir waren bei diesem und dem nächsten folgenden Kapitel ja hin und her gerissen, wie wir das ganze in diese Fassung einpacken. Wie wir schon erzählt haben: Das ganze war ursprünglich so geplant, dass es in einer Art episodischer Story mit dem "Fall der Woche" ablaufen soll, was wir dann aber verworfen haben. Dann kam aber die Sache vor, mit der wir in diesem Kapitel arbeiten.

      Denn ja, dieses Kapitel konnte ich nicht einfach schmeißen. Aus dem einfachen Grund, dass dieses Kapitel, zusammen mit dem nächsten, Grundlage für Band 2 bietet (aka Plotpunkte einführt, die in Band 2 sehr relevant werden), und außerdem etwas hilft - in meinen Augen - das Gefühl zu vermitteln, dass etwas Zeit vergeht, bevor - äh - dann später Kapitel 18 kommt. *hust*

      Aber ja, ganz zu 100% glücklich damit bin ich nicht. Wobei weniger mit diesem Kapitel, als mit dem nächsten. Ach, ihr werdet ja sehen, da ist halt eine Sache, wozu ich dann gerne Ideen hören würde *hust*

      Nun, wie auch immer. Dieses Mal ein Kapitel ohne Wölfe. Dafür mit einem anderen Fall. ^-^

      Viel Spaß!



      Die Hoffnung, betrogen worden zu sein, verblasste, als sich herausstellte, dass der Umschlag tatsächlich die versprochenen tausend Pfund enthielt. Komplett in Fünfziger-Scheinen. Kyra hatte noch nie so viel Geld auf einmal in bar gehabt und es machte sie nervös. Es war Schwarzgeld und sie konnte es schlecht einfach so zur Bank bringen. Man würde nur unnötige Fragen stellen, weshalb sie den Umschlag am Ende unter ihrer Matratze verstaute.
      Am nächsten Tag fand sie, ganz wie Bishop es ihr versprochen hatte, auch ihre Festplatte säuberlich auf ihrem Schreibtisch wieder. Was bedeutete, dass das Arschloch hier schon wieder eingebrochen war … Wie zur Hölle machte er das? Sie war dank beruflicher Erfahrung durchaus geschickt damit, Türen aufzubrechen, aber sie kannte kaum jemanden, der eine moderne Wohnungstür komplett ohne Kratzer öffnen konnte – geschweige denn Haus- und Wohnungstür.
      Sie schwor sich, dass sie – wenn sich ihr Weg je wegen einem anderen Fall erneut mit Wrights kreuzen würde – das nächste Mal ihre Rache haben würde. Doch jetzt … Sicher, sie konnte immer noch zur Polizei gehen. Hey, sie hatte sogar einen weiteren Punkt auf der Liste: Bestechung. Deswegen zur Polizei zu gehen hieß jedoch auch sich selbst als bestechlich zu zeigen, wenn sie es nicht schaffen sollte, die Polizei davon zu überzeugen, dass sie das Geld nur zur Beweissicherung angenommen hatte.
      Doch wer würde ihr glauben? Die Sache mit der Bestechung, die Sache mit dem Friedhof und den Wölfen. Wer würde ihr all das glauben?
      Und dann war da noch etwas, das sie davon abhielt: Die Verzweiflung, die sie aus Bishops Stimme gehört hatte. Wahrscheinlich war sie nur vorgeschützt gewesen. Dennoch … Kyra kam nicht umher, sich – zumindest ein bisschen – Sorgen zu machen, was genau dort vor sich ging. Wurde Bishop vielleicht selbst bedroht?
      Und so ging Kyra nicht, auch wenn ein Teil ihrer selbst sie noch immer dafür hasste.
      Stattdessen brachte sie ihren blauen MGB am nächsten Mittag zur Werkstatt und fuhr die nächsten drei Tage mit einem Leihwagen durch die Gegend, ehe sie den alten Wagen von der Werkstatt abholte. Was folgte war das übliche Gespräch. Ja, man hatte den Motor repariert und die Zündkerzen ausgetauscht. Ja, man hatte auch einen der Schläuche erneuern müssen. War sie bereit den Wagen zu verkaufen, er war nicht im besten Zustand, aber dafür ein echter englischer Oldtimer. Sie solle es sich einmal überlegen. Man könnte sicher einen interessierten Käufer finden.
      Eigentlich war sie schon dumm, dieses Angebot – wie immer – abzulehnen. Zur Hölle, sie hatte sich gerade bestechen lassen, aber ihren Wagen verkaufen kam nicht in Frage? Doch sie hatte den Wagen von ihrem Vater bekommen, als sie gerade den Führerschein gemacht hatte. Ihr Vater hatte ihn damals relativ billig von einem seiner Kollegen abgekauft, da der Wagen damals nicht mehr fahrtüchtig gewesen war und sie hatten die nächsten zwei Wochen gemeinsam damit verbracht, die Innereien des Wagens komplett auszutauschen. Es war eine gute Erinnerung. Eine der letzten guten, mit ihrem Vater, bevor dieser in Afghanistan verwundet worden war und danach …
      Sie verdrängte den Gedanken.

