Open-World oder Schlauchlevel?

    • Open-World oder Schlauchlevel?

      Was ist euch bei Spielen lieber? 20
      1.  
        Mischung aus beidem/Genreabhängig (13) 65%
      2.  
        Open-World (4) 20%
      3.  
        Schlauchlevel (3) 15%
      In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass immer mehr Spieleserien die Herangehensweise einer offenen Welt verfolgen - gerade Ubisoft ist in den letzten Jahren berühmt-berüchtigt dafür geworden, jedes Spielprinzip in das Korsett einer Open-World zu zwängen. Entgegen dazu stehen Spiele, die dem Konsumenten einen eher linearen Weg vorgeben und auf diese Elemente verzichten. Für sich genommen ist keines der beiden Konzepte besser oder schlechter, nur ergeben sich daraus gewisse Vor- und Nachteile, die nunmal jeweils mehr oder weniger im Fokus der Spielidee liegen. Mir persönlich fällt (gerade in den Bethesda-RPGs Fallout und The Elder Scrolls) immer wieder auf, wie sehr sich diese Fülle an optionalen Nebenbeschäftigungen negativ auf die Inszenierung und Entwicklung der Hauptstory auswirkt, die dadurch an Spannung verliert und oft in den Hintergrund rückt, eben weil die Spielwelt durch ihre inhaltliche Größe ablenkend wirkt. Natürlich liegt der Hauptfokus dort oft nicht auf der Mainquest, aber vielleicht erzählen dennoch lineare Spiele oft eine packendere Geschichte, da die Atmosphäre nicht gestört wird. Letzten Endes entscheidet man als Spieler vermutlich selbst, welchen Aspekten mehr Gewichtung zukommen sollte.
      Charakteristisch für eine Open-World ist in einem weiten Spektrum (neben sekundären Quests) die von Beginn an ungehinderte Bewegungsfreiheit in einem Gebiet - das Spiel lässt den Spieler selbst entscheiden, welchen Teil der Welt er zuerst erkunden möchte (oder auch nicht). Gerade wegen dieser Schaffung von Freiheiten und Möglichkeiten erfreut sich diese Art von Design großer Beliebtheit, bekannte Beispiele wären Zelda: Breath of the Wild, Assassin's Creed oder The Witcher 3. Auf Seiten der eher linearen Spiele fallen mir vor allem Shooter (z.B. Uncharted, Half-Life) oder auch Jump'n'Runs ein, die idealerweise auch noch in einzelne Level/Kapitel unterteilt sind und somit nicht viele Möglichkeiten für individuellen Bewegungsspielraum oder alternative Handlungsabläufe bieten. Wie steht ihr dazu?

      Welches Konzept mögt ihr mehr?
      Ist diese Entscheidung abhängig vom Genre?
      Welche Erfahrungen habt ihr mit eher offenen/linearen Spielen gemacht, die das andere Konzept missen lässt?
      Fällt euch sonst noch etwas zu der Thematik ein?
    • Welches Konzept mir besser gefällt ist eine schwierige Frage, da mir beide sehr gefallen, ich allerdings nur Zelda BotW als Referenz für selbst-gespielte Open-World spiele habe :/
      Bei Open World gefällt mir am besten, dass eben das Erforschen im Vordergrund steht und man nicht gezwungen wird, dies oder das zu machen. Auch wenn dies wiederum ein kleiner "Nachteil" (das klingt irgendwie negativer als es sein sollte :/) sein könnte: Man läuft durch die Gegend, hat den Auftrag "Gehe zu Ort X" oder "Besorge Y und bringe es zu Z) und dann siehst du während du gehst etwas interessantes, gehst dort hin, entdeckst vllt. wieder was neues und wieder was neues und letzten Endes ist man gefühlt tausend Kilometer vom eigentlichen Weg abgekommen und fragt sich, was man denn ursprünglich machen wollte. Das ist ein zweischneidiges Schwert, denn zum einen macht es auch Spaß, immer mehr zu entdecken, zum anderen lenkt es aber auch stark von der eigentlichen Mission ab.
      Außerdem, das ist aber ein persönliches Problem, neige ich stark dazu, mich in Videospielen zu verlaufen, selbst wenn es eine große Karte und eventuell sogar eine Mini-Map gibt. Das ist manchmal schon bei Schlauch-Leveln ärgerlich, weil es einfach Zeit kostet (wirklich ärgerlich, wenn die Zeit dann auch noch in die Bewertung des Spielers in jenem Level einfließt, aber gerade in einem Open-World-Spiel, wo man überall hinlaufen kann, wie man gerade will, irre ich da schon gerne mal etwas länger herum, selbst wenn ich mein Ziel genau vor Augen habe.

