• Heute findet wieder der offizielle Bisafans-Meinungs-Montag statt! Bei diesem wird in jeder zweiten (beziehungsweise in jeder geraden) Woche ein Kommentar zu einem beliebigen aktuellen Thema verfasst. Im Anschluss habt ihr die Möglichkeit, durch eine Art Leserbrief Bezug darauf zu nehmen und eure eigene Meinung kundzutun. Hierbei ist ausnahmslos jede Meinung gerne gesehen! Der Autor dieses Kommentars wird immer wieder wechseln, sodass möglichst verschiedene Perspektiven vertreten sind und sich aktive Teilnehmer auch mal selbst ihre Themen aussuchen können.
    In dieser Woche steht der Manga Pokémon Adventures im Vordergrund. Was macht ihn aus und warum sind die Fans von der Geschichte so begeistert?

    12 - Pokémon Adventures und seine Geschichten
    Pokémon war noch nie so wirklich für seine tiefgängigen Plots bekannt. Die Hauptspiele griffen immer wieder eher rudimentär eine Geschichte auf, deren Ausgang man nach den ersten Spielstunden bereits zu großem Teil erfasst haben sollte; und der Anime?
    Schon immer ging dieser einen wesentlich leichtherzigeren Weg, um in die Pokémon-Welt einzutauchen. Repetitive Handlungen während der Folgen, oftmals ein gegnerischer Trainer, gegen den Ash kämpfen muss, ein Pokémon, dem die Serienhelden helfen. Man kennt es. Und man mag es oder eben nicht.
    In Abgrenzung daran findet jedoch seit Jahren eine bestimmte Manga-Reihe Erwähnung: Pokémon Adventures, von der der Pokémon-Erfinder Satoshi Tajiri meinte, dass sie die Welt so aufgreife, wie er sie sich immer vorgestellt habe.
    Besonders in den ersten Kapiteln, die zur gleichen Zeit wie der Anime erschienen, weist der Manga eine ungewohnte Härte in der Darstellung auf, wird hier doch unter anderem ein Arbok in der Mitte zerteilt. Aber auch darüber hinaus ist die Welt düsterer aufgebaut als alle vergleichbaren anderen, die man so kennt.
    Aber was bedeutet das und ist Pokémon Adventures deswegen wirklich so anders?
    Erst einmal für alle zum Verständnis, denn diese Manga-Reihe erscheint bekanntlich erst seit kurzer Zeit in Deutschland wieder: Dieser Manga ist in verschiedene Stränge, sogenannte Arcs, aufgeteilt, die den Spielen entsprechen und in der dazugehörigen Region mit den dazugehörigen Charakteren spielen; auch die grundsätzliche Geschichte heißt dort immer: alle Arenen herausfordern.
    Im Großen und Ganzen unterscheidet sich die Idee also nur geringfügig von den Spielen und nur selten findet man Handlungsstränge, die nicht zumindest merklich auf bereits bekannten Elementen der Haupteditionen aufbauen. Da fragt man sich zurecht, was Pokémon Adventures dann überhaupt ausmacht.
    Die Antwort dazu ist simpel: Es sind die Charaktere selbst.
    Während in den Spielen der Protagonist stumm ist, kennzeichnet sich hier jeder Pokédex-Besitzer – ja, genau so werden die Protagonisten der Reihe genannt – durch eine Stimme, einen ganz persönlichen und einzigartigen Charakter. Diese bauen schließlich verschiedenste Beziehungen zu anderen Schlüsselfiguren und Nebencharakteren auf und lernen während ihrer Reise viele Dinge, die sie auch im Lauf der Zeit verändern und anders denken lässt.
    Ruby und Sapphire sind beispielsweise in ihrer Art extreme Gegensätze, deren Handlungen und auch Veränderungen aber mit der Zeit deutlicher werden und ihren Handlungen Sinn verleihen, ebenso wie eine Basis, die beide Charaktere vereint. Auch Personen, die zunächst unscheinbar schienen, bekommen in späteren Kapiteln meist eine besondere Rolle und tragen schließlich zur gesamten Geschichte bei, erzeugen Nebenhandlungen, die der gesamten Geschichte noch mehr Tiefe verleihen.
    Aber auch sprachlich unterscheidet sich dieser Manga von Anime und Spielen. Besonders die Tiefsinnigkeit mancher Unterhaltung dient auch der Unterhaltung älterer Leser, die sich mit den Charakteren auseinandersetzen und mehr sehen möchten als nur die Kämpfe zwischen den Pokémon. Man scheut sich nicht, Worte zu nutzen, die möglicherweise vulgär wirken. Aber das immer in einem Maße, dass es realistisch bleibt.
    Darüber hinaus geht Pokémon Adventures auch über Grenzen hinweg, die sowohl Spiele als auch Anime geschaffen haben. Geschichten wirken durch ihre dargestellten Geschehnisse realitätsnaher und durchdachter und auch so kleine Dinge, wie dass die Pokémon das Geschehen aus ihren Pokébällen beobachten können oder dass sie ihren Namen nicht aussprechen, gehören zu diesen durchbrochenen Grenzen dazu. Dinge, die im ersten Moment vielleicht nicht auffallen, aber über einen langen Zeitraum gesehen maßgeblich zur Unterhaltung beitragen. Und schlussendlich ist es das große Ganze, das Pokémon Adventures besonders macht und seit 1997 die Pokémon-Fans auf der ganzen Welt begleitet.
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