      Die kommenden zwei Wochen waren verhältnismäßig ausgelastet mit mehreren kleineren Jobs. Dieselbe Anwaltskanzlei schickte sie gleich zwei Mal los, um Unterlagen in einem Archiv aufzuspüren, und ein älterer Mann bat sie, den Vorbesitzer seines Wagens ausfindig zu machen, wegen irgendwelchen Problemen, die ihn der Wagen gebracht hatte – was erstaunlich einfach und mit wenigen Anrufen und einem Besuch beim Verkehrsamt erledigt war.
      Sie war dankbar für die Ablenkung, da die Fälle sie davon abhielten, zu viel über den Umschlag nachzudenken. Sie suchte bewusst Ablenkung, so dass sie – wenn sie nicht an einem Fall arbeitete – bemüht war etwas anderes zu machen. Sie redete mehr als normal mit Jason und besuchte Maria, auch wenn sie das dumme Gefühl nicht loswurde, dass diese zu ahnen schien, das etwas nicht stimmte.
      Es war sechzehn Tage, nachdem Kyra von Bishop und Wright besucht worden war, dass sie an einem Dienstagmorgen von Molly angerufen wurde.
      Mit ihrem zweiten Tee des Tages saß Kyra vor ihrem Rechner und surfte gelangweilt im Internet, da sie den letzten Fall bereits Freitag abgeschlossen hatte, als ihr Handy klingelte und sie überrascht Mollys Nummer sah. Sie hob ab, fast sicher, dass Molly sich verwählt hatte.
      „Ja, Molly?“, fragte sie ohne sich erst darum zu bemühen, ihren eigenen Namen zu nennen.
      „Guten Morgen, Kyra“, erwiderte die vertraute Stimme ihrer Exfreundin. Sie klang nicht wirklich energetisch. „Hast du Zeit?“
      Kein „Wie geht es dir?“, kein „Was machst du gerade?“. Eigentlich sollte Kyra beleidigt sein, doch sie verkniff es sich. Zu tief brannte noch das Schuldgefühl in ihrem Magen. Was würde Molly nur von ihr denken, würde sie von der Bestechung wissen?
      „Ähm, ja“, antwortete Kyra stattdessen. „Was kann ich für dich tun?“
      Molly seufzte. „Ich meine, hast du Zeit für einen Fall?“
      Okay, das war etwas Ungewöhnliches. „Ähm, auch ja. Worum geht es?“
      „Das übliche“, erwiderte Molly, als ob es üblich wäre, dass sie Kyra für solche Hilfe anrief. „Es gibt eine Sache und wir haben zu wenig Leute. Chief Sutherland würde dich gerne anheuern.“ Sie klang darüber alles andere als begeistert. Was glaubte sie denn? Dass Kyra sie blamieren würde?
      Der Tonfall in ihrer Stimme beleidigte Kyra, egal, wie sehr sie versuchte, ihre Gefühle unter Kontrolle zu haben. „Ähm, klar“, sagte sie dennoch spitz. „Soll ich vorbei kommen?“
      „Das wäre wohl besser“, erwiderte Molly. „Mach das. Komm erst mal zu mir, wir können dann zusammen zum Chief gehen.“
      „Wie du meinst.“ Kyra warf dem Handy einen eingeschnappten Blick zu. „Ich bin unterwegs. Bis gleich.“
      „Bis gleich“, echote Molly wenig begeistert und legte auf.
      „Du mich auch“, murmelte Kyra dem Smartphone zu, ehe sie es einsteckte und sich neben Watson hockte, der sie interessiert ansah.
      „Hör zu, Junge“, meinte sie zu ihm. „Ich muss zur Polizeistation.“ Sie zögerte. Draußen regnete es in Strömen und da sie nicht wusste, wie lang es an der Polizeistation, wo sie ihn nicht einfach mit hineinnehmen durfte, dauern würde, war es vielleicht nicht die beste Idee, ihn mitzunehmen. „Ähm, sag mal, kannst du wohl für ein, zwei Stunden bei Jason bleiben, ehe ich dich abhole?“
      Der Hund bellte.
      „Danke, Buddy“, sagte sie und zauberte ein Leckerli aus ihrer Tasche hervor. Dann stand sie auf und gab ihm ein Handzeichen für „Bleib“. Tatsächlich blieb Watson in seinem Hundekorb liegen.
      Es war gerade einmal kurz nach Neun, was bedeutete, dass Jason noch schlief. Eigentlich mochte sie es nicht ihn zu wecken, da Jason zu jener Sorte Mensch gehörte, die den Tag bis zum ersten Kaffee in einem Zombiemodus verbrachten, bei dem man sich nie ganz sicher sein konnte, ob sie nicht jeden Moment versuchen würden, auf einen loszugehen – wahrscheinlich vom Hunger auf „Brains“ getrieben.
      Dennoch klopfte sie an seiner Tür. „Jason?“, rief sie halblaut. „Hey! Jason!“
      Sie öffnete die Tür und ging hinein, um ihn zu schütteln. „Jason“, flüsterte sie eindringlich. „Wach mal kurz auf, Jason!“
      Endlich blinzelte er sie an. „Was'n los?“, brummte er.
      „Ich muss mal kurz wohin. Arbeit“, antwortete sie. „Kann Watson bei dem Wetter nicht mitnehmen. Kannst du für zwei Stunden auf ihn aufpassen?“
      Jason brauchte einen Moment, um diese Anfrage zu verarbeiten. „Muss das sein?“
      „Bitte?“, fragte Kyra und bemühte sich ganz lieb auszusehen. „Bitte, bitte?“
      „Vonmiraus“, murmelte Jason nur halb verständlich in sein Kissen hinein. „Lassihnhier.“ Damit schien er fast schon wieder eingeschlafen zu sein.
      Nun, das musste ausreichen.
      An sich wusste sie, dass es keine gute Idee war. Denn Watson mochte Jason noch immer nicht. Nun, das stimmte nicht ganz. Viel mehr war es so, dass Watson Jason einfach nicht respektierte und es bevorzugte, ihm dies zu zeigen, wenn Kyra nicht dabei war.
      Doch Kyra hoffte, dass es aktuell nicht so schlimm sein würde. Immerhin war Watson doch noch immer sehr zögerlich. Irgendetwas an dem Treffen mit Bishop und Wright hatte ihn verstört, so dass er regelmäßig wegen kleinen Lauten sich unter ihrem Bett oder hinter dem Sofa im Wohnzimmer versteckte. Also konnte sich aktuell Jason vielleicht zumindest gegenüber dem eingeschüchterten Watson Respekt verschaffen …
      Kyra zog ihre Jacke über, missmutig auf den zerrissenen Mantel schauend, der noch immer auf dem Schreibtischstuhl in ihrem Zimmer lag. Vielleicht sollte sie ihn von dem Geld reparieren lassen … Doch echtes Leder war leider teuer und sie sollte nicht zu verschwenderisch mit dem Geld umgehen.
      Irgendwann …
      Vielleicht konnte sie es sich von ihren Eltern zu Weihnachten wünschen.
      Noch einmal ging sie in ihr Arbeitszimmer, wo Watson sie fragend ansah. Er ließ ein Winseln hören, wahrscheinlich, da er erst gerade begriff, dass sie ihn alleinlassen wollte.
      „Bleib, Junge“, meinte sie sanft. „Ich bin bald zurück.“ Sie holte eine Kaustange aus dem Schreibtisch hervor und gab sie ihm, woraufhin er sie mit traurigen, braunen Hundeaugen ansah.
      Sie hoffte einfach, dass Watson keine zu großen Probleme machen würde.
      Etwas mehr als zwanzig Minuten später fuhr sie mit ihrem Wagen, der seit der Reparatur keine Startschwierigkeiten mehr gehabt hatte, vor der Polizeistation der Kriminalpolizei vor. Sie war sich noch immer nicht sicher, was sie von Mollys Anruf halten sollte, aber hey: Ihr Jobziel war – mehr oder minder – einmal als fester Berater für die Polizei arbeiten zu können und solche kleinen beratenden Jobs waren dafür eine Hilfe. Vor allem, da sie bisher selten die Möglichkeit gehabt hatte. Auch wenn Mollys Art am Telefon sie noch immer aufregte, hatte sie sich während der Fahrt entschlossen, das ganze positiv zu sehen. Es war eine Chance – und hey, niemand musste von dem Bestechungsgeld wissen. Molly würde es ohnehin nicht hören wollen.
      Noch immer war der Himmel mit dicken Wolken verhangen. Es war düster genug, als dass – obwohl es Vormittag war – die Straßenlampen noch immer brannten, während der Regen in dicken Fäden weiterhin vom Himmel fiel und hart auf ihr Wagendach prasselte.
      Es waren Tage wie dieser, an denen Kyra sich wünschte, einen Schirm im Auto zu haben. Doch natürlich hatte sie nicht daran gedacht ihren Schirm von Zuhause mitzunehmen, als sie in aller Eile aufgebrochen war, und nun durfte sie durch den Regen laufen.
      Auch wenn sie keine fünfzehn Meter vom Eingang der Station geparkt hatte, klebten ihre Haare bereits an ihrem Kopf, als sie durch die gläserne Schiebetür kam. Bestes schottisches Herbstwetter.
      Sie ging an den Schalter am Eingang der Station.
      Hinter dem Holzpult saß ein junger, rothaariger Mann, nicht älter als Kyra selbst – wahrscheinlich sogar etwas jünger. Er sah blass aus und hatte trotz des verhangenen Wetters der vergangenen Wochen noch immer deutliche Sommersprossen auf der Nase. „Was kann ich für Sie tun?“, fragte er, als er sie bemerkte.
      „Mein Name ist Kyra Hare“, erwiderte sie. „Officer Steward hat mich herbestellt.“
      „Uhm …“ Der junge Mann schaute kurz auf einen Computerbildschirm. „Ah, ja, ich sehe. Uhum. Gehen sie durch.“ Er betätigte einen Buzzer, der sie in den hinteren Teil der Station ließ.
      Kyra fühlte sich seltsam ausgerechnet jetzt hier zu sein. Sie wurde das Gefühl nicht los, dass sie vor zwei Wochen hätte herkommen sollen, und rechnete halb damit, dass irgendjemand sie ansprechen würde, ganz so, als würden alle wissen, was sie getan hatte. Doch nichts dergleichen geschah.
      Kyra war schon ein paar Mal hier gewesen, weshalb sie sich mit relativer Sicherheit bewegte. Mollys Büro war in der zweiten Etage und der Ort, wo man sie wahrscheinlich treffen konnte, wenn sie nicht auf einer Ermittlung war.
      Also machte sie sich auf den Weg die Treppe hinauf.
      Das Treppenhaus der Polizeistation war weit, jedoch hatte es dank dem dämmerigen Licht, das durch die milchigen Fenster kam, eine bedrückende Atmosphäre. Der graue PVC Belag der Treppe, wie es bei Gebäuden dieser Art nicht unüblich war, half der Atmosphäre auch nur bedingt.
      Sie ging den relativ schmucklosen Flur hinab und fand sich schließlich vor dem Büro, dass Molly sich mit einem Kollegen – Dominic McDowell – teilte.
      Kyra klopfte an der geschlossenen Tür und hörte bald darauf Mollys Stimme. „Ja?“
      Mit einem leisen Seufzen öffnete Kyra die Tür. „Hier bin ich“, meinte sie und sah sich kurz in dem Zimmer um. McDowell war nicht da. Sein Schreibtisch, der direkt gegenüber Mollys stand, war leer und sein Computer nicht an. Entweder war er woanders im Haus oder auf einer Ermittlung. Molly dagegen saß an ihrem Schreibtisch, auf dem sich mehrere Aktenordner stapelten. Einer davon war aufgeschlagen – offenbar übertrug sie gerade irgendwelche Daten in den Rechner.
      Oh, die wunderbaren Seiten der Polizeiarbeit, dachte sich Kyra. Bürokratie.
      „Ah“, machte Molly kurz und sah auf. „Gut, dass du so schnell kommen konntest.“ Wirklich froh klang sie darüber nicht.
      „Pass auf, dass du dich vor Freude nicht überschlägst“, meinte Kyra und schob eine feuchte Haarsträhne aus ihrem Gesicht.
      Molly seufzte nur und zuckte mit den Schultern. „Hast du mittlerweile die ganze Wolfsgeschichte bei Seiten gelegt?“, fragte sie leise.
      Daraufhin zuckte Kyra nur mit den Schultern. Sie war schlecht darin, Molly anzulügen, weshalb sie es lieber bei einer wagen Geste beließ.
      „Gut“, meinte Molly jedoch, offenbar die Geste – vielleicht bewusst – als ein „Ja“ interpretierend.
      Eine kurze Stille senkte sich über sie, die nur vom deutlichen Surren von Mollys Computer gestört wurde. Es war schließlich Kyra, die das Schweigen brach. „Also, warum bin ich hier?“
      „Ein Fall an der Uni“, erwiderte Molly. „Chief Inspector Sutherland möchte einige Daten haben.“ Sie seufzte. „Er will dich selbst einweisen.“
      Kyra zuckte nur mit den Schultern und folgte Molly, als diese zur Tür ging. Sie sah Kyra an. „Blamier' mich nicht, ja?“, sprach sie schließlich aus, was die ganze Zeit schon in ihrer Stimme mitgeschwungen war.
      „Wieso sollte ich dich blamieren?“ Bemüht ihrer Stimme gekränkt wirken zu lassen, sah sie Molly an.
      „Weil Sutherland sich daran erinnert hat, dass ich dich zu einem Fall dazu gezogen hatte“, erwiderte sie. „Die Aussagen wegen Fraser.“
      „Und du hast so wenig Vertrauen in meine Fähigkeiten, dass du natürlich prompt davon ausgehst, dass ich es nur vermasseln kann, eh?“, murmelte Kyra zynisch.
      „Das habe ich nicht gesagt“, entgegnete Molly.
      Kyra zuckte mit den Schultern. „Aber gemeint.“
      Schon als sie zusammen gewesen waren, hatte Molly mehr als einmal sie davon überzeugen wollen, ihre Detektivkarriere aufzugeben. Sie hatte auf sie eingeredet wegen dem Studium. Sie könnte ja noch etwas anderes studieren. Immerhin hatte es mehr als einmal Fälle gegeben, auf die es keine vernünftigen Lösungen gegeben hatte. Jedes Mal hatte es Molly zum Anlass genommen, um mit Kyra über ihre Karriereentscheidungen zu reden.
      Auch wenn Kyra gewusst hatte, dass es gut gemeint war, war es doch irgendwann nervig geworden. Verdammt noch mal, sollte man nicht meinen, dass ein Partner einen unterstützte, als noch weiter auf einem herum zu hacken, wenn mal etwas nicht klappte?
      Letzten Endes blieb Molly jedoch vor einem Büro am anderen Ende des Gebäudes stehen. Chief Inspector Sutherland stand auf einer Namenskarte neben der Tür, direkt unter der Raumnummer.
      Molly warf Kyra einen kurzen Seitenblick zu, ehe sie klopfte.
      „Ja?“, klang eine raue Männerstimme aus dem Zimmer.
      Kurz hielt Molly inne, ehe sie die Tür öffnete. „Ms. Hare ist hier“, sagte sie nur. „Sie wollten mit ihr reden.“
      Kyra folgte ihr in den Raum hinein. Als sie ihn sah erinnerte sie sich an den Inspector. Er hatte damals im Fall eines Drogenmordes ermittelt, der auch mit Bruce Fraser zu tun gehabt hatte. Man hatte Fraser nichts nachweisen können. Einer seine Goons war am Ende ins Gefängnis gekommen.
      Der Mann ging deutlich auf die Fünfzig zu und sein kurzes Haar, sowie sein ordentlich getrimmter Bart waren bereits komplett ergraut. Er hatte ein längliches, strenges Gesicht und graue Augen, die sie nun mit aufmerksamen Blick musterten.
      „Ah, gut“, meinte er und nickte Molly zu. „Vielen Dank, Ms. Steward.“
      Molly nickte und ging mit einem letzten Blick aus Kyra hinaus.
      Diese holte tief Luft und ging dann auf den Schreibtisch zu. „Sie haben einen Fall für mich, Inspector?“, fragte sie und sah den Polizisten direkt an.
      „Nun, ja, ein Fall, wenn man so will“, erwiderte er und wirkte zumindest ein wenig verlegen. „Wir haben einen Fall, ein vermutlicher Unfall, bei dem es noch ein Paar Unklarheiten gibt.“ Er machte einige Klicks an seinem Computer und der Drucker auf dem Regal neben seinem Schreibtisch erwachte zum Leben. „Sie wissen, wie das ganze läuft, Ms. Hare. Erst der Papierkram, dann die Informationen.“
      Natürlich wusste Kyra das. Also unterschrieb sie brav eine Verschwiegenheitserklärung und noch ein paar andere Zettel, ehe der Mann eine schmale Mappe zu ihr hinüber reichte.
      Die Mappe enthielt nicht viel mehr, als ein paar Bilder und zwei Blätter mit tabellarischen Daten.
      Kyra erkannte das erste Blatt als eine Personenbeschreibung – ein Richard Graham, 19 Jahre alt, Student auf Lehramt für Englisch und Religion – das zweite Blatt als die Kurzfassung eines Autopsieberichts. Anstatt zu fragen, was es damit auf sich hatte, studierte sie den Zettel.
      Nach allem was der Bericht ihr sagte, war der Junge an Verletzungen, wie sie durch Stürze aus mittelgroßer Höhe zustande kamen, verstorben. Ein Teil der Bilder war aus der Autopsie, ein anderes Bild von seinem Studentenausweis und seinem Führerschein.
      Eine Sache, die ihr auffiel, war, dass der Junge auf den Bildern aus der Autopsie – anders als bei den Passbildern – eine seltsam gewellte Stirn hatte.
      „Mord?“, fragte sie schließlich kurz angebunden.
      Sutherland schüttelte den Kopf. „Wir gehen aktuell von einem Unfall aus. Nicht sicher, aber es ist die aktuelle These.“
      „Okay.“ Kyra fragte sich, was sie dann tun sollte.
      Dankbarer Weise schien der Chief Inspector das zu ahnen und erklärte: „Richard Graham ist gestern Vormittag vom Dach des Studentenwohnheims, in dem er lebte, in den Tod gestürzt. Offenbar war er unter Drogen. Wir können natürlich nicht ausschließen, dass jemand ihn geschubst hat, aber wir ermitteln dahingehend schon“ Er holte tief Luft. „Nein, es geht um etwas anderes: Die Staatsanwaltschaft hat Interesse an den Implantaten, die er hatte.“
      „Implantate?“, fragte Kyra und sah noch einmal auf den Autopsiebericht.
      Hier stand verzeichnet, dass der Junge offenbar THC im Blut hatte. Also hatte er wahrscheinlich einen Joint geraucht. Außerdem stand verzeichnet, dass er eine Form von Implantat an der Stirn einoperiert hatte. Daher wohl die seltsam gewellte Stirn, die Kyra ein wenig an einen Klingonen erinnerte. Allerdings fiel ihr etwas anderes im Bericht auf.
      „Knochenimplantate?“, fragte sie.
      „Genau das interessiert den Staatsanwalt“, erwiderte Sutherland. „Es wurde bei der Autopsie eine Anomalie in seinem Gehirn festgestellt. Die Forensik hat die Vermutung aufgestellt, dass dies von einer Abwehrreaktion auf das Implantat kam und dass dies eventuell seinen Gleichgewichtssinn beeinträchtigt oder zu kurzen Ohnmachtsanfällen geführt hat. Daher ist es aktuell von Interesse, wer für das Implantat verantwortlich war.“
      „Ich soll den Arzt ausfindig machen?“, fragte Kyra.
      Sutherland nickte. „Genau. Es ist aktuell nicht der Schwerpunkt der Ermittlung, weshalb ich niemanden dafür freistellen kann. Ich würde daher Sie damit beauftragen, Ms. Hare.“

      Nun, das war ein seltsamer Fall, das musste Kyra zugeben. Irgendwo war sie überrascht, dass sich die Kriminalpolizei damit beschäftigte, doch am Ende landete dort fast alles, was eventuell mit einem Gesetzesbruch zu tun hatte. In diesem Fall wohl ein illegaler chirurgischer Eingriff, da – laut Sutherland – die Krankenkasse des Jungen davon nicht in Kenntnis gewesen war. Sie hatte die Unterlagen der Krankenkasse und den erweiterten Autopsiebericht dabei, zur weiteren Lektüre.
      Alle schienen sich dessen bewusst zu sein, dass es die Suche nach einer Nadel im Heuhaufen war, doch wenn es eine Antwort gab, dann würde wahrscheinlich der verantwortliche Chirurg seine Zulassung verlieren – sofern er überhaupt eine hatte – und mit weiteren Folgen rechnen müssen.
      Mit dem groben Plan, sich die Unterlagen weiter daheim anzusehen, wollte sie sich gerade auf den Weg zum Studentenwohnheim zu fahren, wo der Junge gestorben war, als ihr Handy klingelte.
      Ungeachtet dessen, dass sie eigentlich am Steuer saß ging sie dran. „Ja? Kyra Hare hier“, meldete sie sich.
      Sie hörte Hundejaulen im Hintergrund, ehe die Stimme ihres Mitbewohners erklang: „Hol deinen verdammten Hund ab.“ Jasons Stimme klang wütend und müde.
      Kyra seufzte. „Ich habe einen Fall.“
      „Und ich habe Kopfschmerzen“, erwiderte Jason. „Wenn du nicht kommst, heult Watson uns die ganze Bude zusammen.“
      Also bog Kyra an der nächsten Kreuzung links ab, anstatt geradeaus zu fahren. Zu ärgerlich, wenn sie bedachte, dass die Station, sowie auch das Studentenwohnheim, im Norden des Schlosses und der Innenstadt war, ihre Wohnung dagegen südlich lag.
      Am Ende war es gut eine Dreiviertelstunde, nachdem sie von der Polizeistation losgefahren war, dass sie zusammen mit Watson, der nun brav hechelnd auf dem Rücksitz saß und aus dem Fenster sah, vor dem Wohnheim vorfuhr.
      Wie man es von einem Studentenwohnheim wohl erwarten konnte, war der Parkplatz größtenteils mit Gebrauchtwagen vollgestellt, so dass ihre Rostkarre kaum auffiel. Nach drei Runden über den Parkplatz stellte sie den Wagen schließlich in eine viel zu enge Parklücke, so dass sie sich nur mit Mühe aus der halb offenen Tür pressen konnte.
      Es goss noch immer.
      Sie ließ Watson aus dem Wagen und machte sich nun mit Regenschirm auf den Weg zu dem recht modernen Gebäudekomplex, der wahrscheinlich um die hundert Studenten beherbergte. Die Eingangshalle war offen und so war es nicht schwierig sich umzusehen.
      So ganz wusste sie nicht, was sie suchte.
      Missmutig ob des Regens und der Tatsache, dass Watson nicht unter dem Schirm bleiben wollte, machte sie eine Runde um das Gebäude, fand aber keine Absperrung. Nun, nicht verwunderlich, wenn es offiziell als ein Unfall gehandelt wurde.
      Was suchte sie eigentlich hier? Nun, am ehesten wohl andere Studenten, die Graham kannten und ihr mehr über diese seltsamen Implantate sagen konnten. Also würde sie sich wohl herum fragen müssen.
      Ihr ging es immer noch nicht ganz in den Kopf, wieso der Junge geglaubt hatte, dass solche Implantate eine tolle Idee seien. Klar, sie wusste, dass es eine Bodymodelling-Szene gab, aber normaler Weise fingen diese Leute mit Piercings und Tattoos an, von denen der Junge keine gehabt hatte. Vielleicht war er wirklich ein Trekkie? Das könnte es zumindest erklären. Na ja, also halb. Immerhin gab es ein paar verrückte Fans, die einiges für ihre liebste Show in Kauf nahmen.
      Zurück im Gebäude machte sie sich – den triefenden Watson an ihrer Seite – auf die Suche nach einem Gemeinschaftsraum. Normal gab es sowas in diesen Gebäuden. Sammy, ihre Freundin zu Studienzeiten hatte auch in so einem Wohnheim gewohnt und dort hatte es gleich mehrere Gemeinschaftsräume zum Rumhängen, Fernsehschauen und Kicker spielen gegeben.
      Ein junger Mann, braunhaarig und etwa um die Zwanzig, und dem Badetuch in seinen Armen nach wahrscheinlich auf dem Weg zum Bad, kam ihr auf dem Gang entgegen und sah sie an. „Ähm, Miss, Hunde sind hier nicht erlaubt.“
      Diese indirekte Aufforderung überging sie. „Kannst du mir sagen, wo der Gemeinschaftsraum ist?“
      Watson sah den Jungen hechelnd und tropfend an.
      Der junge Mann sah zwischen ihnen hin und her. „Ähm, am Ende des Gangs rechts, aber …“
      Kyra ließ ihn nicht ausreden. „Danke.“ Dann ging sie den Gang, von Watson gefolgt, hinab.
      Der Gemeinschaftsraum war weiß gefliest und relativ hell. Er sah gemütlich aus, wie sich offenbar auch der Hund dachte, der sich im nächsten Moment einmal ordentlich schüttelte und dann unaufgefordert auf einen Teppich legte. Okay, sie hoffte, dass dies gegenüber der Polizei nicht erwähnt werden würde. Aber sie hatte Watson ja auch kaum im Auto lassen können!
      Zwei junge Frauen, Kyra schätzte sie ebenfalls um die Zwanzig, saßen auf einer Couch und unterhielten sich, beide einen Becher Tee oder Kaffee in der Hand. Als Watson sich schüttelte, sahen sie zu ihnen hinüber.
      Die eine, ein dunkelhäutiges Mädchen mit langen, krausen Haaren, sah zu ihr hinüber. „Hunde sind hier nicht erlaubt.“
      „Ich weiß“, erwiderte Kyra entschuldigend. „Tut mir leid, dass ich hier einfach so reinmaschiere.“ Sie machte zwei Schritte auf die beiden zu. „Mein Name ist Kyra Hare. Ich bin wegen der Sache mit Richard Graham hier.“
      Die beiden sahen sich an. „Der Junge, der gestürzt ist?“
      „Genau der“, erwiderte Kyra. „Ich bin Privatdetektivin und habe ein paar Fragen.“ Sie ließ geflissentlich aus, dass sie von der Polozei beauftragt war. So konnte man die Sache mit Watson nicht petzen, hoffte sie. „Kanntet ihr ihn?“
      Beide Mädchen schüttelten beinahe synchron die Köpfe. „Nein, sorry“, sagte dann die zweite, ein schlankes Mädchen mit hellbrauenen Haaren. „Uhm …“ Sie zögerte. „Alex hatte ein paar Kurse mit ihm. Vielleicht versuchen Sie es bei ihr?“
      Oh, ja, ein Unisex Vorname sagte ihr sehr viel. „Alex?“, fragte Kyra.
      „Alexandra McGregor“, erwiderte die Dunkelhäutige zurückhaltend. „Zimmer B314.“
      Kyra seufzte. „Danke“, sagte sie nur und bückte sich. „Komm, Watson.“ Damit machte sie sich auf den Weg zum Treppenhaus. Ihr detektivischer Scharfsinn sagte ihr, dass das Zimmer B314 im dritten Stockwerk liegen würde.