      Insgesamt gilt bei mir also:
      Open World
      + fördert den Entdeckerdrang
      + man kann seinen eigenen Weg suchen, wenn einem der vom Entwickler angedachte zu schwierig erscheint
      + höheres Aufkommen von Nebenquests
      - Abkommen von der eigentlichen Story extrem leicht möglich
      - gerade für Neulinge könnte es überfordernt/überwältigend wirken
      Lineare Spiele
      + man hat die Story immer direkt vor Augen
      + evtl. auch für Neulinge eher geeignet
      + durch linearem Aufbau konstante Steigerung der Schwierigkeit von Leicht zu Schwer
      - weniger Gründe, sich genau in den Leveln umzusehen
      - evtl. weniger Wiederspiel-Wert, da man schneller/vllt. schon beim ersten Durchspielen alles im Level findet
      (Natürlich ist jeder hier genannte Aspekt nicht in Stein gemeißelt, es gibt bei jedem Spielkonzept auch positive als auch negative Beispiele, man wird also eventuell auch Openworld-Spiele finden, die die positiven Aspekte der Linearen Spiele auch aufgreifen und umgekehrt. Es wurde etwas verallgemeinert geschrieben)

      Für mich hat also jedes der beiden Konzepte etwas positives, aber auch negatives, weshalb ich keinem von beiden abgeneigt bin und keinem Spiel nur wegen der Wahl des Spielaufbaus von Grundherein abgeneigt bin. Ob es Genres gibt, bei denen ein Spielkonzept mehr passt als das andere weiß ich nicht, gerade aber bei Jump'n'Runs stelle ich mir eine komplette Open-World wie bei Zelda BotW schwierig vor. Natürlich gibt's solche Spiele wie Mario Odyssey, aber hier hat man im Prinzip auch wieder Level, die man nacheinander erstmal im groben abklappern muss (Hauptstory) bevor man zum nächsten kann. Das sehe ich also doch noch differenziert.
      Auch bei bereits fest etablierten Franchises darf gerne was neues gewagt werden, wie bei Zelda, aber dann muss auch wirklich auf die Community gehört werden: Gefällt es der Mehrheit? Will die Mehrheit in Zukunft weitere solcher Spiele oder war es zwar ein netter Auflug, aber nichts, was man noch mal haben muss?
      Die Entwickler sollten aber auch nicht mit Gewalt jedes neue Spiel auf den Openworld-Trend aufspringen lassen: Bei manchen passt es einfach nicht und es könnte gekünstelt wirken. Da beide Spielearten ihre positiven als auch negativen Aspekte haben muss immer unterschiedlich entschieden werden.
    • Innuendo schrieb:

      Welches Konzept mögt ihr mehr?
      Ist diese Entscheidung abhängig vom Genre?
      Welche Erfahrungen habt ihr mit eher offenen/linearen Spielen gemacht, die das andere Konzept missen lässt?
      Fällt euch sonst noch etwas zu der Thematik ein?
      In letzter Zeit bin ich von OpenWorld Spielen eher gelangweilt. Früher habe ich es sehr gemocht jeden Winkel zu erkunden und Dinge zu entdecken. Jetzt finde ich es irgendwie ermüdend.

      Mein aktuelles Negativ Beispiel ist Final Fantasy 15. Habe mich da total in den Sidequests verloren, so dass ich mit der Hauptstory noch nicht wirklich weit gekommen bin (Kampf gegen Leviathan). Irgendwie habe ich dadurch die Lust verloren und schon seit Monaten nicht weitergespielt.

      Dafür habe ich dieses Jahr die Uncharted Spiele für mich entdeckt, die ich alle in einem Rutsch hintereinander weg gespielt habe. Zu Weihnachten gibts den aktuellen Teil und da freue ich mich schon richtig drauf.