      Pieces [Kurzgeschichtensammlung]

      Pomaika'i ma ahi [Fantasy à la Hawai'i]
    • Puh, also ein Fall als Zwischenstory. Finde ich OK, um den ganzen Fall zu entspannen.
      Der Anfang beschäftigt sich aber noch naheliegenderweise mit dem Fall.
      Natürlich erwartest du das man etwas auf Molly eingeht und du wirst nicht enttäuscht sein.
      Die Line von ihr, ob sie den Fall mit den Wölfen nun endlich aufgegeben hat, war schon ein dickes Ding.
      Ich denke sie steckt wirklich mit drin. Aber selbst wenn, war es einfach herablassend so mit ihr umzugehen.
      Da sich ein neuer Fall anbahnt, kann ich zum Rest der Handlung wenig sagen. Wenn Molly wirklich gegen sie gearbeitet hat, müsste so ein Fall eigentlich willkommen sein. Er ist schon etwas wichtiger. Fahrlässigkeit mit Todesfolge, oder so etwas, oder? Müsste jedenfalls überprüft werden und das könnte Kyra von dem anderen wichtigen Fall ablenken.
      Spoiler anzeigen



      Alaiya schrieb:

      Thia steht gerade mit dem Rücken zur Wand - oder vielleicht eher zwischen Hammer und Amboss. (Gibt es die Redewendung so eigentlich im Deutschen?)
      Nie gehört, ehrlich gesagt. Funktioniert aber.

      Alaiya schrieb:

      Lieber Doktor Sommer, kann ich durch Küssen schwanger werden ein Werwolf werden?

      Sorry Ich konnte es mir nicht verkneifen.
      Ohne Humor ist das Leben trist und Grau. Macht nur weiter.

      Alaiya schrieb:

      Ich habe tatsächlich das Gefühl, ich werde hier bei dem ersten Kapiteln das ganze ein wenig deutlicher machen müssen. Die Idee ist an sich, dass Kyra sehr effizient im Verdrängen ist
      Bloß nicht, nein. Ich finde es so sehr gut aufgebaut.
      Es ist nicht immer gut, wenn man zu sehr auf sowas rumreitet nur damit man ganz sicher ist, dass alle es verstanden haben.
      Meine Meinung.

      Alaiya schrieb:

      Oder allgemein felliger.
      Ich habe mich schon gefragt ob sie zu den Wölfen gehört, oder nur eine Art Aufpasserin ist. Das kling danach als sei sie als Werwolf confirmt. Ich bleibe erstmal bei dieser Vermutung.

      Alaiya schrieb:

      Sag mal, machst du dir irgendwo Notizen, dass du Charaktere, die ein Mal erwähnt wurden, noch namentlich benennen kannst?! O.o Ich bin beeindruckt. Und du machst mir Angst.
      Mir auch, ich hatte nicht mal mehr die alte Frau in Erinnerung.


      Interessant ist, dass du den Part mit Bishop und dem Auftraggeber gekonnt ignoriert hast.
      Entweder ist es dir selbst nicht aufgefallen und du schämst dich etwas dafür, oder das war Absicht und es passiert noch was mit dieser Aussage. Und zumindest ich achte immer sehr auf solche Kontinuitätsfehler und du hast noch einen Partner also nehme ich an, dass es geplant war.


      Alaiya schrieb:

      Diese Erwähnung sieht so aus: Wolves hate Mind Magic.
      Vielleicht haben Thia und Shean miteinander gesprochen und Shean war zusätzlich so drauf, weil sie ihn insgeheim fertiggemacht hat?
      Oder Thia war so nervös, weil sie von jemand anderen Anweisungen bekam?

      Alaiya schrieb:

      der letzten guten, mit ihrem Vater, bevor dieser in Afghanistan verwundet worden war und danach …
      Sie verdrängte den Gedanken.
      Hm, etwas mehr Backstory. Wir hören auch kurz den Namen einer College Freundin.
      So wie das klingt ist er nicht tot, aber vielleicht entlassen und deshalb depri.

      Alaiya schrieb:

      War sie bereit den Wagen zu verkaufen, er war nicht im besten Zustand, aber dafür ein echter englischer Oldtimer.
      An denen fehlt doch ständig irgendwas. Sie sollte sich ein Auto kaufen das nicht ständig überholt werden muss, wenn sie kein reguläres Einkommen hat.

      Alaiya schrieb:

      Irgendetwas an dem Treffen mit Bishop und Wright hatte ihn verstört
      Vielleicht nimmt Watson Telepathie wie eine Hundepfeife wahr? Wäre denkbar, dann ginge es nicht nur darum, dass er die Werwölfe wittert.

      Alaiya schrieb:

      Vielleicht konnte sie es sich von ihren Eltern zu Weihnachten wünschen.
      Das impliziert das beide noch am Leben sind, oder das sie einen Stiefvater hat. Oh und das sie Christen sind, ist aber naheliegend.
      Meine aktuelle Fanfiction Tres vicios nobles
    • Neu

      Tja, dann wollen wir mal. Wobei nach dem Üblichen hier
      Here we go again

      Alaiya schrieb:

      „Das übliche
      Übliche

      Alaiya schrieb:

      Auch wenn Mollys Art am Telefon sie noch immer aufregte, hatte sie sich während der Fahrt entschlossen, das ganze positiv zu sehen.
      Ganze

      Alaiya schrieb:

      „Hast du mittlerweile die ganze Wolfsgeschichte bei Seiten gelegt?“
      beiseitegelegt

      Alaiya schrieb:

      Sie war schlecht darin, Molly anzulügen, weshalb sie es lieber bei einer wagen Geste beließ.
      vagen

      Alaiya schrieb:

      Bemüht ihrer Stimme gekränkt wirken zu lassen, sah sie Molly an.
      ihre

      Alaiya schrieb:

      Molly nickte und ging mit einem letzten Blick aus Kyra hinaus.
      auf, vermute ich

      Alaiya schrieb:

      „Wir haben einen Fall, ein vermutlicher Unfall, bei dem es noch ein Paar Unklarheiten gibt.“
      paar

      Alaiya schrieb:

      Dankbarer Weise schien der Chief Inspector das zu ahnen und erklärte:
      Zusammen

      Alaiya schrieb:

      Wir können natürlich nicht ausschließen, dass jemand ihn geschubst hat, aber wir ermitteln dahingehend schon“
      Da fehlt am Ende ein Punkt.

      Alaiya schrieb:

      Sie ließ geflissentlich aus, dass sie von der Polozei beauftragt war.
      Die Polozei immer mit ihren Pferden und langen Holzschlägern ... Naja, zumindest kann man hier ganz vortrefflich deduzieren, dass das "i" auf der Tastatur neben dem "o" liegt, wenn man das noch nicht wusste.

      auch ein paar Re-Rekommis folgen.
      Spoiler anzeigen

      Tja, wird wohl enttäuschend, aber ...

      Alaiya schrieb:

      Ich möchte eine Sache hier in der Antwort erwähnen, ohne sie konkret worauf zu beziehen, und schauen, ob jemand daraus Schlüsse zieht. Diese Erwähnung sieht so aus: Wolves hate Mind Magic.
      Ähm ... Ich glaube, da steht bei mir diesmal einer auf der Leitung, das heißt: Ich könnte jetzt natürlich spekulieren und dann vielleicht die Aussage zum Anlass nehmen, eben neben den Wölfen eine andere Gruppe zu vermuten (halt welche mit "Mind Magic") und weiter annehmen, dass die verfeindet sind oder sich eben zumindest nicht gut leiden können? Oder dass die Wölfe den Einsatz dieser Magie ablehnen? Oder halt beides? Aber so richtig einen Geistesblitz habe ich darauf basierend jetzt nicht, insofern ... Hm. Ich brauche da wohl noch Zeit, um drüber nachzudenken, fürchte ich.

      Alaiya schrieb:

      "Feen sind real!"
      (Wenn du weißt, worauf ich damit anspiele, dann Congratz!)
      Wusste ich jetzt nicht, wobei die Recherche läuft und ich eine Hypothese habe. Die muss ich jetzt halt nur noch genauer überprüfen.

      Alaiya schrieb:

      Sag mal, machst du dir irgendwo Notizen, dass du Charaktere, die ein Mal erwähnt wurden, noch namentlich benennen kannst?! O.o Ich bin beeindruckt. Und du machst mir Angst.
      Ich habe eine Wand, an der ich Schilder mit den Namen aller Charaktere und andere Sachen wie den Grundriss der Wohnung aufgehangen habe. Das alles wird schön mit Bindfäden verbunden, wobei die Farbe der Bindfäden für Beziehungen oder mögliche Beziehungen steht. So ist Rot zum Beispiel der Code für "romantisch involviert" und Rosa (als quasi eine "leichtere" Version von Rot) steht für die Möglichkeit einer solchen Beziehung zwischen zwei Charakteren. Daneben hänge ich dann Notizzettel mit möglichen Theorien und zu beantwortenden Fragen auf, die ich regelmäßig auf den neuesten Stand bringe. Folgende Personen wurden letzte Woche hinzugefügt: Die Leute aus der Werkstatt; die Anwaltskanzlei; der ältere Mann, der den Vorbesitzer seines Autos suchte; der rothaarige Mann vom Schalter; Dominic McDowell; Chief Inspector Sutherland; Richard Graham; Sammy; der Student mit dem Badehandtuch; die beiden Studentinnen; Alexandra McGregor. So langsam brauche ich eine zweite Wand ... Ja, alles, was ich gerade gesagt habe, war gelogen.
      Naja, ich weiß in etwa immer, dass es da so eine Person gab und wo sie ungefähr erwähnt wurde - die Namen weiß ich dann nicht immer oder bin mir zumindest nicht immer hundertprozentig sicher, ob ich sie richtig in Erinnerung habe, dann kann ich sie aber halt immer an den entsprechenden Stellen nachgucken. Bei Poole habe ich auch noch einmal nachgeguckt, um zu prüfen, ob er wirklich so hieß, weil ich mir nicht ganz sicher war. Also kein Grund zur Angst. Noch nicht.


      So, also Kyra hat erst einmal noch Ruhe und wird nicht direkt der Bestechung überführt - wobei ja direkt zwei Probleme diesbezüglich schon angedeutet werden: Maria scheint zu ahnen, dass etwas nicht stimmt und zusätzlich wird ja auch gesagt, dass Kyra vor Molly nicht gut lügen kann. Insofern sind hier direkt zwei Ansätze vorhanden, wie das auffliegen kann. Überhaupt - sie scheint sich ja wirklich jetzt öfter mit Maria zu treffen. Vielleicht wird ja mehr draus als Freundschaft, wäre eigentlich ganz schön zu sehen.
      Nun ja, nun aber der Reihe nach: Also, die Festplatte ist wieder da und es gibt erneut keine Einbruchsspuren, was ja Kyra recht ungewöhnlich vorkommt; aber ich denke, zu der Einbruchsmethode kann ich immer noch nicht mehr sagen als das, was ich schon an anderer Stelle gesagt hatte, hm. Jedenfalls, Kyra kriegt einen neuen Fall und diesmal sogar von der Polizei - wobei die Umstände ja schon ein wenig ungewöhnlich sind und, ach ... Es gibt wieder jede Menge Stoff für Theorien, yay!
      Wobei ich vorher wohl noch anmerken muss: Molly kommt wieder nicht so freundlich rüber, aber das überrascht mich jetzt eigentlich auch schon gar nicht mehr. Dabei finde ich es schon interessant, wie Kyra diesmal einen Anruf am Steuer annimmt, der von Jason kommt; bei Molly hat sie das ja nicht getan und es wurde auf "Am Steuer soll man nicht telefonieren" verwiesen, wobei ich schon damals eigentlich nicht geglaubt habe, dass das der eigentliche Grund dahinter ist, dass sie den Anruf nicht annimmt; und das scheint aufgrund der Tatsache, dass sie jetzt einen Anruf von Jason annimmt, obwohl sie am Steuer sitzt, nur noch wahrscheinlicher zu werden. Ist eigentlich ein ganz netter kleiner Aspekt, den man hier beobachten kann.
      Gut, dann zum Fall: Also, Knochenimplantate, soso ... Nun, es kann ja sein, dass die Leute in der Gerichtsmedizin einfach mit ihrer Vermutung recht haben und dass Drogenkonsum, möglicherweise in Verbindung mit einer Abstoßungsreaktion, zu einem schlichten Unfall führte. Dann macht man halt noch den Chirurg ausfindig und gut ist. Andererseits könnte ja trotzdem noch weiteres Fremdverschulden der Fall sein, jemand könnte ihn gestoßen haben, ihn bewusst unter Drogen gesetzt und aufs Dach gelotst haben etc. Nur stellt sich halt da automatisch die Frage, warum jemand einen kleinen Studenten umbringen sollte; klassische Motive sind ja immer Geld und Leidenschaft, wobei Ersteres jetzt sicher bei einem armen Studenten nicht so plausibel wäre, letzteres kann halt immer der Fall sein. Naja, oder jemand musste ihn aus irgendeinem Grund zum Schweigen bringen, weil er irgendetwas wusste, dass er nicht wissen sollte oder etwas gesehen hat, dass er nicht sehen sollte. Wobei hier jetzt vielleicht schon wieder der Wunsch, einen Bezug zu der bisherigen Handlung herzustellen, der Vater des Gedankens sein mag. Die Sache ist da ja auch, man liest die Erwähnung am Anfang, liest dann, dass er wohl was an seinem Kopf hat machen lassen und sieht direkt eine Verbindung, wo vielleicht gar keine sein muss. Ein spontaner Gedanke wäre ja auch, dass man seinen Verstand so manipuliert hat, dass er vom Dach gefallen/gesprungen ist, aber naja. Natürlich aber ist die Sache mit den Knochenimplantaten schon ungewöhnlich - die Erklärung, dass Graham ein etwas verrückter Trekkie war, ist ja nicht ganz unplausibel; die müsste sich allerdings leicht verifzieren bzw. falsifizieren lassen, indem man halt mit einer Person spricht, die ihn kennt, was ja auch Kyras Plan ist (oder man sieht sich mal um, ob zu seinen privaten Habseligkeiten nicht ein Haufen Star-Trek-Zeugs gehört). Wenn sie stimmt, kann man ja auch noch versuchen, eine Verbindung von einer etwas verrückten Einstellung zu dem Unfall herzustellen - keine Ahnung, vielleicht kommt jemand ja auf die Idee, eine Mutprobe auf dem Dach durchzuziehen (da man sich ja leider nicht im Kampf gegen die Romulaner beweisen kann) oder eine Art Duell oder sonst etwas, wobei dann halt etwas gehörig schiefläuft. Wenn sie allerdings nicht stimmt - tatsächlich glaube ich spontan einfach nicht, dass die Erklärung so licht wäre - dann muss man sich wohl was Neues ausdenken, warum er diese Implantate hatte. Sind es halt wirklich nur gewöhnliche Implantate? Das wäre ja auch noch mal eine Frage ... Aber naja, bevor man hier zu Schlussfolgerungen springt, sollte man wohl noch etwas mehr über die Person und den Fall herausfinden, weil sonst neigt man ja wieder nur dazu, die Fakten seiner Theorie anzupassen und so weiter. Tja, und damit bin ich eigentlich recht schnell am Ende; bezüglich dieses Satzes am Anfang muss ich einfach echt noch mal drüber nachdenken und bei dem neuen Fall soll sich ruhig Kyra abmühen und die ganzen lästigen kleinen Details zutage fördern, damit ich sie richtig zusammensetzen kann. Oder auch falsch oder gar nicht, denn ich bin nun einmal weder ein Mycroft noch ein Poirot.
      Ach ja, da waren noch ein paar Dinge:

      Alaiya schrieb:

      Oh, ja, ein Unisex Vorname sagte ihr sehr viel.
      Hey, die Studentin hat vorher von "ihr" gesprochen. Also ist zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass es sich um eine weibliche Person handelt.
      Ansonsten wurde ja hier wieder Kyras Vater erwähnt und dass sie das Auto von ihm hat; also, sie hat einen Mantel und ein Auto von ihm und beides bedeutet ihr offenbar sehr viel; das ist natürlich verständlich. Dann wird erwähnt, dass ihr Vater in Afghanistan verwundet wurde und danach ... Nun sie verdrängt den Gedanken. Tot? Oder "nur" verschollen? Und dann heißt es, sie könne sich vielleicht etwas von ihren Eltern zu Weihnachten wünschen ... Also ... Man kann jetzt wieder spekulieren, ob sie wirklich so gut im Verdrängen ist, dass sie auch so etwas wie den Tod eines Elternteils verdrängen kann oder ob ihr Vater vielleicht tatsächlich noch lebt; oder ob sie jetzt einen Stiefvater hat. Jetzt weiß ich auch gerade nicht, ob ihre Mutter überhaupt mal erwähnt wurde ... Man müsste wohl in dem Zusammenhang auch die Frage stellen, was mit ihr ist. Eigentlich ... Hm, wenn man Eltern und ein gutes Verhältnis zu ihnen hat, rufen sie eigentlich durchaus mal hin und wieder an, wenn man von zu Hause ausgezogen ist und fragen, wie es einem geht und alles. Aber bisher wurde nie so etwas angedeutet (oder?) und dafür kann es ja durchaus einen Grund geben. Tja, tot, schwieriges Verhältnis, verschollen, aus anderen Gründen nicht in der Lage, zu telefonieren ... Naja. Ach, aber da gibt es ein Detail, das ich wohl mal vergessen hatte. Das ist vielleicht nicht schlimm, weil es nicht wichtig ist; es ist wieder mehr ein kompletter Schuss ins Blaue, auf den ich mich wieder nicht festlegen will. Aber es ist ja so, dass damals der Wolf Kyras Mantel zer- und dabei wohl auch ein Stück davon abgerissen hat. Und man könnte jetzt auch denken, dass die damit irgendwas anfangen können, auch wenn ich keine Ahnung habe, was das wäre. Ich meine nur, es ist ein Stück von einem Objekt, an dem gewissermaßen viele Erinnerungen und Emotionen hängen; der Doctor würde so etwas benutzen, um einen planetengroßen Schurken zu füttern, der Erinnerungen frisst. Naja, weiß nicht, ob das mal in irgendeiner Form wichtig wird - ich denke eigentlich nicht - aber man kann's ja mal erwähnen.

      Nun ja, es wäre jedenfalls noch interessant zu sehen, wie es mit diesem Fall dann weitergeht - und wie lange es dauert, bis jemand von der Bestechung Wind kriegt. Ich freue mich jedenfalls wieder aufs nächste Kapitel.
    • Neu





      @Sunaki & @Thrawn:

      Wieder einmal danke für die Kommentare :3 Ihr seid super! ^-^/

      @Sunaki

      Sunaki schrieb:

      Puh, also ein Fall als Zwischenstory. Finde ich OK, um den ganzen Fall zu entspannen.
      Das ist ja das Ziel. Ein wenig zu entspannend, ein wenig Band 2 aufbauen und halt deutlich zu machen, dass etwas Zeit vergeht. :)

      Sunaki schrieb:

      Er ist schon etwas wichtiger. Fahrlässigkeit mit Todesfolge, oder so etwas, oder?
      Na ja, es ist halt verboten - sofern nicht medizinisch notwendig - Knochen zu implantieren, da organisches Material halt zu weit mehr Abstoßungsreaktionen führt. Sprich: Deswegen sind solche Body Modifications normal aus Edelmetall oder Silikon. Es würde dem Arzt seine Zulassung kosten und definitiv auch eine Klage, weil es gegen den Ärztekodex verstößt und als Körperverletzung gesehen werden kann. Davon abgesehen, dass Knochen ja woher kommen muss.

      Sunaki schrieb:

      Bloß nicht, nein. Ich finde es so sehr gut aufgebaut.
      Es ist nicht immer gut, wenn man zu sehr auf sowas rumreitet nur damit man ganz sicher ist, dass alle es verstanden haben.
      Meine Meinung.
      Irgendwie beruhigt mich das :)

      Sunaki schrieb:

      Interessant ist, dass du den Part mit Bishop und dem Auftraggeber gekonnt ignoriert hast.
      Entweder ist es dir selbst nicht aufgefallen und du schämst dich etwas dafür, oder das war Absicht und es passiert noch was mit dieser Aussage. Und zumindest ich achte immer sehr auf solche Kontinuitätsfehler und du hast noch einen Partner also nehme ich an, dass es geplant war.
      Vielleicht habe ich ihn auch nicht ignoriert, sondern die Antwort nur woanders versteckt ;)

      Sunaki schrieb:

      An denen fehlt doch ständig irgendwas. Sie sollte sich ein Auto kaufen das nicht ständig überholt werden muss, wenn sie kein reguläres Einkommen hat.
      Aber ein neues Auto kaufen ist erst einmal noch teurer - also eine noch höhere "Auf einmal" Ausgabe.


      @Thrawn

      Thrawn schrieb:

      Ich habe eine Wand, an der ich Schilder mit den Namen aller Charaktere und andere Sachen wie den Grundriss der Wohnung aufgehangen habe. Das alles wird schön mit Bindfäden verbunden, wobei die Farbe der Bindfäden für Beziehungen oder mögliche Beziehungen steht. So ist Rot zum Beispiel der Code für "romantisch involviert" und Rosa (als quasi eine "leichtere" Version von Rot) steht für die Möglichkeit einer solchen Beziehung zwischen zwei Charakteren. Daneben hänge ich dann Notizzettel mit möglichen Theorien und zu beantwortenden Fragen auf, die ich regelmäßig auf den neuesten Stand bringe. Folgende Personen wurden letzte Woche hinzugefügt: Die Leute aus der Werkstatt; die Anwaltskanzlei; der ältere Mann, der den Vorbesitzer seines Autos suchte; der rothaarige Mann vom Schalter; Dominic McDowell; Chief Inspector Sutherland; Richard Graham; Sammy; der Student mit dem Badehandtuch; die beiden Studentinnen; Alexandra McGregor. So langsam brauche ich eine zweite Wand ... Ja, alles, was ich gerade gesagt habe, war gelogen.
      Ha! Habe ich es doch gewusst! 8o

      Thrawn schrieb:

      Also, die Festplatte ist wieder da und es gibt erneut keine Einbruchsspuren, was ja Kyra recht ungewöhnlich vorkommt; aber ich denke, zu der Einbruchsmethode kann ich immer noch nicht mehr sagen als das, was ich schon an anderer Stelle gesagt hatte, hm.
      Tja, dass ist halt die Frage, wie sie reinkommen und wie nicht und überhaupt ... Vielleicht zaubern sie ja auch nur Sachen rein und raus :P

      Thrawn schrieb:

      [...] Naja, oder jemand musste ihn aus irgendeinem Grund zum Schweigen bringen, weil er irgendetwas wusste, dass er nicht wissen sollte oder etwas gesehen hat, dass er nicht sehen sollte
      Das ist natürlich immer eine Möglichkeit. Vielleicht wollte ihn auch der Chirurg selbst zum Schweigen bringen!!!

      Thrawn schrieb:

      Sind es halt wirklich nur gewöhnliche Implantate? Das wäre ja auch noch mal eine Frage ... Aber naja, bevor man hier zu Schlussfolgerungen springt, sollte man wohl noch etwas mehr über die Person und den Fall herausfinden, weil sonst neigt man ja wieder nur dazu, die Fakten seiner Theorie anzupassen und so weiter.
      Jetzt werde ich ja nach diesem Kapitel auf die Schlussfolgerungen gespannt sein.

      Thrawn schrieb:

      Oder auch falsch oder gar nicht, denn ich bin nun einmal weder ein Mycroft noch ein Poirot.
      Also wenn ich mir deine Theorien hier so durchlese, bin ich mir, was das angeht, nicht so sicher o.o Ich glaube du bist mindestens eins von beidem!

      Thrawn schrieb:

      Hey, die Studentin hat vorher von "ihr" gesprochen. Also ist zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass es sich um eine weibliche Person handelt.
      Diese Stelle nehme ich einfach mal als ein gutes Beispiel, um eine Sache vielleicht an dieser Stelle hervor zu heben: Menschen nehmen nicht jedes Wort, was ihnen gegenüber gesagt wird bewusst wahr/verarbeiten es auch, weshalb sie manchmal gedankliche Fehler machen. Zum Beispiel überhören sie einen Personalpartikel, der in einem Gespräch gefallen ist ;) Generell sind wir viel besser darin, geschriebene Information, auf die wir uns dann konzentrieren, aufzunehmen, als sprachliche Information in einer Umgebung, wo wir auch noch einigen anderen etwaig relevanten Einflüssen ausgesetzt sind.

      Thrawn schrieb:

      Hm, wenn man Eltern und ein gutes Verhältnis zu ihnen hat, rufen sie eigentlich durchaus mal hin und wieder an, wenn man von zu Hause ausgezogen ist und fragen, wie es einem geht und alles
      Das ist wohl wahr. ;)








      So, hier nun die zweite Hälfte von dem Klingonenfall. Ich weiß auch gar nicht, was ich gerade groß dazu noch schreiben soll, ohne zu viel zu verraten. Ehehe. ^^" Weil das meiste, was ich sagen will, bezieht sich auf das Ende, weshalb ich es an dieser Stelle einmal in einem Spoiler verpacke. Denn ja, ich will ein wenig etwas zum Ende des Kapitels anmerken und - ähm - ja.