      Mein persönliches Problem ist wohl, dass ich einfach zu viele Spiele auf meinem Stapel of Shame liegen habe und davon selbst so gernervt bin. Ich will die alle abarbeiten und kann die Spiele gar nicht mehr richtig genießen. Open World nimmt einfach so viel Zeit in Anspruch. Eigentlich total blöd von mir, denn im Normalfall freut man sich ja, wenn man ein Spiel mag und man sehr viel Zeit damit verbringen kann.

      Aber ich merke halt auch, dass ich Spiele wie Uncharted momentan besser finde, weil es eben knackig flott vorwärts geht.

      Ein Spiel was eine gute Balance bietet ist Horizon Zero Dawn. Das ist auch Open World, aber es ist so gut gemacht, dass keine Langeweile aufkommt und man auch das Gefühl hat, dass die Sidequests sinnvoll sind und die Hauptstory gut ergänzen.

      Also kurz zusammen gefasst, ich hab für "Mischung aus Beiden" gestimmt.
    • Neu

      Ich liebe Open-World. Da gibt es so vieles zu erkunden. Mein Lieblingsspiel Go Vacation spiele ich nur, um da herum zu laufen und Geheimnisse zu erkunden. Heute habe erst eine weitere Schatztruhe entdeckt. Die würde ich nicht finden, wenn ich nur die Minispiele spielen würde.
      Es gibt hier so vieles, was ich noch nicht kenne, alleine sich damit zu beschäftigen, garantiert stundenlangen Spielspaß.

      Auch der neue Mario Teil auf der Switch ist Openworld und es macht mir eine Menge Spaß die ganzen Level frei zu erkunden. Auch hier gibt es eine Menge zu entdeckten.
      Gleiches gilt für die Spiele Family Ski und Family Ski and Snowboard. Ich verbringe hier mehr Zeit damit in der Welt herum zu laufen, anstelle des eigentlichen Spieles.
      Deshalb bin ich ein großer Fan von Spielen dieser Art.

      Wii Sports Resort ist eine tolle Insel, die ich aber leider nicht frei erkunden kann. Dies ist sehr schade.
    • Neu

      Um ehrlich zu sein nervt mich der aktuelle Trend zu "Open Worlds". Ich meine, ich habe nichts dagegen, wenn man mir ein bisschen Freiheit lässt, die Umgebung zu betrachten, aber mir persönlich werden die Welten einfach zu groß. Irgendwie versucht jedes Spiel das andere zu übertrumpfen und ich merke mit jedem Mal, dass mich das Spielen in dieser Hinsicht einfach ermüdet. Ein Grund mehr, warum ich in letzter Zeit nur Spiele mit Schlauchleveln spiele, wie aktuell "The Last of Us" oder "Crash Bandicoot", oder eben welche mit kleinen Welten, wie "Stardew Valley". Das letzte große Spiel, welches ich zocken durfte, was "Horizon: Zero Dawn", und obwohl mir das Spiel durchaus sehr viel Spaß gemacht hat, so habe ich auch dort längst gemerkt, dass mich die große Welt stört.
      Ich will zwar Entdecken, aber dies kann man auch in deutlich kleineren Welten/Leveln machen, es muss nicht immer alles größer sein. Mir zumindest gefällt dieser Trend nicht und lasse das daher mal für eine Weile ruhen.
      "Wie beim Kartenspiel kommt es auch im wirklichen Leben darauf an,
      das Beste aus dem zu machen, was einem gegeben wurde,
      anstatt sich über ein ungünstiges Blatt zu beschweren und mit dem Schicksal zu hadern."


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      Ich persönlich bin absolut kein Freund von Open World Spielen, beziehungsweise zumindest davon, dass alles in Open World verpackt wird. Ich spiele Spiele wegen der Handlung(zumindest RPGs) und diese verliere ich bei zu großen Spielen aus den Augen. Ein hochgelobtes Skyrim, zum Beispiel, habe ich kaum gespielt, einfach weil ich zu schnell von der Handlung weggedriftet bin. Generell ist das letzte wirkliche Open World was ich durchgespielt habe, wohl Gothic 2 gewesen. Das war aber zu Zeiten wo die Welten selten den Rahmen sprengten und man trotzdem noch durch starke Monster eher in eine Richtung geschoben wurdest.