      Erst nach dem Kapitel lesen!
      Kapitel durch? Ja? Gut.

      ...

      ...

      Also, ja, der Fall endet etwas abrupt und ich bin soweit noch ein wenig unsicher, was ich mit dem Folgefall machen soll. Vielleicht habt ihr dazu ja noch ein paar Ideen. Folgendes ist nämlich hier die Ursache:

      Ursprünglich war ein Plotpunkt aus dem folgenden Fall noch in Band 2 zugegegen, wurde dann aber eiskalt von mir heraus gestrichen, da Band 2 am Ende sonst knapp 40 Kapitel gehabt hätte und sehr unfokussiert gewirkt hätte. Entsprechend habe ich ein wenig umgeschrieben und der folgende Fall ist rausgefallen - weshalb dieser so plötzlich endet (und dann in Band 2 fortgeführt wird). Glücklich bin ich damit nicht - aber ich weiß auch nicht, was ich sonst damit machen soll.

      Die andere Frage ist übrigens auch noch, was ich mit dem nächsten Fall, der vollkommen ausgeschrieben existiert, machen soll. Ich bin am überlegen, ihn irgendwie/irgendwo zu posten, die Frage ist nur wo. Entweder hier im Topic als Special (eventuell nach dem Ende des eigentlichen Buches?), in meinem Kurzgeschichtentopic oder in einem extra Topic, was für immerhin fünf Kapitel ja auch nicht unangebracht wäre.

      Was meint ihr? Also so gesamt... ^^"






      Alexandra McGregor war ein nettes, blasses Mädchen gewesen, das offenbar auch auf Lehramt studierte. Sie hatte Kyra wenig über Richard erzählen können, außer dass er aus den letzten Semesterferien mit diesem Implantat zurückgekommen war und seither sein Gesicht meistens unter einer Kapuze oder einem Hut versteckte. Außerdem hatte sie Kyra zwei weitere Namen genannt: Gregor O'nelly und Ben Greyton. Laut ihr Kommilitonen von ihm. Außerdem irgendetwas mit einem Professor Staten, der irgendwie für Graham zuständig war.
      Der nächste Angriffspunkt war entsprechend klar. Na ja, fast. Denn Kyra hatte ganze drei zur Auswahl: Den Hausarzt – vielleicht hatte er etwas bemerkt – die Eltern, die eigentlich etwas wissen sollten, und etwaige Leute an der Universität.
      Also rief Kyra den Hausarzt, einen Dr. George Hughes, an, der sich bereit erklärte, sich am nächsten Tag für sie Zeit zu nehmen. Die Eltern würden wohl ohnehin von der Polizei interviewt werden, weshalb sie warten würde, bis sie dahingehend von Sutherland hörte. Sie stellte allerdings sicher, am Abend einen entsprechenden Vermerk in ihren Tagesbericht zu schreiben.
      Normal waren ihre Tagesberichte nur wenige Zeilen lang, doch da sie einen guten Eindruck erwecken wollte, nahm sie sich eine gute Dreiviertelstunde Zeit, um es ordentlich zu machen, ehe sie den Bericht an Sutherland schickte.
      Da sie keine Adresse oder Telefonnummer für Gregor O'nelly oder Ben Greyton hatte, war das alles, was sie für den Tag tun konnte, davon abgesehen, die Unterlagen der Krankenversicherung, sowie den Autopsiebericht zu studieren. Beides war erstaunlich uninteressant, da es am Ende nur Dinge wiedergab, die sie schon wusste: Die Krankenversicherung war nicht über die OP informiert gewesen, Graham war durch den Sturz umgekommen und er hatte offenbar eine Schwellung im frontalen Kortex gehabt – was auch immer das bedeutete.
      Nun, schlussendlich war sie ja auch kein Mediziner. Aber wenn die Forensiker glaubten, dass es etwas mit diesem Knochenimplantat zu tun hatte, dann sollte sie es wohl glauben. Was blieb ihr auch sonst übrig?
      Am Ende konnte es ihr ja ohnehin egal sein, erinnerte sie sich. Immerhin war sie nur angestellt, um herauszufinden, was es mit dem Implantat auf sich hatte und woher es kam. Alles andere – auch die genauen Umstände des Todes des Jungen konnten, nein, mussten ihr egal sein.

      Mit diesem Gedanken saß sie am nächsten Tag auch – ihrer Meinung nach viel zu früh am Morgen – in der Praxis des Hausarztes. Dr. Hughes war ein älterer, etwas breiter gebauter Mann. Nicht dick, nicht muskulös, sondern einfach nur breit gebaut. Er hatte einen vollen, grauen Bart und trug eine dicke Brille, durch die er sie nun ansah.
      „Was soll ich Ihnen groß über Richard erzählen?“, meinte er mit müder Stimme. „Er ist nicht besonders häufig hier gewesen. Vor allem nicht im letzten halben Jahr.“
      „Nun, wie gesagt …“ Kyra sah ihn bemüht geduldig an. „Ich interessiere mich vor allem für die Implantate.“
      „Äh, ja, das …“ Der ältere Herr schüttelte den Kopf. „Ich frage mich, was den Jungen da geritten hat.“ Noch einmal schüttelte er den Kopf. „Ich weiß nicht, wann er diese Dinger bekommen hat oder von wem, wenn Sie das fragen. Mir sind sie das erste Mal vor vier Monaten aufgefallen. Er war wegen einer Erkältung hier.“ Er ging die Krankenakte durch. „Der Junge ist hier mit so einer Baseball Kappe reingekommen, um das ganze zu verstecken.“ Erneutes Kopfschütteln, gefolgt von einem müden Seufzen. „Nun, ich hätte ihn davon abgeraten …“
      „Ist Ihnen etwas an der Sache aufgefallen?“, fragte Kyra.
      „Außer, dass es furchtbar aussah?“, erwiderte der Mann. „Nein, nicht wirklich. Der Junge hat mich nicht dran gelassen.“
      „Irgendwelche Schwellungen?“ Kyra machte sich Notizen, auch wenn es wenig Neues gab. „Narben?“
      „Nein.“ Noch einmal schüttelte der Mann den Kopf. „Ich nehme an, der Schnitt wurde unter dem Haaransatz gemacht.“
      Daraufhin nickte Kyra nur. Sie zögerte. „Ist Ihnen vielleicht sonst noch etwas an Mr. Graham aufgefallen?“
      „Nicht wirklich. Also nichts, was damit zu tun hätte.“ Der Mann hielt kurz Inne. „Nur eine Sache … Mr. Graham hatte chronisches Asthma, aber als ich ihn wegen der Erkältung untersucht habe, schien es besser geworden zu sein – und das trotz der Krankheit.“
      „Aha“, meinte Kyra und notierte sich das, auch wenn es wohl kaum etwas mit dem Rest zu tun hatte. „Ist das ungewöhnlich?“
      „Selten, ja“, bestätigte der Arzt. Er seufzte erneut schwer. „Nun, schade um den Jungen. Wirklich …“ Er klappte den Ordner zu. „Nun, ich fürchte, ich kann Ihnen nicht mehr sagen.“
      Kyra zuckte mit den Schultern. Was wäre es auch für ein Fall, wenn es eine offensichtliche Antwort geben würde, dachte sie sich zynisch. Sie verabschiedete sich und machte sich bald darauf schwer gähnend auf den Weg zur Universität, in der Hoffnung dort etwas heraus zu finden.
      Was konnte sie auch sonst groß tun?
      Idealer Weise würde sie hier mit diesem O'nelly, dem Professor und Ben Greyton sprechen können. Vielleicht auch andere Kommilitonen. Eventuell gab es ja einen örtlichen Star Trek Fanclub oder vergleichbares. Immerhin starb die Hoffnung zuletzt.
      Ansonsten wäre wohl der nächste Ansatz, örtliche Conventions durchzugehen, auch wenn sie sich noch immer nicht ganz sicher war, ob das hier mit irgendeinem Fandom zu tun hatte. Aber was für einen Grund sollte der Junge sonst haben, sich seinen Körper so zu verunstalten?
      Sie seufzte und sah kurz in den Rückspiegel zu Watson, der seitlich auf dem Rücksitz lag und noch in einem wohligen Halbschlaf versunken schien. Vor dem Arztbesuch hatte sie ihn bereits Gassi geführt und auch Watson war nicht sehr begeistert von diesen unmenschlichen oder vielleicht auch unhundischen Zeiten gewesen.
      Noch immer regnete es. Sie fragte sich, wann es aufhören würde und ob es bald eine Überschwemmung geben würde. So sehr auch die Leute über das Wetter und Schottland witzelten: Es war doch selten, dass es so lange ununterbrochen in Strömen regnete. Mistwetter.
      Dankbarer Weise lief ihr Auto nun aber wieder, so dass sie es vermeiden konnte, durch den Regen zu laufen. Dank Bestechungsgeldern, flüsterte eine hinterlistige Stimme in ihrem Kopf, die sie zu verdrängen suchte. Sie sollte aufhören darüber nachzudenken.
      Mit ihren Gedanken daher auf die Nachrichten im Radio konzentriert, fuhr sie schließlich weiter zur Universität, wo sie einige Zeit später ankam. Sie hatte sich herausgesucht, wo Graham seine Vorlesungen gehabt haben musste. Denn auch wenn Englisch im selben Komplex, wie gälische Kultur und auch Literatur unterrichtet wurde, galt dasselbe nicht für Religion.
      Tatsächlich fand sich der Tutor, Professor oder wer auch immer. Dr. Statem war im Religionskomplex, wie ihr die Webseite der Universität verraten hatte. Entsprechend parkte sie nun dort und machte sich mit Watson an der Leine und einem Zettel mit den Räumen, die sie besuchen wollte, in der Hand auf den Weg in das Gebäude.
      Um zu vermeiden, dass sie mit Watson noch häufiger angesprochen wurde, hatte sie ihm einen Harnisch mit der Aufschrift „Servicehund“ angezogen. Es war ja nicht einmal gänzlich gelogen, immerhin war Watson ihr treuer Assistent.
      Es schien durchaus zu funktionieren. Zwar warfen einige Studenten, die ob der Pause in den Gängen unterwegs waren, Watson den einen oder anderen Blick zu, jedoch sagte niemand etwas. Man ließ sie passieren und so fand sie relativ schnell das Sekretariat im zweiten Stockwerk, dass – laut ihren Informationen – für die Pädagogik und Didaktikstudenten zuständig war.
      Ja, das war ihr erster Stopp. Das Mädchen aus dem Studentenwohnheim war sich nicht sicher gewesen, was genau O'nelly studierte, nur dass er ebenfalls ein Lehramtsstudent war. Und als solcher würde er fraglos in diesem Fachbereich Kurse belegen.
      Also klopfte Kyra bald an der Tür, an der eine energetisch klingende Frauenstimme bald: „Herein!“ erwiderte.
      Kyra kam hinein und lächelte die zierliche junge Frau an, die sie nun anstrahlte. Das Sekretariat sah nicht viel anders, als das von gälischen Fachbereich aus – oder, wo sie schon dabei war, das vom Fachbereich Literatur, als sie diesen besucht hatte. „Guten Tag“, meinte sie eilig, noch bevor die Frau etwas zu Watson sagen konnte.
      Die Frau lugte dennoch auf Watson hinab, schien jedoch den Harnisch zu sehen und zu beschließen, Kyra besser nicht darauf anzusprechen. „Was kann ich für Sie tun?“
      Kyra holte den Wisch von der Polizei und ihre Zulassung hervor. „Ich bin Privatdetektivin und von der Polizei beauftragt.“
      Das Lächeln auf dem Gesicht der Frau flackerte kurz, sie fing sich jedoch schnell.
      Bevor sie sich zu viele Sorgen machte, fügte Kyra schnell hinzu: „Ich bin wegen Richard Graham hier, der vor zwei Tagen bei einem Unfall ums Leben gekommen ist.“
      „Ja, ähm, ja, ich habe davon gehört“, meinte die Dame. Sie sprach sehr schnell, als wäre sie dennoch etwas aufgeregt. „Ja. Was kann ich tun?“
      Kyra lächelte. „Ich wollte mit einigen seiner Freunde sprechen und suche daher nach einem gewissen George O'nelly und einem Ben, wahrscheinlich Benjamin, Greyton, die offenbar Kommilitonen von ihm waren. Können Sie mir da helfen?“
      Daraufhin nahm die kleine Frau, die selbst kleiner als Kyra war, die Unterlagen, die Kyra auf die Theke gelegt hatte, und studierte diese. Natürlich, immerhin würde sie nicht so einfach Studentendaten herausgeben dürfen. „Ähm, ja …“, sagte sie schließlich und legte die Unterlagen ab. „Einen Moment … Ich muss es selbst nachsehen.“ Sie lächelte entschuldigend und strich eine Strähne ihres schwarzen Haares aus dem Gesicht. „Ich kenne die Studenten ja nicht persönlich.“
      „Verständlich“, erwiderte Kyra und wartete, doch leicht ungeduldig, während die Frau sich an ihren Rechner, der auf einem Schreibtisch weiter hinten im Raum stand, setzte.
      Es dauerte ein wenig, ehe sie mit zwei Zetteln zurückkam. „Ähm, das sind die aktuell hinterlegten Adressen“, meinte sie. „Wobei beide aktuell eine Vorlesung haben sollten. Ähm, ja … Englische Literatur. Ich fürchte dafür …“
      Kyra unterbrach sie. „Ja, dafür muss ich zum Gregory Square. Ich weiß.“ Sie sah auf die Uhr. „Ich habe ja Zeit“, sagte sie dann leichthin. Immerhin hatte die Vorlesung gerade begonnen und würde wahrscheinlich eineinhalb Zeitstunden gehen. „Vielen Dank.“
      „Kein Problem“, sagte die Frau und stellte sich auf die Zehenspitzen um noch einmal vorsichtig zu Watson zu schauen. Dann räusperte sie sich, blieb aber weiterhin diesbezüglich still. „Dann hoffe ich, sie haben bei Ihren Ermittlungen Erfolg.“
      „Danke“, erwiderte Kyra und mit kurzen Worten des Abschieds ging sie. Nun, dann blieb ihr zu hoffen, dass Staten Zeit hatte, so dass sie vielleicht noch etwas herausfinden konnte, bis die Stunde vorbei war.

      Obwohl sie selbst zur Universität gegangen war, überraschte sie es beinahe, dass es keine klingelnde Schulglocke gab, als die Vorlesung endete und Studenten aus dem Seminarraum strömten.
      Prof. Dr. Staten, ein relativ junger Mann für jemand, der Professor mit Doktortitel war, hatte ihr wenig über Graham erzählen können, bis darauf, dass er sich in seinem Modul „Christliche Symbol“ im letzten Semester weniger beteiligt hatte, als in dem oder den anderen Modulen, die er bei ihm wohl schon gehabt hatte. Generell hatte er den Eindruck, dass der Junge ruhiger geworden war, doch er hatte mit ihm nicht darüber geredet. Er hatte durchblicken lassen, dass dies ja auch nicht seine Aufgabe als Professor war und Kyra hatte danach nicht weiter gefragt.
      Also konnte sie nur auf die vermeintlichen Freunde von Graham setzen, ehe sie einen anderen Ansatz versuchte.
      Als die ersten Studenten aus dem Raum kamen, machte Kyra es sich leicht. Sie fragte den ersten nach Greyton und O'nelly. Der erste, den sie fragte, zuckte nur mit den Schultern, der zweite – eine Studentin – nickte jedoch in die Richtung eines durchschnittlich wirkenden Jungen mit Brille, der gerade noch ein Buch in seinen Rucksack packte. „Das ist Ben“, meinte sie.
      „Danke“, erwiderte Kyra, woraufhin das Mädchen nur mit den Schultern zuckte und weiterging.
      Also tat Kyra es ihr gleich, zuckte ebenfalls mit den Schultern und drängelte sich durch die ihr entgegenkommenden Studenten, um zu Greyton zu kommen. Sie sah zur Tutorin, die das Seminar geleitet hatte und ebenfalls ihre Sachen einpackte und war froh, die junge Dame nicht zu kennen. Immerhin hatte sie dieses Fach auch einmal belegt.
      „Benjamin Greyton?“, fragte sie dann an den Jungen gewandt, gerade als dieser sich seinen Rucksack über den Rücken warf.
      Auch wenn der Junge, der wohl allerhöchstens gerade erst zwanzig Jahre alt war, recht schlaksig wirkte, war er doch relativ groß gewachsen, wenngleich seine Ausstrahlung ihn kleiner wirken ließ. Er sah sie an. „Äh, ja? Wer …“
      Kyra kam ihm zuvor. „Mein Name ist Kyra Hare“, sagte sie und streckte ihm die Hand entgegen. „Ich bin Privatdetektivin.“
      „Okay“, sagte der Junge nur und musterte sie, ehe er ihre Hand kurz schüttelte, ohne wirklich zuzugreifen. Er wich ihrem Blick aus. „Was … Was kann ich für eine Privatdetektivin tun?“ Seine Stimme war relativ dünn und unsicher. Viel Selbstbewusstsein schien er nicht zu haben.
      „Nun, ich habe nur ein paar Fragen“, meinte sie und lächelte. Sie widerstand der Versuchung ihm beruhigend die Schulter zu tätscheln. Dies nahm ihr Watson ab, der sich vor den jungen Mann setzte und ihn hechelnd ansah. „Keine Sorge“, fügte Kyra dann hinzu. „Du stehst nicht unter Verdacht oder sowas. Ich wurde wegen Richard Graham angeheuert.“
      „Ah, Richard“, murmelte der Junge, weiter ihrem Blick ausweichend. „Ähm, sicher. Was … Ich meine, was wollen Sie wissen?“
      Kyra sah sich zur Tutorin um, die ihnen nur kurz einen fragenden Blick schenkte, dann aber den Raum verließ. Wunderbar, dieser sollte also nicht abgeschlossen werden. Also machte sie es sich leicht. Sie zog sich einen Stuhl heran und setzte sich. „Machen wir es ein wenig gemütlicher.“ Immerhin war der Junge so nervös wahrscheinlich nicht besonders bereit große Auskünfte zu geben.
      „Okay“, sagte der Junge erneut nur und ließ sich auf den Stuhl, auf dem er vorher schon gesessen hatte, fallen.
      Kyra drehte ihm ihren Stuhl weiter zu. Sie saß vor seinem Tisch, so dass sie ihn über diesen hinweg ansehen konnte. Wie immer holte sie ihren Notizblock und Stift aus der Tasche hervor. „Ich habe gehört, du wärst mit Mr. Graham befreundet gewesen.“
      Benjamin sah zu Watson, der weiter hechelte und als er die Aufmerksamkeit bemerkte, seinen Kopf auf den Schoß des Jungen legte.
      Braver Hund, dachte sich Kyra. Immerhin konnte so ein wenig hundische Empathie viele Leute beruhigen.
      „Ähm, befreundet ist wohl zu viel gesagt“, antwortete der Junge langsam. „Ich meine … Wir sind eigentlich ganz gut ausgekommen, aber in letzter Zeit …“ Er brach im Satz ab und sah weiter Watson an.
      Großartig. Nicht noch eine verlorene Spur. „In letzter Zeit?“, hakte sie nach.
      „Nun, er ist in letzter Zeit oft gar nicht mehr hergekommen“, sagte Benjamin ausweichend. „Und wenn … Er war oft übel gelaunt und ja, das ist wahrscheinlich ja auch kein Wunder … Ich meine, er ist ja ziemlich wegen diesen Hörnern oder was das sein sollte gehänselt worden, nicht?“
      „Ja, davon habe ich gehört“, erwiderte Kyra, wenngleich dies halb gelogen war. „Weißt du denn, wo er diese Hörner überhaupt her hatte?“
      Benjamin schüttelte den Kopf. „Hat er nie gesagt. Er ist auch immer wütend geworden, wenn man gefragt hat.“ Kurz sah er zu ihr, wich dann aber wieder ihrem Blick aus. „Ich mein … Ja … Er hat sie halt nach den vorletzten Semesterferien, also im Frühjahr auf einmal gehabt. Nehme an in den Ferien irgendwie …“
      Vielleicht ging sie das ganze ja doch falsch an. Eventuell wäre es besser gewesen, als erstes mit den Eltern zu reden. Aber ja, das war wohl wirklich Sache der Polizei. „Weißt du denn, wo er in den Ferien war?“, fragte sie.
      Der Junge schüttelte den Kopf. Er schob sich nervös die Brille weiter auf die Nase. „Nun, ich glaube, er war mit George und diesem anderen Jungen irgendwohin gefahren …“
      „George O'nelly?“, hakte Kyra nach.
      Die einzige Antwort war ein Nicken.
      „Wer ist dieser andere Junge?“, fragte sie.
      Ein Schulterzucken. Dann: „Keine Ahnung. Jimmy hat er immer gesagt. Nur Jimmy.“
      Nur ein Spitzname. Das sagte ihr wenig. Doch auf der anderen Seite: Wenn O'nelly auch mit dabei gewesen war, konnte er vielleicht mehr dazu sagen. Vielleicht kannte er auch den vollen Namen von diesem „Jimmy“. Was sie zur nächsten Frage brachte: „Hast du vielleicht eine Ahnung, wo George O'nelly ist?“
      Benjamin schüttelte den Kopf. „Ne.“ Er sah noch einmal kurz auf. „Ich habe ihn schon seit über 'ner Woche nicht mehr gesehen. Uhm. Ich glaub er ist krank oder so.“ Er zuckte mit den Schultern.
      Kyra nickte. Dann zögerte. „Fällt dir sonst noch jemand ein, der mit Richard zu tun hatte?“
      „Na ja“, murmelte er. „Also mit Anne hat er häufiger mal geredet. Anne Carlson. Ansonsten … Billy, also William Felton, war … Na ja, der hatte es halt auf Richard abgesehen. Also er hatte halt daher mit ihm zu tun, verstehen Sie?“
      Kyra nickte. „Okay. Danke, Benjamin, ich meine, Mr. Greyton“, sagte sie, auch wenn der Junge jetzt nicht besonders hilfreich gewesen war. Sie streckte ihm die Hand entgegen, die er erneut nur lasch ergriff. „Dann werde ich mal schauen, ob ich Ms. Carlson und Mr. Felton ausfindig machen kann.“