      Bei RPGs mag ich es generell am Liebsten, wenn man zwar was entdecken kann aber dennoch klar durchs Spiel geführt wird. Ein Beispiel dafür ist FInal Fantasy VII, wo man zwar eine World Map hat, aber diese Stück für Stück erst erkundet und dann erst im letzten Spielabschnitt die Möglichkeit hat sie wirklich komplett zu bereisen. Da kennt man sie aber schon und sucht auch nur noch nach Secrets. Auch die Kingdom Hearts Reihe macht es so, dass zwar die einzelnen Welten großräumig erkundbar sind, aber man eben immer nur auf eine begrenzte Zahl von Welten zu Anfang zurückgreifen kann und dann eben Stück für Stück das Spiel erweitert.

      Und für diejenigen die mit Square Spielen nicht so viel zu tun haben, als ganz aktuelles Beispiel Super Mario Odyssey, entgegen @Animusics Aussage:

      Animusic schrieb:

      Auch der neue Mario Teil auf der Switch ist Openworld
      Finde ich nämlich nicht, dass es ein klassischer Open World Titel ist. Auch dort lernt man Stück für Stück die Welten kennen und kann eben nicht alle direkt frei bereisen.

      Abschließend muss ich sagen, dass ich hoffe das dieser Trend der nun schon 2-3 Jahre ins extreme abgerutscht ist, sich irgendwann wieder ändert. Wobei ja vielen Open World sehr viel Spaß macht und dies also wohl erst eintrifft wenn bei der Masse der aktuellen Open World Fans, ne Ermüdung beim Genre zu erkennen ist und somit sich die Studios was neues überlegen müssen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ausbildiosus ()

    • Neu

      Ausbildiosus schrieb:

      Finde ich nämlich nicht, dass es ein klassischer Open World Titel ist. Auch dort lernt man Stück für Stück die Welten kennen und kann eben nicht alle direkt frei bereisen.
      Ist in Go Vaction auch erstmal eingeschränkt. Da musst du 4 Minispiele spielen, um weiter zu kommen. Übriegens lustigerweise besingen sie die Open World in Mario Odyssey. Runter von den Schienen.(...) Es ist Freiheit, wie du sie noch nie kanntest.



      Ich finde es schon sehr Oben-World, da du dich frei in der jeweiligen Welt bewegen kannst.
    • Neu

      Animusic schrieb:

      Ich finde es schon sehr Oben-World, da du dich frei in der jeweiligen Welt bewegen kannst.
      Ich denke das ist so ein bisschen eine Frage der Definition. Ich finde es legitim, dass du sagst es ist Open World, da man jede einzelne Welt immer frei erkunden kann.

      Für mich wäre es aber eben so, dass es nur Open World wäre, wenn du von Anfang an jede Welt frei begehen könntest und eben auch jede Welt auswählen könntest. Weil meine Definition eines Open World Spiels ist:
      Eine komplett frei begehbare Welt, wo du nicht erst im Spiel bestimmte Bedingungen erfüllt haben MUSST um an Ort x zu kommen.

      Ich finde übrigens bei Mario wird es genau richtig gemacht, du musst erst x Monde sammeln und eine Welt dementsprechend erkunden, ehe du dich auf zur nächsten Welt machst!

      Also wie gesagt ich kann deine Begründung es als Open World zu bezeichnen nachvollziehen und ist auch völlig in Ordnung, es entspricht nur nicht meinen Vorstellungen einer Open World:)
    • Neu

      Ausbildiosus schrieb:

      Also wie gesagt ich kann deine Begründung es als Open World zu bezeichnen nachvollziehen und ist auch völlig in Ordnung, es entspricht nur nicht meinen Vorstellungen einer Open World:)
      Bei einem Jump and Run ist dann aber wahrscheinlich die Problematiken mit den Gegner, die werden ja in jedem Level schwieriger und wenn du zu Beginn in die letzte Welt reist, ist es da sehr schwer. Ich finde es für ein Jump and Run aber sehr gut gelungen.
      In Go Vaction verstehe ich diese Speere allerdings nicht und sie macht auch keinen Sinn.