      Die Kurzfassung war: Ja, konnte sie. Allerdings wusste keiner von beiden viel mehr. Anne, ein Mädchen mit starker Neurodermitis und daher einigen Wunden im Gesicht, sagte, dass Richard, seit diese Sache mit seinem Gesicht „passiert war“, wie sie es ausdrückte, immer recht nett zu ihr gewesen war, weil andere ihn auch gemieden hatte. William wiederum erzählte ihr etwas davon, dass er solche verrückten Fans nicht ausstehen konnte und das Richard ein ernsthaftes Problem gehabt hätte, seine Wut zu kontrollieren. In großen Worten hatte er ihr davon erzählt, wie sie sich mal geprügelt hatten, weil er eine „blöde Bemerkung“ gemacht hätte, wobei Richard ihm Teil eines Zahns ausgeschlagen hatte.
      Irgendwie schien diese Darstellung kaum zur Darstellung des eher zurückgezogenen Jungen, den andere ihr beschrieben hatten, zu passen. Doch hey, sagte sie sich wieder, sie war nicht angestellt, um ein Charakterprofil zu erstellen, sondern nur, um herauszufinden, woher Graham diese komischen Hörner oder was auch immer der Klingonen-Stirnschmuck darstellen sollte, hatte. Und das war natürlich die eine Sache, die ihr soweit niemand hatte sagen können.
      Allerdings war es erst früher Nachmittag, was bedeutete, dass sie noch Zeit hatte. Da ihr nichts besseres einfiel – außer eventuell noch Sutherland anzurufen und um die Kontaktdaten von Grahams Eltern zu bitten – beschloss sie sich erst einmal bei der Wohnung, die in O'nellys Studentenakte angegeben war, vorbeizuschauen. Die Wohnung war in Edinburgh gelegen, auch wenn sie von der Adresse nicht sagen konnte, ob es nun seine eigene Bude oder vielleicht bei seinen Eltern war.
      Anders sah es aus, als sie dort ankam. Die Adresse gehörte zu einem relativ heruntergekommenen Apartmentgebäude im Norden der Stadt. Die Wohnungen schienen, rein von der Menge an Namen an der Türklingel, relativ klein zu sein, weshalb sie von einer Studentenbude ausging.
      Sie fand O'nellys Namen bei den Klingeln und drückte drauf, darauf hoffend, dass er hier und nicht wo auch immer bei seinen Eltern war.
      Erst keine Reaktion.
      Kyra sah zu Watson, der sie nur mit angelegten Ohren ansah.
      Noch immer regnete es, so dass sie nur dankbar war, dass es ein Vordach bei der Eingangstür des fünfstöckigen Gebäudes gab.
      Genervt seufzte sie auf und klingelte erneut. Dann noch einmal. Dann gleich drei Mal hintereinander. Hier draußen war es alles andere als gemütlich.
      Gerade, als sie schon beschließen wollte, dass O'nelly wahrscheinlich bei seinen Eltern war, erklang eine ausgesprochen matte Stimme über die Gegensprechanlage. „Ja?“
      „George O'nelly?“, fragte sie und bemühte sich ihrer Stimme einen autoritären Ton zu verleihen.
      „Ja?“, erwiderte die Stimme nur. „Wer ist da?“
      „Mein Name ist Kyra Hare“, antwortete sie. „Ich bin Privatdetektivin und möchte im Auftrag der Polizei mit Ihnen sprechen.“
      Stilles Rauschen klang aus der Gegensprechanlage. Dann: „Mir ist nicht gut … Kommen Sie wannanders wieder …“ Seine Stimme klang nicht nur matt, sondern auch ungewöhnlich langsam, beinahe träge und als würde es ihn einiges an Konzentration kosten, ganze Sätze zu bilden. Wegen der Krankheit? Irgendwie glaubte sie das nicht.
      Oh man. Wieso hatte sie nur das Gefühl, dass der Junge etwas zu verbergen hatte? „Mr. O'nelly, ich will nur kurz mit Ihnen sprechen“, sagte sie mit Nachdruck. „Ich bin wegen Richard Graham hier.“
      Erneutes Schweigen. Schließlich erwiderte der Student: „Richard? Was ist mit ihm?“
      Okay, offenbar hatte er es noch nicht erfahren. Na großartig. „Lassen Sie mich bitte hoch, ja? Dann kann ich in Ruhe mit Ihnen reden.“
      Wieder herrschte für ein paar Sekunden Stille, dann gab er jedoch nach: „Warten Sie eine Minute, ja? Dann lasse ich Sie rein.“
      Seufzend tauschte Kyra einen Blick mit Watson aus, der sie nur aus fragenden Hundeaugen ansah, und zuckte dann mit den Schultern. Es gab wenig, was sie dagegen machen konnte. „Okay.“
      Mit dem Fuß tappend und nervös auf ihre Unterlippe beißend, wartete sie darauf, dass endlich etwas geschah. Als schließlich der Buzzer ertönte, atmete sie erleichtert auf.
      Sie öffnete die Tür und orientierte sich an den Postkästen, um zu dem Schluss zu kommen, dass O'nelly wohl in der dritten Etage lebte. Nun, zumindest gab es einen Aufzug.
      Also fuhr sie zur dritten Etage hinauf, wo eine Tür angelehnt, statt ganz geschlossen war.
      Ein Blick auf die Klingel neben der Wohnungstür bestätigte, dass O'nelly hier wohnte. Seltsam. Warum wartete er nicht an der Tür?
      Watson hielt kurz inne und ließ ein kurzes Knurren hören, was Kyra zu ihm schauen ließ.
      „Was ist denn jetzt schon wieder, Angsthase?“, fragte sie.
      Der Hund antwortete natürlich nicht, sondern sah nur wie gebannt auf die Tür. Als sie hineingehen wollte, blieb er jedoch stehen und blockierte. Er jaulte kurz auf.
      „Was ist?“, fragte Kyra, dieses Mal leicht genervt.
      Anstatt mit einem Bellen oder vergleichbaren zu Antworten, wich Watson zurück und sah sie an.
      So seufzte Kyra. „Wartest du hier?“, fragte sie.
      Der Hund war still.
      „Bleib“, sagte sie und tatsächlich legte der Hund sich vor die Tür, auch wenn er immer noch mit aufgerichteten Augen und aufmerksamen Blick in die Wohnung sah.
      Nun, alles was sie hoffen konnte, war, dass O'nelly nicht mit einem gezogenen Messer hinter der Tür wartete. Doch irgendwie glaubte sie nicht, dass er in der Verfassung war, sie anzugreifen. Also öffnete sie die Tür ganz und sah in die Wohnung.
      Wohnung war vielleicht als Begriff etwas zu hoch gegriffen. Selbst Apartment wäre zu viel gesagt gewesen, stellte Kyra fest, als sie in das chaotische Zimmer trat, von dem eine Tür, die wahrscheinlich zu einem Bad führte, abging.
      Das eine Zimmer war nicht besonders groß und hatte eine kleine Kochnische, in der ein kleiner Kühlschrank, sowie eine Campingherdplatte und eine Mikrowelle standen. Reizend. In einer Spüle stapelten sich gebrauchte Teller, während Dreckwäsche in einem Haufen vor dem einzigen Fenster des Raums lag.
      O'nelly lag auf einem ausgeklappten Sofa, das ihm offenbar als Bett zu dienen schien.
      Der Junge sah extrem blass aus und sein schwarzes Haar wirkte alles andere als gepflegt. Auch wirkte etwas an seinen Augen seltsam, auch wenn Kyra es in dem dämmrigen Zwielicht, das im Zimmer herrschte, nicht ganz einordnen konnte. „George O'nelly?“, fragte sie und blieb unschlüssig am anderen Ende des Zimmers stehen.
      „Ja“, erwiderte der Junge matt. Laut den Daten, die Kyra vom Sekretariat bekommen hatte, war er schon 21 Jahre alt, doch sah er kaum älter aus als 18.
      „Stört es dich, wenn ich Licht anmache?“, fragte sie vorsichtig.
      Er zögerte. „Machen Sie nur …“
      Also legte Kyra den Schalter um, was ihr nur noch mehr Gelegenheit gab, das herrschende Chaos zu begutachten.
      Auf einem niedriger Wohnzimmertisch lag allerhand Kram: Halb verschimmelte Lasagne-Packungen, Bücher, leere Flaschen, Schreibkram und irgendsoeine tragbare Spielekonsole. Da war außerdem eine Schale, die Kyra erst für einen Aschenbecher hielt, ehe sie den Gedanken mangels Zigarettenstummeln verwarf.
      „Was ist mit Richard?“, fragte O'nelly nun und versuchte sie anzusehen, wobei Kyra auffiel, dass er Probleme zu haben schien, sie zu fixieren.
      Kyra zögerte. Dann entschloss sie sich jedoch einfach die Wahrheit zu sagen. Was sollte sie auch sonst tun? „Er ist tot“, sagte sie nur.
      Die Reaktion viel wie erwartet, wenngleich etwas langsamer aus. „Was?“
      „Er ist tot“, wiederholte Kyra. „Er ist vorgestern in einem Unfall zu Tode gestürzt.“ Sie machte eine kurze Pause, ehe sie hinzufügte: „Ähm, mein aufrichtiges Beileid. Ich habe gehört, ihr wart gute Freunde.“
      O'nelly sah zu ihr und dann zur Wand hinter ihr. „Ja …“ Er war still.
      „Es tut mir leid, dass du es so erfahren musst“, meinte Kyra und musterte ihn. Irgendwas schien mit ihm nicht zu stimmen. Seine Pupillen schienen ungewöhnlich stark verengt, beinahe schon Punkte, und schienen allgemein Probleme zu haben, sich zu fokussieren. Sie sah jedoch keine konkreten Hinweise auf eine tatsächliche Krankheit, davon abgesehen, dass sein Atem schwer ging.
      Mit deutlicher Verzögerung nickte er.
      „Ich habe ein paar Fragen, wenn dir das nichts ausmacht“, sagte sie dann.
      O'nelly sah sie an oder versuchte es zumindest. „Ich hatte damit nichts zu tun“, sagte er matt.
      „Darum geht es gar nicht“, beruhigte sie ihn. „Es geht nur um deine Freundschaft zu ihm und … Nun … Er hat ja dieses Implantat gehabt, oder?“
      „Implantat?“, fragte O'nelly.
      „Die Hörner?“, antwortete Kyra mit einem fragenden Unterton. „Du weißt schon, dieser Klingonenschmuck.“
      Stille, dann: „Ach so … Das …“
      Kein Grund, um den heißen Brei herum zu reden. „Weißt du mehr darüber?“
      Nun schien er ihrem Blick auszuweichen. „Nein“, sagte er mit unsicherer Stimme. „Nicht wirklich.“ Er log ganz eindeutig. „Er … Er und Jimmy sind im März eine Weile zusammen weg gewesen, wissen Sie? Und als sie wiederkamen hatte er das …“
      Das passte nicht ganz zu der Geschichte, dass auch O'nelly dabei gewesen war. „Weißt du denn, wo sie waren?“, fragte Kyra und notierte sich dennoch, was er sagte.
      „Nein“, antwortete der Junge, erneut deutlich lügend. „Ich mein, sie wollten glaub' ich irgendwo nach Irland oder so …“
      Er zog die Decke unter der er lag höher und schien, wie es aussah, leicht zu zittern.
      „Sag einmal, dieser Jimmy … Das war auch ein Freund von euch, oder?“
      „Er war … Er war Richards Freund“, meinte O'nelly langsam. „Jim Doyle … Er war immer oft dabei, wenn wir was gemacht haben.“
      Kyra nickte und notierte sich den Namen. Das war zumindest ja ein Anfang. „Und wer ist er? Auch ein Kommilitone?“
      „Nein“, antwortete O'nelly. „Ähm … Ich weiß gar nicht, was er gemacht hat. Richard hat ihn über so ein Forum kennen gelernt …“ Wieder kam seine Antwort sehr langsam und träge hervor. Zur Hölle, was stimmte mit dem Jungen nicht?
      Erneut begann Kyra sich umzusehen, dieses Mal nach Hinweisen, da sie einen unangenehmen Verdacht hatte.
      „Was für ein Forum?“, fragte sie und ging zur Spüle hinüber, da sie davon ausging darunter einen Mülleimer zu finden. Sie lag richtig, jedenfalls mit dem Mülleimer. Allerdings fand sie, als sie hineinsah nicht, wonach sie suchte.
      „Na ja“, antwortete der Junge, die Stimme langsam noch matter als zuvor. „Also … Na ja …“ Er zögerte. „Es war … So ein Forum … Über Geister und Dämonen …“ Er atmete mehrfach schwer ein und aus. „Richard interessiert sich für so etwas … Also hat sich interessiert.“
      Kyra horchte auf. „Im Sinne von paranormalen Dingen oder eher im Sinne von Geisterbeschwörung und Kultistenkram“, fragte sie.
      „Beides“, erwiderte der Junge heiser. „Erst das eine … Dann … Mir ist Jimmy gruselig geworden und dann …“ Er schnappte nach Luft. „Dann … Er wollte … Friedhöfe …“
      Nun wandte sich Kyra ihm zu. Er schien deutlich nach Luft zu ringen. „Alles in Ordnung, George?“, fragte sie vorsichtig.
      Er keuchte und richtete sich angestrengt auf, nur um dabei noch blasser zu werden. Okay, er hatte eindeutig Probleme mit Atem und Kreislauf. Ach, verdammt …
      Mit ein paar Schritten war Kyra bei ihm und schob die Ärmel seines Pullovers hoch. Sie hatte so etwas schon einmal gesehen und war sich bereits ziemlich sicher was los war. Sie fand, wonach sie suchte: Einstichspuren an seinem linken Arm.
      „Was hast du genommen?“, fragte sie ihn aufgebracht und versuchte ihn zu zwingen, sich auf sie zu fokussieren.
      „Ich?“ Seine Stimme war lahm, während er mehr und mehr nach Luft rang. „Nichts …“ Er ließ sich wieder zur Seite fallen.
      Kyra griff nach seiner Halsschlagader um seinen Puls zu fühlen, der unregelmäßig und schwach war. „Großartig“, murmelte sie und holte ihr Handy heraus, um 999 zu rufen. Was auch immer er sich gespritzt hatte – sie nahm an, Heroin – es war entweder zu viel oder zu dreckig gewesen. Wahrscheinlich war das der Grund, warum er sie nicht hatte reinlassen wollen.
      „Sie sind mit dem Notdienst verbunden. Was ist der Notfall?“, fragte eine Frauenstimme.
      Kyra atmete auf. „Mein Name ist Kyra Hare. Ich habe hier jemanden mit einer Überdosis. Wahrscheinlich Heroin.“ Sie nannte die Adresse. „Bitte schicken Sie einen Krankenwagen vorbei.“
      Dann ging sie zu dem Jungen zurück, der mittlerweile halb ohnmächtig war. Sie konnte nur hoffen, dass der Notarzt möglichst schnell da war.

      Es hatte trotz allem knappe zehn Minuten gedauert, bis der Notarzt da gewesen war. Kyra war nur froh, dass der Junge ihr in der Zwischenzeit nicht weggestorben war.
      Auf dem Weg nach Hause fragte sie sich, ob das vielleicht der Grund gewesen war, warum Watson so reagiert hatte. Vielleicht hatte er gemerkt, dass in der Wohnung etwas nicht stimmte und deswegen nicht hinein gewollt. Nun, zumindest war sie jetzt froh, dass sie nicht mehr in diesem Chaos sitzen musste.
      Gott, was hatten diese Studenten eigentlich alle mit den Drogen? Sie konnte ja noch einen Joint nachvollziehen, aber das harte Zeug? Konnten sie sich nicht einfach besaufen?
      Noch immer bibberte sie. Nicht wegen der Kälte, sondern weil ihr O'nelly mit seinem kleinen Anfall einen ganz schönen Schrecken eingejagt hatte. Das war echt das letzte, was sie gebrauchen konnte. Sie kam auch nicht umher sich zu fragen, von wo der Junge die Drogen gehabt hatte. Doch darum würde sich sehr wahrscheinlich später die Drogenkommission der Polizei kümmern, während sie nun erst einmal nach Hause fuhr.
      Sie wollte etwas essen und hoffte, danach noch Sutherland zu erreichen. Eventuell konnte er ihr ja noch etwas sagen, was die Eltern von Graham anging.
      Außerdem konnte sie nach dem Essen eventuell versuchen heraus zu finden, wo dieser Doyle genau lebte, und versuchen ihn zu erreichen. Eventuell konnte er ihr ja etwas dazu sagen – selbst wenn sie keine Lust hatte, sich mit noch mehr Kultisten irgendeiner Art herum zu schlagen. Bishop, Wright und ihre Kumpanen reichten ihr dahingehend schon.
      Ach, wie sie ihr Glück kannte, stellte sich am Ende heraus, dass dieser Jim Doyle ein Mitkultist von diesen Leuten war und mit ihnen zusammen im Wald abhing. Das wäre doch wirklich zu passend. Und dann? Sie hatte gesagt, sie würde ihnen nicht weiter hinterher spionieren …
      Sie schüttelte den Kopf. Darüber konnte sie nachdenken, wenn es sich wirklich so herausstellte.
      Und noch immer regnete es.
      Als sie endlich auf den Hinterhof fuhr, seufzte sie und drehte sich dann um. „Na, lass uns mal hochgehen, Watson.“
      Der Hund sah auf und schnaubte. Brav sprang er hinter ihr aus dem Wagen und folgte ihr dann durch die Gasse. Dieses Mal ohne Bellen. Wunderbar, also keine Gefahr. Keine seltsamen Kultisten oder Drogenjunkies.
      Zumindest etwas.
      Es war erst kurz nach drei, also noch nicht allzu spät. Vielleicht würde sie heute noch irgendwie weiterkommen. Hoffentlich … Sie wollte immerhin einen guten Eindruck erregen.
      In der Wohnung gab es keine Spur von Jason. Sie wusste nicht, ob er in seinem Zimmer hockte oder vielleicht unterwegs war – sei es auf der Suche nach Geistern oder vielleicht weil er für einen normalen Artikel recherchierte.
      Auch gut.
      Sie fand Fischstäbchen im Gefrierfach und warf die Fritöse an, um sie so zu essen. Dann ging sie in ihr Arbeitszimmer um ihre Sachen abzulegen.
      Watson sah sie erwartungsvoll an, als sie in die Küche zurück kam.
      „Ist ja gut“, meinte sie mit einem Lächeln und holte Futter hervor. Er war immer hungrig.
      Während die Fischstäbchen fritierten wählte sie die Nummer, die Sutherland ihr gegeben hatte – nur um mit seinem Anrufsbeantworter verbunden zu werden. Großartig. Wirklich großartig!
      „Kyra Hare hier“, sprach sie ihm aufs Band. „Ich hatte bei meiner Ermittlung gerade einen Zwischenfall. Ein Kommilitone von Graham hatte eine Drogenüberdosis. Ich werde einer anderen Spur folgen, wollte vorher aber noch wissen, ob die Eltern vielleicht noch etwas wissen.“ Sie hatte sich vorher bereits überlegt, was sie etwa sagen wollte und war froh, die Worte heraus zu bekommen, ohne sich wirklich zu verhaspeln. „Rufen Sie mich zurück, ja? Vielen Dank.“
      Dann legte sie mit einem Seufzen auf.
      Sie schmierte sich Ketchup auf zwei Brotscheiben, ehe sie die Fischstäbchen aus der Fritöse fischte. Sie klemmte die Stäbchen jeweils zwischen zwei Brotscheiben und ging mit diesen improvisierten Fischsandwiches in ihr Arbeitszimmer, während Watson noch gierig fraß.
      Er schenkte ihr einen vorwurfsvollen Blick, da er es bevorzugte in Gesellschaft zu essen. Doch da sie sich diesen Doyle einmal genauer anschauen wollte, hatte sie dafür, wie sie beschloss, keine Zeit.
      So saß sie keine zwei Minuten später mit einem Energy Drink und dem improvisierten Snack vor dem Rechner und begann nach Jim Doyle zu suchen. Sie begann auf Facebook und schränkte die Suche auf Edinburgh und Umgebung ein. Außerdem musste dieser Doyle ja etwa im Alter von Graham und O'nelly sein.
      Tatsächlich wurde sie so fündig. Sie fand die Facebook Seite eines jungen Firmeninhabers. Was zur Hölle? Der Junge war laut seinem Profil gerade einmal 25, war aber Leiter einer Sicherheitsfirma. Das war seltsam. Ob es der richtige Jim Doyle war? Nichts an seiner Facebook-Präsens ließ auf ein übermäßiges Interesse an irgendwelchen paranormalen Dingen schließen, doch er war zumindest der einzige mit diesem Namen in der richtigen Altersgruppe. Also vielleicht schon der richtige? Nun, ihr blieb kaum eine andere Wahl, als zu fragen.
      Das Sandwich in einer Hand – der gute Lord Sandwich hatte schon die richtige Idee gehabt – googelte sie die Firma, um ein paar weitere Informationen zu finden. Zumindest eine Sache, neben der Telefonnummer, fand sie so schnell heraus: Jim Doyle hatte die Firma offenbar von seinem Vater, Thomas Doyle, übernommen, nachdem dieser vor eineinhalb Jahren bei einem Unfall ums Leben gekommen war. Sie fand dazu sogar einen kleinen Zeitungsartikel. Okay. Das war zumindest dafür eine Erklärung.
      Leider fand sie nichts, was auf so ein Forum für paranormale Enthusiasten hindeutete. Nun, sie konnte eventuell Sutherland fragen.
      Also rief sie kurzer Hand bei der Firma an.
      „Doyle Security. Sie sprechen mit Anton Norris. Was kann ich für Sie tun?“, fragte die professionelle Stimme eines jungen Mannes.
      „Guten Tag“, erwiderte sie freundlich. „Hier spricht Kyra Hare. Ich bin Privatdetektivin und würde gerne mit Mr. Jim Doyle sprechen. Ist er im Haus?“
      „Das tut mir leid“, kam die trainierte Antwort. „Mr. Doyle ist aktuell auf einer Messe und wird erst nächste Woche wieder zu sprechen sein.“
      Kyra biss sich gerade noch rechtzeitig auf die Zunge, um nicht zu fluchen.
      „Soll ich etwas ausrichten?“, fragte Mr. Norris.
      „Nun, es ist eigentlich wichtig“, antwortete Kyra. „Gäbe es eine Möglichkeit Mr. Doyle in der Zwischenzeit auf anderem Wege zu erreichen?“
      „Sie könnten es mit einer Email probieren“, schlug der Telefonheini vor. „Die Emailadresse von Mr. Doyle darf ich Ihnen herausgeben.“
      Kyra seufzte. Besser als nichts. „Ja, bitte.“
      Mr. Norris diktierte ihr die Emailadresse. „Ich kann Ihnen natürlich nicht garantieren, dass Mr. Doyle antwortet.“
      „Ich versuche es einfach“, erwiderte Kyra. „Vielen Dank.“
      „Ich danke auch.“ Wieder klang die Antwort einstudiert. „Und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.“ Damit legte Norris auf.
      Na, einfach nur toll.
      Und was sollte sie nun machen?
      Sie sah auf ihren Rechner. Was konnte sie tun, außer die Email zu schreiben, auf einen Rückruf von Sutherland zu warten und sich vielleicht an ihren Tagesbericht zu machen? Nicht viel, beschloss sie, gerade als Watson die nur angelehnte Tür aufstieß und hineingetrottet kam, um sich in sein Körbchen zu legen.
      „Du weißt gar nicht, wie gut du es hast“, murmelte Kyra und sah ihn an.
      Er erwiderte ihren Blick aus den Augenwinkeln und gab einen Laut, der irgendwo zwischen Jaulen und Schnaufen lag, von sich.

      Kyra stand am nächsten Morgen früh auf, in der Hoffnung nun Sutherland zu erreichen, nachdem dieser am vorherigen Nachmittag nicht mehr zurückgerufen hatte. Bevor sie jedoch bei der Polizei anrief, führte sie Watson spazieren, froh, das nun der Regen nur noch in einzelnen schweren Tropfen vom Himmel fiel. Vielleicht würde er nun endlich aufhören. Immerhin hatte sie am Vortag schon einige überlaufende Gullideckel gesehen.
      Nachdem Watson sein Morgengeschäft endlich verrichtet hatte, ging sie zurück, schmierte sich ein Brot und begab sich in ihr Arbeitszimmer. Sie legte Watson eine Decke hin, damit er nicht fror, und machte sich dann daran Sutherland anzurufen, missmutig feststellend, dass sie auch von Doyle keine Antwort bekommen hatte.
      „Crime Division, Scottland Police, Sutherland spricht“, antwortete die Stimme des Chief Inspectors müde.
      „Guten Morgen, Inspector Sutherland“, erwiderte Kyra. „Kyra Hare hier.“
      „Ah, Ms. Hare.“ Der Polizist klang deutlich mitgenommen. Offenbar hatte er wenig Schlaf gehabt. „Entschuldigen Sie, dass ich Sie noch nicht zurückgerufen habe. Ich war gestern außer Haus.“
      „Schon gut“, entgegnete Kyra. „Haben die Eltern von Graham etwas gesagt?“
      „Wie?“ Für einen Moment klang Sutherland verwirrt. „Ach. Nun, nicht wirklich.“ Er zögerte für einen langen Moment. „Ms. Hare?“, fragte er dann. „Würde es Ihnen etwas ausmachen zur Station zu kommen?“
      Kyra sah zu Watson, der noch immer nicht ganz getrocknet war. „Ähm. Nein. Nicht wirklich. Wenn Sie mir etwa eine Dreiviertelstunde geben …“
      „Natürlich“, erwiderte Sutherlang fahrig. „Natürlich. Kommen Sie dann einfach zu meinem Büro.“
      „Kann ich machen“, antwortete Kyra, etwas verwirrt, warum sie herkommen sollte. Ein mulmiges Gefühl sagte ihr, dass Sutherland sie wahrscheinlich von dem Fall abziehen wollte. Vielleicht hatte er die Antwort schon auf anderem Wege gefunden? Oder er war genervt, weil sie bisher keine Antworten gefunden hatte?
      Sie würde warten müssen, sagte sie sich und holte ein Handtuch aus dem Bad, um Watson trocken zu rubbeln.
      Immerhin konnte sie ihn kaum wieder mit Jason allein lassen. Zwar hasste sie es, ihn im Auto allein zu lassen, doch gab es kaum eine Alternative.
      Also machte sie sich daran ihn zu trocknen, ehe sie ihn und die Hundedecke mit ins Auto nahm. Sie deckte Watson zu, während sie zur Polizeistation in der Fettes Avenue fuhr.
      Tatsächlich schlug sie ihre veranschlagte Zeit etwas. Es waren nur vierzig Minuten vergangen, als sie auf den Parkplatz fuhr. „Bleib hier.“ Sie streichelte Watsons Kopf, als der Hund sie erwartungsvoll ansah. „Du kannst leider nicht mitkommen.“
      Ein Wimmern war Watsons Antwort.
      „Ja, ich weiß“, erwiderte sie. „Bleib.“
      Natürlich bekam sie wieder einen vorwurfsvollen Blick zu spüren, doch zumindest machte er keine Versuche einen Radau zu veranstalten. Vielleicht hatte er ja auch beschlossen, dass er nicht unbedingt in das nasskalte Wetter hinaus wollte.
      Also machte sich Kyra allein auf den Weg in das Polizeigebäude. Wieder musste sie durch die Schleuse, sagte, dass sie zu Sutherland wollte und wurde dann durchgebuzzt. Wieder ging es in den zweiten Stock, nur an das andere Ende des Flures. Und irgendwie war Kyra froh, nicht auf Molly zu treffen.
      Sie klopfte – ziemlich genau eine Dreiviertelstunde nachdem sie telefoniert hatten – an der Tür von Chief Inspector Sutherland.
      Als er „Herein“ antwortete klang seine Stimme noch immer genau so müde, wie zuvor am Telefon, und als sie in das Büro kam, sah er auch nicht minder müde aus.
      Er hatte deutliche Ringe unter den Augen.
      Für einen Moment überlegte Kyra etwas dazu zu sagen, unterließ es aber. Sie wollte immerhin professionell wirken und kannte den Mann kaum.
      „Ah, Ms. Hare“, begrüßte er sie und stellte seinen Kaffeebecher ab. „Gut, dass Sie herkommen konnten.“
      „Kein Problem.“ Kyra war ein wenig unsicher, als sie die Tür hinter sich schloss, setzte sich aber, als er auf den Stuhl ihm gegenüber gestikulierte. „Warum sollte ich herkommen?“, fragte sie dann schließlich.
      „Ah, ja“, erwiderte er und rieb sich kurz die Schläfen, als müsse er sich erst sammeln. „Entschuldigen Sie.“
      „Kein Problem“, antwortete Kyra mit einem angedeuteten Schulterzucken.
      „Nun, ähm …“ Er sah kurz auf seinen Rechnerbildschirm. „Ja … Ms. Hare. Würde es Sie stören, wenn ich Sie von Ihrem aktuellen Fall abziehe?“
      Wusste sie es doch! Ach, verdammt. Nun, zumindest zwei Tage bezahlte Arbeit. „Natürlich nicht“, log sie. „Das ist Ihre Entscheidung.“
      „Ah, gut“, erwiderte er. „Ich habe nämlich einen anderen Fall reinbekommen. Noch von heute Morgen. Und ja, ähm, ich brauche dringend Leute.“
      Moment. Meinte er das, was sie glaubte, das er meinte? „Äh, wie?“
      „Ähm, ja, entschuldigen Sie“, sagte er. „Wir haben heute morgen einen neuen Mordfall reinbekommen und … Nun, es gibt einige Leute, die mit dem Opfer zu tun hatten. Da der Fall von öffentlichen Interesse ist, haben wir Interesse daran ihn, wenn möglichst, schnell aufzuklären. Ich würde daher Sie damit beauftragen, die Interviews mit den Kollegen des Opfers durchzuführen. Sind Sie mit den Prozeduren vertraut?“
      Für einen Moment starrte Kyra ihn vollkommen überfordert an, ehe seine Frage an ihr Bewusstsein durchdrang. „Ähm, ja, natürlich.“ Immerhin war sie lange genug mit Molly zusammen gewesen und hatte auch entsprechende Kurse belegt. Irgendwann einmal zumindest. „Natürlich“, wiederholte sie dann noch einmal. „Ähm … Ja.“
      „Gut, gut“, antwortete der Polizist. „Sehr gut.“ Dieses Mal hatte er die Erklärungen offenbar bereits vorbereitet, denn er reichte sie ihr zum Unterschreiben hinüber.



      Pieces [Kurzgeschichtensammlung]

      Pomaika'i ma ahi [Fantasy à la Hawai'i]
    • Neu

      Ich bin irgendwie Müde, also müder als sonnst. Sorry, wenn ich also nicht ganz so fokussiert schreibe.

      Wieder etwas Polizeiarbeit.
      Sie befragt ein paar der Bekannten und stößt dabei auf ein paar interessante Details.
      Es ist nett etwas klassische Polizeiarbeit zu sehen. Der Fall fängt sehr eigenständig an, einige Details sprechen aber dafür, dass die Handlung etwas mit der Vorhandlung zu tun haben könnte.
      Denn der Trecky scheint sich für das Okkulte zu interessieren und beschäftigt sich sogar mit Grabstädten.
      Außerdem erwähnte einer seiner Bekannten, dass er Wutprobleme hat. Das schneidet sich damit, dass er sehr ruhig gewesen sein soll. Möglicherweise wurde er während dieser Zeit wirklich gebissen und zum Werwolf? Oder er ist einfach ein introvertierter Typ der sich leicht reizen lässt. Ist alles in allem kein Widerspruch. Allerdings, wenns nicht wichtig gewesen wäre, würde es da nicht stehen.
      Man muss auch in Frage stellen, warum er diese OP gemacht hat. Er scheint ja wirklich ein Star Treck Fan zu sein, aber gegen Ende wird eingewendet, dass es sich um etwas anderes, okkultes Handeln könnte und nicht um eine Fansache.

      Mal wieder sind alle verdächtig.
      Sein Arzt meinte zwar er wüsste von Nichts, aber das schließt nicht aus, dass er lügt.
      Sein Professor hingegen kommt schon eher mit einem Motiv an. Er scheint sich mit religiösen Symbolen auszukennen.
      Natürlich besteht die heißeste Spur darin, Jimmy zu befragen. Er ist mit 25 Firmenchef was viele Fragen aufwirft und ihm gleichzeitig eine gewisse Bewegungsfreiheit gewährleistet und war noch dazu mit dem Opfer zusammen, als dieses die OP gemacht hat. Möglicherweise steckt sehr viel mehr hinter der Firma.

      Zum Schluss kann man noch spekulieren, ob dieser Fall wirklich eine Verbindung zur Haupthandlung hat, denn wenn Molly involviert sein sollte, könnte sie sich dafür eingesetzt haben, das Kyra einen anderen Fall bekommt. Als Ersatz damit sie ruhe gibt.
      Wenn ich mit Molly argumentieren müsste, wäre ich auch total fertig und brächte einen Kaffee.
      Man weiß es nicht.



      Ach ja. Kyra ist ein bisschen panisch. Bisher hat sie gute Arbeit geleistet, also wäre es viel zu früh ihr den Fall abzuziehen. Und ihr einen echten Mordfall zu überlassen zeugt davon, dass sie nicht komplett inkompetent ist, in den Augen der Polizei.
      Zu deiner Frage oben.
      Ich denke es wäre schädlich für die Haupthandlung, wenn man den Fokus auf den eigentlichen Plot zu lange aus den Augen verliert. Die letzten 2 Kapitel haben ja noch einen bestimmten Zweck erfüllt. Die Spannung etwas herunter gekühlt, aber das reichte dann auch.
      Soll heißen 5 gute Folgen Filler sind immer noch 5 Folgen Filler. Ich würde sie als Spezial hernehmen, oder eben als eigenständige Story in Pieces.
      Spoiler anzeigen





      Alaiya schrieb:

      Es war doch selten, dass es so lange ununterbrochen in Strömen regnete. Mistwetter.
      Tatsächlich ist statistisch gesehen das Wetter in England nicht so regnerisch wie es immer heißt.
      Stimmt also.

      Alaiya schrieb:

      Anne, ein Mädchen mit starker Neurodermitis und daher einigen Wunden im Gesicht, sagte, dass Richard, seit diese Sache mit seinem Gesicht „passiert war“
      Cool, hatte auch mal Neurodermitis weswegen ich das Detail interessant finde.

      Alaiya schrieb:

      In der Wohnung gab es keine Spur von Jason. Sie wusste nicht, ob er in seinem Zimmer hockte oder vielleicht unterwegs war – sei es auf der Suche nach Geistern oder vielleicht weil er für einen normalen Artikel recherchierte.
      Mir fällt auf, dass die Interaktion mit ihm stark zurückgegangen ist. Das letztere größere Gespräch war das in dem er auf Watson aufpassen sollte. Vielleicht ist er wirklich infiziert worden.
      Meine aktuelle Fanfiction Tres vicios nobles