      In Family Ski und Family Ski and Snowbaord weiß ich im Moment nicht, ob du da von Beginn an frei reisen kannst, dafür habe ich die Spiele schon zu lange. Auf jeden Fal kannst du in Familiy Ski erstmal lernen, wie du fährst und besuchst dazu eine Skischule.Da beginnst du nicht auf der Spitze, sondern machst alles Schritt für Schritt. Es wäre auch in meinen Augen ungerecht, als Anfänger gleich von der Bergspitze zu starten.Das ist wie bei echtem Ski, da fährst du ja auch nicht gleich die Profistrecke.
    • Neu

      Ganz klar Open World.

      Ich war nie der Story-Mensch und bin es auch heute nicht. Und es ist mir überhaupt nicht wichtig, ob ein Spiel jetzt eine tiefgründige Story hat, oder nicht, wobei das eher Genre-abhängig ist. Aber Fakt ist: Mir ist immer die Welt am wichtigsten und die steht im Vordergrund. Ich bin jemand, der Spiele gerne komplett erkundet. Ich liebe es, in der Welt jede Ecke auszukundschaften und etwas neues zu entdecken und das funktioniert halt in einer Open World am besten. Das ist das, was mir Spaß macht und was mir mit am wichtigsten ist.
    • Neu

      Weder noch, ich mag beides, solang es gut gemacht. Es kommt bei einem Spiel auch immer stark darauf an, was es eigentlich erreichen will und letztendlich ist es einfach nicht möglich, jede Spielserie mit einer riesigen offenen Welt zu versehen, weil es sich mit den Gameplay-Elementen beißen würde. Stellt euch mal ein Devil May Cry oder Bayonetta, wo es mitunter auch um die Highscore-Jagd geht, mit einer offenen Welt und ohne genau dieses Feature vor. Es würde zu einem Schatten seiner Selbst verkommen, weil das Design der Spiele auf der Linearität basiert.

      Dass es geht, zeigt dann zum Beispiel ein Mario (und das schon vor 20 Jahren) oder, wenn es rein um die Erweiterung der Welt geht, ein Monster Hunter. Das war ja bisher immer in einzelne Gebiete unterteilt und erst mit World ist es auch mal möglich, komplett frei umherzulaufen und keine Ladezeiten zu haben. Auch wenn mich das Spieldesign nicht anspricht, empfinde ich das als sinnvoll, weil man immer mal unabsichtlich das Gebiet wechseln kann und dann eine oder zwei Ladezeiten vor sich hat.

      Auch ein guter Punkt, der mehrmals in diesem Thema genannt wurde, ist ja folgender:

      Foxhound schrieb:

      Um ehrlich zu sein nervt mich der aktuelle Trend zu "Open Worlds".
      Angesichts dessen, dass lineare Spiele wohl wegen ihrer kurzen Spielzeit nicht mehr so gut bei der Masse ankommen oder nicht denselben Umsatz erzielen, kam es in den letzten Jahren zu dieser Menge an Open-World-Spielen. Wenn sie gut gefüllt sind und sich die Missionen und Aktivitäten nicht wie Arbeit anfühlen würden, wäre das vermutlich kein Problem, aber viele dieser Welten haben schlicht das Problem, dass sie leer und eintönig sind, ohne die großen Möglichkeiten zu haben, die einem versprochen werden. Und selbst wenn sie da sind, nutzen sie meist nur die wenigsten Spieler.
      Was viele Open-World-Spiele meist auch übertreiben, ist einfach die Zahl der Collectibles. Ubisoft hat ja schon mehrere Male gezeigt, wie man eine Karte regelrecht überfüllen kann, sodass man nur noch von einem Symbol auf der Minimap zum nächsten geht. Da steht dann beispielsweise auch nicht mehr die Stadt im Vordergrund, sondern nur noch die Karte und letztendlich ist auch das ein Problem der Open-World-Spiele: Viele Gegenden erkennt man wohl ohne Karte nicht wieder, weil sie einfach zu ähnlich zu anderen aussehen.

      Das Problem können lineare Spiele aber ebenfalls haben, wenn auch nicht so krass. Da muss man sich für den Spielverlauf doch einiges ausdenken, um den Spieler bei der Stande zu halten und ihn zu motivieren. Etwa durch optionale Wege, die man entdecken kann oder Items, die in einem Safe versteckt sind und dessen Kombination man suchen muss. Mit diesen kleinen Auflockerungen neben dem Entlanglaufen im Schlauch weckt man ebenfalls das Interesse, ohne zu große Gebiete zu haben und ohne dass die Story davon einen merklichen Schaden davonträgt. Der Nachteil ist natürlich, dass man meist nicht so viele Möglichkeiten im Gameplay hat und daher auch recht eingeschränkt sein kann. Positive Beispiele zeigen sich da etwa in Dishonored oder Pray, wo einfach viele Lösungsansätze gegeben werden und sich der Spieler anpassen kann.

      Letztendlich kann ich mich nicht mal richtig festlegen, welche von beiden Spielvarianten ich lieber mag. Ich erkunde gern Gebiete, wenn es die Möglichkeiten zulassen, möchte dann aber auch einen klaren Faden haben, was ich als nächstes zu tun habe, einfach damit sich nicht zuviele Nebensächlichkeiten anhäufen. Da eine gute Balance zu finden ist ziemlich schwer.
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      Rusalka schrieb:

      Was viele Open-World-Spiele meist auch übertreiben, ist einfach die Zahl der Collectibles. Ubisoft hat ja schon mehrere Male gezeigt, wie man eine Karte regelrecht überfüllen kann, sodass man nur noch von einem Symbol auf der Minimap zum nächsten geht. Da steht dann beispielsweise auch nicht mehr die Stadt im Vordergrund, sondern nur noch die Karte und letztendlich ist auch das ein Problem der Open-World-Spiele: Viele Gegenden erkennt man wohl ohne Karte nicht wieder, weil sie einfach zu ähnlich zu anderen aussehen.
      Und ganu hier gibt es zum Beispiel "Team Rockstar", das den Sinn und die Möglichkeiten hinter Open Worlds recht gut erkennt und auch umsetzt. Sie schießen eine Map und die damit einhergehende Open World nicht mit Collectables und Zielen zu, sondern gestalten die Welt eher so, dass man sich irgendwann problemlos ohne Karte zurecht findet. Da habe ich dann auch kein Problem damit von A nach B zu kommen, und dennoch sind mir die ganzen verschiedenen Orte in den meisten Spielen einfach zu groß. Ich will nicht zwanzig bis dreißig Minuten über den unwirtlichsten Boden rennen, um irgendwann dort anzukommen, wo ich auch hin will. Da sind auch diese Schnellreise-Optionen einfach nur deplaziert, denn die zerstören das Prinzip der Open World am Ende grundlos, weil Spieler eben nicht mehr reisen möchten, sondern einfach nur so schnell wie möglich zum festgesetzten Zielort.
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      anstatt sich über ein ungünstiges Blatt zu beschweren und mit dem Schicksal zu hadern."


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      @Foxhound Nach GTA IV und Red Dead Redemption bin ich zwar nicht der Meinung, dass man sich ohne Karte recht gut in den Rockstar-Spielen zurecht finden kann, aber ja, dass da nicht viele Collectibles sind, ist auf jeden Fall ein Pluspunkt. Überhaupt RDR hat ja stark auf seine Wildwest-Atmosphäre gebaut und da darf bei einem langen Ritt zu Pferde einfach nicht so viel los sein.

      Und auch den anderen Punkt, den du ansprichst, finde ich gut, weil er ein grundsätzliches Problem mit dem Open-World-Design beschreibt. Zum einen möchte man nicht unendlich lang durch die riesige Welt laufen, um wo hinzugelangen und auf der anderen Seite stören aber die Schnellreisepunkte, weil man sich nicht mehr auf die Welt konzentriert, sondern nur auf das Erfüllen der Missionen. Was halt im Endeffekt wieder zur Linearität führt, wenn sich der Spieler nicht mit der offenen Welt arrangiert. Und das ist besonders dann interessant, wenn immer mehr dieser großen und offenen Welten gefordert werden, obwohl ihr Potential nur von wenigen Spielern dieser Spiele genutzt wird.
      ich hab übrigens kein Problem mit Schnellreisepunkten, solange es nicht zu viele sind und sie sinnvoll in die Welt integriert sind. Irgendwie muss man ja auch von einer Seite der Karte auf die andere gelangen, ohne erst mal zwanzig Minuten mit dem Fußmarsch zu verbringen. Auf die Weise ist es möglich, jedem Spieler sein eigenes Tempo zu geben.
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